Unterrichtsstunde: Let's talk about school - Where can I get a CD player?


Unterrichtsentwurf, 2011

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

1. Lernbedingungen

1.1 Lerngruppenbeschreibung

Der A-Kurs der Jahrgangsstufe 6 ist mir vorwiegend durch Hospitationen und drei selbst gehaltenen Unterrichtsstunden bekannt. Er setzt sich aus 16 Schülerinnen und elf Schülern1 zusammen, die aus vier verschiedenen Klassen kommen. Der Kurs besteht in dieser Zusammensetzung seit Beginn des Schuljahres2.

Die Lerngruppe ist dem Fach Englisch gegenüber aufgeschlossen und arbeitet meist interessiert an den zu behandelnden Themen und Inhalten. Ich habe in den Hospitationen und selbst gehaltenen Unterrichtsstunden den Eindruck gewonnen, dass die SuS mich als Lehrkraft akzeptieren und engagiert mitarbeiten. Die mündliche Beteiligung ist als sehr unterschiedlich zu beschreiben und variiert auch qualitativ stark. Um der Heterogenität dieser Lerngruppe Rechnung zu tragen, arbeite ich meist binnendifferenziert (Konsequenz 1). Fünf Schülerinnen beteiligen sich sehr rege am Unterrichtsgespräch und heben sich durch ihre meist zielführenden Beiträge von der Lerngruppe ab. Ein Schüler liefert ebenfalls viele Beiträge, jedoch sind diese nicht immer zielführend, da ihm häufig noch etwas zu einem bereits abgeschlossen Thema einfällt. Vier SuS im oberen Mittelfeld liefern gute Beiträge, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Fünf SuS beteiligen sich eher unregelmäßig am Unterrichtsgespräch, liefern aber auf Nachfrage gute bis sehr gute Beiträge und erzielen auch schriftlich gute bis sehr gute Ergebnisse. Sieben weitere SuS sind mündlich im mittleren Leistungsniveau anzusiedeln, zwei von ihnen führen allerdings immer wieder kleine Privat-gespräche, was dazu führt, dass sie sehr spät mit dem Erledigen von Arbeitsaufträgen3 beginnen. Sie werden daher von mir in den Arbeitsphasen besonders beobachtet (Konsequenz 2). Zwei SuS sind sehr ruhig und zurückhaltend und beteiligen sich sehr selten am Unterrichtsgespräch, erzielen aber schriftlich gute Ergebnisse. Daher versuche ich ihnen durch Partnerarbeitsphasen die Möglichkeit zu bieten sich gleich stark am Unterricht zu be-teiligen und ihre Beiträge integrieren zu können (Konsequenz 3). Drei SuS fällt es schwer, dem Unterrichtsgespräch zu folgen. Sie sind oft unsicher, wie AA zu erledigen sind, fragen immer wieder nach, was sie machen sollen und haben Schwierigkeiten AA innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters zu bearbeiten. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Arbeitstempi versuche ich die SuS durch Zeitlimits zu einem schnellen, konzentrierten und effizienten Erledigen von AA anzuhalten (Konsequenz 4). Die SuS sind es gewohnt, selbstständig das Wort untereinander weiterzugeben. Da sich die fünf oben erwähnten Schülerinnen jedoch sehr rege am Unterrichtsgespräch beteiligen, führt dies oft dazu, dass nur sie sich untereinander gegenseitig aufrufen. Sollte es auch in der heutigen Stunde dazu kommen, behalte ich mir vor einzugreifen, beispielsweise durch die Bedingung, dass ein Mädchen einen Jungen aufrufen soll, etc.

Die Lerngruppe ist teilweise sehr unruhig, gerade zu Beginn der Stunden, da es sich für die SuS entweder um die erste Stunde im Stundenplan handelt oder sie gerade aus der großen Pause kommen und sich nur im Englischkurs in dieser Zusammensetzung sehen (s.o.). Daher habe ich von der Lehrerin das den SuS bekannte Ruhezeichen übernommen (Konsequenz 5). Die SuS der verschiedenen Klassen haben sich erst in den letzten Wochen einander genähert. Es kommt jedoch ab und zu noch zu kleinen Spannungen, sodass ich zwei Schüler am Ende der letzten Stunde umgesetzt habe (Konsequenz 6) und mir vorbehalte, die Sitzordnung in der heutigen Stunde erneut zu ändern, sollte es auch weiterhin zu Spannungen kommen.

1.2 Lernvoraussetzungen – Lernstand und Lernausgangslage

Der der vorliegenden Kurzeinheit zugrundeliegende Themenbereich Schule ist den SuS bereits aus dem Englischunterricht der Jahrgangsstufe 5 vertraut, daher war von einem vergleichsweise großen Vorwissen der SuS auszugehen, das zunächst in einer Mindmap (in my school bag, in the classroom, school subjects…)4 gesammelt wurde. Dabei habe ich die Kategorie school rooms bewusst außen vor gelassen, da den SuS diese Kategorie des Themenbereiches Schule noch unbekannt ist5. Die Lerngruppe setzt sich aus SuS ver-schiedener Klassen zusammen (vgl. 1.1), die in der Jahrgangsstufe 5 mit unterschiedlichen Lehrwerken6 gearbeitet haben, sodass sich die SuS beim Erstellen der Mindmap gegenseitig ergänzt haben und auch neuen Wortschatz kennenlernten, der, um die Aussprache zu festigen, im Chor nachgesprochen wurde. Die SuS sind mit der Aufforderung, neues Vokabular auf Englisch zu erklären, vertraut, jedoch tendierten sie dazu lediglich die deutsche Übersetzung zu nennen, wenn Mit-SuS nach der Bedeutung eines ihnen unbekannten Wortes fragten. Nach erneuter Aufforderung versuchten sie jedoch das Wort auf Englisch zu paraphrasieren, auch wenn ihnen dies wegen ihres vergleichbar kleinen Wortschatzes noch schwer fällt und Unterstützung durch mich bedarf.

An die Erarbeitung der Mindmap schloss sich das Schreiben eines Dialogs zum Schulalltag der SuS an, um den gesammelten Wortschatz anzuwenden. Die Lerngruppe ist aufgrund der überdurchschnittlich häufigen Verwendung dieser Textsorte in Lehrwerken mit der Rezeption von Dialogen vertraut, hat jedoch noch wenig Erfahrung mit dem freien Schreiben von Dialogen gemacht. Deshalb wurden zunächst mögliche Dialoganfänge gemeinsam gesammelt (How are you? Nice to meet you. Hello!), bevor die SuS die Dialoge in Partnerarbeit (Konsequenz 3) erarbeiteten. Anschließend haben die SuS ihre Dialoge vorgetragen. Für das Vortragen meldeten sich vor allem stärkere SuS, deshalb hoffe ich, mit den binnen-differenzierten Arbeitsaufträgen der heutigen Stunde (Konsequenz 1; AA vgl. 2.2) auch die schwächeren SuS zum Vortragen motivieren zu können. Die SuS haben auch erste einfache Redemittel für ein Feedback kennengelernt7 und diese nach dem Vortrag der Mit-SuS angewandt.

Die SuS kennen bereits einige Methoden zur Selbstkontrolle und Wiederholung von neuen Vokabeln, z.B. das Erstellen von Karteikarten, jedoch war es mir wichtig, dass die SuS weitere Methoden kennenlernen, um eine ihrem Lerntyp entsprechende Technik finden zu können, die ihnen das Vokabellernen erleichtert. Neben den picture words8, die die SuS teilweise schon aus dem Lehrwerk kennen, haben die SuS in der vergangenen Stunde Suchrätsel gelöst und ein Akrostichon geschrieben und auf diese Weise den Wortschatz der vorangegangen Stunde erneut umgewälzt. Da die SuS zur heutigen Stunde Nachmittags-unterricht hatten, habe ich in der letzten Stunde keine Hausaufgaben gestellt.

2. Didaktische Überlegungen

2.1 Didaktische Begründung des Themas

Die heutige Stunde gliedert sich als 4. Stunde in die Kurzeinheit Let’s talk about school! ein. Die SuS haben bisher mit dem Lehrwerk English G 2000 D2plus gearbeitet, in dem in Unit 1 der Überschrift Back to school nach zu urteilen der Themenbereich Schule in den Mittelpunkt gestellt wird. Der Schwerpunkt dieser Unit liegt jedoch auf dem Sprechen über die Sommer-ferien. Ich gehe davon aus, dass nach einem Redeanlass gesucht wurde, über Vergangenes berichten zu können und auf diese Weise die Vergangenheitsform simple past einzuführen. Nach den Herbstferien wird der Kurs jedoch das Lehrwerk wechseln und mit Band A2 der Reihe English G 21 weiterarbeiten. Der Titel der dortigen Unit 1 lautet ebenfalls Back to school, jedoch stimmen hier die Inhalte mit der Überschrift überein. Die SuS sprechen dort über den Schulalltag und die Lehrwerkskinder lernen eine neue Mitschülerin kennen. Aufgrund des bevorstehenden Lehrwerkswechsels habe ich nun versucht, eine Brücke zwischen den beiden Lehrwerken zu schlagen. Der Themenbereich Schule spielt tagtäglich eine große Rolle im Leben der SuS, deshalb wird er in der vorliegenden Einheit explizit thematisiert und den SuS wird Wortschatz an die Hand gegeben, damit sie sich über ihren Schulalltag äußern können. Zudem wird damit der Forderung des Lehrplans Rechnung getragen, dass sich die Inhalte des Englischunterrichts an der direkt erfahrbaren Umwelt der SuS orientieren sollen9. Den Fokus der Einheit habe ich auf die Schreibkompetenz (Dialoge10, Beschreibung der Cotham School (s.u.) und dream school) gelegt, da sich so alle SuS ihren Leistungsstand entsprechend mit dem Thema auseinandersetzen können11 (Konsequenz 1). Nach Koch/Oestreicher12 handelt es sich bei einem Dialog allerdings um konzeptuelle Mündlichkeit, daher wird, dadurch dass die SuS ihre Dialoge zusammenhängend vortragen, ebenfalls die Sprechkompetenz gefördert.

Da die Lerngruppe in der Jahrgangsstufe 5 mit unterschiedlichen Lehrwerken gearbeitet hat und die SuS das neue Lehrwerk erst nach den Ferien erhalten, sind noch nicht alle SuS mit der in der Reihe English G 21 thematisierten Cotham School in Bristol vertraut. Deshalb werden die SuS in der kommenden Stunde die Website dieser Schule erkunden13 und Gemeinsamkeiten (z.B. Fremdsprachen) und Unterschiede (z.B. Schuluniform, Theater-gruppe) zur eigenen Schule erarbeiten. Dadurch vertiefen sie ihr Wissen über den „Schulalltag in verschiedenen Ländern der Zielsprache“14 und beschreiben anschließend die Cotham School in eigenen Worten. Da es sich dabei um authentisches Material handelt, gehe ich davon aus, dass die SuS Verständnisschwierigkeiten haben werden, es bietet den SuS allerdings auch die Möglichkeit online Wörterbücher kennenzulernen15, um unbekanntes Vokabular nachzuschlagen und kommt damit der Forderung des Lehrplans nach „in den Bereichen Grammatik und Wortschatz Hilfsmittel, auch moderne Technologien, sachgerecht zu nutzen“16. Visuelle Lerner können die Bilder der Website nutzen, um sich einen Eindruck der Schule zu verschaffen. Dieses Wissen ist für den weiteren Schulweg der SuS wichtig und sie können immer wieder darauf zurückgreifen (Zukunftsbedeutung). Den Abschluss der Einheit bildet die Beschreibung der dream school. Dieses Format kennen die SuS bereits aus der Jahrgangsstufe 517 und bietet den SuS die Möglichkeit ihr in der vorliegenden Einheit erworbenes Wissen erneut anzuwenden.

In der heutigen Stunde erarbeiten die SuS Raumbezeichnungen des Schulgebäudes. Diese sind den SuS noch nicht bekannt (vgl. 1.2) und werden auch im Lehrwerk nicht thematisiert18, obwohl sie meiner Meinung essentielle Wörter des Themenbereiches Schule darstellen und nötig sind, damit sich die SuS adäquat „über ihren persönlichen Alltag und Erlebnisbereich“19 äußern können. Sie werden in der Folgestunde in die Mindmap integriert. Eine weitere Umwälzung der Raumbezeichnungen kann im nächsten Halbjahr im Rahmen der Unit 6 des Lehrwerks erfolgen, da dort Wegbeschreibungen eingeführt werden und die SuS beispiels-weise ihren Alltag in den Räumen des Schulgebäudes beschreiben oder den Wortschatz spielerisch mit guess the room erneut thematisieren könnten.

2.2 Didaktische Analyse des Materials

Die materielle Grundlage der heutigen Stunde bilden die Raumbezeichnungen des Schulgebäudes cafeteria, caretaker’s office, copy room, library, secretary’s office, staff room und technical equpiment office. Die Bildungsstandards fordern, dass sich die SuS am Ende der Jahrgangsstufe 6 „über ihren persönlichen Alltag und Erlebnisbereich“20 äußern können, daher habe ich mich dazu entschlossen, die Räume der eigenen Schule zu thematisieren. Beispielsweise verfügen viele Schulen über eine Aula, sodass auch die Vokabel assembly hall hätte eingeführt werden können, da es an unserer Schule allerdings keine Aula gibt, wird diese Vokabel heute nicht thematisiert. Die Cafeteria der Schule wird als Bistro bezeichnet und wäre demnach direkt mit bistro zu übersetzen, da die SuS jedoch das Lehrwerk wechseln (vgl. 2.1) und die Vokabel cafeteria dort eingeführt wird, habe ich mich für diese Vokabel entschieden. Die Vokabel caretaker’s office ist sowohl für den Schulalltag als auch für den Familienalltag von Bedeutung, wenn die SuS beispielsweise in einer Wohnanlage leben, in der es einen Hausmeister gibt (Gegenwartsbedeutung). Die Vokabel technical equpiment office ist aufgrund ihrer Länge meines Erachtens die schwierigste, jedoch halte ich es für sinnvoll, diese Vokabel einzuführen. Der Englischunterricht soll sich laut Lehrplan21 am Prinzip der funktionalen Einsprachigkeit orientieren und das Technikbüro ist gerade für Sprachenlehrer sehr wichtig, da dort alle Medien verwaltet werden. Wenn ich SuS nun bitten muss, einen CD-Player zu holen oder den Fernseher zurückzubringen, kann ich nur in der Zielsprache kommunizieren, wenn den SuS diese Vokabel bekannt ist.

[...]


1 Im Folgenden als „SuS“ angegeben.

2 Die SuS werden in der Jahrgangsstufe 5 noch im Klassenverband unterrichtet. Eine Einstufung in die Kurse Bili, A, B und C erfolgt am Ende der Jahrgangsstufe 5. Die Eltern haben jedoch die Möglichkeit gegen die Einstufung Widerspruch einzulegen, sodass die SuS die im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 6 probeweise den nächst höheren Kurs besuchen können. In der zu zeigenden Lerngruppe sind 11 SuS in den A-Kurs eingeteilt worden, 16 SuS sind aufgrund des Widerspruchs der Eltern in dieser Lerngruppe.

3 Im Folgenden als „AA“ angegeben.

4 In Anlehnung an eine Übung aus dem Lehrwerk English G 21 A2, S. 16.

5 Die SuS, die in der Jahrgangsstufe 5 mit dem Lehrwerk Englisch G 21 D1 gearbeitet haben, kennen aus der dortigen Unit 6 lediglich das Wort library. Vgl. dazu auch Fußnote 6.

6 English G 2000, Band D1 und English G 21, Band D1.

7 I think the dialogue was good, because…/ I think the dialogue was not so good, because/ I think the dialogue was good, but…

8 Haß, Frank: Fachdidaktik Englisch – Tradition, Innovation, Praxis. Stuttgart: Klett 2009. S.121.

9 vgl. Hessisches Kultusministerium (Hrsg.): Lehrplan Englisch. Gymnasialer Bildungsgang. Jahrgangsstufen 5 bis 13. S. 20.

10 vgl. Lehrplan, S. 20.

11 So können stärkere SuS sehr ausführlich schreiben, während schwächere SuS eher kürzere Texte verfassen.

12 In: Martin Fix. Texte schreiben. Schreibprozesse im Deutschunterricht. Paderborn 22008.

13 www.cotham.bristol.sch.uk

14 Bildungsstandards, S. 32.

15 Alle SuS werden einen eigenen Internetzugang haben.

16 Lehrplan, S. 13.

17 Dort wurde my dream house thematisiert. Einige SuS berichteten mir, dass ihnen diese Aufgabe viel Spaß gemacht habe.

18 Lediglich cafeteria wird in Unit 1 des A2 Bands eingeführt. Auch Band A3 der Reihe English G 21 sieht eine Einführung nicht vor, während beispielsweise staff room oder secretary’s office im Band A3 der Reihe English G 2000 eingeführt wird.

19 Hessisches Kultusministerium (Hrsg.): Bildungsstandards und Inhaltsfelder. Das neue Kerncurriculum für Hessen. Sekundarstufe I – Gymnasium. Moderne Fremdsprachen. S. 31.

20 Bildungsstandards, S. 31.

21 vgl. Lehrplan, S. 18.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Let's talk about school - Where can I get a CD player?
Hochschule
Studienseminar für Gymnasien in Offenbach
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V179945
ISBN (eBook)
9783656056669
ISBN (Buch)
9783656057369
Dateigröße
938 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortschatz, 6. Klasse, Schulräume, Binnendifferenzierung, Akrostichon, Suchrätsel, Schulgebäude, Dialog
Arbeit zitieren
Sarah Müller (Autor), 2011, Unterrichtsstunde: Let's talk about school - Where can I get a CD player?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179945

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