Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?


Seminararbeit, 2007

10 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Struktur, Funktionsweise und Ziele des deutschen Gesundheitssystems
2.2 Probleme des Gesundheitssystems
2.3 Die Gesundheitsreform von 2006

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Gerechtigkeit an sich ist ein komplexer Begriff. Ihn eindeutig zu definieren ist schwer, auch wenn man ihn nur im Zusammenhang mit dem deutschen Gesundheitswesen betrachtet. Dem Begriff der Gerechtigkeit kann man sich sehr gut nähern, wenn man seine eigene Definition des Begriffes „ungerecht“ offen legt. Falls einem in einem System mehr Dinge ungerecht als gerecht erscheinen, dann bietet dieses System keine Gerechtigkeit. Aus meiner Sicht ist ein System dann gerecht, wenn es solidarisch finanziert ist, d.h. Menschen mit hohen Ein­kommen müssen Menschen mit geringen Einkommen unterstützen. Jeder muss einen Anspruch auf die bestmögliche Versorgung haben, selbst wenn er zur Finanzierung des Gesund­heitswesens weniger beiträgt als andere. Nach diesen Gesichts­punkten wird die Hausarbeit das Gesundheitssystem untersuchen.

Zudem wird sie einen kurzen Überblick über die Strukturen und Funktionsweisen des Gesundheitssystems in Deutschland geben. Die Gesundheitssysteme anderer Länder sowie deren Finanzierung werden nicht ausführlich behandelt. Da das Gesundheits­system häufig reformiert wird, werden auch die jüngsten Reformen erwähnt und in den Gesamtkontext der Fragestellung eingearbeitet. Allerdings werden die unterschiedlichen parteipolitischen Vorstellungen nicht intensiv dargestellt, da sie nur in einer zukünftigen Gesundheitsreform eine Rolle spielen könnten. Dem derzeitigen Zustand kommt das Hauptaugenmerk zu.

Ziel der Hausarbeit ist es, einen Überblick über die jetzige Struktur der Finanzierung des Gesund­heitssystems zu geben und mögliche Ungerechtigkeiten aufzuzeigen. Besonders die Rolle der Krankenkassen wird dabei genauer untersucht.

2.Hauptteil

2.1 Struktur, Funktionsweise und Ziele des deutschen Gesundheitssystems

In Deutschland ist der Staat die oberste Instanz des Gesundheitssystems[1]. Er überlässt allerdings die Ausgestaltung der Versorgung den Krankenkassen und Verbänden und setzt selber nur Rahmenbedingungen. Durch das Sozial­staatgebot im Grundgesetz ist der Staat gezwungen, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen und ein menschenwürdiges Dasein und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft sicherzustellen[2]. Diese grundsätzliche Sicher­stellung findet sich dann auch in der Gesetzgebung wieder. Die gesetzlichen Kranken­kassen erbringen Leistungen und sind über den Gesetzgeber dazu verpflichtet, einen Solidarausgleich zu schaffen, um die Vorgaben des Grundgesetzes um zu setzen. Der Solidarausgleich in den gesetzlichen Kranken­kassen beinhaltet einen Ausgleich zwischen Kranken und Gesunden, zwischen Jungen und Alten, zwischen Menschen mit niedrigen und hohen Einkommen, sowie zwischen Familien und Ledigen[3]. So sollen die Gesunden die Kranken unterstützen und die Ledigen mithelfen, Familien mit Kindern zu unterstützen. Geht man davon aus, dass es mehr Gesunde als Kranke gibt und alle Gesunden tatsächlich einzahlen, könnte das funktionieren. Zudem wird der Kassenbei­trag als Prozentsatz vom beitragspflichtigen Einkommen erhoben, weshalb Kassenmitglieder mit hohem Einkommen mehr zahlen als Kassenmitglieder mit niedrigem Einkommen[4].

Da jeder einen Anspruch auf eine Versorgung im Krankheitsfall hat, und diese Versorgung bedarfsgerecht dem allgemeinen anerkannten Stand der Medizin entsprechen soll, kann dies sehr teuer für eine Krankenkasse werden, vor allem dann, wenn überwiegend Kranke und Arme in ihr versichert sind. In diesem Fall ist durch den Risikostrukturausgleich sichergestellt, dass eine Krankenkasse durch ihre Mitglieder nicht zu einseitig belastet wird. Der Risikostrukturausgleich, der 1994 eingeführt wurde, sorgt dafür, dass Krankenkassen mit übermäßig vielen gebrechlichen und kranken Mitgliedern Geld von anderen Krankenkassen mit gesunden Mitgliedern erhalten. Zuvor galt das Solidaritätsprinzip nur innerhalb der eigenen Kasse. So hat man theoretisch ein umfassendes Gesundheitswesen, das jedem helfen kann. Das Ziel des Gesundheitswesens in Deutschland ist es also, allen Kranken zu helfen, ohne sie besonders zu belasten. Dazu hat der Staat seine Verant­wortung an die Krankenkassen delegiert. Des Weiteren hat er über die Länder und Kommunen auch Krankenhäuser und Ärzte für eine möglichst flächen­deckende Versorgung zur Verfügung gestellt. So könnte das staatliche Gesund­heitssystem tatsächlich ideal sein.

[...]


[1] Prof. Dr. Simon, Michael: Das Gesundheitswesen in Deutschland: Eine Einführung in Struktur und Funktionsweisen, Bern 2005, S70. Im Folgenden abgekürzt als Simon, Michael.

[2] Simon, Michael, S.52.

[3] Simon, Michael, S.53.

[4] Simon, Michael ,S.55.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Evangelisch Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Grundfragen der Medizinethik
Note
3,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V179919
ISBN (eBook)
9783656024903
ISBN (Buch)
9783656024620
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medizinethik, Gerechtigkeit, Gesundheitssystem, Ethik, Fianzierung, Gesundheitswesen, Struktur, Funktionsweise und Ziele des deutschen Gesundheitssystems, Die Gesundheitsreform von 2006, Gesundheit, Gesundheitsreform
Arbeit zitieren
Bachelor Thorsten Kozik (Autor), 2007, Gerechtigkeit in der Finanzierung des Gesundheitswesens?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179919

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