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Der Euro - Ökonomische Grundlagen und Perspektiven der gemeinsamen Währung

Die Theorie des optimalen Währungsraums

Titre: Der Euro - Ökonomische Grundlagen und Perspektiven der gemeinsamen Währung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 1999 , 21 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Diplom Kauffrau Susanne Katharina Lippert (Auteur)

Economie politique - Théorie et Politique monetaire
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Eine unabhängige Geldpolitik und die damit verbundene Möglichkeit des Ab- und Aufwertens der eigenen Währung, dient der Beseitigung von makroökonomischen Ungleichgewichten und dem relativ kostengünstigen Anpassungsprozeß aufgrund von Output- und Beschäftigungsveränderungen.
Bei Gründung einer Währungsunion muß ein Land seine nationale Währung aufgeben. Das bedeutet, daß es weder in der Lage ist eine autonome Geldpolitik zu betreiben, noch daß es auf das politische Instrument der Wechselkursänderung zurückgreifen kann.

Die „Theorie des optimalen Währungsraums“ analysiert unter welchen Bedingungen es für Länder trotzdem vorteilhaft sein kann, sich einer Währungsunion anzuschließen.
Denn das Instrument der Wechselkursänderung bringt, bei systematischer Anwendung zur Behebung von Ungleichgewichten, auch Gefahren mit sich, welche seine flexible Einsetzbarkeit einschränken.
Makroökonomische Instabilität und steigende Inflation, ohne Verbesserungen des Outputs und der Beschäftigung, können dann die Folge sein.
Zudem führen Anpassungsprozesse aufgrund von Wechselkursänderungen zu keinem stabilen wirtschaftlichen Gleichgewicht, da sie gesamtwirtschaftliche Mechanismen in Gang setzten, welche die anfänglichen Effekte wieder aufheben.
Trotzdem bleibt das Auf- und Abwerten einer Währung ein kraftvolles politisches Instrument, das einem Land bei außerordentlichen Störungen sehr nützlich sein kann. Der Verzicht darauf stellt Kosten einer Währungsunion dar.
Länder haben also abzuwägen, ob sich für sie eine Währungsunion wohlfahrtssteigernd oder wohlfahrtsmindernd auswirken wird.
Das ist von der wirtschaftlichen und politischen Situation aller einer Union beitretenden Länder abhängig.

Unter welchen Bedingungen Länder eine unabhängige Geldpolitik zu ihrem Vorteil aufgeben können, ob sich makroökonomische Ungleichgewichte auch ohne das Instrument der Wechselkursänderung beheben lassen können und wie die Dynamik gesamtwirtschaftlicher Anpassungsprozesse von der Wahl der genutzten politischen Instrumente abhängt, soll in der folgenden Arbeit aufgezeigt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen für einen optimalen Währungsraum

3. Differenzen zwischen Ländern und deren Relevanz für eine Währungsunion

3.1. Wie wahrscheinlich ist ein Nachfrageschock

3.2. Unterschiedliche Präferenzen bezüglich der Inflation und Arbeitslosigkeit

3.3. Differenzen zwischen Institutionen des Arbeitsmarktes

3.4. Differenzen zwischen Wachstumsraten

3.5. Differenzen zwischen fiskalischen Systemen und das Inflationsproblem

4. Effektivität von Wechselkursänderungen

5. Abwertung, Zeitkonsistenz und Glaubwürdigkeit

6. Die Kosten einer Währungsunion und die Offenheit von Ländern

7. Schlußfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen einer Währungsunion und untersucht, unter welchen Voraussetzungen es für Länder vorteilhaft ist, eine unabhängige Geldpolitik aufzugeben. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie makroökonomische Ungleichgewichte in einer Union ohne das Instrument der Wechselkursänderung ausgeglichen werden können und welche Rolle die Dynamik gesamtwirtschaftlicher Anpassungsprozesse dabei spielt.

  • Bedingungen für einen optimalen Währungsraum
  • Einfluss von Nachfrageschocks und Länderdifferenzen
  • Arbeitsmarktinstitutionen und ihre Bedeutung für die Währungsunion
  • Wechselkursänderungen als politisches Instrument
  • Zusammenhang zwischen Offenheit einer Volkswirtschaft und den Kosten einer Währungsunion

Auszug aus dem Buch

3.1. Wie wahrscheinlich ist ein Nachfrageschock?

Es gibt Anhaltspunkte dafür, daß Nachfrageschocks innerhalb einer zukünftigen Währungsunion seltener auftreten als vorher.

Europäische Industrieländer betreiben zum größten Teil intraindustriellen Handel aus Gründen der Existenz von „economies of scale“ und der Produktdifferenzierung.

Das führt dazu, daß Länder gegenseitig die gleichen Kategorien von Produkten kaufen und verkaufen. Wenn sich also die Nachfrage nach einer bestimmten Produktkategorie verändert, dann sind alle Länder auf identische Weise betroffen.

Durch den Wegfall von Handelsbarrieren aufgrund einer Währungsunion wird der Effekt sogar noch verstärkt, was zu einer Symmetrie solcher Schocks führt.

Diese Art von Handelsintegration kann aber auch zu regionaler Konzentration industrieller Aktivitäten führen. Das ist der Fall, wenn die Produktion von bestimmten Gütern, bei Konzentration auf eine Region, höhere Skalenerträge erbringt 6. Ein sektorspezifischer Schock wäre damit auch ein länderspezifischer Schock, d.h. doch wieder asymmetrisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Verzicht auf eine eigene Währung ein Land der Möglichkeit beraubt, Wechselkurse als Instrument zur Anpassung bei makroökonomischen Ungleichgewichten zu nutzen.

2. Voraussetzungen für einen optimalen Währungsraum: Das Kapitel definiert die Bedingungen, unter denen eine Währungsunion ökonomisch sinnvoll ist, insbesondere durch Lohnflexibilität und Arbeitsmobilität.

3. Differenzen zwischen Ländern und deren Relevanz für eine Währungsunion: Hier werden strukturelle Unterschiede zwischen Ländern untersucht und analysiert, wie diese auf Schocks reagieren und ob eine Währungsunion diese Differenzen verstärken oder abschwächen kann.

3.1. Wie wahrscheinlich ist ein Nachfrageschock: Es wird die These diskutiert, dass durch intraindustriellen Handel eine höhere Symmetrie bei Nachfrageschocks entstehen kann, auch wenn regionale Konzentrationen Gegenargumente bilden.

3.2. Unterschiedliche Präferenzen bezüglich der Inflation und Arbeitslosigkeit: Die Auswirkungen variierender politischer Präferenzen hinsichtlich der Phillips-Kurve auf die Stabilität eines fixen Wechselkurses werden dargelegt.

3.3. Differenzen zwischen Institutionen des Arbeitsmarktes: Das Kapitel befasst sich mit dem Einfluss unterschiedlicher Zentralisationsgrade von Gewerkschaften auf die Lohnpolitik und deren makroökonomische Konsequenzen.

3.4. Differenzen zwischen Wachstumsraten: Es wird erörtert, ob unterschiedlich schnelle Wachstumsprozesse ein Hindernis für eine Währungsunion darstellen oder ob Kapitalflüsse dies kompensieren können.

3.5. Differenzen zwischen fiskalischen Systemen und das Inflationsproblem: Die Analyse zeigt auf, wie unterschiedliche fiskalische Systeme und Finanzierungsmethoden für Budgetdefizite zu unterschiedlichen optimalen Inflationsraten führen können.

4. Effektivität von Wechselkursänderungen: Dieses Kapitel prüft, ob nominale Abwertungen dauerhaft die reale Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen oder ob sie lediglich kurzfristige Effekte mit inflationären Folgen erzielen.

5. Abwertung, Zeitkonsistenz und Glaubwürdigkeit: Es wird der Zusammenhang zwischen staatlicher Reputation, rationalen Erwartungen der Wirtschaftssubjekte und der politischen Anreizstruktur zur Wechselkursänderung beleuchtet.

6. Die Kosten einer Währungsunion und die Offenheit von Ländern: Die Argumentation führt aus, dass die Kosten für den Verzicht auf Wechselkursänderungen für offene Volkswirtschaften geringer sind als für geschlossene.

7. Schlußfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass die Kosten einer Währungsunion langfristig minimiert werden können, sofern die teilnehmenden Länder ein hohes Maß an struktureller Konvergenz aufweisen.

Schlüsselwörter

Währungsunion, Optimaler Währungsraum, Wechselkursänderung, Inflation, Arbeitslosigkeit, Phillipskurve, Lohnflexibilität, Arbeitsmobilität, Leistungsbilanz, fiskalische Systeme, Nachfrageschock, Handelsintegration, Glaubwürdigkeit, Geldpolitik, Wettbewerbsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Theorie des optimalen Währungsraums und untersucht, unter welchen Bedingungen der Verzicht auf eine eigene Währung und eine unabhängige Geldpolitik für Länder vorteilhaft ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Flexibilität von Löhnen und Arbeitskräften, die Auswirkungen von Nachfrageschocks, die Rolle von Arbeitsmarktinstitutionen sowie die Effektivität von Wechselkursänderungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie makroökonomische Ungleichgewichte in einer Währungsunion ohne das Instrument der Währungsabwertung bewältigt werden können und welche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Funktionieren einer solchen Union nötig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Modelle, wie dem Keynesianischen Modell zur aggregierten Nachfrage und der Phillips-Kurven-Analyse, unter Einbeziehung relevanter wissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene ökonomische Hindernisse (wie unterschiedliche Wachstumsraten, fiskalische Systeme oder Arbeitsmarktstrukturen) auf ihr Konfliktpotenzial für eine Währungsunion hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Währungsunion, Optimaler Währungsraum, Wechselkursänderung, Inflation, Arbeitslosigkeit, Lohnflexibilität und fiskalische Systeme.

Inwiefern beeinflusst die Offenheit eines Landes die Kosten einer Währungsunion?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass offenere Volkswirtschaften die Kosten einer Währungsunion besser tragen können, da das Instrument der Wechselkursänderung bei ihnen weniger effektiv ist und die Wirtschaftssubjekte schneller auf Anpassungsbedarf reagieren.

Warum spielt die Glaubwürdigkeit der Regierung eine Rolle bei der Geldpolitik?

Aufgrund rationaler Erwartungen beeinflusst die Reputation einer Regierung die Inflationserwartungen der Wirtschaftssubjekte; eine Währungsunion kann der Regierung helfen, Glaubwürdigkeit zu gewinnen, da willkürliche geldpolitische Eingriffe unterbunden werden.

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Résumé des informations

Titre
Der Euro - Ökonomische Grundlagen und Perspektiven der gemeinsamen Währung
Sous-titre
Die Theorie des optimalen Währungsraums
Université
Justus-Liebig-University Giessen
Note
2,3
Auteur
Diplom Kauffrau Susanne Katharina Lippert (Auteur)
Année de publication
1999
Pages
21
N° de catalogue
V180154
ISBN (ebook)
9783656026839
ISBN (Livre)
9783656027218
Langue
allemand
mots-clé
Währungsraum Länder Währungsunion Euro Nachfrageschock Inflation Arbeitslosigkeit Arbeitsmarkt Wachstumsrate fiskalische Systeme Wechselkurs Wechselkursänderungen Abwertung Zeitkonsistenz Glaubwürdigkeit Kosten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplom Kauffrau Susanne Katharina Lippert (Auteur), 1999, Der Euro - Ökonomische Grundlagen und Perspektiven der gemeinsamen Währung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180154
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Extrait de  21  pages
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