Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Romanistique - Philologie latino-américaine

Kleiner Abriss über den Atlantischen Sklavenhandel

Titre: Kleiner Abriss über den Atlantischen Sklavenhandel

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 14 Pages

Autor:in: Andrea Köbler (Auteur)

Romanistique - Philologie latino-américaine
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Gründungsmythen der lateinamerikanischen Gesellschaft basieren gewissermaßen auf dem Zusammenprall verschiedener Kulturen. Die Situation nach der erfolgreichen Eroberung, als sich die Spanier an die Spitze der Gesellschaften stellten, begann sich schnell auszudifferenzieren. Die indigene Bevölkerung bildete zusammen mit den nach Amerika verschleppten afrikanischen Sklaven die große Masse der Beherrschten. Damit ging auch ein Wandel der Sozialstruktur einher. Bis zum Ende der Kolonialzeit hatte sich das so genannte sistema de castas gebildet, das die Bevölkerung in Spanier, Kreolen, Mestizen, Mulatten, indios und Schwarze einteilte. Je nach regionalen Besonderheiten konnten die Bezeichnungen und die genaue Unterteilung aber variieren. (Hensel 2001: 353 f) Doch diese Zuschreibungen von außen deckten sich kaum mit der Selbstwahrnehmung oder der Identität der Bezeichneten. Es sind vielmehr stereotype Vorstellungen, die die spanische Elite benutzte, um die Bevölkerung in ein Ordnungsschema zu pressen. (Hensel 2001: 360) Folglich sind diese Kategorien eng miteinander verflochten und nur sehr schwer voneinander zu trennen, da sie sich gegenseitig beeinflussen. Eine eindeutige Begriffsklärung ist daher schwierig. Ein Fallbeispiel wäre, dass es entflohene Sklaven im 16. Jahrhundert in Ecuador schafften, sich an die Spitze von indigenen Gruppen zu setzen. Die Schwarzen passten sich jedoch trotz der herausgehobenen Position weitgehend der indigenen Kultur an.
Die Einteilung von Menschen in Rassen wird meist mit biologischen Merkmalen begründet. Laut Schaefer ist „the term racial group reserved for minorities and the corresponding majorities that are socially set apart because of obvious physical differences“. (Schaeffer 2004: 7) Doch zu Recht fragt er sich weiter “What is ovious? Hair color? Shape of an earlobe? Presence of body hair? To whom ate these differences obvious, and why? Each society defines what it finds obvious.” (Schaeffer 2004:7) Weiter kritisiert er, dass „race is a socially constructed concept.“ (Schaeffer 2004:10)
Das Konzept der Ethnizität findet im Zusammenhang mit kulturellen Unterschieden seine Anwendung. Dabei wird kulturelle Differenz häufig mit räumlicher Differenz verknüpft. „Ethnic groups are groups set apart from others because of their national origin or distinctive cultural patterns.” (Schaeffer 2004: 8)

Extrait


Gliederung

1. Einführende Gedanken- Begriffsklärungen

2. Der Atlantische Sklavenhandel

2.1 Gründe und Rechtfertigungen

2.2 Die afrikanischen Sklaven

2.3 Kultur- und Identitätsverlust

2.4 Der Widerstand

3. Das Ende des Atlantischen Sklavenhandels

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit bietet einen historischen Überblick über den atlantischen Sklavenhandel, analysiert dessen sozioökonomische Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen und beleuchtet die Formen des Widerstands gegen dieses System bis hin zu seiner sukzessiven Abschaffung.

  • Ursachen und Rechtfertigungsmuster des Sklavenhandels
  • Struktur und demografische Aspekte der Sklavenpopulation
  • Folgen von Identitätsverlust und kultureller Entwurzelung
  • Formen des Widerstands, von alltäglichem Protest bis zu Aufständen
  • Der Prozess der abolitionistischen Bewegungen und das Ende des Sklavenhandels

Auszug aus dem Buch

2.4 Der Widerstand

Widerstand und Aufstände von Sklaven gab es zahlreich, sie wurden jedoch meist blutig niedergeschlagen, da die Militärpräsenz der Spanier sehr hoch war.

Den Höhepunkt des Widerstandes bildet der allgemeine Sklavenaufstand in Haiti damals noch Saint- Dominge- von 1791. Damals war Haiti eine französische Kolonie. Hier wurde die Hälfte des weltweit konsumierten Kaffees und mehr Zucker als in Kuba oder Jamaica produziert. Dieser Reichtum basierte jedoch auf der Arbeit von 900 000 Sklaven, die seit dem 16. Jahrhundert von Afrika dorthin verschleppt worden waren. Als die französischen Revolutionäre 1789 die allgemeinen Menschenrechte proklamierten, wurde das auch in Haiti vernommen. 1791 brach ein allgemeiner Sklavenaufstand aus, der in einem von beiden Seiten brutal geführten Befreiungskrieg mündete. In den folgenden Jahrzehnten wurden Sklavenaufstände in verschiedenen Kolonien vom haitischen Beispiel inspiriert. (Zeuske 2002: 141) Um den Widerstand zu brechen wurde schon früher damit angefangen, Stammes- und Familienangehörige systematisch auseinanderzureißen. Alltägliche Formen des Widerstandes waren jedoch viel häufiger vorzufinden als größere, organisierte Widerstände.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführende Gedanken- Begriffsklärungen: Dieses Kapitel erläutert die komplexe soziale Struktur Lateinamerikas durch das "sistema de castas" und definiert grundlegende Begriffe wie Rasse, Ethnizität und Nation im Kontext der Kolonialzeit.

2. Der Atlantische Sklavenhandel: Es wird die historische Entwicklung des Sklavenhandels vom Altertum bis zur transatlantischen Zwangsmigration skizziert, wobei die ökonomischen Motive der europäischen Kolonialmächte im Vordergrund stehen.

2.1 Gründe und Rechtfertigungen: Hier wird analysiert, wie durch die europäische Wahrnehmung der Indios als vermeintlich "unvollkommene Menschen" die Eroberung und Versklavung legitimiert wurde.

2.2 Die afrikanischen Sklaven: Dieser Abschnitt befasst sich mit der demografischen Zusammensetzung der Sklavenimporte, insbesondere der geschlechtsspezifischen Selektion durch die Sklavenhändler und deren Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum.

2.3 Kultur- und Identitätsverlust: Das Kapitel untersucht die traumatische Entwurzelung afrikanischer Menschen und wie trotz des "sozialen Todes" neue Identitäten und kulturelle Ausdrucksformen wie Kreolsprachen entstanden.

2.4 Der Widerstand: Dieses Kapitel beschreibt sowohl alltägliche Fluchtversuche und die Bildung von Siedlungsgemeinschaften wie Palenques als auch große bewaffnete Aufstände wie den in Haiti.

3. Das Ende des Atlantischen Sklavenhandels: Hier wird der allmähliche Prozess der Abschaffung der Sklaverei beleuchtet, getrieben durch ökonomische Veränderungen, das Wirken der Abolitionisten und den wachsenden internationalen Druck.

Schlüsselwörter

Atlantischer Sklavenhandel, Kolonialismus, Lateinamerika, sistema de castas, Zwangsmigration, Plantagenwirtschaft, Abolitionisten, Widerstand, Haiti, Palenques, Cimarrones, Kreolisierung, Identitätsverlust, Sklaverei, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit bietet einen historischen Abriss des atlantischen Sklavenhandels und beleuchtet dessen soziokulturelle sowie ökonomische Implikationen in Lateinamerika.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Schwerpunkte sind die Rechtfertigung der Versklavung, die Lebensbedingungen der verschleppten Afrikaner, die kulturelle Entwurzelung und die verschiedenen Formen des Widerstands gegen das System.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Ursprünge und die grausame Praxis der Sklaverei sowie für den schwierigen Prozess ihrer Überwindung im 18. und 19. Jahrhundert zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer und soziologischer Fachwerke, um ein fundiertes Bild der Ereignisse und der theoretischen Konzepte wie Rasse und Ethnizität zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Sklavenhandels, die demografischen Hintergründe, die Auswirkungen auf die Identität der Betroffenen sowie die Analyse von Widerstandsbewegungen und dem schrittweisen Verbot der Sklaverei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sklavenhandel, Kolonialherrschaft, Identitätsverlust, Widerstand und Abolitionismus.

Was ist mit dem "sozialen Tod" in der Sklaverei gemeint?

Dieser Begriff, geprägt durch Orlando Patterson, beschreibt die radikale Trennung der Sklaven von ihren sozialen Beziehungen, ihrer Identität und ihrer Geschichte durch die Versklavung.

Warum war der Aufstand in Haiti so bedeutend?

Der Aufstand in Haiti von 1791 gilt als Höhepunkt des Sklavenwiderstands, der in einem erfolgreichen Befreiungskrieg mündete und andere Kolonien nachhaltig inspirierte.

Wie versuchten Sklaven in Lateinamerika ihrem Schicksal zu entkommen?

Neben der Flucht gründeten viele Sklaven in unzugänglichen Gebieten eigene Siedlungen, sogenannte Palenques, in denen sie versuchten, ein freies Leben zu führen.

Warum war für die Sklavenhändler das Geschlecht der Sklaven von Bedeutung?

Da Frauen in ihren Heimatregionen eine zentrale Rolle in der Verwandtschaft und Landwirtschaft spielten, waren sie dort teurer, weshalb auf den transatlantischen Märkten ein deutliches Übergewicht an männlichen Sklaven entstand.

Fin de l'extrait de 14 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Kleiner Abriss über den Atlantischen Sklavenhandel
Université
University of Leipzig
Cours
Hauptseminar: Ethnisierung und Rassismus in Lateinamerika
Auteur
Andrea Köbler (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
14
N° de catalogue
V179434
ISBN (ebook)
9783656017684
ISBN (Livre)
9783656017868
Langue
allemand
mots-clé
Sklavenhandel Atlantik Lateinamerika
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andrea Köbler (Auteur), 2009, Kleiner Abriss über den Atlantischen Sklavenhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179434
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint