Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage nach der Übertragbarkeit der fünf Prinzipien der Sozialraumorientierung (SRO), die ich im Rahmen meines Projektstudiums beim Institut für Sozialraumorientierung, Soziale Arbeit und Beratung (IS-SAB) kennengelernt habe, auf die Schulsozialarbeit.
Zu Beginn werden sowohl die generellen Entwicklungen als auch die Handlungsleitlinien für die Schulsozialarbeit auf dem Hintergrund verschiedener Veröffentlichungen offengelegt und zusammengetragen.
Im Folgenden werde ich das Fachkonzept der SRO darstellen.
Darauf aufbauend werden meine praktischen Erfahrungen aus dem Projektstudium geschildert und ausgewertet.
Das abschließende Fazit führt die Einzelbestandteile der Hausarbeit dann thematisch verbindend und auswertend zusammen.
Der Hintergrund der Hausarbeit ist, dass ich im Rahmen des Theorie-Praxis-Projektes des ISSAB in Essen im Stadtteil Altendorf an einer Hauptschule unter der Anleitung des dortigen Schulsozialarbeiters gearbeitet habe. Im Zeitraum vom 1.4.2010 bis zum 30.3.2011 habe ich eigenständig eine Fußballgruppe für Schüler der 6. Klasse, bzw. in meinem 2. Projektsemester der 7. Klasse, geplant, initiiert und geleitet.
Zudem habe ich ein erlebnispädagogisches Gruppenangebot des Schulsozialarbeiters begleitend geleitet, welches ausschließlich für Schülerinnen und Schüler (SuS) mit vor kurzem erfolgter Migration angelegt war.
Diese Hausarbeit soll sich auf die von mir allein geführte Fußballgruppe für Jungen beziehen. Hier konnte ich meine Handlungsprinzipien, meine Haltung und meine Arbeit, die geprägt war durch das Fachkonzept der SRO - ohne den Schulsozialarbeiter - umsetzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Schulsozialarbeit
1.1 Aufgabe von Schulsozialarbeit
1.2 Sozialarbeit in der Schule
1.3 Sozialpädagogik in der Schule
1.4 Sozialpädagogische Schule
1.5 Lebensweltorientierung & aktueller Stand der Schulsozialarbeit
1.6 Fazit Schulsozialarbeit + Ausblick
2. Fachkonzept Sozialraumorientierung
2.1 Orientierung an den geäußerten Interessen und am Willen
2.2 Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe(kräften)
2.3 Konzentration und Nutzung der Ressourcen
2.3.1 a) der Menschen
2.3.2 b) des Sozialraums
2.4 Zielgruppen- und bereichsübergreifende Sichtweise
2.5 Kooperation und Koordination (der sozialen Dienste)
3. Persönliche Erfahrungen & Arbeit anhand der Prinzipien des Ansatzes der Sozialraumorientierung im Praxisfeld
4. Auswertung
Fazit
Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übertragbarkeit der fünf Prinzipien der Sozialraumorientierung (SRO) auf das Praxisfeld der Schulsozialarbeit. Dabei wird analysiert, wie ein ressourcenorientierter Ansatz an einer Hauptschule erfolgreich implementiert werden kann, um die Lebenswelten der Schüler gezielter zu unterstützen und die Handlungsfähigkeit der Sozialarbeit im schulischen Kontext zu erweitern.
- Grundlagen und Herausforderungen der Schulsozialarbeit
- Das Fachkonzept der Sozialraumorientierung nach Wolfgang Hinte
- Methoden der Ressourcenaktivierung und Partizipation im Schulalltag
- Praktische Fallbeispiele zur Umsetzung von SRO-Prinzipien
- Reflexion der Rolle des Sozialarbeiters im Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe
Auszug aus dem Buch
3. PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN & ARBEIT ANHAND DER PRINZIPIEN DES ANSATZES DER SOZIALRAUMORIENTIERUNG IM PRAXISFELD
Der Ansatz der SRO ist wie bereits dargestellt, ein Ansatz der sich nicht speziell auf ein bestimmtes Arbeitsfeld bezieht, sondern er bietet eine generelle Haltung an.
In den vergangenen zwei Semestern habe ich diesen Ansatz kennengelernt. Mein inzwischen vertieftes Wissen über den Ansatz der SRO gibt mir einen erweiterten Handlungsspielraum. Dieser Handlungsspielraum ermöglicht mir eine offene Herangehensweise an vollkommen unterschiedliche Gegebenheiten.
Da der Ansatz aus den genannten Prinzipien besteht und diese wiederum in diverse Substrukturen differenziert werden können, ist es meiner Meinung nach fast immer möglich mit einem der Aspekte des Ansatzes an ein gewisses Problem bzw. eine Aufgabe heranzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Grundkonzepte der Schulsozialarbeit und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen schulischen Anforderungen und dem Auftrag der Sozialarbeit.
2. Fachkonzept Sozialraumorientierung: Das Kapitel stellt die fünf Kernprinzipien der Sozialraumorientierung vor und betont die Bedeutung einer ressourcenorientierten Sichtweise statt einer defizitorientierten Stigmatisierung.
3. Persönliche Erfahrungen & Arbeit anhand der Prinzipien des Ansatzes der Sozialraumorientierung im Praxisfeld: Hier wird die praktische Adaption der SRO-Prinzipien auf eine Fußballgruppe an einer Hauptschule dargestellt, wobei der Fokus auf Partizipation und Ressourcenstärkung liegt.
4. Auswertung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit aus den gemachten praktischen Erfahrungen und bewertet den Erfolg der SRO-Anwendung als sehr positiv im Hinblick auf Gemeinschaftsbildung und Schülerbeziehungen.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Sozialraumorientierung, Ressourcenorientierung, Lebensweltorientierung, Partizipation, Doppelmandat, Schulpraxis, Projektstudium, Soziale Arbeit, Jugendhilfe, Empowerment, Hauptschule, Handlungsprinzipien, Reflexion, Sozialpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung des Fachkonzepts der Sozialraumorientierung (SRO) im schulischen Kontext und untersucht, wie dieses konzeptionelle Modell die Arbeit von Schulsozialarbeitern optimieren kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die theoretischen Grundlagen der Schulsozialarbeit, das SRO-Konzept nach Wolfgang Hinte sowie die praktische Übertragung von Handlungsleitlinien auf den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erprobung und Auswertung, ob und wie die SRO-Prinzipien – die ursprünglich für die Stadtteilarbeit konzipiert wurden – auf das Handlungsfeld Schule übertragbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen reflexiven Praxisansatz, bei dem eigene Erfahrungen aus einem einjährigen Projektstudium (Leitung einer Fußballgruppe) systematisch an den SRO-Prinzipien gemessen und ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darlegung der Schulsozialarbeit und des SRO-Konzepts sowie eine ausführliche Fallbeschreibung der eigenen praktischen Arbeit an einer Hauptschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sozialraumorientierung, Ressourcenorientierung, Schulsozialarbeit, Empowerment und die methodische Arbeit im Setting der Schule.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Schulsozialarbeiters im Verhältnis zur Schulleitung?
Der Autor beschreibt eine kritische Position, in der der Schulsozialarbeiter oft in der Gefahr steht, lediglich die defizitorientierten Vorgaben der Lehrkräfte zu erfüllen ("Erfüller-Rolle"), anstatt eine eigenständige fachliche Position zu vertreten.
Welche Bedeutung hat das Praxisbeispiel mit der Notschlafstelle?
Das Beispiel dient als Beleg für die Vorteile einer SRO-Haltung: Durch den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung und die Abkehr von rein defizitorientierter Kategorisierung konnte der Sozialarbeiter eine effektive Unterstützung leisten, die über den rein schulischen Auftrag hinausging.
- Arbeit zitieren
- Johannes Kistner (Autor:in), 2011, Die Umsetzung des Fachkonzeptes der Sozialraumorientierung in der Schulsozialarbeit dargestellt am Beispiel einer Hauptschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180323