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Pest und Tod in Giovanni Boccaccios "Il Decamerone"

Título: Pest und Tod in Giovanni Boccaccios "Il Decamerone"

Ensayo , 2009 , 5 Páginas

Autor:in: Daniel Meyer (Autor)

Teología - Teología histórica, historia eclesiástica
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Seit über zweitausend Jahren wird die Menschheit von einer Plage heimgesucht, die Angst und Schrecken verbreitet und unzählige Opfer gefordert hat – die Pest. Wie ein ‚unaufhaltsamer Sturm’ fegt sie durch die Geschichte und überall wo sie auftritt, werden abertausende Menschen auf einen Streich ausgerottet. Dies hat ihr im Laufe der Zeit einen‚zweifelhaften Ruhm’ eingebracht, der sich darin zeigt, dass sie auf unterschiedliche Weisen thematisiert wurde. So ist sie in vielerlei Hinsicht zu einem übernatürlichen ‚Schreckgespenst’ stilisiert wurden, das von niemandem aufgehalten werden kann und das niemanden verschont. In der Musik, der Kunst und der Literatur ist die Pest zu einem, die Jahrhunderte überdauernden
Phänomen geworden. Bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. schildert der byzantinische Schriftsteller Prokopius (500-562) die Symptomatik der Epidemie, die 541 in Konstantinopel weit mehr als 200.000 Opfer gefordert hat. Auch Daniel Dafoe (1660-1731), Schöpfer der Romanfigur
„Robinson Crusoe“, thematisiert 1665 die Pest in seinem Werk ‚A Journal of the Plaque Year’. Dieser literarischen Verarbeitung gingen stets verheerende Pestwellen voraus.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext und Ausgangssituation

3. Boccaccios Darstellung der Pest in Florenz

3.1 Zerfall sozialer Bindungen und moralischer Normen

3.2 Die Rolle des Klerus und der Bestattungspraktiken

3.3 Soziale Differenzierung im Sterben

4. Analyse der erzählerischen Intention und Bedeutung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die literarische Auseinandersetzung von Giovanni Boccaccio mit der Pestepidemie des 14. Jahrhunderts im "Il Decamerone", wobei der Fokus insbesondere auf der soziologischen Beobachtung des Zerfalls gesellschaftlicher Bindungen und der menschlichen Reaktion auf das existenzielle Bedrohungsszenario liegt.

  • Historische Einordnung der Pestepidemie von 1347-1352.
  • Analyse des "Il Decamerone" als Zeitzeugnis und literarisches Werk.
  • Beobachtung gesellschaftlicher Fehlentwicklungen und des Werteverfalls.
  • Die Spannung zwischen menschlichem Leid und der Flucht in lebensbejahende Geschichten.
  • Kritik an kirchlichen und sozialen Institutionen in Krisenzeiten.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der sozialen Fehlentwicklung

Boccaccio berichtet zu Beginn, dass unter den Frauen eine Art der Sittenlosigkeit aufkam. „Keine [...] kümmerte sich darum, ob es ein Mann war, der sie pflegte [...] sie schämte sich gar nicht, ihm jeden Teil ihres Körpers zu zeigen.“ Der Autor versucht deutlich zu machen, dass die Menschen – entgegen der ursprünglichen Tradition – nicht mehr zur gegenseitigen Versorgung im Stande waren. Weil die Zahl der Pestopfer so hoch war, kümmerte sich jeder einzelne nur noch um sein eigenes Überleben. Der alte Brauch, nach dem Tod eines geliebten Mitmenschen in dessen Haus zusammenzukommen und den Toten zu betrauern, war nicht mehr länger gültig. „Je wilder die Pest tobte, desto mehr verfielen diese Bräuche.“ Dies ging sogar soweit, dass viele Menschen starben ohne einen Mitmenschen an ihrer Seite zu haben. Ob dies im eigenen Heim oder offen auf der Straße passierte, war dabei egal. Diese Pestepidemie war so verheerend, dass man sprichwörtlich über Leichen ging, wenn man sein Haus verließ. Um dieser Situation Herr zu werden, etablierte sich nach Boccaccios Bericht eine neue soziale Schicht. Weil die meisten Leute nur an ihre eigene Gesundheit dachten, enthielten sie den Toten jedwedes Mitgefühl vor und ließen die Aufgabe der Beisetzung von den so genannten ‚becchini’ erledigen. Diese Totengräber boten ihren Dienst, so Boccaccio, gegen Bezahlung an. Der Tod wurde sozusagen zu einem lukrativen Geschäft. Diese neue Qualität des Todes zeigte sich jedoch nicht nur im gesellschaftlichen Verhalten, sondern auch auf geistlicher Ebene. Die Pfarrer waren nicht mehr in der Lage jeden Verstorbenen feierlich beizusetzen. Die Zahl derer war einfach zu groß. Auch wenn dieser Aspekt nachzuvollziehen ist, kritisiert Boccaccio den Klerus. Er sagt nämlich, dass „sich [die Geistlichen] nicht mehr die Mühe eines langen, feierlichen Totenamtes [machten].“ Dies wurde nur noch den gutbetuchten Toten zuteil. Er bringt dadurch zum Ausdruck, dass die Geistlichkeit nicht mehr länger von der Nächstenliebe zu allen Menschen, sondern von logistischen und pragmatischen Gesichtspunkten motiviert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die geschichtliche Bedeutung der Pest als literarisches Motiv und stellt Giovanni Boccaccio sowie sein Hauptwerk vor.

2. Historischer Kontext und Ausgangssituation: Das Kapitel beleuchtet die biografischen Hintergründe Boccaccios und die verheerenden Auswirkungen der Pestwelle von 1348 auf die Stadt Florenz.

3. Boccaccios Darstellung der Pest in Florenz: Dieser Teil widmet sich der inhaltlichen Analyse der Vorrede des Decamerone, insbesondere dem Wandel der sozialen Moral.

3.1 Zerfall sozialer Bindungen und moralischer Normen: Hier wird der Bruch mit traditionellen Lebensgewohnheiten und der Wandel hin zur Sittenlosigkeit unter dem Druck der Epidemie untersucht.

3.2 Die Rolle des Klerus und der Bestattungspraktiken: Das Kapitel analysiert die Kritik Boccaccios an der Kirche, die ihre Fürsorgepflicht vernachlässigte, und das Aufkommen der Totengräber als neue soziale Schicht.

3.3 Soziale Differenzierung im Sterben: Hier wird thematisiert, wie insbesondere die Unterschicht der Bevölkerung unter der Pest litt und ihre Verstorbenen jeglicher Würde beraubt wurden.

4. Analyse der erzählerischen Intention und Bedeutung: Dieses Kapitel interpretiert die literarische Intention des Autors, der trotz der tragischen Umstände ein Werk schuf, das auch das positive menschliche Leben feiert.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Bedeutung Boccaccios für die italienische Prosa und abschließende Einschätzung des Werkes.

Schlüsselwörter

Giovanni Boccaccio, Il Decamerone, Pest, 14. Jahrhundert, Florenz, soziale Auswirkungen, Literaturgeschichte, Epidemie, Gesellschaftskritik, Mittelalter, Humanismus, Erzählkultur, Bestattungspraktiken, italienische Prosa, Pestepidemie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Pest und den damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel im Werk "Il Decamerone" von Giovanni Boccaccio.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen der Zerfall sozialer Normen, die Kritik an kirchlichen Institutionen und die Schilderung menschlichen Leids während der Pestepidemie in Florenz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Boccaccio das existenzielle Erleben der Pest literarisch verarbeitet und welche gesellschaftlichen Fehlentwicklungen er dabei identifiziert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kirchengeschichtliche Quellenanalyse, die das Werk des Autors unter historisch-kritischen Gesichtspunkten beleuchtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die detaillierte Schilderung der Pestfolgen, den Verlust zwischenmenschlicher Empathie und die veränderte Rolle des Klerus in dieser Krisenzeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pest, Boccaccio, Il Decamerone, Gesellschaftskritik, Humanismus und der Zerfall sozialer Bindungen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Klerus während der Pest?

Boccaccio übt scharfe Kritik am Klerus, da dieser laut seiner Darstellung die geistliche Fürsorge und feierliche Totenämter vernachlässigte und eher pragmatisch als seelsorgerlich handelte.

Warum wird Boccaccios Darstellung der Pest als "subjektiv" eingestuft?

Obwohl er Zeitzeuge war, ist Boccaccio stark in seiner humanistischen Grundkonzeption verwurzelt, was zu einer subjektiven Färbung seiner Beschreibung des gesellschaftlichen Zusammenbruchs führt.

Final del extracto de 5 páginas  - subir

Detalles

Título
Pest und Tod in Giovanni Boccaccios "Il Decamerone"
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Theologische Fakultät)
Curso
Leben, Tod und Auferstehung
Autor
Daniel Meyer (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
5
No. de catálogo
V179962
ISBN (Ebook)
9783656024446
ISBN (Libro)
9783656024415
Idioma
Alemán
Etiqueta
Pest Leben Tod Auferstehung Schwarzer Tod Giovanni Boccaccio Decamerone Europa Totengräber Hochmittelalter Italien Deutschland
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Meyer (Autor), 2009, Pest und Tod in Giovanni Boccaccios "Il Decamerone", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179962
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