Das Land Lebus ist eine Kulturlandschaft an der mittleren Oder, die über Jahrtausende hinweg von Trägern verschiedener Kulturen besiedelt und im Hochmittelalter zum Gegenstand zahlloser Auseinandersetzungen expandierender deutscher und polnischer Herrscher wurde.
Vor allem ging es den Kontrahenten um die günstigen naturräumlichen Eigenschaften der Hochfläche, die nach Westen hin gemächlich ausläuft, nach Osten allerdings vielerorts in Steilhängen zur Oder abfällt; ein Umstand, der für Befestigungen prädestiniert und der die Sicherung wichtiger Verkehrswege erleichtert – so die Flussübergänge für den Handel zwischen Ost und West und auch den Handel auf dem Fluss, der aus Schlesien kommend zur Ostsee führt.
Von daher ist es verständlich, dass die Burgwälle von Lebus und Lossow bspw. immer wieder erneuert und ausgebaut wurden und, wie im Fall von Lebus, zu Zentren aufstiegen, von denen aus der Landesaubau auf der eher dünn besiedelten Hochfläche betrieben wurde.
In zahlreichen mehrjährigen Kampagnen wurden die Burgwälle von Lebus, Lossow und Reitwein systematisch untersucht und dokumentiert.
Die Literaturlage ist dennoch bis heute in vielerlei Hinsicht ungünstig. Zwar existieren diverse Grabungsberichte, auch historische Abhandlungen zur Geschichte der Region oder der Slawen in Deutschland im Allgemeinen, jedoch erschien noch immer keine Monographie, die sich dem Thema erschöpfend annimmt.
Basierend auf den Fundberichten und ausgewählten Beiträgen zur Geschichte der Region soll in folgender Darstellung, nach einem historischen Abriss, auf die Grabungen in Lebus, Lossow und Reitwein eingegangen werden.
Diese Erkenntnisse gilt es dann in den historischen Rahmen einzufügen, um die Ergebnisse pointiert in einem Fazit zusammenzustellen, wobei in allen Fällen die slawischen Burgphasen im Mittelpunkt stehen und der Anlage von Lebus aufgrund ihrer Bedeutung die meiste Aufmerksamkeit zukommen soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einiges zum Lebuser Land
1.2. Forschungsgeschichte
1.3. Zielsetzung
2. Geschichte
2.1. Abriss zur Ur- und Frühgeschichte
2.2. Abriss zur polnisch-deutschen Geschichte
3. Lebus, Lossow, Reitwein
3.1. Lebus
3.1.1. Grabung
3.1.2. Interpretation
3.2. Lossow
3.2.1. Grabung
3.2.2. Interpretation
3.3. Reitwein
3.3.1. Grabung
3.3.2. Interpretation
4. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit widmet sich der archäologischen Untersuchung und historischen Einordnung der slawischen Burgwallanlagen Lebus, Lossow und Reitwein an der mittleren Oder. Ziel ist es, die teilweise komplexen Grabungsberichte und Erkenntnisse der Forschung sinnvoll zusammenzufassen und in den übergeordneten historischen Rahmen der Region zu stellen, wobei der Fokus auf der Bedeutung der Anlage von Lebus liegt.
- Historische Entwicklung der slawischen Burgwallanlagen
- Analyse der Grabungsergebnisse und Befunde
- Bedeutung von Lebus als regionales Zentrum
- Kontextualisierung im deutsch-polnischen Grenzraum
- Auswertung von Fundkeramik zur zeitlichen Einordnung
Auszug aus dem Buch
1.1. Einiges zum Lebuser Land
Das Land Lebus ist eine Kulturlandschaft an der mittleren Oder, die über Jahrtausende hinweg von Trägern verschiedener Kulturen besiedelt und im Hochmittelalter zum Gegenstand zahlloser Auseinandersetzungen expandierender deutscher und polnischer Herrscher wurde.
Vor allem ging es den Kontrahenten um die günstigen naturräumlichen Eigenschaften der Hochfläche, die nach Westen hin gemächlich ausläuft, nach Osten allerdings vielerorts in Steilhängen zur Oder abfällt; ein Umstand, der für Befestigungen prädestiniert und der Sicherung wichtiger Verkehrswege erleichtert – so die Flussübergänge für den Handel zwischen Ost und West und auch Handel auf dem Fluss, der aus Schlesien kommend zur Ostsee führt.
Von daher ist es verständlich, dass die Burgwälle von Lebus und Lossow bspw. immer wieder erneuert und ausgebaut wurden und, wie im Fall von Lebus, zu Zentren aufstiegen, von denen aus der Landesausbau auf der eher dünn besiedelten Hochfläche betrieben wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die geografische Bedeutung des Lebuser Landes ein und beleuchtet die langwierige Forschungsgeschichte der Burgwallanlagen.
2. Geschichte: Hier wird ein Überblick über die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung sowie die politisch wechselvolle Geschichte des Gebietes zwischen Polen und deutschen Herrschaftsbereichen gegeben.
3. Lebus, Lossow, Reitwein: Dieser Hauptteil bietet eine detaillierte Aufarbeitung der Grabungen und der daraus abgeleiteten Interpretationen für die drei namensgebenden Burgwallanlagen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die strategische sowie machtpolitische Bedeutung der Anlagen für die Besiedlungsgeschichte der Region.
Schlüsselwörter
Lebus, Lossow, Reitwein, slawische Burgwälle, mittlere Oder, Archäologie, Grabungsgeschichte, mittelalterliche Landesgeschichte, Siedlungsgeschichte, Fundkeramik, Festungsbau, Piasten, Askanier, Ostexpansion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der archäologischen und historischen Untersuchung slawischer Burgwallanlagen an der mittleren Oder, speziell der Standorte Lebus, Lossow und Reitwein.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Baugeschichte der Wälle, die Auswertung der archäologischen Grabungsberichte sowie die machtpolitische Bedeutung dieser Anlagen im mittelalterlichen deutsch-polnischen Grenzraum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die systematische Zusammenfassung der teilweise fragmentarischen und umfangreichen Grabungsbefunde, um die Bedeutung der Anlagen im historischen Kontext zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine auf Literaturrecherche und der Analyse publizierter Grabungsbefunde basierende historische und archäologische Untersuchung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich nach den drei Burgstandorten, wobei jeweils die archäologische Grabungstätigkeit und die daraus abgeleitete wissenschaftliche Interpretation dargelegt werden.
Welche Rolle spielt die Keramik in der Arbeit?
Die Analyse der gefundenen Keramik ist entscheidend für die zeitliche Einordnung der verschiedenen Wallphasen und Siedlungsschichten.
Warum war Lebus besonders bedeutend im Vergleich zu Lossow und Reitwein?
Lebus entwickelte sich aufgrund seiner geografischen Lage an einem günstigen Flussübergang zum zentralen Machtzentrum, das für den Landesausbau und die Handelssicherung von besonderer Relevanz war.
Welche Auswirkungen hatten die mittelalterlichen Konflikte auf die Anlagen?
Die Burgen waren häufig Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen, was sich in den Befunden durch Zerstörungsschichten, wiederholten Wiederaufbau und stetige Umbaumaßnahmen widerspiegelt.
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- Benjamin Nowak (Author), 2006, Lebus, Lossow, Reitwein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180608