Als Untersuchungsobjekt wurde u.a. die Automobilbranche gewählt, da diese einen
Kristallisationspunkt für die JIT- Einführung in der Bundesrepublik Deutschland darstellte.
Auf Grund spezifischer Gegebenheiten ist sie ein Vorreiter in der Einbeziehung der
Lieferanten in den Produktionsverbund. Hohe Produktionsstückzahlen bei höchsten
Qualitätsansprüchen und hoher Variantenvielfalt haben hier früher die Einführung eines
neuen Logistik- Konzepts erfordert, als dies in anderen Branchen der Fall war.1
Um zu verdeutlichen, dass JIT mittlerweile in den verschiedensten Branchen Anwendung
findet, wurde im Anschluss die Metallindustrie beispielhaft ausgewählt.
In Kapitel 2 werden die Grundlagen der JIT- Strategie charakterisiert. Hierbei wird zu Beginn
die Frage nach dem Ursprung von JIT geklärt. Die begrifflichen Grundlagen beinhalten
anschließend allgemeine Erläuterungen zum JIT- Konzept sowie zur damit verbundenen
Beschaffung und Produktion. Den Abschluss dieses Kapitels bildet ein Überblick über die
Steuerungskonzepte im Rahmen der JIT- Strategie. Den ersten Schwerpunkt dieser Arbeit bildet bereits Kapitel 3. Nach einer grafischen
Darstellung der Bausteine des JIT- Konzepts folgt eine umfassende Ausführung der einzelnen
Voraussetzungen der JIT- Beschaffung.
Kapitel 4 behandelt den zweiten Schwerpunkt der Hausarbeit. Zu Beginn wird erläutert, in
welchem Zusammenhang der Einsatz einer JIT- Beschaffung für ein Unternehmen notwendig
wird. Eine kurze Anwenderanalyse nach Branchen schließt das Unterkapitel 4.1 ab. Die drei
folgenden Unterkapitel beinhalten die Grundkonzepte der JIT- Beschaffung anhand
praktischer Beispiele. Während die ersten beiden Beispiele der Automobilbranche
entstammen, beschäftigt sich das letzte Unterkapitel mit der Metallindustrie. Hierbei wird ein
Speditionslagermodell entlang der logistischen Kette: Produzent => Logistik-Dienstleister
=>Abnehmer dargestellt in Kombination mit einer Lieferantenansiedlung in Werksnähe.
Zusätzlich wird das erweiterte Aufgabenfeld eines Spediteurs beispielhaft erläutert.
Kapitel 5 beschreibt anfangs die Vor- und Nachteile der in den obigen Beispielen genannten
Beschaffungsstrategien und endet mit allgemeinen Chancen und Risiken der JITBeschaffung.
Eine zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Wirkungen einer JIT- Beschaffung
folgt schließlich in Kapitel 6.
1 Vgl. Jünemann, Reinhardt: Materialfluss und Logistik: systemtechnische Grundlagen mit Praxisbeispielen,
Berlin u.a., Springer-Verlag, 1989, S.90.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Just in Time -Strategie
2.1 Ursprung
2.2 Das Just in Time- Konzept
2.3 Produktionssynchrone Beschaffung
2.4 Einsatzsynchrone Produktion
2.5 Steuerungskonzepte im Rahmen des JIT- Prinzips
3. Voraussetzung für die Anwendung der JIT- Beschaffung
3.1 Bausteine der JIT- Beschaffung
3.1.1 Rechtliche Aspekte
3.1.2 Teileauswahl
3.1.3 Lieferantenauswahl und – bewertung
3.1.4 Informationsfluss
3.1.5 Materialfluss
3.1.6 Speditionskonzept
3.1.7 Qualitätssicherung in Zulieferbeziehungen
4. Einsatzschwerpunkte der JIT- Beschaffung anhand praktischer Beispiele
4.1 Allgemeine Einsatzschwerpunkte
4.2 Direktabruf am Beispiel Faurecia und Audi
4.3 Lieferantenansiedlung in Werksnähe des Abnehmers am Beispiel Keiper-Recaro und Daimler Benz
4.4 Speditionslagermodell am Beispiel der Flender Guss GmbH und der WM-Kontrakt- Logistik GmbH
5. Vor- und Nachteile der JIT- Beschaffung
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht das Just-in-Time-Konzept (JIT) als moderne Produktions- und Logistikstrategie mit besonderem Fokus auf die Beschaffungslogistik. Ziel ist es, die notwendigen Voraussetzungen für die Anwendung von JIT aufzuzeigen und anhand konkreter Industriebeispiele aus der Automobil- und Metallbranche die praktische Umsetzung sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken zu analysieren.
- Grundlagen und Entstehung der JIT-Strategie
- Voraussetzungen und strukturelle Bausteine der JIT-Beschaffung
- Praxisbeispiele für Direktabruf, Lieferantenansiedlung und Speditionslagermodelle
- Analyse der Vor- und Nachteile sowie der Rationalisierungspotenziale
Auszug aus dem Buch
4.2 Direktabruf am Beispiel Faurecia und Audi
Die Firma Faurecia beliefert JIT vom Werk Neuburg / Donau aus das ca. 25 km entfernte Audi- Werk im Ingolstadt mit Komplettsitzgarnituren für die Modelle Cabrio, A3,A4 und Sondergarnituren für den Quattro mit ca. 16.000 „gelebten“ Varianten. Erst fünf Stunden vor dem Einbau am Band bei Audi erfährt Faurecia per Fernschreiber, welche Sitzgarnituren in welcher Ausstattung, für welches Modell und in welcher Sequenz benötigt werden. Dieses enge Zeitregime ist nur durch eine prozessorientierte Montageorganisation mit Montageinseln und Gruppenmontage, eine ausgefeilte Produktionslogistik mit fahrerlosen Transportsystemen in der Montage und automatischen LKW- Beladesystemen mit Beladung von Spezialgestellen „ Just- in- sequence“ möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt und die Notwendigkeit flexiblerer Produktionsstrategien, die zur Einführung von Just-in-Time führten.
2. Grundlagen der Just in Time -Strategie: Dieses Kapitel behandelt den japanischen Ursprung des Konzepts bei Toyota sowie die zentralen Merkmale und Steuerungssysteme der JIT-Strategie.
3. Voraussetzung für die Anwendung der JIT- Beschaffung: Es werden die notwendigen Voraussetzungen, wie rechtliche Rahmenverträge, Lieferantenauswahl, Material- und Informationsfluss sowie Qualitätssicherung, detailliert dargestellt.
4. Einsatzschwerpunkte der JIT- Beschaffung anhand praktischer Beispiele: Anhand der Automobilindustrie und der Metallbranche werden verschiedene logistische Modelle wie Direktabruf und Lieferantenansiedlung konkret veranschaulicht.
5. Vor- und Nachteile der JIT- Beschaffung: Eine Gegenüberstellung der Vorteile für die beteiligten Partner und der allgemeinen Chancen und Risiken bei der JIT-Einführung.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Erkenntnisse über die veränderte, partnerschaftliche Beziehung zwischen Abnehmer und Zulieferer und die resultierenden Rationalisierungspotenziale.
Schlüsselwörter
Just in Time, Produktionssynchrone Beschaffung, Automobilindustrie, Lieferantenansiedlung, Logistik, Materialfluss, Informationsfluss, Qualitätsmanagement, Kanban, Fertigungssegmentierung, Prozessoptimierung, Durchlaufzeiten, Zulieferer, Direktabruf, Speditionslagermodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Just-in-Time-Konzept (JIT) als strategisches Instrument in Produktion und Logistik, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Beschaffung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen von JIT, die strukturellen Voraussetzungen in der Zulieferkette sowie praktische Anwendungsmodelle in verschiedenen Industriezweigen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung von JIT als moderne Strategie zur Rationalisierung und Flexibilisierung, unterlegt mit praktischen Beispielen aus der Wirtschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse in Verbindung mit einer detaillierten Untersuchung praktischer Anwendungsfälle und Erfolgsbeispiele aus der Industrie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bausteine der JIT-Beschaffung, rechtliche Aspekte, Kriterien für die Lieferantenauswahl und spezifische Logistikmodelle wie den Direktabruf oder die Lieferantenansiedlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Just in Time, Produktionssynchrone Beschaffung, Automobilindustrie, Lieferantenansiedlung, Logistik und Prozessoptimierung.
Wie trägt die Lieferantenansiedlung in Werksnähe zur Effizienz bei?
Durch die räumliche Nähe entfallen aufwendige Lagerhaltung, langwierige Transportwege und der Verwaltungsaufwand bei der Warenannahme, was die Flexibilität massiv erhöht.
Welches Risiko birgt die JIT-Beschaffung bei der Lieferantenauswahl?
Ein erhöhtes Versorgungsrisiko besteht durch die Bindung an eine geringe Anzahl an Lieferanten, da bei deren Ausfall oder Qualitätsmängeln der Produktionsprozess des Abnehmers unmittelbar gefährdet ist.
- Arbeit zitieren
- Christina Schäfer (Autor:in), 2003, Voraussetzung für die Anwendung und Einsatzschwerpunkte einer produktionssynchronen Beschaffung (Just in Time) anhand praktischer Beispiele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17993