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Entstehung des Starwesens

Title: Entstehung des Starwesens

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Peter Schubert (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Überblickt man die Literatur zum Thema Genese des Stars unterscheiden sich die
Autoren auf den ersten Blick vor allem in zwei grundlegenden Aussagen. Zum einen
wirkt die Frage nach der Datierung der Herausbildung des Filmstars und der
Datierbarkeit solcher Ereignisse überhaupt polarisierend. Zum anderen scheint
dieser Frage eine grundsätzlich verschiedene Beurteilung hinsichtlich der
Charakteristiken des Filmstars voraus zu gehen: Ist der Filmstar durch den
Filmdiskurs entstanden und nur mit ihm ein Star oder genügt es Attribute wie Ruhm
und Internationalität für die Kennzeichnung des Stars anzuführen. Eng mit diesen
beiden Fragestellungen ist das Problem der Namensnennung des Stars verbunden.
Kann man einen Filmakteur also nur dann einen Star nennen, wenn auch sein
bürgerlicher Name dem Publikum vertraut ist? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit
anhand von ausgewählten Autoren diskutiert werden, um dadurch eine reflektierteren
Erklärungsansatz für die Genese des Stars zu erhalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Modelle zur Entstehung des Stars

1.1. Literaturübersicht

1.2. Die Theorie des Filmdiskurses

1.3. Kritik am Diskursmodell

2. Die Filmindustrie vor 1910

2.1. Die USA

2.2. Frankreich

Schlussbemerkungen

Literaturliste

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Genese des Filmstars auseinander. Ziel ist es, anhand ausgewählter wissenschaftlicher Positionen zu klären, wie der Filmstar historisch entstanden ist, welche Rolle dabei der Filmdiskurs spielt und wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der frühen Filmindustrie auf die Herausbildung von Star-Phänomenen auswirkten.

  • Vergleichende Analyse der Entstehungsmodelle des Filmstars (deCordova vs. Lenk).
  • Untersuchung der Bedeutung des Diskurses für die Konstruktion von Filmstars.
  • Kontrastierung der Filmindustrie-Entwicklung in den USA und Frankreich vor 1910.
  • Diskussion der Konzepte von „Picture Personality“ und „frühe Stars“.
  • Bewertung des Einflusses von Theaterkultur und ökonomischen Strategien auf die Star-Genese.

Auszug aus dem Buch

1.2. Die Theorie des Filmdiskurses

DeCordova fasst den Forschungsstand der 70er und 80er Jahre mit dem Argument zusammen, dass sich die Entwicklung des Starsystems nicht auf eine einzige Handlung oder Person beschränkte. Er analysiert daher nicht mehr den Star, sondern das Starsystem. Der individuelle Star ist demnach nur das Ergebnis der Produktionspraktiken der 1910er Jahre. Das Starsystem ist für deCordova sowohl ökonomisch, als auch diskursiv geprägt. Gegenstand seiner Analyse bleibt aber leider nur die diskursive Dimension des Starsystems.

Elementarer Bestandteil des Stardiskurses ist nach deCordova der journalistische Diskurs, weshalb seine Untersuchung zu großen Teilen auf der Analyse von Werbeplakaten, Zeitungen, vor allem aber filmischen Fachzeitschriften basiert. DeCordova weist zwischen 1905 und 1915 verschiedene Diskurse nach: Vor 1907 lag der Fokus auf dem Apparat, nicht auf dem Schauspieler. Vielmehr war der Beruf des Schauspielers dem frühen Kino fremd und der „legitimate stage“ eigen.

Der Diskurs über die menschliche Arbeit und mit ihm auch über die Schauspieler im Film beginnt erst 1907. Die Jahre 1907-1909 nehmen daher eine Schlüsselstellung für die Entstehung des Starwesens ein. DeCordova begründet dies mit dem Anstieg der narrativen Filmproduktion von 17% (1907) auf 66% (1908) und dem Erscheinen zahlreicher Filme, die das Medium als Kunst nutzen, womit vor allem Pathés „Film d´Art“ gemeint sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Datierung und Definition des Filmstars sowie der Zielsetzung der Arbeit.

1. Modelle zur Entstehung des Stars: Kritische Gegenüberstellung verschiedener Theorien, insbesondere des diskursanalytischen Modells von Richard deCordova und des historischen Ansatzes von Sabine Lenk.

1.1. Literaturübersicht: Überblick über klassische Erklärungsansätze der Filmgeschichte und deren spätere Hinterfragung durch die Forschung.

1.2. Die Theorie des Filmdiskurses: Analyse des Konzepts der „Picture Personality“ und der Rolle des journalistischen Diskurses bei der Konstruktion des Stars.

1.3. Kritik am Diskursmodell: Vorstellung der Gegenposition von Sabine Lenk, die an zahlreichen Fallbeispielen zeigt, dass Star-Attribute bereits vor dem Aufkommen des spezifischen Filmdiskurses existierten.

2. Die Filmindustrie vor 1910: Untersuchung der ökonomischen und strukturellen Bedingungen der frühen Filmindustrie.

2.1. Die USA: Analyse der US-amerikanischen Filmindustrie im Kontext des Nickelodeons und der Strategien zur Gewinnung neuer Publikumsschichten.

2.2. Frankreich: Analyse des französischen Marktes, der stärker vom Export und einer traditionellen Theaterkultur geprägt war.

Schlussbemerkungen: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Überlegenheit kultureller Serienkonzepte gegenüber rein amerikazentrierten Erklärungsmodellen.

Literaturliste: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Filmstar, Starsystem, Filmdiskurs, Picture Personality, Genese, Filmgeschichte, Stummes Kino, Nickelodeon, Medientheorie, Filmindustrie, Intertextualität, Publikumsinszenierung, Identität, Frühe Stars.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung des Filmstars und hinterfragt, wie und warum sich Starsysteme in der Frühzeit des Kinos entwickelten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Filmindustrie vor 1910, der Bedeutung des filmischen Diskurses und der Rolle der Schauspieler als Marken im frühen Kino.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen reflektierteren Erklärungsansatz für die Entstehung des Filmstars zu formulieren, indem unterschiedliche theoretische Positionen kritisch diskutiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturkritische Analyse durchgeführt, die verschiedene geschichtswissenschaftliche und medientheoretische Ansätze gegenüberstellt und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit der Star-Entstehung (deCordova vs. Lenk) und die Analyse der ökonomischen Rahmenbedingungen in den USA und Frankreich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Starsystem, Filmdiskurs, Picture Personality, Intertextualität und frühe Filmgeschichte.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung des Starsystems in den USA und Frankreich?

Während die USA stark durch Nickelodeons und eine bewusste diskursive Strategie zur Gewinnung des Mittelschicht-Publikums geprägt waren, agierte Frankreich aufgrund des Exportdrucks stärker experimentell und orientierte sich deutlicher an traditionellen Theaterformen.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der „Picture Personality“ bei?

Die „Picture Personality“ wird als zentrale Vorstufe zum modernen Star verstanden, bei der das Publikum den Darsteller zwar außerhalb des Films als existierend wahrnimmt, das Interesse jedoch noch stark an die Filmrolle gebunden bleibt.

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Details

Title
Entstehung des Starwesens
College
University of Potsdam  (Institut für Medienwissenschaften)
Course
Seminar: Medienstars - Transmediale Inszenierung von Geschlecht und Identität
Grade
2,0
Author
Peter Schubert (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V17995
ISBN (eBook)
9783638224246
Language
German
Tags
Entstehung Starwesens Seminar Medienstars Transmediale Inszenierung Geschlecht Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Schubert (Author), 2003, Entstehung des Starwesens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17995
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