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Der ökonomische Kannibalismus

Über den Widerspruch von Wertevorstellung und Ökonomie am Beispiel der Korruptionsaffäre der Siemens AG

Titre: Der ökonomische Kannibalismus

Dossier / Travail , 2011 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Baccalaureus Artium Mathias Seeling (Auteur)

Gestion d'entreprise - Ethique commerciale, Ethique économique
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Regeln und Verpflichtungen sind in unserer pluralistischen Gesellschaft wichtiger denn je.
Kriminelle Vorgänge im wirtschaftlichen Handeln waren dabei schon immer reizvoll, da sie der eigenen Vorteilslage einen enormen Gewinnzuwachs versprechen und somit die Hemmschwelle von immer mehr Geschäftsleuten senken. Allein durch diese Tatsache wird es schwierig, in einer solchen korrupten Wirtschaft mit ehrbaren, ausschließlich legalen Mitteln überleben zu können. Im modernen Wirtschaftszeitalter mit seinen globalen Vernetzungen und der damit verbundenen starken Konkurrenz untereinander, wird es für ein Unternehmen immer schwieriger, wichtige Aufträge zu erhalten. Zudem verschärft sich die Situation, wenn weltweit lokale Gesetzesunterschiede existieren, die zum Teil mit den Landesgesetzen des jeweiligen Unternehmenssitzes im Widerspruch stehen. In diesem Dilemma steht auch die Siemens AG: 'Bestechungsgelder'1 sind nach deutschen Wirtschaftsgesetzen eindeutig strafbar, seit einiger Zeit, aufgrund der Vorfälle in bis dato Grauzonen, auch für Bestechung im Ausland. In anderen Ländern, in denen das Unternehmen jedoch Großaufträge in Milliardenhöhe2 als unternehmerisch notwendige Tatsachen sieht, um eines der wichtigsten Wirtschaftsziele überhaupt, die Gewinnerzielung, erreichen und Konkurrent bleiben zu können. Oft ist es jedoch in anderen Ländern sogar üblich, sogenannte 'Motivationszahlungen' an Amtsträger zu zahlen, um an öffentlich ausgeschriebene Aufträge zu gelangen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zum Begriff Korruption

1.1 Funktion und Valenz im nationalen und internationalen Kontext

1.2 Der Kampf gegen Korruption und das Problem des individuell-rationalen Handelns

1.3 Ökonomischer Kannibalismus oder warum Unternehmen sich gegenseitig auffressen

2 Corporate Governance

2.1 Compliance

2.2 Verfolgung und Erfolg der Unterwelt

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den inhärenten Widerspruch zwischen moralischen Wertvorstellungen und ökonomischen Gewinnmaximierungsbestrebungen. Am Beispiel der Korruptionsaffäre der Siemens AG wird analysiert, wie individuelles Handeln innerhalb von Unternehmen in Dilemmasituationen gerät und welche Rolle die Corporate Governance bei der Etablierung ethischer Standards spielt.

  • Analyse des Korruptionsbegriffs in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten
  • Theoretische Auseinandersetzung mit dem Konzept des ökonomischen Kannibalismus
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Compliance und Unternehmenskultur
  • Kritische Reflexion der Anreizstrukturen für korruptes Verhalten
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen ethischen Handelns in globalen Märkten

Auszug aus dem Buch

1.3 Ökonomischer Kannibalismus oder warum Unternehmen sich gegenseitig auffressen

Ökonomische Machenschaften, scheinbar ohne moralische Grundsätze, geben immer wieder Stoff für Schlagzeilen aller Medien. T. R. Malthus beschäftigte sich dahingehend indirekt bereits im späten 18. Jahrhundert mit der Problematik stärker wachsender menschlicher Bedürfnisse im Verhältnis der immer knapper werdenden Ressourcen und findet sich schließlich in einer, nach ihm benannten, Malthus-Falle wieder.

Die Beobachtungen Malthus' lassen sich leicht von seinen agrarökonomischen Prinzipien auf allgemein ökonomische Sachverhalte übertragen. Die menschlichen Bedürfnisse sind dann nunmehr utilitaristische Bedürfnisse, die materialistische Charaktere besitzen und die Ressourcen stellen öffentliche Aufträge dar, durch welche die Bedürfnisse gestillt werden können.

Der ökonomische Charakter, der stets Gewinnmaximierung und Wachstum fordert, steht somit den knappen Ressourcen lukrativer Aufträge gegenüber und immer mehr Unternehmen wollen daran Teil haben. An dieser Stelle wird deutlich, welchem Problem Malthus Ende des 18. Jahrhunderts gegenüber stand: zu wenige Ressourcen für zu viele starke Bedürfnisse. Umso höher werden demnach auch die Motivationen des Einzelnen (Unternehmens oder auch Individuums), die eigenen Bedürfnisse zu stillen, indem versucht wird, die knappen Ressourcen für sich zu vereinnahmen.

Dieses Ungleichgewicht geht zusätzlich durch Korruption der Stärkeren auf Kosten der Schwächeren, die sich korrupte Handlungen nicht leisten können oder wollen. Dieses 'nicht leisten wollen' ist jedoch an dieser Stelle kritisch zu betrachten, denn welchen Anreiz hat ein Unternehmen, moralisch korrekt zu bleiben, aber eben dadurch seine wirtschaftliche Existenz aufs Spiel zu setzen? Die vermeintlich einzige Lösung ist zu korrumpieren, weil doch alle korrumpieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Problemstellung dargelegt, dass in einem globalen Wettbewerbsumfeld ethische Standards häufig hinter ökonomische Notwendigkeiten zurücktreten, wobei die Korruptionsaffäre der Siemens AG als Fallbeispiel dient.

1 Zum Begriff Korruption: Dieses Kapitel definiert Korruption im gesellschaftlichen Kontext und untersucht, wie individuelles Handeln unter Wettbewerbsdruck zu einem ökonomischen Kannibalismus führen kann.

2 Corporate Governance: Hier werden Compliance-Strategien und die Schwierigkeiten ihrer Umsetzung im Hinblick auf moralisches Handeln innerhalb komplexer Unternehmensstrukturen kritisch analysiert.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Anreizstrukturen für Korruption derzeit die moralischen Kosten überwiegen und eine grundlegende Umorientierung hin zu einem wertorientierten Gesellschaftsvertrag notwendig ist.

Schlüsselwörter

Korruption, Siemens AG, ökonomischer Kannibalismus, Corporate Governance, Compliance, Gewinnmaximierung, Wirtschafts- und Unternehmensethik, Eigeninteresse, Gerechtigkeit, soziale Verantwortung, Wettbewerb, Wertvorstellungen, Anreizstrukturen, Utilitarismus, gesellschaftlicher Kontext

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Spannung zwischen moralischen Werten und dem wirtschaftlichen Zwang zur Gewinnmaximierung am Beispiel der Korruptionsskandale bei der Siemens AG.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Korruptionsbegriff, die Rolle individueller Rationalität in einer utilitaristischen Wirtschaftsordnung sowie die Wirksamkeit von Corporate-Governance-Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie korrupte Handlungen in einem System entstehen, das durch knappe Ressourcen und starken Konkurrenzdruck gekennzeichnet ist, und warum ethische Korrekturen innerhalb dieses Systems oft an ihre Grenzen stoßen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der wirtschaftsethische Konzepte, philosophische Ansätze (z.B. von Rawls oder Malthus) und aktuelle wirtschaftliche Fallbeispiele kombiniert werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Korruptionsphänomens und der damit verbundenen Interessenkonflikte sowie in die kritische Würdigung von Compliance als Instrument innerhalb der Corporate Governance.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere ökonomischer Kannibalismus, Compliance, Gewinnmaximierung, Unternehmensethik und das Spannungsfeld zwischen individuellem Nutzen und Gemeinwohl.

Wie definiert der Autor das Problem des 'ökonomischen Kannibalismus'?

Der Autor versteht darunter ein System, in dem Unternehmen aufgrund von Ressourcenknappheit und dem Druck zur permanenten Gewinnmaximierung dazu neigen, ethische Grundsätze zu verletzen, um sich gegenüber Wettbewerbern durchzusetzen.

Welche Rolle spielen die Compliance-Richtlinien laut dieser Arbeit?

Compliance wird zwar als notwendig erachtet, der Autor weist jedoch darauf hin, dass sie allein nicht ausreicht, um eine tiefgreifende ethische Verhaltensänderung zu bewirken, da die Ursachen oft tiefer in der menschlichen Natur und den Anreizsystemen liegen.

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Résumé des informations

Titre
Der ökonomische Kannibalismus
Sous-titre
Über den Widerspruch von Wertevorstellung und Ökonomie am Beispiel der Korruptionsaffäre der Siemens AG
Université
Leipzig University of Applied Sciences
Cours
Business Ethics
Note
1,3
Auteur
Baccalaureus Artium Mathias Seeling (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
17
N° de catalogue
V180375
ISBN (ebook)
9783656030102
ISBN (Livre)
9783656030492
Langue
allemand
mots-clé
Siemens Wirtschaft Ethik ethics Korruption corruption Business Kannibalismus Ökonomie ökonomisch Wertevorstellung Werte Affäre Philosophie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Baccalaureus Artium Mathias Seeling (Auteur), 2011, Der ökonomische Kannibalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180375
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Extrait de  17  pages
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