Die zunehmende Ausbreitung der Mediengesellschaft seit den sechziger Jahren (Fernsehen) hat bewirkt, dass sich die literarische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen immer mehr auf die literarische Erziehung in der Schule verlagert hat. Die Neuen Medien, wie Fernsehen und Computer, haben eine Veränderung der Kindheit zur Folge. Somit rückt die Schule als vermittelnde Instanz von Leseförderung - speziell im Deutsch -und Literaturunterricht - in den Vordergrund. Sie soll die Lesemotivation und das Leseinteresse bei den Kindern und Jugendlichen wecken. 1 Das Einsetzten von Kinder und Jugendliteratur im Unterricht ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Themen, die Heranwachsende auch im Privatleben beschäftigen. Oftmals ist die Einbeziehung von KJL 2 in den Unterricht problematisch. Schüler beklagen sich, dass die Literatur im Unterricht „ zerredet“ werde und ihnen das Interesse am Freizeitlesen nehme. 3 Kritik an diesem Phänomen existiert bereits seit den siebziger Jahren. Pädagogen warnen davor, die Freizeitlektüre der Kinder und Jugendlichen in den schulischen Kontext mit einzubeziehen, da es in diesem Zusammenhang die Freude am Lesen nehme. Das Jugendbuch gehöre in den Freizeitbereich, nicht in die „trockene Schulstube“. 4
Ziel dieser Untersuchung ist es, den Wandel der Kinder- und Jugendliteratur und seine Bedeutung für den Deutschunterricht seit den fünfziger Jahren bis zur Gegenwart herauszuarbeiten. In wie weit sich der Einsatz von KJL im Unterricht verändert hat, soll an Hand verschiedener Untersuchungen, die für die Bedeutung des Deutschunterrichts relevant sind, erarbeitet werden. Im folgenden soll eine Darstellung der Geschichte des Deutschunterrichts einen Überblick über allgemeine Veränderungen seit den fünfziger Jahren geben. Der Hauptteil dieser Untersuchung gilt allerdings speziell der Veränderung von KJL im Allgemeinen und die Bedeutung für den Deutschunterricht. Ein Vergleich von Fachdidaktiken und Lesebüchern soll Aufschluss über die Geschichte von KJL im Deutschunterricht geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte des Deutschunterrichts und der Deutschdidaktik
2.1. Die Nachkriegszeit
2.2. Die fünfziger Jahre
2.3. Die sechziger Jahre
2.4. Die siebziger Jahre
2.5. Die achtziger und neunziger Jahre
3. Kinder- und Jugendliteratur
3.1. Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur
3.2. Fachdidaktiken in Bezug auf Kinder- und Jugendliteratur
4. Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht
4.1. Anna Krüger und ihre Auswirkungen auf den Deutschunterricht
4.2. Vergleich von Lesebüchern der fünfziger und sechziger Jahre
4.3. Aktuelle Positionen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den historischen Wandel der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) und deren Stellenwert im Deutschunterricht von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart, wobei der Fokus auf der Entwicklung didaktischer Ansätze und der Integration von KJL in den Schulkanon liegt.
- Historische Entwicklung des Deutschunterrichts nach 1945
- Wandel der Kinder- und Jugendliteratur vom 18. Jahrhundert bis heute
- Rolle der KJL im schulischen Kontext und in der Fachdidaktik
- Vergleichende Analyse von Lesebüchern verschiedener Jahrzehnte
- Kritische Reflexion aktueller didaktischer Positionen zur KJL
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die zunehmende Ausbreitung der Mediengesellschaft seit den sechziger Jahren (Fernsehen) hat bewirkt, dass sich die literarische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen immer mehr auf die literarische Erziehung in der Schule verlagert hat. Die Neuen Medien, wie Fernsehen und Computer, haben eine Veränderung der Kindheit zur Folge. Somit rückt die Schule als vermittelnde Instanz von Leseförderung - speziell im Deutsch -und Literaturunterricht - in den Vordergrund. Sie soll die Lesemotivation und das Leseinteresse bei den Kindern und Jugendlichen wecken. Das Einsetzten von Kinder und Jugendliteratur im Unterricht ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Themen, die Heranwachsende auch im Privatleben beschäftigen. Oftmals ist die Einbeziehung von KJL in den Unterricht problematisch. Schüler beklagen sich, dass die Literatur im Unterricht „ zerredet“ werde und ihnen das Interesse am Freizeitlesen nehme. Kritik an diesem Phänomen existiert bereits seit den siebziger Jahren. Pädagogen warnen davor, die Freizeitlektüre der Kinder und Jugendlichen in den schulischen Kontext mit einzubeziehen, da es in diesem Zusammenhang die Freude am Lesen nehme. Das Jugendbuch gehöre in den Freizeitbereich, nicht in die „trockene Schulstube“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die veränderte Rolle der Schule bei der Leseförderung und die Problematik der Einbindung von Kinder- und Jugendliteratur in den Deutschunterricht.
2. Geschichte des Deutschunterrichts und der Deutschdidaktik: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des Faches von der Nachkriegszeit bis in die 1990er Jahre nach, wobei besonders methodische Strömungen wie die Lebenshilfedidaktik und der kommunikative Deutschunterricht beleuchtet werden.
3. Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird die historische Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur skizziert und der Prozess beschrieben, wie sich KJL von erzieherischer Sozialisationsliteratur zu einem komplexen Bestandteil der modernen Literatur entwickelt hat.
4. Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht: Dieser Abschnitt analysiert den konkreten Einsatz von KJL im Unterricht, unter anderem durch den Einfluss von Anna Krüger und den Wandel von Lesebüchern über die Jahrzehnte.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der KJL als Einstiegsliteratur zusammen und betont die Notwendigkeit einer ständigen fachdidaktischen Weiterentwicklung.
Schlüsselwörter
Kinder- und Jugendliteratur, KJL, Deutschunterricht, Literaturdidaktik, Leseförderung, Lesebuch, literarische Sozialisation, Mediengesellschaft, Schulkanon, Literaturunterricht, Fachdidaktik, Geschichte des Deutschunterrichts, Identitätsfindung, handlungsorientierter Literaturunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Wandel der Kinder- und Jugendliteratur im Kontext des Deutschunterrichts von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Fachdidaktik Deutsch, die historische Wandlung der Kinder- und Jugendliteratur, der Vergleich von Lesebüchern sowie aktuelle Positionen zur KJL im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich die Bedeutung und der Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, die einschlägige fachdidaktische Werke, historisches Quellenmaterial wie Lesebücher und Forschungsergebnisse zur literarischen Sozialisation auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte des Deutschunterrichts, die Entwicklung der KJL selbst sowie die Analyse ihrer Integration in den Schulunterricht anhand von Fachdidaktiken und exemplarischen Lesebüchern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kinder- und Jugendliteratur (KJL), Deutschunterricht, Literaturdidaktik, Leseförderung und Literaturkanon.
Welchen Stellenwert hatte die KJL in der Nachkriegszeit?
In den 1950er Jahren spielte KJL im Deutschunterricht kaum eine Rolle, da klassische, erzieherisch wertvolle Werke dominierten und KJL eher als minderwertige Freizeitliteratur eingestuft wurde.
Warum war der Umbruch in den 1970er Jahren so bedeutsam?
Die 1970er Jahre markierten einen Wendepunkt, da KJL vermehrt in Lehrpläne und didaktische Konzepte aufgenommen wurde und die Ideologie- und Gesellschaftskritik den Unterricht maßgeblich prägte.
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- Rebecca Hillebrand (Author), 2002, Der Wandel der Kinder- und Jugendliteratur in der Geschichte des Deutschunterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17991