Eutrophierung der Nordsee

Examenslehrprobe in einer 10. Klasse des Gymnasiums


Unterrichtsentwurf, 2011
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

1. Bemerkungen zur Lerngruppe

Seit Ende August unterrichte ich die Klasse 10b (15 Schülerinnen und 15 Schüler[I] ) zwei Stunden in der Woche unter der ständigen Betreuung durch StR B, in der eine lebhafte und produktive Lern- und Arbeitsatmosphäre herrscht. Das allgemeine Leistungsniveau der Klasse ist als heterogen zu bezeichnen, was sich vor allem im Rahmen der mündlichen Teilhabe äußert, da bisher keine Klassenarbeit geschrieben wurde. Die Klasse zeigt sich überwiegend interessiert und motiviert gegenüber dem Reihenthema Wechselwirkungen zwischen naturgeographischen Konstellationen und anthropogenen Aktivitäten.

Die Heterogenität des Leistungsniveaus lässt sich durch die Quantität und Qualität der mündlichen Leistungen herausstellen. Besonders Michael und Larissa zeichnen sich durch qualitativ hohe Redebeiträge aus, wobei Larissa durch kritische Äußerungen und Nachfragen zum kritischen Denken anregt. Im guten Leistungsbereich befinden sich Klara, Jan und Noah-Leon. Jara und Maike bereichern mit ihren Beiträgen regelmäßig den Unterricht, jedoch haben diese Schüler häufiger Probleme mit der korrekten Fachsprache und der Einbindung ihrer Aussagen in den Unterrichtsprozess. An diesen Stellen muss die Lehrkraft häufig nachschärfen. Dies gilt insbesondere für die Schüler des mittleren und unteren Leistungsniveaus (Vivien, Celina und Fabian). Ihre Aussagen sind oft vorschnell und oberflächlich formuliert, so dass hier stets Handlungsbedarf seitens des Lehrers besteht. Eine besondere Rolle nimmt Rouven ein. Er bringt seine hohe Auffassungs- und Analysefähigkeit nur selten in das Unterrichtsgeschehen mit ein, zeigt aber deutliche Stärken und gehäufte Aktivität nach direkter Ansprache. Weitere passive Rollen nehmen Lisa, Lynn und Celina ein. Um ihrer Passivität entgegenzuwirken, werden sie häufig bei Präsentationen oder bei der Besprechung der Hausaufgaben gezielt eingebunden.

Bei der Auswertung geographischer Materialien haben viele Schüler noch teilweise erhebliche Schwierigkeiten. Dies gilt insbesondere für Vernetzung von verschiedenen Unterrichtsmaterialien. Die Materialauswahl der Examensstunde soll diesem Defizit entgegenwirken. In der Lerngruppe entwickeln sich bei der Bewertung von Unterrichtsgegenständen häufig Diskussionen, da die Schüler demgegenüber mehrperspektivische Haltungen aufweisen. Diese werden bei der Planung des Unterrichtes stets berücksichtigt.

2. Curriculare Einordnung

Die Lehrprobenstunde findet in der vierten der auf sechs Stunden angelegten Unterrichtsreihe Wechselwirkungen zwischen naturgeographischen Konstellationen und anthropogenen Aktivitäten statt. Die Reihe beinhaltet vier Raumbeispiele, die Mensch-Umwelt-Interdependenzen verdeutlichen. Zu Beginn der Unterrichtsreihe wurde die Umweltzerstörung Chinas vor dem Hintergrund eines starken Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums thematisiert. Die Arbeit mit dem Syndromansatz bildete die Einführung in das vernetzende Denken. Die Zerstörung des natürlichen Ökosystems Chinas durch anthropogene Verhaltesweisen bildete den Kernbereich. Im Rahmen der Handlungsmöglichkeiten wurden im Verlauf der Unterrichtsreihe die Fachtermini Vermeidungs- und Anpassungsmaßnahmen eingeführt. Schwierigkeiten bereitete den Schülern jedoch die selbstständige Entwicklung und Bewertung konkreter Maßnahmen, weshalb dies erneut aufzugreifen ist. Die Raumbeispiele Aralsee und Kalifornien offenbarten den Schülern weitere Erkenntnisse über das Zusammenwirken von anthropogenen Verhaltensweisen und naturgeographischen Folgen.

Die Einordnung des Niedersächsischen Wattenmeers, im Rahmen einer vorentlastenden Hausaufgabe, bildet die räumliche Grundlage der Examensstunde.

Am Ende der Unterrichtsreihe wird der Begriff des „ökologischen Fußabdrucks“ [H, S. 5] eingeführt. Durch die Berechung des eigenen Ressourcenverbrauchs soll den Schülern zusammenfassend die eigene Rolle und Verantwortung im Mensch-Umwelt-System bewusst werden.

3. Relevantes Eingangsverhalten

Die Schüler

- können das Niedersächsische Wattenmeer geographisch einordnen.
- kennen Mensch-Umwelt-Interdependenzen durch nicht nachhaltige Ressourcennutzung anhand der Raumbeispiele China, Aralsee und Kalifornien.
- können im Rahmen einer nachhaltigen Raumnutzung zwischen Vermeidungs- und Anpassungsmaßnahmen unterscheiden, benötigen jedoch Hilfe bei der Entwicklung und Bewertung eigener Lösungsvorschläge.
- sind mit fachspezifischer Materialauswertung vertraut, bedürfen jedoch noch der Übung und Unterstützung beim vernetzenden Denken.

4. Didaktische Entscheidungen

Das niedersächsische Kerncurriculum im Fach Erdkunde schreibt im Kompetenzbereich Fachwissen die Behandlung „komplexe[r] Raum-Mensch-Beziehungen“ [C, S. 9] mit der Zielsetzung des raumverantwortlichen Handelns vor. In der Klassenstufe 9/10 sollen vor allem „Anforderungen an nachhaltige Raumnutzungen im lokalen und globalen Kontext“ [ebd.] thematisiert werden. Ähnliche inhaltliche Ziele lassen sich im Fach Biologie finden. Der Mensch soll als „Teil und Gestalter der Natur“ [B, S. 70] begriffen werden. Somit liegt es nahe, fächerübergreifend zu unterrichten. Im Erdkundeunterricht sollen bei der Behandlung dieses Themenkomplexes speziell die Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten des Raumes verdeutlicht werden [vgl. G, S. 124].

Die Inhalte dieser Stunde bilden die Grundlage für weitere Erklärungsmuster von Raum-Mensch­Interdependenzen. Somit wird im Sinne eines kumulativen Lernens gehandelt. Dies lässt sich ebenfalls anhand des bisherigen Verlaufs der Unterrichtsreihe nachweisen.

Der Prozess der Eutrophierung wird exemplarisch am Raumbeispiel des Niedersächsischen Wattenmeers verdeutlicht, da das Einzugsgebiet der zusätzlichen Nährstoffe relativ hoch ist und es einen konkreten Bezug zu der Lebenswelt der Schüler hat.

Der Prozess der Eutrophierung könnte alternativ am Raumbeispiel des Dümer Sees verdeutlicht werden. Aufgrund des höheren lebensweltlichen Bezugs zum Niedersächsischen Wattenmeer, wurde diese

[...]


[I] Schülerinnen und Schüler werden im Folgenden als Schüler bezeichnet

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Eutrophierung der Nordsee
Untertitel
Examenslehrprobe in einer 10. Klasse des Gymnasiums
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V180033
ISBN (eBook)
9783656032403
Dateigröße
840 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eutrophierung, nordsee, examenslehrprobe, klasse, gymnasiums
Arbeit zitieren
Marco Franke (Autor), 2011, Eutrophierung der Nordsee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180033

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