Analysiert man einige aktuelle Forschungsberichte, die sich explizit mit dem Gebiet
„Elterneinfluss auf die Berufswahl“ befassen, dann stellt sich ein Defizit in der
Berufswahlforschung heraus. Deutlich wird, dass der Eltereinfluss eine Rolle spielt, dabei
wird diesem Aspekt nur punktuell Beachtung geschenkt, infolgedessen ist eine
Verallgemeinerung nicht zu erwägen. Einerseits ist der Elterneinfluss auf die Berufswahl eine
Auseinandersetzung, bei dem aktiv beraten und diskutiert wird. Andererseits erfolgt diese
Lenkung innerhalb der Familie indirekt. Laut einigen Berichten stellen Berufsberater aus ihrer
täglichen Arbeit fest, dass Jugendliche, die sich mit ihren Eltern beraten lassen, nicht nur
berichten, was sie einmal werden möchten, sondern bereits Bewerbungen zu ihren
Wunschberufen laufen. Damit ist das ein Beleg für den Einfluss aus dem elterlichen Hause,
jedoch weist das auf einen Sachverhalt, der schon längst passé ist, auf Vorgänge, die bereits
vorher getroffen wurden.
Genau diesem Sachverhalt der beruflichen Sozialisation wird auf die Spur gegangen und der
Elterneinfluss systematisch dargestellt.
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll nun folgende Fragestellung untersucht werden:
Die Bedeutsamkeit der Eltern bei der Berufswahl zusammenhängend mit dem Einfluss
auf die Berufswahl als Teilbereich der Gesamtberatung
Es geht hier also darum, herauszufinden, in wie fern die Eltern bei der Berufswahl ihrer
Kinder eine Rolle spielen.
Bevor ich jedoch auf die einzelnen Studien eingehe, sollten im Vorfeld zunächst einmal
einige wichtige Begrifflichkeiten in diesem Kontext geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Skizzierung des Problemfeldes
2. Hauptteil
2.1 Verschiedene Bergriffsbestimmungen
2.1.1 Beruf
2.1.2 Berufsorientierung
2.1.3 Berufswahl
2.1.4 Sozialisationsprozess
2.2 Elterneinfluss
2.2.1 Bedeutsamkeit der Eltern bei der Berufswahl
2.2.2 Die Geschlechterrolle
2.2.3 Elterlicher Einfluss als Teilbereich der Gesamtberatung
2.3 Wichtige Ergebnisse
2.3.1 Die Gießener Studie
2.3.2 Die Osnabrücker Studie
2.3.3 Befragung an verschiedenen regionalen Berufsschulen
2.3.4 Befragung an der Pädagogischen Hochschule Weingarten
3. Schluss
3.1 Zusammenfassung und Beantwortung meiner Frage
3.2 Fazit/Schlussfolgerungen
3.3 Verknüpfung zu anderen Vorlesungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des elterlichen Einflusses auf den Berufswahlprozess von Jugendlichen im Kontext der beruflichen Sozialisation. Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern Eltern die beruflichen Entscheidungen ihrer Kinder steuern, beeinflussen oder begleiten und welche Rolle dabei soziale Rahmenbedingungen spielen.
- Bedeutsamkeit des elterlichen Einflusses auf die Berufswahl.
- Differenzierung des Einflusses durch Geschlechterrollen.
- Analyse aktueller Studien zum Berufswahlverhalten.
- Die Rolle der Familie im Vergleich zu weiteren Instanzen wie Schule und Berufsberatung.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Bedeutsamkeit der Eltern bei der Berufswahl
Wie schon bereits oben erwähnt, ist die Berufswahl ein Prozess des Einzelnen, der aus einer Palette von Möglichkeiten (Bundesweit gab es im Jahr 2009 349 anerkannte Ausbildungsberufe) einen Beruf wählt, der natürlich mit seinen Neigungen und Interessen übereinstimmt, allerdings von verschiedenen Faktoren gesteuert wird.
Die Forschung ihrerseits befasst sich mit diesen verschiedenen Rahmenbedingungen. Auch mit der Rolle der Eltern, die einen erheblichen Beitrag dazu leisten und die mit von der Partie sind, wenn es um die Frage geht, was ich werden möchte. Welcher Beruf passt zu mir? In welchem Berufsfeld kann ich eine steile Karriere hinlegen?
Welche „Auskunft“ können uns die Forschungsergebnisse geben? Deckt sie unsere Fragestellung auf, oder entstehen umso mehr Verwirrungen und stößt man auf Ungeklärtheiten?
Diesen Forschungsergebnissen zahlreicher Autoren werde ich nun auf den Grund gehen.
Wenn man vom elterlichen Einfluss spricht, dann im klassischen Sinne, also der „Zwei-Eltern-Familie“. Dieses Familienbild ist heute auch schon wieder überholt, und es muss nicht eigens erwähnt werden. Dass Partnerwechsel und mehrmalige Eheschließung, unter dem modernen Begriff „Patchworkfamilie“ bekannt, die familiären Strukturen verändert haben, ist auch augenscheinlich. Wenn man sich also mit dem Feld „Eltern“ auseinander setzt, dann muss man über den Wandel, dem Familienstrukturen ausgesetzt sind, bewusst sein. NAVE HERZ spricht in ihrer Monographie von insgesamt 16 Familientypen. Dieser Gesichtspunkt ist zwar bestimmt auch sehr relevant für die Arbeit, aber auf diesen Wandel werde ich nicht näher eingehen.
Ich beschränke mich bei der Untersuchung auf die „traditionelle“ Familienstruktur.
Eltern im traditionellen Sinn sind also für die Heranwachsenden eine wesentliche Einflussgröße:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors für das Thema und skizziert die zentralen Probleme der Berufswahlforschung hinsichtlich des elterlichen Einflusses.
2. Hauptteil: Der Hauptteil definiert grundlegende Begriffe, analysiert theoretisch und empirisch den Einfluss der Eltern auf die Berufswahl unter Berücksichtigung von Geschlechterrollen sowie verschiedenen Studien.
3. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und stellt eine Verknüpfung zu anderen studierten Themenkomplexen her.
Schlüsselwörter
Elterneinfluss, Berufswahl, Berufsorientierung, Sozialisation, Familie, Berufswahlbegleiter, Berufsberatung, Geschlechterrolle, berufliche Sozialisation, Ausbildung, Studien, Jugendliche, Arbeitswelt, Berufsentscheidung, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Fragestellung, welchen Einfluss Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder ausüben und welche Rolle dieser Einfluss im Gesamtsystem der beruflichen Orientierung spielt.
Welche Themenfelder sind zentral?
Neben der theoretischen Definition von Begriffen wie „Beruf“ und „Berufswahl“ stehen der Einfluss des familiären Umfelds, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Berufswahl sowie die Rolle von Schule und Berufsberatung im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis von Forschungsberichten und eigenen Befragungen zu klären, inwiefern und durch welche Mechanismen Eltern die Berufswahlentscheidungen ihrer Kinder beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsberichte sowie auf die Auswertung eigener quantitativer Fragebogenerhebungen an verschiedenen Berufsschulen und der Pädagogischen Hochschule Weingarten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die theoretische Auseinandersetzung mit dem Elterneinfluss (inkl. Geschlechterrollen und Sozialisation) und die detaillierte Präsentation und Diskussion verschiedener empirischer Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Elterneinfluss, Berufswahl, Sozialisation, Familie, Berufsorientierung sowie die Rolle von Schule und individuellen Entscheidungsprozessen.
Warum spielt das Geschlecht bei der Berufswahl laut dieser Arbeit eine Rolle?
Die Arbeit zeigt auf, dass Eltern geschlechtsspezifische Erwartungen an ihre Kinder haben, was dazu führen kann, dass Mädchen eher in frauentypische Berufe gelenkt werden, während bei Jungen häufiger finanzielle Unabhängigkeit und Karriere im Vordergrund stehen.
Welche Bedeutung kommt der „Schule“ als Instanz neben dem Elternhaus zu?
Die Schule dient als Vermittlungsinstanz und bietet durch Unterricht, Praktika und Berufsberatung Orientierungshilfen, wobei der Autor betont, dass ein effizientes Zusammenwirken von Eltern, Schule und Berufsberatung für den Erfolg der Jugendlichen entscheidend ist.
- Quote paper
- Misel Saric (Author), 2011, Elterneinfluss auf die Berufswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180187