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Vom Suchen und Finden der Liebe - Antike Mythen im modernen Film

Titre: Vom Suchen und Finden der Liebe - Antike Mythen im modernen Film

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 25 Pages

Autor:in: Mareike Höckendorff (Auteur)

Filmologie
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Der Film „Vom Suchen und Finden der Liebe“ kam 2005 in die deutschen Kinos. Regie führte Helmut Dietl, der zusammen mit Patrick Süskind auch das Drehbuch schrieb. Das Besondere an diesem Film war sein Bezug auf antike mythische Stoffe. Dietls Komödie versucht, diese klassischen Geschichten für die moderne Gegenwart nutzbar zu machen. Es ergibt sich so eine Bearbeitung mythischer Stoffe, die auch eine Verarbeitung und (Um-)Deutung dieser beinhaltet. Der Film ist dadurch mehr als eine reine Wiedergabe oder Neuerzählung von Sagen, er ist eine „Arbeit am Mythos“, wie Blumenberg sie in seiner gleichnamigen Abhandlung 1979 beschrieb. Es ist hier besonders interessant, nach der spezifischen Nutzung mythischer Vorbilder zu fragen. Da der Film im Gegensatz zu den klassischen Künsten, wie Literatur, Theater und bildende Kunst, über andere Darstellungsmöglichkeiten verfügt, werden auch diese in die Betrachtung einbezogen. Die Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit soll also lauten: Welche Funktion erfüllen Mythen innerhalb des Drehbuches und wie werden sie im Film umgesetzt?
Die leitende Arbeitshypothese lautet: Der Mythos findet im Films „Vom Suchen und Finden der Liebe“ eine moderne Umdeutung, bei der er als Referenz für das als überzeitlich dargestellte Phänomen der Liebe auf eine Ursprünglichkeit genutzt wird. Die filmische Umsetzung zeigt die Abweichung vom klassischen Stoff durch die Übertragung auf moderne Drehorte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mythentheorie

2.1 Funktionen des Mythos, die Mythologie bis heute bedeutsam erhalten

2.2 Aspekte der für die Betrachtung essentiellen Eigenschaften des Mythos

2.3 Von der Oralität zur Literarizität und zurück? - Der Mythos im Medium

3. Vom Suchen und Finden der Liebe

3.1 Skizzierung der Handlung

3.2 Interpretation

3.2.1 Assoziative Bedeutung der vorkommenden Namen

3.2.2 Referenzen auf Kunstmythen

3.2.2.1 Orpheus und Eurydike

3.2.2.2 Hermes Aphroditos

3.2.2.3 Kalypso und Odysseus

3.2.3 Der Grundmythos der Liebe

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Funktionen antike Mythen innerhalb des Drehbuchs von Helmut Dietls Film „Vom Suchen und Finden der Liebe“ erfüllen und wie diese filmisch umgesetzt werden. Dabei steht die Hypothese im Fokus, dass der Mythos im Film eine moderne Umdeutung erfährt und als Referenz für das überzeitliche Phänomen der Liebe dient.

  • Analyse der Funktionsweise von Mythen im modernen Film
  • Verknüpfung von Mythentheorie mit filmischer Narration
  • Untersuchung der Bedeutung mythologischer Namen und Symbole
  • Interpretation der filmischen Adaption klassischer Kunstmythen
  • Reflektion über die Überzeitlichkeit menschlicher Liebessehnsucht

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Orpheus und Eurydike

Der Orpheus-Mythos wird gleich mehrfach bearbeitet und dient im Film auf unterschiedliche Weise als Zugang zur Mythologie. Schon in der ersten Szene wird die Orpheus-Arie von Gluck „Ach ich habe sie verloren“ als musikalische Untermalung eingespielt. Dazu spricht die Erzählerstimme: „Die romantische, hochdramatische und absolut herzzerreißende Liebesgeschichte zwischen Mimi Nachtigall und Venus Morgenstern begann erst einmal genauso wie jede Liebesgschichte...“.

Bis zu diesem Zeitpunkt scheint der mythologische Bezug rein assoziativ. Die Orpheus-Arie erhält ihre Berechtigung in einem kulturellen Rahmen, da die Szenerie vor die Berliner Oper gesetzt ist. Und doch folgt im nächsten Moment ein Anknüpfungspunkt an mythologische Aspekte Blumenberg'schen Ausmaßes. Als Mimi eine einsame Frau erblickt, wartet er, wie der Erzähler sagt, „nur noch auf ein Zeichen des Himmels...“. Als es plötzlich aufhört zu regnen, deutet Mimi dies als ein solches und „fühlt […] sich bestätigt in der Annahme, dass es sich bei der Unbekannten um niemand anderen handeln kann als um die lang gesuchte Frau seines Lebens...“.

Um mit Blumenberg zu sprechen, sieht sich Mimi einer plötzlich auftretenden Situation gegenüber, mit der er spontan überfordert ist. Die Hilfe des Himmels kann als Bezug auf eine verursachende Götterwelt gedeutet werden. Mimi trifft mit dieser Hilfe die Entscheidung, auf die Frau zuzugehen. Er gibt dem Geschehen dadurch eine essentielle Bedeutung, lädt die Ereignisse geradezu damit auf. Am Ende der Szene holt Mimi etwas aus dem Abfalleimer, was die junge Frau gerade hinein geworfen hat, die Partitur von Glucks Orpheus und Eurydike. Die Anlehnung an die altbekannte große Liebesgeschichte wird zum Rückbezug der eigenen Situation auf die Mythologie. Die eigene Liebesgeschichte wird eingebettet in eine Tradition von Liebesgeschichten. Diese Verwendung des Mythos entspricht der von Adorno/Horkheimer und auch Blumenberg festgestellten Immanenz Funktion der Wiederholung und Wiederholbarkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Film von Helmut Dietl ein, benennt die Forschungsfrage und stellt die Arbeitshypothese auf, dass der Mythos im Film als moderne Referenz für die Liebe dient.

2. Mythentheorie: Hier werden theoretische Grundlagen der modernen Mythentheorie, insbesondere von Blumenberg, Adorno und Horkheimer, dargelegt, um das Verständnis für mythische Funktionen zu schaffen.

3. Vom Suchen und Finden der Liebe: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Handlung skizziert und eine tiefgehende Interpretation der mythologischen Namen sowie spezifischer Kunstmythen wie Orpheus und Eurydike erfolgt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Film als „Arbeit am Mythos“ fungiert, der die Überzeitlichkeit menschlicher Liebeserfahrungen durch mythische Referenzen verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Mythos, Mythentheorie, Hans Blumenberg, Film, Vom Suchen und Finden der Liebe, Helmut Dietl, Liebe, Orpheus, Eurydike, Hermes, Kunstmythos, Identifikation, Wiederholung, Moderne, Interpretation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Seminararbeit analysiert, wie der Film „Vom Suchen und Finden der Liebe“ von Helmut Dietl antike mythische Stoffe verwendet, um eine moderne Liebesgeschichte zu erzählen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der modernen Mythentheorie, der filmischen Adaption klassischer Sagen und der Analyse der symbolischen Bedeutung von Namen und Handlungssträngen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Funktionen Mythen innerhalb des Drehbuches erfüllen und wie diese zur Vermittlung eines überzeitlichen Liebesbegriffs beitragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es erfolgt eine vergleichende Analyse zwischen filmischen Szenen und theoretischen Ansätzen aus der Literatur- und Mythentheorie (z. B. Blumenberg, Adorno/Horkheimer).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Handlungsskizze und eine detaillierte Interpretation mythologischer Anknüpfungspunkte, insbesondere der Namen sowie der Mythen um Orpheus, Hermes und Kalypso.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Mythentheorie, Arbeit am Mythos, moderne Umdeutung, Orpheus-Mythos und die Überzeitlichkeit der Liebe.

Warum ist die Rolle der Figur "Hermes Aphroditos" so besonders im Film?

Hermes Aphroditos agiert als Bindeglied zwischen den zeitlichen Ebenen und verkörpert durch seine Wandlungsfähigkeit und Zweigeschlechtlichkeit die im Film zentrale Dialektik von Sehnsucht nach Vereinigung und deren Unmöglichkeit.

Inwiefern beeinflussen die Namen der Figuren die Handlung?

Die Namen sind nicht zufällig gewählt; sie assoziieren antike Vorbilder (z. B. Nachtigall, Venus, Helena, Kalypso), die für die Charaktere und ihre Entwicklung im Film schicksalhaft werden oder als Deutungsrahmen dienen.

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Résumé des informations

Titre
Vom Suchen und Finden der Liebe - Antike Mythen im modernen Film
Université
University of Hamburg
Auteur
Mareike Höckendorff (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
25
N° de catalogue
V179437
ISBN (ebook)
9783656018803
ISBN (Livre)
9783656019152
Langue
allemand
mots-clé
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Citation du texte
Mareike Höckendorff (Auteur), 2011, Vom Suchen und Finden der Liebe - Antike Mythen im modernen Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179437
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Extrait de  25  pages
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