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Autorenvergleich. Walser, Achternbusch, Schneider

Title: Autorenvergleich. Walser, Achternbusch, Schneider

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 28 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Daniel Seibel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

– Ich vergleiche, indem ich zwei oder mehr Elemente in Beziehung zueinander setze
und aneinander messe. Hierfür sind unterschiedliche Ausgangssituationen denkbar:
Entweder ich unterziehe die willkürlich ausgewählten Elemente2 A und B einem
Vergleich, oder ich wähle ausgehend von einer Idee bewusst geeignete Elemente3 aus,
um gleiche Phänomene zu erkennen und zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen.
– Der Gegenstand der Literaturwissenschaft wird, vereinfacht gesagt, qualitativ
definiert. Qualitativ – wenn etwa Vollkommenheit und Polysemie zum Kriterium
werden oder wenn Orte und Formen4 scheinbar per se über höhere Wertigkeiten
verfügen. Autoren, deren Werke außerhalb der Demarkationslinie des Kanons liegen,
unterliegen der Gefahr, zu Oberflächenphänomenen reduziert zu werden, die Parameter
des Diskurses drohen bedeutende Randerscheinungen zu trivialen Marginalien zu
degradieren. Philologischer Starrsinn und hermeneutische Einfalt erhöhen den
literarischen Rahmen zur unüberwindbaren Barriere - Außergewöhnliches wird dann für
gewöhnlich ausgegrenzt. Nicht besser ist jedoch hingegen der enervierende
Standesdünkel der Subkultur, der Kritik mit Intoleranz verwechselt, in dem
Anhängerschaft Selbstaufgabe heißt.
– Neugier, größtmögliche Unvoreingenommenheit, Werkkenntnis und die Bereitschaft,
spielerisch mit Texten umzugehen, können neue Wege erschließen, auf denen von
überraschenden Begegnungen bis zur Wiederentdeckung von Altbekanntem vieles
möglich ist. Die Arbeitsweise kann sich von philologischer Kleinstarbeit zur
umfassenden Diskursanalyse weiten – der Reiz sollte im Perspektivenwechsel liegen,
der Anspruch ist, statt in Suche nach letztmöglicher Wahrheit, in der Freiheit des Widerspruchs, die Herausforderung im Querdenken zu sehen. [...]

1 Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens, in: Rilke, Rainer Maria: Der ausgewählten Gedichte erster
Teil. Wiesbaden: Insel – Verlag 1951. S.74.
2 In diesem Fall Autoren bzw. Künstler (die Bezeichnungen werden im folgenden, synonym
gebraucht.)
3 Die quasi nach einem Vorvergleich für den Vergleich in Erwägung gezogen wurden.
4 Z.B. Buch und Roman im Gegensatz zu Feuilleton und Fragment.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorüberlegungen

Autoren im Auf- und Abtauchen

Spielverderber und Enttäuscher

Vergleichsphase I

Spazierwege, Irrwege

Text, Selbst und Referenz

Vergleichsphase II

Dienen, Krisen, Komik

Kommunikation cum und versus Nichtkommunikation

Vergleichsphase III

Mikrogramm Zensur Missverstehen

Abschluss und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den künstlerischen Selbstbezug und die Strategien der Selbstdarstellung bei Robert Walser, Herbert Achternbusch und Helge Schneider. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Umgang mit Erfolg, Scheitern und der Inszenierung ihrer Rolle als Autoren im literarischen und medialen System aufzuzeigen.

  • Analyse des künstlerischen Selbstbezugs und der Identitätskonstitution
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Biographischem und Werk
  • Vergleichende Betrachtung von Schreib- und Produktionskrisen
  • Analyse von Kommunikationsstörungen und Verweigerungshaltungen
  • Untersuchung von Inszenierungstechniken und Rollenspielen

Auszug aus dem Buch

Autoren im Auf- und Abtauchen

Was haben Robert Walser, Herbert Achternbusch, Helge Schneider gemein – was unterscheidet sie in Wesen, Werk, Wirkung von anderen – was macht sie einzigartig? In selbstreflexiver Haltung als „Zu philosophisch“ skizziert Walser lyrisch die Bewegung der eigenen Entwicklung, „Wie geisterhaft im Sinken / und Steigen ist mein Leben.“ In einem Film Achternbuschs wird der Wunsch „Daß jemand mit dem Schreiben aufhört und einen anderen Weg findet“ zum Handlungsprinzip, Schneider versteht es, spielerisch mit den Topoi des Showgeschäfts „Abschied“ und „Comeback“ in seinen Liedern umzugehen. Doch lässt sich das Changieren zwischen Erfolg und Scheitern nicht nur in der Kunst, sondern auch in den Biographien wiederfinden. Die schwierigen Lebensumstände Walsers, die Filmskandale um Achternbusch, Flops und Tops Schneiders – sind selbst im Gedächtnis einer breiten kulturwahrnehmenden Öffentlichkeit haften geblieben.

Doch wenn auch die Genannten über eine gewisse Präsenz im öffentlichen Bewusstsein verfügen, so ist augenfällig, dass diese mehr durch Legenden, Eklats und Erregungen im öffentlichen Auftreten erreicht wurde, als durch eingehende Beschäftigung mit den Kunstwerken. Nahezu exemplarisch lässt sich an ihnen der Dissens zwischen öffentlicher Wahrnehmung und künstlerischer Wirklichkeit beschreiben.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorüberlegungen: Einführung in die methodische Vorgehensweise des Vergleichs sowie Darlegung der literaturwissenschaftlichen Ausgangslage.

Autoren im Auf- und Abtauchen: Einleitende Betrachtung der Gemeinsamkeiten und einzigartigen künstlerischen Haltungen von Walser, Achternbusch und Schneider.

Spielverderber und Enttäuscher: Analyse der Literatur als Spiel sowie der Mechanismen von Fiktionsbruch und bewusster Enttäuschung beim Leser.

Vergleichsphase I: Untersuchung des motivischen Umgangs mit Bewegung, Spaziergängen und Irrwegen bei den drei Autoren.

Text, Selbst und Referenz: Erörterung der Problematik biographischer Deutungsansätze und der Rolle der Selbstreferentialität im Werk.

Vergleichsphase II: Vertiefende Analyse der Themen Dienen, Krise und Komik mit Fokus auf die unterschiedlichen Inszenierungsformen des Selbst.

Kommunikation cum und versus Nichtkommunikation: Untersuchung von Literatur als kommunikativem Prozess und den Paradoxien der Nichtkommunikation.

Vergleichsphase III: Analyse der Mikrogramme, der Zensurthematik und des Missverstehens als strategische Elemente des Schreibens.

Abschluss und Ausblick: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Strukturmerkmale der Autoren und ihrer exzentrischen Positionierung im Kulturbetrieb.

Schlüsselwörter

Selbstreferentialität, Robert Walser, Herbert Achternbusch, Helge Schneider, Identität, Literaturwissenschaft, Kommunikation, Zensur, Schreibkrise, Diskursanalyse, Selbstdarstellung, Kunsttheorie, Biographie, Inszenierung, Avantgarde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die künstlerischen Strategien und Selbstentwürfe von Robert Walser, Herbert Achternbusch und Helge Schneider im Kontext ihrer jeweiligen Werke.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der künstlerische Selbstbezug, die Thematisierung von Krisen (Schreib- und Lebenskrisen) sowie das Spiel mit öffentlicher Wahrnehmung und Identität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten in der künstlerischen Haltung und die Mechanismen der Selbstreferenz aufzuzeigen, die trotz der Unterschiedlichkeit der drei Autoren eine vergleichbare Ästhetik erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der qualitativen Literaturwissenschaft, der Diskursanalyse sowie der Systemtheorie, um die Texte und filmischen Arbeiten in ihrem jeweiligen Kontext zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert in drei Vergleichsphasen Themen wie Bewegung (Spaziergänge), das Verhältnis von Text, Selbst und Referenz, Kommunikationsstörungen sowie den produktiven Umgang mit Zensur und Krise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Selbstreferentialität, Identität, Inszenierung, Kommunikation, Diskursanalyse und Künstlertum.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit der eigenen Krise bei Walser und Achternbusch?

Beide thematisieren die Schreibkrise und ihre prekären Lebensumstände, wobei Walser die Reduktion auf feuilletonistische Kleinformen wählt, während Achternbusch den Konflikt durch radikale filmische und mediale Selbstdarstellung institutionalisiert.

Welche Rolle spielt die "Unlesbarkeit" der Mikrogramme bei Robert Walser?

Die Mikrogramme dienen nicht nur als Ausdruck einer Verweigerungshaltung, sondern schaffen einen geschützten Freiraum für experimentelles Schreiben, der sich der direkten externen Beobachtung entzieht.

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Details

Title
Autorenvergleich. Walser, Achternbusch, Schneider
College
University of Siegen  (Germanistik)
Course
Hauptseminar: Robert Walser
Grade
sehr gut
Author
Daniel Seibel (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V17956
ISBN (eBook)
9783638223928
Language
German
Tags
Autorenvergleich Walser Achternbusch Schneider Hauptseminar Robert Walser
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Seibel (Author), 2002, Autorenvergleich. Walser, Achternbusch, Schneider, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17956
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