Von klein auf wird unser Gedächtnis mit wichtigen und unwichtigen Informationen überhäuft. In Kindesalter lernen wir mit Hilfe unsere Sinne verschiedenste Dinge kennen und verstehen. Man lernt sprechen, fängt an zu laufen und versucht nun die „Welt“ zu erkunden. Vieles wird in diesen Jahren in unserem Gedächtnis gespeichert, anderes tut unser Gehirn als unwichtig ab und löscht es wieder.
Auch in der Schule sind die Lehrer darauf bedacht den Kindern so viel wie möglich aus unterschiedlichen Bereichen beizubringen. In jungen Jahren wird unsere Gedächtnisleistung bewusst sowie unbewusst trainiert. Man muss sich auf Arbeiten vorbereiten, lernt unterschiedliche Menschen kennen, trifft auf verschiedene Umgebungen… ständig neue Bilder bringen das Gehirn laufend zum Arbeiten.
Doch im höheren Alter wird die Abwechslung weniger. Meist hat man einen eingefahrenen Lebensrhythmus, und ändert wenig in seinen Leben. Es fängt schon damit an, dass man z.B. immer in den gleichen Einkaufsmarkt geht und die gewohnten Lebensmittel einkauft. Der Alltag wird im Alter eine gewisse Routine. Somit wird das Gehirn nicht mehr so gefordert wie in jüngeren Jahren. Das hat zur Folge, dass man im Alter anfängt sich Dinge schlechter einzuprägen, man Probleme dabei hat sich z.B. Namen zu merken oder man hin und wieder etwas vergisst. Doch mit täglichem Gedächtnistraining kann man nachweislich diesem Abbauprozess entgegentreten, wie diese Arbeit zeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Krankheitsbilder der Teilnehmer am Kognitionstraining
2.1. Definition Demenz
2.1.1 Primäre Demenz
2.1.2 Sekundäre Demenz
2.1.3 Einteilung nach Schweregrad
2.1.4 Behandlung
2.1.5 Teilnahme dementer Patienten am kognitiven Training
2.2. Psychose
2.3. Depressionen
3. Themenwahl
4. Kognitives Training
4.1. Definition „Kognition“
4.2. Eigene Definition „kognitives Training“
4.3. Aussagen zum kognitiven Training von Fachleuten
4.4. Durchführung
4.4.1. Der Sehsinn (visuell)
4.4.2. Der Hörsinn (auditiv)
4.4.3. Der Tastsinn (taktil)
4.4.4. Der Geruchssinn (olfaktorisch)
4.4.5. Der Geschmackssinn (gustorisch)
4.4.6. Motorik
4.4.7. Rätselaufgaben
4.4.8. Erinnerung
4.4.9. Kreativität
4.4.10 die soziale Ebene
4.5. Ziele des kognitiven Trainings
5. Ablauf einer Kognitionsstunde
6. Hinweise und mögliche Fehlerquellen für HEP
7. Reflexion
8. Quellennachweis
9. Thesenblatt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Durchführung und Bedeutung eines kognitiven Trainings für Patienten in der Akut- und Gerontopsychiatrie. Ziel ist es, durch gezielte Übungen, die unterschiedliche Sinne sowie soziale Aspekte einbeziehen, kognitive Fähigkeiten zu erhalten, zu fördern und dem Abbau entgegenzuwirken.
- Methoden zur kognitiven Aktivierung von Patienten mit Demenz, Depressionen oder Psychosen.
- Einbindung der menschlichen Sinne zur Förderung von Wahrnehmung und Gedächtnis.
- Gestaltung abwechslungsreicher Therapieeinheiten unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse.
- Bedeutung der sozialen Ebene und Kommunikation in der Gruppentherapie.
- Reflektion über praktische Herausforderungen und Fehlerquellen in der therapeutischen Arbeit.
Auszug aus dem Buch
4.4.6 Motorik
Mit verschiedenen motorischen Übungen sollen einerseits die 2 Gehirnhälften aktiviert werden und anderer seits das propriozeptives System (= Tiefensensibilität, welches Informationen über druck, Gliederstellung und Bewegung gibt) und das vestibuläre System (= Gleichgewichtssinn). Diese 2 Sinne und das taktile System nennt man auch Basis-Sinnessysteme. Außerdem bietet eine sportliche Betätigung auch eine gute Abwechslung zu den anstrengenden geistigen Aufgaben und sollte daher etwa zur Hälfte der Stunde durchgeführt werden.
Beispiele
- Ich schreibe Zettel auf denen Berufe, Tätigkeiten, Tiere.. notiert sind und die Patienten müssen versuchen im Stehen diese Begriffe pantomimisch darzustellen
- 2 Patienten müssen aufstehen und sich der Gruppe mit dem Rücken zuwenden, in der Zeit ändern die restlichen Patienten irgendetwas, z.B. setzen sich 2 Patienten um, oder der eine zieht seine Jacke aus. Es sollten 2 Patienten sein, damit sie sich gemeinsam beraten können und es einen einzelnen nicht unangenehm ist, wenn er es nicht errät.
- Der eine Patient muss eine Bewegung wie Klatschen vormachen und der nächste muss diese wiederholen und selbst eine ergänzen. Und dies versuchen die Patienten reihum nachzumachen.
Bei vielen Übungen bei denen die Sinne einbezogen werden, bietet es sich an verschiedene Sinne gleichzeitig zu aktivieren, da durch diese kombinierte Übungen das Gehirn mehr gefördert und gefordert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des Gedächtnisses als lebenswichtige Ressource und führt in die Notwendigkeit von Gedächtnistraining zur Prävention von kognitivem Abbau im Alter ein.
2. Krankheitsbilder der Teilnehmer am Kognitionstraining: Erläutert die medizinischen Hintergründe von Demenz, Psychosen und Depressionen bei den betroffenen Patienten und deren Auswirkungen auf die Kognition.
3. Themenwahl: Reflektiert die persönlichen Erfahrungen der Autorin während ihres Anerkennungsjahres bei der Planung und eigenständigen Leitung der Kognitionsgruppe.
4. Kognitives Training: Definiert Kognition sowie kognitives Training und stellt verschiedene Methoden zur Förderung durch Sinneswahrnehmung, Rätsel und soziale Interaktion vor.
5. Ablauf einer Kognitionsstunde: Präsentiert ein konkretes Praxisbeispiel für eine 60-minütige Therapieeinheit zum Thema „Tiere“ mit verschiedenen methodischen Übungen.
6. Hinweise und mögliche Fehlerquellen für HEP: Gibt praxisnahe Ratschläge für Heilerziehungspfleger zur Gruppengröße, Motivationsförderung und flexiblen Gestaltung von Trainingsstunden.
7. Reflexion: Zieht ein Fazit über den persönlichen Lernerfolg, die erzielten Fortschritte bei den Patienten und die Wichtigkeit der therapeutischen Kontinuität.
Schlüsselwörter
Kognitives Training, Gedächtnis, Demenz, Gerontopsychiatrie, Wahrnehmung, Sinnessysteme, Motorik, Soziale Integration, Ergotherapie, Prävention, Lebensqualität, Gehirnleistung, Gruppentherapie, Psychose, Depression.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Anwendung und Gestaltung von Kognitionstraining für Patienten in einer klinischen Umgebung, speziell in der Akut- und Gerontopsychiatrie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kognitive Aktivierung bei Demenz, Depressionen und Psychosen, die Einbeziehung der Sinne sowie die soziale Förderung innerhalb einer therapeutischen Gruppe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erhaltung und Förderung kognitiver Fähigkeiten bei Patienten, um ihre Selbstständigkeit im Alltag so lange wie möglich zu bewahren und soziale Isolation zu mindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem praxisorientierten Ansatz, der durch eigene Beobachtungen in der Klinik sowie den Austausch mit Fachliteratur und Studien fundiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Erkrankungen vor allem praktische Übungen zur Aktivierung verschiedener Sinne, Denkaufgaben, Motorik-Übungen und der Ablauf einer konkreten Therapiestunde dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kognitives Training, Demenz, Wahrnehmung, Sinnessysteme, soziale Integration und therapeutische Alltagsgestaltung.
Wie wichtig ist die soziale Ebene beim Kognitionstraining?
Die soziale Ebene ist essenziell, da viele Patienten aufgrund ihrer Erkrankung zur Isolation neigen; Gruppentraining wirkt dem entgegen und fördert den Austausch sowie das Selbstvertrauen.
Können auch Patienten mit schwerer Demenz vom Training profitieren?
Das Training ist primär für Patienten im Anfangsstadium (leichte Demenz) geeignet, da in fortgeschrittenen Stadien Aufnahme und Verständnis komplexer Aufgaben meist nicht mehr gegeben sind.
- Citar trabajo
- Stefanie Schulz (Autor), 2007, Kognitionstraining mit demenzerkrankten Menschen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180169