1. Problemstellung
„Die Medienbranche diskutiert, streitet und entwirft Zukunftsszenarien – und ist sich aber vor allem uneins, wohin genau der multimediale Weg der Zukunft uns führen wird“. Immer öfter bekommen wir Titel, wie „die Printmedien sind schon tot“, „sie werden aussterben“, „ihre Tage sind gezählt, nicht mehr lange, dann ist es soweit und das Internet hat ihren Platz eingenommen“, etc. zu lesen. Experten aus aller Welt und aus allen Bereichen haben zu diesem Thema eine Meinung und verkünden diese fleißig.
Die Printmedien hat es in den letzten Jahren hart getroffen, das ist unbestreitbar. Immer mehr potenzielle Leser, vor allem junge Leser, greifen nicht mehr auf die gedruckten Medien zurück, sondern bedienen sich zur Informationsbeschaffung den digitalen Medien – dem Internet.
Zusätzlich zu diesen oben genannten Gründen für die Auflagenrückgänge führte auch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise zu weiteren Einbußen im Printmedienbereich. In Zeiten des starken Wirtschaftsrückgangs wird bei den Unternehmen an allen Ecken und Kanten gespart. Und was lässt sich natürlich am leichtesten vor allen anderen Maßnahmen einsparen?
Die Marketing- und Werbeausgaben.
Die Folgen für die Printmedienbranche sind massive Umsatzrückgänge, bedingt durch die strukturelle Änderung der Branche sowie verringerte Werbeeinnahmen durch die Sparmaßnahmen der Unternehmen. Außer durch den konjunkturellen Abschwung und die schwindenden Leserschaften bedingt, werden die Gründe für den Rückgang aber vor allem im vermehrten Auftreten der Online-Medien, dem wohl größten Konkurrenten der Printmedien, gesucht.
In dieser Projektarbeit wird auf den folgenden Seiten - basierend auf der Annahme, dass mit dem Internet der wohl größte Konkurrent geboren wurde und der Tod der Printmedien eventuell kurz bevor steht – darauf vertiefend eingegangen. Außerdem soll ein Einblick in die Möglichkeit eines Onlineablegers der Verlagshäuser geboten werden und die vorhandenen Stärken der Printmedien herausgestellt werden.
www.ftd.de – Financial Times Deutschland Online
Vgl. Andresen, C. M. (2007), S. 1
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Medienlandschaft Deutschland
3. Printmedien
3.1. Zeitungen
3.2. Zeitschriften
3.3. Gemeinsamkeit von Zeitungen und Zeitschriften
4. Onlinemedien
5. Eine Branche im Umschwung
5.1. Risiken der Onlineableger
5.2. Chancen der Onlineableger
5.3. Herausforderungen an die Onlineableger
6. Nutzungsdauer von Internet, Zeitschriften und Zeitungen
6.1. Medienzeitbudget
6.2. Informationsverhalten der Leser
6.3. Werbeausgaben in Deutschland
7. Vorteile und Stärken der Printmedien
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit untersucht die kritische Wettbewerbssituation zwischen traditionellen Printmedien und modernen Onlinemedien. Ziel ist es zu analysieren, ob der prognostizierte Untergang der Printmedien aufgrund veränderter Nutzungsgewohnheiten und technologischer Entwicklungen tatsächlich bevorsteht oder ob eine Koexistenz möglich ist.
- Struktureller Wandel der Medienbranche durch das Internet
- Risiken und Chancen der Online-Strategien von Verlagen
- Analyse der Mediennutzungsdauer und des Informationsverhaltens
- Ökonomische Bedeutung von Werbeausgaben in Print- und Onlinemedien
- Identifikation der spezifischen Stärken und Alleinstellungsmerkmale von Printprodukten
Auszug aus dem Buch
5.3. Herausforderungen an die Onlineableger
Die Herausforderung der Verlage besteht nun darin, die Leser mit den gewünschten Informationen durch die verschiedenen Medien zu bedienen und diese wiederum sinnvoll und gewinnbringend aufeinander abzustimmen - sie müssen sich gegenseitig ergänzen und unterstützen, nicht ausmerzen oder kannibalisieren!
Gefordert sind aktuellere, qualitativ hochwertigere und individualisierbare Medienprodukte, die schnellstmöglich mit geringem Aufwand publiziert und über die unterschiedlichen Kanäle vom Leser konsumiert werden können.
Wer allein auf sein herkömmliches Printprodukt setzt, verschließt sich vor der Realität und kann im zukünftigen medialen Wettbewerb wahrscheinlich nur verlieren.
Das Schlagwort fast aller Verlage heute heißt Cross-Media Strategie, „Verlage wandeln sich von Anzeigen- zu Multimedia-Vermarktern; denn nur mit vernetzten, zielgruppenorientierten Angeboten über alle Kanäle hinweg können künftig zusätzliche Umsatzpotenziale erschlossen werden“.
Ziel eines jeden Verlegers sollte es daher sein, sich mit seinen Produkten von den anderen Anbietern abzuheben und die Vorteile seiner Printprodukte mit den Vorteilen seines geschaffenen Onlinekanals zu kombinieren; ein Komplementärprodukt von Online und Zeitung zu erschaffen, dass die jeweiligen Anforderungen an das Print- oder Onlineprodukt mit den entsprechenden Eigenarten berücksichtigt und umsetzt.
So wäre es zum Beispiel kontraproduktiv, Exklusivinhalte oder Eilnachrichten für die Printausgabe zurück zu halten, anstelle diese online gleich zu veröffentlichen, denn bis die Printausgabe erscheint, hat sich der flinke Onlinenutzer bereits bei der Konkurrenz in Echtzeit informiert. Bis vor ein paar Jahren war dies jedoch bei den meisten deutschen Zeitungsverlagen noch der Fall.
Sinnvoll hingegen ist es, die zeitkritischen Eilnachrichten in Echtzeit im Internet zu publizieren und somit eine Kundenbindung bzw. eine Markentreue durch den Leser anzustreben (z. B. durch sogenannte RSS-Feeds), der seinen aktuellen Informationsbedarf nun auch bei seinem Lieblingsverleger online stillen kann, wenn er dies möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Die Arbeit thematisiert den durch das Internet ausgelösten Druck auf die Printmedien, der durch sinkende Auflagenzahlen und die Wirtschaftskrise verschärft wird.
2. Medienlandschaft Deutschland: Es wird der Stellenwert der Medien in der Gesellschaft erläutert und der Medienbegriff für diese Arbeit auf klassische Printmedien und das Internet eingegrenzt.
3. Printmedien: Dieses Kapitel definiert Printmedien, skizziert deren historischen Ursprung und differenziert zwischen Zeitungen und Zeitschriften sowie deren Finanzierungsstruktur.
4. Onlinemedien: Es erfolgt eine Definition des Internets und der World-Wide-Web-Anwendung als elektronische Informationsquelle, die den Alltag der Nutzer durchdringt.
5. Eine Branche im Umschwung: Untersucht wird die Transformation der Verlagshäuser in die digitale Welt, beleuchtet werden Risiken, Chancen und strategische Herausforderungen wie Cross-Media-Konzepte.
6. Nutzungsdauer von Internet, Zeitschriften und Zeitungen: Eine quantitative Analyse der Mediennutzungsdauer, des Informationsverhaltens und der Entwicklung der Werbeausgaben belegt die Verschiebung der Marktanteile.
7. Vorteile und Stärken der Printmedien: Das Kapitel arbeitet die haptischen und psychologischen Vorteile sowie die Glaubwürdigkeit von Printprodukten als Differenzierungsmerkmale gegenüber dem Internet heraus.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass trotz dramatischer Veränderungen und technologischer Konkurrenz der Printmedien-Untergang nicht unmittelbar bevorsteht.
Schlüsselwörter
Printmedien, Internet, Onlinemedien, Verlagshäuser, Mediennutzung, Auflagenrückgang, Cross-Media, Werbeausgaben, Informationsverhalten, Kundenbindung, Digitalisierung, Medienlandschaft, Zeitungen, Zeitschriften, Medienwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die veränderte Rolle von Printmedien im digitalen Zeitalter und hinterfragt die Überlebensfähigkeit von Zeitungen und Zeitschriften angesichts der Internetkonkurrenz.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören der strukturelle Branchenwandel, das veränderte Medienzeitbudget der Nutzer, sowie die Entwicklung von Strategien wie Cross-Media und Paid Content.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Untersuchung geht der Frage nach, ob das Internet die Printmedien vollständig verdrängen wird oder ob eine Koexistenz durch eine Rückbesinnung auf die Stärken des Gedruckten möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung aktueller empirischer Studien, wie z.B. der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation.
Was behandelt der Hauptteil?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zur Medienbranche vor allem die ökonomischen Risiken und Chancen für Verlage sowie aktuelle Trends im Medienkonsum und Werbemarkt detailliert betrachtet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Printmedien, Onlinemedien, Cross-Media, Medienzeitbudget und haptische Medienqualität.
Welchen Stellenwert haben Onlineableger für klassische Verlage?
Onlineableger sind laut der Arbeit essenziell für die Reichweitensteigerung und Kundenbindung, erfordern jedoch neue Vermarktungsmodelle, um die Kannibalisierung des Printprodukts zu verhindern.
Gibt es Zukunftsaussichten für die Printbranche?
Ja, die Arbeit sieht die Zukunft in der Spezialisierung auf vertiefende Informationen und die sinnliche, haptische Qualität, womit sich Printmedien als exklusive Ergänzung zum Internet positionieren können.
- Citation du texte
- Jessica Mahrle (Auteur), 2010, Bedeutung und Entwicklung der Printmedien im Zeitalter von Onlinemedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180258