In der Hausarbeit wird versucht die Liberalisierung der deutschen Stromversorgung mit der Europäisierungstheorie Tanja Börzels zu erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Liberalisierung der Stromversorgung
2.1. Prozesse auf europäischer Ebene
2.2. Prozesse auf nationaler Ebene
3. Analyse
3.1. Kondition für den Wandel - Misfit
3.2. Die Auswirkungen Europas auf nationaler Ebene
3.2.1. Prozess der Neuverteilung der Ressourcen
3.2.1. Prozess der Sozialisation
3.2.2. Prozess institutioneller Anpassung
3.3. Ergebnis des Wandels
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Liberalisierung der deutschen Stromversorgung im Jahr 1997 als direkter Effekt der Europäisierung betrachtet werden kann oder ob sie primär auf nationalen politischen Tendenzen beruht. Dabei wird das theoretische Forschungskonzept von Tanja Börzel systematisch auf den konkreten Fall angewendet, um den Prozess sowie die Mechanismen des Wandels zu durchleuchten.
- Wirkung der Europäischen Integration auf nationale Politikfelder
- Konzept des "Misfits" als Voraussetzung für politischen Wandel
- Rolle von Vetoplayern und institutionellen Anpassungsprozessen
- Europäisierung als Mechanismus zur Neuverteilung von Ressourcen
- Vergleich zwischen europäischer Vorgabe und nationaler Implementierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Konditionen für den Wandel - Misfit
Als Voraussetzung für inländischen Wandel sieht Börzel das Bestehen eines Misfits, nur wenn ein solches besteht, fühlt ein Staat den Druck zur Veränderung. Der Grad dieses Druckes wird durch die Anpassungsfähigkeit des Staates bestimmt, je weniger Kompabilität zwischen Europa und dem Mitgliedsstaat besteht, desto höher ist der Anpassungsdruck den Europa ausübt. (Börzel 2005: 50)
In ihrem Forschungskonzept unterscheidet Tanja Börzel zwei verschiedene Arten von Misfit. Einerseits spricht sie von „policy misfits“ (Börzel 2005: 50), die zwischen europäischen Regeln und Vorschriften und nationalen policies bestehen und durch die Einhaltungsprobleme auf Seiten des Mitgliedsstaates entstehen, wenn beispielsweise die nationale Zielsetzung nicht mit der europäischen übereinstimmt. Der Anpassungsdruck kann in diesem Fall von Regeln und Zielen bis zu Institutionen und politischen Prozessen reichen. Anderseits gibt es das „institutional misfit“ (Börzel 2005: 50), d.h. europäische Regeln geben nationalen Regierungen Macht gegenüber Akteuren, die so nicht im Institutionsgefüge vorgesehen sind. (Börzel 2005: 50-51)
Im Fall der Liberalisierung der deutschen Stromversorgung bestand ein „policy misfit“, denn die Bundesrepublik stand unter Anpassungsdruck, da die europäischen Gesetze einen liberalisierten Strommarkt vorschrieben, in Deutschland allerdings noch nicht durchgesetzt waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Europäisierungsforschung ein und stellt die Forschungsfrage zur Kausalität der deutschen Strommarktliberalisierung durch europäische Vorgaben.
2. Die Liberalisierung der Stromversorgung: Dieses Kapitel beschreibt die rechtlichen Grundlagen auf EU-Ebene sowie den kontroversen nationalen Implementierungsprozess unter Beteiligung verschiedener Interessengruppen.
3. Analyse: Im Hauptteil wird das Konzept von Tanja Börzel genutzt, um mittels Kategorien wie Misfit, Vetospielern und Diffusionsmechanismen den Liberalisierungsprozess theoretisch einzuordnen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Europäische Union maßgeblich zur Transformation des deutschen Strommarktes beigetragen hat und diesen in ein europäisches Mehrebenensystem überführte.
Schlüsselwörter
Europäisierung, Liberalisierung, Stromversorgung, Tanja Börzel, Misfit, Vetoplayer, Bundesrepublik Deutschland, Europäische Union, Energiepolitik, Policy, Politiy, Politics, institutionelle Anpassung, Mehrebenensystem, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob die Liberalisierung des deutschen Strommarktes von 1997 ein direktes Resultat europäischer Richtlinien ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Europäisierung, sektorale Wirtschaftsreformen und der Einfluss supranationaler Institutionen auf nationale Gesetzgebungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Überprüfung der These, dass die Liberalisierung primär durch Anpassungsdruck der EU ausgelöst wurde, unter Verwendung des theoretischen Modells von Tanja Börzel.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine politikwissenschaftliche Fallstudie durchgeführt, die ein spezifisches theoretisches Konzept der Europäisierungsforschung auf einen konkreten, empirischen Fall (Strommarkt) anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Prozesse der Neuverteilung von Ressourcen, die Rolle von Vetoplayern im deutschen politischen System sowie Mechanismen der Sozialisation und institutionellen Anpassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Europäisierung, Misfit, Vetoplayer, Transformation und Mehrebenensystem.
Welche Rolle spielte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) im Prozess?
Das BMWi fungierte als Motor der Liberalisierung, nachdem es durch die Einbindung in europäische Verhandlungsprozesse seine anfängliche Haltung änderte.
Warum war der Prozess der Liberalisierung in Deutschland so kontrovers?
Die Kontroverse entstand vor allem durch den Widerstand kommunaler Interessenvertreter und die Befürchtung negativer Auswirkungen auf den Standort Deutschland und bestehende Versorgungsstrukturen.
- Citar trabajo
- Luisa Friederici (Autor), 2007, Die Liberalisierung der deutschen Stromversorgung - ein Produkt der Europäisierung? , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180108