In dieser Hausarbeit soll nach der Klärung der zentralen Begriffe darauf eingegangen werden wie die Situation der Euthanasie zurzeit in Deutschland aussieht. Als erstes soll hierbei darauf eingegangen werden, wie der geschichtliche Hintergrund zur Sterbehilfe in Deutschland ist, dann welche Gesetzte es gibt und welche Rechte der Patient und der behandelnde Arzt haben.
Danach werden zwei Standpunkte zur Sterbehilfe in Deutschland vorgestellte, der Standpunkt der katholischen Kirche und der der Ärzteschaft.
Nach dieser Darstellung der Situation in Deutschland wird das Modell der Niederlande vorgestellt, mit der rechtlichen Grundlage, der Umsetzung und den Problemen.
Im abschließenden Fazit wird geprüft, ob das Modell der Niederlande eine Lösung für die Diskussion in Deutschland wäre.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
2.1 Sterbehilfe
2.1.1 Passive Sterbehilfe
2.1.2 Indirekte aktive Sterbehilfe
2.1.3 direkte aktive Sterbehilfe
2.2 Patientenverfügung
3 Sterbehilfe in Deutschland
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.2 Gesetze und Rechte
3.3 Verschiedene Standpunkte Gesellschaftlicher Institutionen
3.3.1 katholische Kirche
3.3.2 Bundesärztekammer
4 Sterbehilfe in den Niederlanden
4.1 Gesetzte und Rechte
4.2 Umsetzung
4.3 Kritik
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kontroverse Debatte um Sterbehilfe durch einen Rechtsvergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden, um zu bewerten, ob das niederländische Modell als Vorbild für deutsche Neuregelungen dienen könnte.
- Begriffsdefinitionen von Sterbehilfe und Patientenverfügung
- Rechtliche Rahmenbedingungen und historischer Hintergrund in Deutschland
- Ethische Positionen der katholischen Kirche und der Bundesärztekammer
- Analyse des niederländischen Sterbehilfegesetzes und dessen praktischer Umsetzung
- Diskussion über die Übertragbarkeit der Modelle zur Stärkung der Patientenautonomie
Auszug aus dem Buch
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
Den Begriff „Euthanasie“ gibt es schon seit der Antike. Er bedeutete so viel wie „der gute Tod“ und bezeichnete einen Tod ohne lange Schmerzen oder Krankheit. Für Platon galt aktive und auch passive Euthanasie als nichts verwerfliches (vgl. Bergdolt 2004; S. 34ff.). Im christlich geprägten Mittelalter änderte sich dies. Das christliche Gebot „Du sollst nicht töten“ führte zu eine strikten Ablehnung der Euthanasie. Stattdessen gehörte es zur christlichen Auffassung dem Sterbenden geistigen Beistand zu leisten. Dies war allerdings die Aufgabe eines Priesters, weshalb der Arzt im Sterbeprozess keine klar definierte Rolle mehr besaß. Trotz der christlichen Nächstenliebe galt es als schwere Sünde, wenn ein Arzt einem Kranken, sei es um ihm einen Gefallen zu tun oder aus Nächstenliebe, ein tödliches Mittel gab (vgl. Bergdolt 2004; S. 109 ff.). In der Renaissance wurde der Euthanasiegedanke wieder positiv aufgegriffen, allerdings mit dem Zusatz das dies nicht gegen den eigenen Willen geschehen dürfe (vgl. Bergdolt 2004; S.110 ff.).
Das Sterbehilfe in Deutschland allerdings nicht mehr als Euthanasie bezeichnet wird hängt nicht mit dieser allgemeinen Historie zusammen sondern viel eher mit der Verwendung des Begriffes im Dritten Reich.
Im Dritten Reich wurden groß angelegte Mordaktionen als Euthanasie bezeichnet die nichts mit dem Begriff Euthanasie zu tun hatten und ohne die Einwilligung der Getöteten stattfanden (vgl. Benzhöfer 2009; S.97ff). In den ersten Jahren der Machtübernahme der Nationalsozialisten gab es eine intensive Diskussion über Euthanasie, die damals als Unterart des Tötens auf Verlangen angesehen wurde (vgl. Benzhöfer 2009; S.97).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Sterbehilfe und Darlegung der Zielsetzung, die rechtliche Situation in Deutschland derjenigen in den Niederlanden gegenüberzustellen.
2 Begriffserklärung: Definition der verschiedenen Sterbehilfeformen (passiv, indirekt aktiv, direkt aktiv) sowie Erläuterung der Patientenverfügung als rechtliches Instrument.
3 Sterbehilfe in Deutschland: Analyse des geschichtlichen Kontextes, der geltenden Gesetze sowie der ethischen Standpunkte von Kirche und Ärzteschaft.
4 Sterbehilfe in den Niederlanden: Darstellung der gesetzlichen Grundlage, der Umsetzung in der medizinischen Praxis und der Kritikpunkte an der dortigen Regelung.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden mit einem Plädoyer für eine Neuregelung zur Stärkung der Patientenwürde.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Euthanasie, Patientenverfügung, Deutschland, Niederlande, aktives Töten, passive Sterbehilfe, indirekte Sterbehilfe, Patientenautonomie, Bundesärztekammer, katholische Kirche, Menschenwürde, Gesetzesvergleich, Sterbebegleitung, Tötung auf Verlangen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Fragestellungen rund um das Thema Sterbehilfe und dem Umgang mit dem Lebensende.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Definitionen der Sterbehilfe, der deutsche Rechtsrahmen im Vergleich zum niederländischen Modell sowie die ethischen Positionen wichtiger Institutionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, wie die aktuelle Situation in Deutschland aussieht und ob das Modell der Niederlande als Lösung für die deutsche Debatte dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie einen rechtsvergleichenden Ansatz zwischen Deutschland und den Niederlanden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Darstellung der deutschen Rechtslage und der ethischen Standpunkte sowie die Analyse des niederländischen Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sterbehilfe, Euthanasie, Patientenverfügung, Rechtsvergleich, Patientenautonomie und medizinische Ethik.
Wie definiert die katholische Kirche den „würdigen Tod“?
Für die Kirche ist ein würdiger Tod ein Sterben ohne unerträgliche Schmerzen unter Beibehaltung der menschlichen Würde und ohne absichtliche Verkürzung des Lebens durch aktive Tötung.
Warum wird das niederländische Modell nicht uneingeschränkt für Deutschland empfohlen?
Die Autorin weist darauf hin, dass wichtige Beteiligte wie die Bundesärztekammer aktive Sterbehilfe ablehnen und historische Erfahrungen im Dritten Reich große Vorbehalte gegen eine solche Regelung begründen.
- Citation du texte
- Britta Büchler (Auteur), 2011, Euthanasie in Deutschland und den Niederlanden. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179673