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Das palmyrenische Sonderreich

Titel: Das palmyrenische Sonderreich

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2004 , 34 Seiten

Autor:in: MA Guido Maiwald (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für ein Jahrzehnt, in der Mitte des 3. Jahrhunderts n.Chr., wurde die Karawanenstadt Palmyra zum Herrschaftszentrum der römischen Ostprovinzen. In den 40er Jahren des 3. Jh. n.Chr. wurde Odaenathus vom Volk zum Exarchen erhoben. Nach der Gefangennahme des Valeria-nus durch den Sasaniden Shapur im Jahre 260 ernannte Gallienus Odenathus zum Verwalter des römischen Orients. Nach seinem Sieg gegen die Perser im Jahre 262/3 nahm dieser gemeinsam mit seinem Sohn Herodianus den Königstitel an, beide wurden aber 267/8 Opfer einer Verschwörung. Als Re-gentin ihres unmündigen Sohnes Vaballathus nahm Zenobia, die Gattin des Odaenathus, die Herrschaft über Palmyra an und anerkannte zunächst die Macht der Zentralregierung in Rom. Auch Gallienus (259-267), Claudius (268-270) und Aurelianus (270-275) anerkannten Zenobia zunächst als Herrscherin. Als Aurelianus glaubte seine Machtposition gefestigt zu haben zog er gegen die Königin um die palmyrenischen Gebiete wieder unter die direkte Verwaltung Roms zu stellen. Im Frühjahr 272 erhob Zenobia sich und ihren Sohn zur Kaiserwürde und verlor im Sommer den Kampf gegen Aurelianus.
Neben den Schriftquellen werden in dieser Arbeit Münzfunde und die in Palmyra gefundenen Inschriften, die in einer Variante der aramäischen Sprache erscheinen, als Informationsquellen genutzt. Entscheidende Fragestellungen dieser Arbeit ist die Untersuchung der palmyrenischen Kultur, ihrer Geschichte und Substrate, sowie die Politik des Odaenathus und seiner Gattin Zenobia gegenüber Rom.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Geschichte Palmyras vor der Stellung als Teilreich

1.1 Aufstieg der Sasaniden, Krise Roms

1.2 Palmyra während der Krise

2. Die palmyrenische Dynastie

2.1 Der Aufstieg des Odaenathus

2.2 Zenobia

2.2.1 Die erste Herrschaftsphase Zenobias (267/8-270)

2.2.2 Das Teilreich Zenobias

2.2.3 Die zweite Herrschaftsphase Zenobias (270-272)

2.2.4 Das Ende des palmyrenischen Teilreichs

2.2.5 Der Aufstand im Frühjahr 273

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Karawanenstadt Palmyra im 3. Jahrhundert n. Chr. Ziel ist es, die politische Rolle von Odaenathus und seiner Gattin Zenobia im Kontext des Römischen Reiches zu analysieren und zu klären, inwieweit ihre Politik als separatistisches Bestreben oder als pragmatische Reaktion auf die Krisen an den römischen Ostgrenzen zu werten ist.

  • Wirtschaftlicher und kultureller Aufstieg Palmyras als Handelszentrum
  • Die Auswirkungen der Krise des 3. Jahrhunderts auf die römische Ostgrenze
  • Aufstieg und Konsolidierung der Herrschaft des Odaenathus
  • Die Regentschaft der Zenobia und die Expansion des Teilreichs
  • Die Rolle Roms und die Konflikte mit Aurelianus

Auszug aus dem Buch

1. Geschichte Palmyras vor der Stellung als Teilreich

Die ersten Siedler in der Region Palmyra waren Amurriter und ab 1200 v.Chr. einwandernde, halbnomadische Stämme aus Nordsyrien. Noch vor Beginn unserer Zeitrechnung, während der Herrschaft der Seleukiden, erlangte die Stadt, die damals noch den Namen Tadmor trug, Bedeutung als Handelszentrum zwischen dem sich ausdehnenden Okzident und dem Orient. Zu einer reichen und prunkvollen Stadt wurde sie jedoch erst mit den eindringenden römischen Truppen im 1. Jh. v.Chr., sie lag nun zwischen dem römischen und parthischen Machtbereich.

Die steigenden Bedürfnisse des Reiches, Pax Romana und der Untergang der nabatäischen Handelsmetropole Petra gegen Ende des 1. Jh. v.Chr. bescherten der Stadt schließlich eine ökonomische Vormachtstellung in der Region. Nach einer versuchten Plünderung der Stadt durch Antonius (41 v. Chr.) konnten erst um die Jahrtausendwende unter dem Kaiser Tiberius friedliche Beziehungen zu der Stadt aufgebaut werden, die damals noch nicht zur Provinz Syrien gehörte. Für die Römer war die Stadt einerseits als militärischer Vorposten zu den Parthern, andererseits als Handelsposten für Luxusgüter wie Weihrauch, Gewürze oder Seide besonders wichtig.

Mit dem „Geschenk“ des Bel-Tempels (um 19 .nChr.), des größten Heiligtums der Stadt, besiegelte Tiberius ihre Eingliederung in die Provinz Syrien. In den Steuergesetzen des Römischen Reiches trug die Stadt den Namen Portus Palmyra. Kaiser Hadrian erneuerte bei seinem Besuch der Stadt im Jahre 129 ein bereits aus dem Jahre 68 n.Chr. stammendes Steuergesetz, nach dem Steuern lediglich auf Produkte des täglichen Bedarfs, nicht aber auf Exportprodukte aus dem Orient anfielen. So wahrte Rom die scheinbare Unabhängigkeit der Stadt und gestattete auch die Selbstverwaltung durch einen das Volk vertretenden Rat (boule) und zwei Archonten an der Spitze, also eine typisch hellenistische Verfassung, die seit der Mitte des 1. Jh. in Kraft war.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung Palmyras im 3. Jahrhundert sowie Vorstellung der zentralen Quellenlage.

1. Geschichte Palmyras vor der Stellung als Teilreich: Analyse der wirtschaftlichen und politischen Etablierung Palmyras unter römischem Einfluss vor dem Aufstieg zum selbstständigen Teilreich.

1.1 Aufstieg der Sasaniden, Krise Roms: Darstellung der geopolitischen Herausforderungen durch die Sasaniden und die instabile Lage des Römischen Reiches in der Mitte des 3. Jahrhunderts.

1.2 Palmyra während der Krise: Untersuchung der ökonomischen und sicherheitspolitischen Konsequenzen der Krise für Palmyra.

2. Die palmyrenische Dynastie: Betrachtung der Machtübernahme und Etablierung der Familie des Septimius Odaenathus.

2.1 Der Aufstieg des Odaenathus: Analyse der militärischen Erfolge und des politischen Aufstiegs von Odaenathus bis hin zur Konsularswürde.

2.2 Zenobia: Charakterbild der Königin Zenobia und ihre Rolle als Regentin.

2.2.1 Die erste Herrschaftsphase Zenobias (267/8-270): Beschreibung der Festigung der Macht nach der Ermordung des Odaenathus.

2.2.2 Das Teilreich Zenobias: Untersuchung der internen Strukturen und der religiösen Einflüsse im palmyrenischen Herrschaftsbereich.

2.2.3 Die zweite Herrschaftsphase Zenobias (270-272): Analyse der territorialen Expansion, insbesondere der Annektierung Ägyptens.

2.2.4 Das Ende des palmyrenischen Teilreichs: Darstellung des Feldzugs des Aurelianus und des Zusammenbruchs der palmyrenischen Herrschaft.

2.2.5 Der Aufstand im Frühjahr 273: Analyse der letzten Erhebung gegen die römische Herrschaft und ihre Folgen für die Stadt.

Schlüsselwörter

Palmyra, Zenobia, Odaenathus, Römische Geschichte, Sasaniden, Aurelianus, Syrien, Teilreich, Orient, Krise des 3. Jahrhunderts, Handelszentrum, Bel-Tempel, Vaballathus, Kaiserreiche, Grenzpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen und militärischen Geschichte der Stadt Palmyra im 3. Jahrhundert n. Chr., insbesondere mit dem Aufstieg zum eigenständigen Teilreich unter Odaenathus und Zenobia.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle Palmyras im Handelsnetzwerk zwischen Orient und Okzident, die militärischen Auseinandersetzungen mit den Sasaniden und das komplizierte Verhältnis zum Römischen Reich.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, ob die palmyrenische Politik als gezielter Separatismus oder als Notwendigkeit zur Grenzsicherung in einer römischen Krisenzeit zu interpretieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die Schriftquellen der antiken Historiker (wie Historiae Augustae und Zosimus) mit Münzfunden und epigraphischen Zeugnissen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte Palmyras vor der Machtübernahme, den Aufstieg des Odaenathus, die verschiedenen Herrschaftsphasen der Zenobia und den schließlichen Untergang unter Aurelianus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Palmyra, Zenobia, Odaenathus, Sasaniden, Römische Geschichte, Krise des 3. Jahrhunderts und territoriale Herrschaft.

War die Ermordung des Odaenathus ein von Rom gesteuerter Akt?

Die Quellen sind widersprüchlich; während einige Autoren eine Verschwörung im Umfeld des Gallienus vermuten, sehen andere interne Motive oder einen beleidigten Verwandten als Ursache.

Warum war die Eroberung Ägyptens durch Zenobia ein entscheidender Wendepunkt?

Ägypten war die Kornkammer Roms; durch die Annexion entzog Zenobia dem römischen Kernreich lebenswichtige Ressourcen, was den Konflikt mit Aurelianus unvermeidlich machte.

Wurde Palmyra nach dem letzten Aufstand im Jahr 273 vollständig zerstört?

Archäologische Belege widerlegen die Berichte über eine vollständige Zerstörung; Palmyra blieb als Siedlung bestehen, verlor jedoch seine kulturelle Blütezeit und seine Bedeutung als Handelszentrum.

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Details

Titel
Das palmyrenische Sonderreich
Autor
MA Guido Maiwald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V179451
ISBN (eBook)
9783656018759
ISBN (Buch)
9783656019121
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Palmyra Teilreich Antike Sasaniden Rom Odaenathus Zenobia Shapur Valerian Herodianus Vaballathus Gallienus Claudius Aurelianus Spätantike Ammianus Talmud Amurriter Syrien Seleukiden Parther Parthien Nabatäer Pax Romana Handel Revolte Selbstverwaltung Tiberius Archonten hellenistisch Verwaltung Hellenen Syria Phoenice Caracalla Septimius Nebo Bel Tempel Bau Ornamente Textilien Achämiden Heliodorus Orosius Handelsposten Illyrer Perser Dura-Europos Kilikien Zonaras Kaiser Postumus Ktesiphon Assyrer Meder Achämeniden Arsakiden Zosimus Christologie Provinz Titulatur Odenathus
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Arbeit zitieren
MA Guido Maiwald (Autor:in), 2004, Das palmyrenische Sonderreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179451
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Leseprobe aus  34  Seiten
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