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Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext

Titel: Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext

Seminararbeit , 2011 , 14 Seiten

Autor:in: Lisa Fink (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Kontext eines Pädagogikstudiums, das sich mit den Lebensbedingungen der Menschen und deren Optimierung in Richtung eines selbstständigen Individuums beschäftigt und deren zentrale Themen „Erziehung“ und „Bildung“ darstellen, ist die Konfrontation mit dem Thema des Lehrens und Lernens unumgänglich.

Zum besseren Verständnis dieses Phänomens des „Lehrens“ (Didaktik) und „Lernens“ (Mathetik), ist eine Definition der Begriffe angebracht. So versteht man, nach Weber, unter „Lernen“ eine „relativ andauernde Veränderung im menschlichen Verhalten, von dem aus auf entsprechende dispositionelle Veränderungen geschlossen werden kann, wobei diese Veränderungen nicht primär organisch, sondern durch Umwelteinflüsse ausgelöst werden, also durch Erfahrungen zustande kommen“ (Vgl. Raithel 2009).
Unter Didaktik versteht man, obgleich es bislang keinen einheitlichen Begriff davon gibt, im weitesten Sinne das organisierte Lehren und Lernen in sämtlichen Situationen und Kontexten. Im engeren Sinne ist damit die Theorie der Bildungsinhalte und des Lehrplans im Schulunter-richt gemeint. Die „Allgemeine Didaktik“ beschäftigt sich, nach Lenzen, „mit allgemeinen Prinzipien, den Strukturmomenten und der Institutionalisierungsproblematik organisierten Lehrens und Lernens; sie ist mithin eingeschränkt auf die gesellschaftlich aufgeworfenen, entfalteten und aufrechterhaltenen Normen, Regeln und Formen des Lehrens und Lernens“ (Vgl. Raithel 2009).

So prekär bereits eine Definitionsfindung dieser zentralen Begriffe des „Lehrens und Ler-nens“ ist, so komplex ist das inhaltliche Gebiet in all seinen Perspektiven, das sich dahinter verbirgt. Nach diesen Definitionsversuchen als Antwort auf die Frage „Was ist Lernen und was ist Lehren?“ sollen im Folgenden die ebenfalls zentralen Fragen „Was hat Motivation mit Lernen und Lehren zu tun?“ und „Wie können Lernprozesse im Sinne eines möglichst großen Lerner-folges bestmöglich gefördert werden?“ anhand von ausgewählten Aspekten und in Form von Beispielen bezogen auf den Hochschulkontext, beleuchtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext

2.1. Das Problem des trägen Wissens

2.2. Instructional Design im Hochschulkontext

2.3. Kooperative Lernformen und –techniken an der Hochschule

2.4. Kooperationsskripts – Unterstützung kooperativen Lernens

2.5. Feedback und kooperatives Lernen im Hochschulkontext

2.6. Lernstrategien an der Hochschule

2.7. Tutorielle Betreuung und Unterstützung von Lehrveranstaltungen

2.8. Multimediales Lernen – Formen, Möglichkeiten, Perspektiven

2.9. Gestaltung medialer Lernumgebungen an der Hochschule

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogisch-psychologischen Grundlagen des Lehrens und Lernens im Hochschulkontext mit dem Ziel, Möglichkeiten zur Optimierung von Lernprozessen und zur Förderung des Lernerfolgs aufzuzeigen, um Studierende besser auf die Anforderungen der modernen Berufswelt vorzubereiten.

  • Analyse des Phänomens "trages Wissen" und Strategien zu dessen Überwindung
  • Bedeutung von Instructional Design und Motivation (z.B. ARCS-Modell)
  • Effektivität kooperativer Lernformen und unterstützender Skripts
  • Rolle von Feedback und tutorielle Betreuung in der Lehre
  • Integration moderner Medien und Gestaltung virtueller Lernumgebungen

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Problem des trägen Wissens

„Träges Wissen“ bezeichnet Wissen, das trotz seines Vorhandenseins, in konkreten Situationen zur Problemlösung nicht angewendet wird. Metaprozesserklärungen, welche davon ausgehen, dass Wissen zwar vorhanden ist, es jedoch an Wissen um dessen Anwendung mangelt, die Strukturdefiziterklärung, die davon ausgeht, dass das vorhandene Wissen nicht in einer Form vorhanden ist, die eine konkrete Anwendung ermöglicht, sowie die Situiertheitserklärung, mit der Grundannahme, dass Wissen immer situativ gebunden ist, stellen mögliche Erklärungen für dieses Phänomen dar (Vgl. Renkl 1996, S.78).

Die Wissensanwendung kann etwa dadurch erschwert werden, dass dem Lerner das Verständnis für das Gelernte fehlt, er es also lernt, ohne die Anwendungsbedingungen zu kennen (Vgl. Renkl 1996, S.80). Pädagogikstudenten an der Universität etwa lernen allerlei Fakten über Lernverhalten und Lernstrategien auswendig, ohne sie wirklich nachvollziehen zu können, da sie das Beschriebene aus eigener Erfahrung etwa nicht kennen, sich dessen nicht bewusst sind. In der Konsequenz wird es ihnen im späteren Berufsleben schwer fallen, das Gelernte anzuwenden, da sie ihr Faktenwissen nicht in Handlungswissen umwandeln können.

Man spricht bei dieser Unfähigkeit des Umwandelns von Fakten- in Handlungswissen von „Kompilierung“ (Vgl. Renkl 1996, S.82). Ein weiteres Defizit könnte daraus resultieren, dass das Gelernte Wissen (unbewusst) unterschiedlichen Wissenssystemen zugeordnet wird und Zusammenhänge nur schwer erkannt werden. So besucht etwa der Pädagogikstudent Vorlesungen zum besagten Thema „Lehren und Lernen“, sowie „Sozialisation und Bildung“, speichert die erlernten Fakten jedoch getrennt voneinander, da ihm der eventuelle Zusammenhang zwischen der Sozialisation durch die Umwelt und dem Lernverhalten eines Menschen nicht bewusst wird. Würden Studenten durch die Hochschule diese Zusammenhänge deutlicher gemacht, so fiele ihnen höchstwahrscheinlich die Wissensanwendung in konkreten Situationen deutlich leichter und sie wären im Stande, kompetenter zu handeln, da sie durch das Erkennen von Zusammenhängen beim erlernten Wissen sensibler, sowie auch selbstsicherer mit den Umständen umgehen könnten. Es sollte daher Aufgabe der Hochschulen sein, Wissen weniger fragmentarischen Charakters, sondern übersichtlich, in all seinen Zusammenhängen, sowie praktisch anwendbar, zu vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Lehren und Lernen ein, definiert zentrale didaktische Begriffe und erläutert die Relevanz der Arbeit für den Hochschulkontext.

2. Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext: Dieses Kapitel behandelt theoretische Grundlagen und praktische Ansätze zur Verbesserung des Lehrens und Lernens an Universitäten.

2.1. Das Problem des trägen Wissens: Hier wird analysiert, warum erlerntes Wissen oft nicht in praktisches Handlungswissen überführt werden kann und welche Faktoren dies begünstigen.

2.2. Instructional Design im Hochschulkontext: Dieses Kapitel erörtert die Gestaltung von Lernumgebungen, wobei der Fokus insbesondere auf motivationsfördernden Modellen wie dem ARCS-Modell liegt.

2.3. Kooperative Lernformen und –techniken an der Hochschule: Hier werden die Bedingungen für erfolgreiches Lernen in Gruppen sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung an Hochschulen beleuchtet.

2.4. Kooperationsskripts – Unterstützung kooperativen Lernens: Dieses Kapitel stellt Methoden wie „Scripted Cooperation“ oder „Reciprocal Teaching“ vor, um die Zusammenarbeit von Studierenden strukturiert zu fördern.

2.5. Feedback und kooperatives Lernen im Hochschulkontext: Die Bedeutung von Feedback für Lernprozesse und dessen optimale Anwendung in Gruppenkontexten wird hier diskutiert.

2.6. Lernstrategien an der Hochschule: Das Kapitel differenziert zwischen kognitiven und metakognitiven Strategien und betont die Bedeutung von „Tiefenstrategien“ gegenüber oberflächlichem Faktenlernen.

2.7. Tutorielle Betreuung und Unterstützung von Lehrveranstaltungen: Die Rolle von Tutoren, ihre notwendigen Kompetenzen und der Einfluss auf die Qualität studentischer Lernprozesse stehen hier im Zentrum.

2.8. Multimediales Lernen – Formen, Möglichkeiten, Perspektiven: Hier wird der Einfluss neuer Medien und digitaler Möglichkeiten auf das selbstgesteuerte Lernen an der Hochschule untersucht.

2.9. Gestaltung medialer Lernumgebungen an der Hochschule: Abschließend werden Konzepte wie „Blended Learning“ sowie technische Anforderungen an Lernplattformen für eine effektive Wissensvermittlung besprochen.

3. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Lehre und Studium durch wissenschaftlich fundierte Ansätze stetig zu verbessern.

Schlüsselwörter

Kooperatives Lernen, Instruktion, Hochschuldidaktik, träges Wissen, Instructional Design, ARCS-Modell, Lernstrategien, Feedback, Tutoren, multimediales Lernen, Blended Learning, Wissensanwendung, Motivation, Lernprozess, Handlungswissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den pädagogisch-psychologischen Grundlagen des Lehrens und Lernens an Hochschulen und wie diese verbessert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Vermittlung von Wissen, die Rolle von Motivation, kooperative Lernformen, Feedback, Lernstrategien sowie die Nutzung digitaler Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lernprozesse optimiert werden können, um Studierenden den Übergang von theoretischem Faktenwissen zu praktischem Handlungswissen zu erleichtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller pädagogisch-psychologischer Forschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Faktoren, die den Lernerfolg beeinflussen, wie z.B. Instructional Design, Kooperationsskripts, die Rolle von Tutoren und die Gestaltung digitaler Lernumgebungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kooperatives Lernen, Hochschuldidaktik, träges Wissen, ARCS-Modell, Lernstrategien und Blended Learning.

Warum ist das Phänomen des "trägen Wissens" für Studierende so relevant?

Es ist relevant, da viele Studierende zwar Fakten auswendig lernen, diese aber später im Berufsleben nicht zur Problemlösung anwenden können, was die Effektivität des Studiums mindert.

Welche Rolle spielt das ARCS-Modell im Kontext der Arbeit?

Das ARCS-Modell dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, wie durch Aufmerksamkeit, Relevanz, Erfolgszuversicht und Zufriedenheit die Motivation der Lernenden aufrechterhalten werden kann.

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Details

Titel
Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Psychologie und Pädagogik)
Veranstaltung
Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext
Autor
Lisa Fink (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V180530
ISBN (eBook)
9783656033387
ISBN (Buch)
9783656033639
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik Instruktion Hochschule Lehren LErnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Fink (Autor:in), 2011, Kooperatives Lernen und Instruktion im Hochschulkontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180530
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Leseprobe aus  14  Seiten
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