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Zur Bedeutung des Herrscheradventus in der Zeit des deutschen Thronstreits

Titre: Zur Bedeutung des Herrscheradventus in der Zeit des deutschen Thronstreits

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 26 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lukas Strehle (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Besonders für Zeiten umstrittener Herrschaft verdienen Formen der Inszenierung und der symbolischen Kommunikation die gesteigerte Aufmerksamkeit des Historikers, die aufgrund ihrer spezifischen Legitimationskraft zu einer gezielten Instrumentalisierung durch die Zeitgenossen geeignet waren.

Für die Zeit des deutschen Thronstreits von 1198 bis 1208 fand bislang neben der Frage der Rechtmäßigkeit der Königswahlen vor allem diejenige um die herrschaftslegitimierende Funktion der ‚echten’ Krönungsinsignien, des ‚korrekten’ Krönungsortes und des ‚richtigen’ Koronators Beachtung. Ein anderer Aspekt anerkannter Herrschaft blieb für diesen Zeitraum hingegen bisher weitestgehend unbeachtet. Es handelt sich dabei um die Bedeutung des adventus regis für die Stellung, Anerkennung und Inszenierung des Herrschers.

Das erscheint insofern verwunderlich, als dieser feierlich inszenierte Einritt des Regenten in eine Stadt zum Zweck seiner politischen und sakralen Überhöhung bereits in der Antike Bestandteil des Kaiserkults und, auch in Analogie zum in Mt. 21 geschilderten Einzug Jesu nach Jerusalem, seit Karl dem Großen festes Element in der Darstellung und Repräsentation der Königs- bzw. Kaiserwürde war. Im Zusammenhang mit der Praxis des Reisekönigtums gewann der adventus regis im frühen und hohen Mittelalter eine symbolbehaftete Bedeutung, deren nähere Untersuchung sich insbesondere für die Zeiten umstrittener Herrschaft lohnt.

Erschwert wird eine solche Untersuchung durch den relativen Quellenmangel. So sind uns viele der herrscherlichen Ankünfte nur in wenigen Worten überliefert, aus denen sich oft nicht mehr als die bloße Anwesenheit des Königs entnehmen lässt. Als umso interessanter und aufschlussreicher sollte man die Quellen einstufen, die tiefere Einblicke in die Bedingungen, das Zeremoniell und die Bedeutung des adventus ermöglichen. Für die Zeit des deutschen Thronstreits wurde dies bislang lediglich von Steffen Krieb ansatzweise unternommen, während für die Bedeutung des adventus im Spätmittelalter das Werk von Gerrit Jasper Schenk neue Maßstäbe setzte.

Die folgende Arbeit soll anhand einer eingehenden Analyse der beiden bestüberlieferten Herrscherankünfte aus der Zeit des Thronstreits, denjenigen Philipps in Straßburg 1199 und Köln 1207, sowie mithilfe eines zusammenfassenden Kapitels über Bemerkenswertes weiterer bekannter adventus der Zeit die Bedeutung dieses ritualisierten Zeremoniells für diese besondere Phase umkämpfter Herrschaft untersuchen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Die Bedeutung des adventus regis zwischen 1198 und 1208

I. Straßburg 1199

a) Die Situation im Elsass vor 1199

b) Exkurs: Vermittler als Bestandteil mittelalterlicher Konfliktbeilegung

c) Der adventus des Königs in Straßburg

II. Köln 1207

a) Der Konflikt mit Köln 1198 - 1207

b) Exkurs: Das Einreißen der Mauern als Bestandteil des Kaiserrechts

c) Der Friedensvertrag zwischen Philipp und Köln

d) Der adventus in Köln – Einordnung in ein Idealschema

e) Die Umsetzung des Friedensvertrages – Das Privileg König Philipps

f) Die Bedeutung des adventus in Köln

III. Weitere adventus zwischen 1198 und 1208 - Bemerkenswertes

C. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des adventus regis – des feierlichen Herrschereinritts – während der Zeit des deutschen Thronstreits (1198–1208). Dabei wird analysiert, inwiefern dieses ritualisierte Zeremoniell als Instrument zur Herrschaftslegitimation, zur symbolischen Kommunikation zwischen Stadt und Herrscher sowie zur Beilegung politischer Konflikte diente.

  • Die Funktion des adventus regis als Mittel der Herrschaftsinszenierung.
  • Die Analyse der spezifischen Fallbeispiele Straßburg 1199 und Köln 1207.
  • Die Bedeutung von Konfliktvermittlung und Friedensverträgen als Vorstufe zum Einzug.
  • Die symbolische Kommunikation und das "Idealschema" mittelalterlicher Herrschereinzüge.

Auszug aus dem Buch

c) Der adventus des Königs in Straßburg

Philipp zog nicht etwa spontan, gewaltsam und im Triumph in ein militärisch unterworfenes Straßburg ein. Vielmehr ging seinem Empfang eine Einigung auf diplomatischem Parkett voraus. Bischof Konrad kehrte beim Einzug Philipps in die Gnade des Königs zurück, wie Burchard berichtet. Der Ablauf des adventus machte dies dem Beobachter offenbar sinnfällig. Auch in der Königschronik war von der Übergabe der Stadt zu lesen und von Genugtuung unter Bedingungen. Betrachtet man die Auflassung der Straßburger Kirchenlehen als die Bedingung des Bischofs, so stellt die Gegenleistung der compositio pacis, also die der Öffentlichkeit durch die Gewährung des nur dem König gebührenden adventus demonstrativ vermittelte Anerkennung des Königs, offensichtlich die Genugtuung Philipps dar.

Die Schilderung des eigentlichen Einzugzeremoniells fällt recht kurz aus, was seinen Grund in der allgemeinen Bekanntheit des Vorganges an sich haben könnte. So genügten Burchard möglicherweise einige gezielte Hinweise, um bei den Lesern die gewünschten Assoziationen zu wecken. Auch wenn nicht sicher ist, ob den Zeitgenossen der Ablauf eines adventus in allen Einzelheiten aus häufiger Beobachtung geläufig war und daher die knappe Erwähnung eines herrschergleichen Empfangs durch die Stadtbevölkerung, der Übergabe der Stadt und der Treueschwüre der Bürger genügte, um bei ihnen das Bild eines typischen adventus hervorzurufen, so spricht doch die weite Verbreitung und die lange, intensive Tradition der Zeremonie für eine Art von konsensualem Basiswissen, das nicht oder nur in begründeten Ausnahmefällen explizit erläutert werden musste.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die bisher wenig beachtete Bedeutung des Herrschereinzugs (adventus regis) in Zeiten umstrittener Herrschaft und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der Quellenlage.

B. Die Bedeutung des adventus regis zwischen 1198 und 1208: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Herrschereinzüge in Straßburg 1199 und Köln 1207 als politische Instrumente zur Konfliktbeilegung und Herrschaftsstabilisierung.

I. Straßburg 1199: Untersuchung der diplomatischen Vorgeschichte und der Rolle von Vermittlern bei der Vorbereitung des königlichen Einzugs im Elsass.

II. Köln 1207: Detaillierte Betrachtung des wichtigsten adventus Philipps, eingebettet in den langjährigen Konflikt um die Stadt Köln und die symbolische Bedeutung der erzielten Friedensverträge.

III. Weitere adventus zwischen 1198 und 1208 - Bemerkenswertes: Ergänzende Beispiele aus anderen Regionen verdeutlichen die Variationsbreite und die diplomatischen Hintergründe herrscherlicher Ankünfte im Hochmittelalter.

C. Schluss: Zusammenfassende Bewertung des adventus regis als essentielles Instrument der Staatsrepräsentation und symbolischen Kommunikation, das in Krisenzeiten eine hohe legitimatorische Kraft entfaltete.

Schlüsselwörter

Adventus regis, Thronstreit, Philipp von Schwaben, Herrschaftslegitimation, Mittelalter, symbolische Kommunikation, Konfliktbeilegung, Zeremoniell, Stadtgeschichte, Reichsgeschichte, Otto IV., Friedensvertrag, Reisekönigtum, Herrscherempfang, Mittelalterliche Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und Funktion des feierlichen Herrschereinzugs (adventus regis) während des deutschen Thronstreits zwischen 1198 und 1208.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse zwischen Herrscher und Stadt, die Rolle von Konfliktvermittlern sowie die symbolische Inszenierung königlicher Autorität im Kontext der mittelalterlichen Politik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Ritual des adventus genutzt wurde, um Herrschaftsansprüche öffentlich zu legitimieren und Konflikte zwischen dem König und städtischen Zentren beizulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Quellenanalyse zeitgenössischer Chroniken und vergleicht die Einzugsberichte mit einem spätmittelalterlichen Idealschema des adventus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Untersuchung der Ankünfte Philipps von Schwaben in Straßburg (1199) und Köln (1207) sowie auf weitere bemerkenswerte Beispiele herrscherlicher Einzüge dieser Epoche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Adventus regis, Thronstreit, Herrschaftslegitimation, symbolische Kommunikation, Konfliktbeilegung und Zeremoniell.

Warum war das Einreißen der Stadtmauern im Fall von Köln eine symbolische Geste?

Es handelte sich hierbei nicht um eine militärische Zerstörung, sondern um einen symbolischen Akt der Unterwerfung, der die königliche Gewalt demonstrierte und die Anerkennung des Herrschers forderte.

Welche Rolle spielten die Zisterzienser bei den Verhandlungen?

Die Äbte traten als Vermittler auf, um den Konflikt zwischen den rivalisierenden Königen und der Stadt Köln zu entschärfen, da die kriegerischen Handlungen auch die Interessen des Ordens beeinträchtigten.

Warum wählte Philipp von Schwaben den Palmsonntag für seinen Einzug in Köln?

Der Termin war hochgradig symbolträchtig, da er an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnerte und somit den königlichen adventus sakral überhöhte.

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Résumé des informations

Titre
Zur Bedeutung des Herrscheradventus in der Zeit des deutschen Thronstreits
Université
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Cours
Krise als Anlass zu Rationalisierung und Systematisierung – Der deutsche Thronstreit 1198 – 1208
Note
1,0
Auteur
Lukas Strehle (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
26
N° de catalogue
V180487
ISBN (ebook)
9783656032151
ISBN (Livre)
9783656032465
Langue
allemand
mots-clé
Symbolische Kommunikation Herrscheradventus adventus adventus regis Philipp von Schwaben Otto IV. Deutscher Thronstreit Herrschaftslegitimierung 1198 Staufer Welfen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lukas Strehle (Auteur), 2008, Zur Bedeutung des Herrscheradventus in der Zeit des deutschen Thronstreits, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180487
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Extrait de  26  pages
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