Wissensmanagement - theoretische Grundlagen und Ansätze


Seminararbeit, 2011
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Relevanz
1.2 Gang der Untersuchung

2 Wissen und Wissensmanagement
2.1 Wissen
2.2 Wissensmanagement
2.2.1 Allgemein
2.2.2 Bausteine des Wissensmanagements
2.2.3 Ziele des Wissensmanagements

3 Die Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi
3.1 Erläuterung der Theorie
3.2 Kritische Würdigung

4 Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bausteine des Wissensmanagements nach Probst et. al

Abbildung 2: Zielarten von Wissenszielen

Abbildung 3: Die Spirale der organisationalen Wissenserzeugung

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Relevanz

Wissensmanagement ist gefragter denn je: Denn das Wissen der gesamten Menschheit verdoppelt sich laut Experten alle vier Jahre. Zugleich sinkt die Halbwertszeit des Wis- sens rapide. Ein struktureller Wandel von arbeits- zu wissensintensiven Geschäftsfel- dern ist eingeläutet. Gerade in der Dienstleistungs- und Beratungsbranche avanciert das Gut Wissen zum wesentlichen Erfolgsfaktor. Das Fortschreiten der Globalisierung zeigt den Unternehmen, dass die Nachhaltigkeit der eigenen Wettbewerbsfähigkeit mit der optimierten Nutzung des Produktionsfaktors Wissen einher geht. Wissensvorsprünge von Mitbewerbern werden zu enormen Wettbewerbsnachteilen des eigenen Unterneh- mens. Es besteht daher die Notwendigkeit einer zielgerichteten Wissenssteuerung und - nutzung.1 Die immer schneller und häufiger auftretenden Änderungen und Verwerfun- gen auf den klassischen Märkten, sowie eine höhere Innovationsrate (z. B. durch Preis- verfall, sich verkürzende Produktlebenszyklen, individualisierte Kundenbedürfnisse und die Entstehung neuer Geschäftsfelder) machen eine Mobilisierung aller Wissensres- sourcen im Unternehmen notwendig. Daher wird das Management des vorhandenen Wissenskapitals immer mehr als entscheidender Produktionsfaktor (neben Kapital, Ar- beit und Boden) verstanden, der die zukünftige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit sichern soll. Unternehmerisches Know-how ist somit der Rohstoff, der im Markt der Zukunft entscheiden wird, ob ein Unternehmen erfolgreich bleibt oder von der Bildflä- che verschwindet. Viele Unternehmen wissen jedoch oftmals weder, was sie alles wis- sen, noch, wie sie das betriebliche Fachwissen im Unternehmen entwickeln und sichern sollen.2 Gerade kleine und mittelständische Betriebe haben bei den Themen Wissens- management, Wissensentwicklung und Wissenstransfer erheblichen Nachholbedarf. Ein Wissensverlust durch das Ausscheiden von Führungs- und Fachkräften kann gerade dort schnell zum Kostenfaktor werden. Oft fehlt jedoch die Möglichkeit, einmal gewonnenes Wissen zu dokumentieren und für alle Mitarbeiter nutzbar zu machen. Und genau bei diesem Schwachpunkt setzt das Wissensmanagement an.

Ziel dieser Arbeit ist es einen Teil der theoretischen Grundlagen, Bausteine und Ziele des Wissensmanagements aufzuzeigen und abzugrenzen, sowie den grundlegenden wis- senschaftlichen Ansatz der Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi näher darzustel- len.

1.2 Gang der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit erhebt in Anbetracht des weit gefächerten Themenfeldes und der Beschränkung des Umfangs keinen Anspruch auf Vollständigkeit aller in der Arbeit angesprochenen Themengebiete. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in Kapitel 2 zunächst mit den Abgrenzungen der grundlegenden Begrifflichkeiten: Wissen und Wis- sensmanagement. Die Abgrenzung zum Begriff Wissensmanagement wird des Weiteren aufgrund des Umfangs und seiner zentralen Rolle innerhalb dieser Arbeit in die Unter- punkte:

- Allgemein,
- Bausteine des Wissensmanagements und
- Ziele des Wissensmanagements untergliedert.

Im 3. Kapitel wird das theoretische Modell der Wissensspirale nach Nonaka und Takeu- chi näher dargestellt und einer kritischen Würdigung unterzogen. Die kritische Würdi- gung beinhaltet nicht nur die nähere Erläuterung und die Darstellung der positiven Aspekte dieses Forschungsansatzes, sondern soll auch jeweils Grenzen und Kritikpunk- te darlegen.

Abschließend wird diese Arbeit mit einer erkenntnisgeleiteten Zusammenfassung abge- rundet.

2 Wissen und Wissensmanagement

2.1 Wissen

Wissen umfasst nach der Definition von Probst, et al. die Summe aller Kenntnisse und Fähigkeiten die von Einzelpersonen zur Lösung von Problemstellungen angewandt werden. Dies beinhaltet u. a. Alltagsregeln, theoretische Erkenntnisse und Handlungs- anweisungen.3 Des Weiteren ist Wissen nach Probst et al. personenbezogen und wird durch Daten und Informationen begründet. Es ist daher sinnvoll zur Ergänzung eine weitere Definition aufzuführen, die aus den Begriffen Zeichen, Daten und Informatio- nen hergeleitet wird.4 Damit aus Daten Daten werden, müssen willkürliche Zeichen in einen logischen Zusammenhang gebracht und interpretiert werden. Wurde ein Zusam- menhang hergestellt, ergeben sich Informationen, die die Grundlage von Wissen dar- stellen. Informationen werden durch Speicherung und Nutzbarmachung zu Wissen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nur nützliche und anwendbare Informationen als Wissen angesehen werden.5 Gemäß Oelsnitz und Hahmann beinhaltet Wissen neben Informationen und Daten zusätzlich auch Erfahrungen, Weltbilder, (Vor-)Urteile oder Faustregeln.6 Sveiby definiert den Wissensbegriff als Zusammenfassung von Erkennt- nis, Fachkenntnis, Weisheit, Kompetenz, Befähigung, etc.7 Diese Vielzahl unterschied- licher bzw. sich ergänzender Definitionsansätze zeigen, dass einer eindeutigen und aus- reichend trennscharfen Definition des Wissensbegriffs bis heute nicht nachgekommen werden kann.8

2.2 Wissensmanagement

2.2.1 Allgemein

Die Kernpunkte des Wissensmanagements umfassen: den Erwerb, die Verteilung, die Entwickung, den Transfer, die Speicherung, sowie die Nutzung von Wissen und Fähig- keiten.9 Die Nutzung dieser Kernelemente soll eine Mobilisierung und Nutzbarmachung von Daten, Informationen und Wissen ermöglichen.10 Des Weiteren bestehen in der Kommunikation sowie der Suche nach den richtigen Wissensempfängern weitere Hauptaufgaben des Wissensmanagements.11 Wissensmanagement soll bisher unbekann- te Wissenspotenziale aufdecken und soziale Interaktionsvorgänge berücksichtigen, um bei den Arbeitnehmern eines Unternehmens Kreativitätspotenziale zu mobilisieren.12 Zusätzlich zum Lernen aus den Erfahrungen, Daten und Informationen der Vergangen- heit findet eine strategisch zielorientierte Ausrichtung auf die Zukunft statt.13 Wissens- management ist somit die ziel- bzw. erfolgsorientierte Organisation von Wissen.14

2.2.2 Bausteine des Wissensmanagements

Ein bekanntes Wissensmanagement-Modell wurde von Probst, et al. aufgestellt: das sog. Bausteinmodell.15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bausteine des Wissensmanagements nach Probst et. al.16

Abbildung 1 zeigt eine Vernetzung der in dem Modell aufgeführten Kernaufgaben. Im Wissensmanagement müssen jedoch nicht alle Einzelelemente Anwendung finden oder der aufgeführten Reihenfolge durchlaufen werden.17

In diesem Modell werden die einzelnen Bausteine in einen inneren und einen äußeren Kreislauf aufgeteilt, die demnach auf 2 Ebenen wirken.18 Der äußere Kreis wirkt auf der Steuerungsebene und umfasst die strategischen Bausteine: Wissensziele und Wissens- bewertung. Hierbei werden maßgebende strategische und operative Wissensziele zur Lenkung der Prozessschritte definiert. Anschließend werden diese Ziele zur Erfolgs- messung analysiert und ausgewertet. Der innere Kreislauf hat Auswirkungen auf der Gestaltungsebene und umfasst die Teilbereiche: Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung und Wissensbewahrung.19 Diese Kernpunkte umfassen:20

- die Schaffung von Transparenz für Daten, Informationen und Fähigkeiten,
- die Vergrößerung der eigenen Wissensbasis,
- die Entwicklung neuer Prozesse, Fähigkeiten und Ideen,
- die sinnvolle Verbreitung vorhandenen Wissens,
- die Sicherstellung der optimale Nutzung des Wissens, sowie
- die Speicherung und Aktualisierung des Wissens.

2.2.3 Ziele des Wissensmanagements

Die Ziele des Wissensmanagements ergeben sich grundsätzlich aus den Zielen des Un- ternehmens. Damit eine Wissensstrategie erfolgreich in die Unternehmensstrategie im- plementiert werden k]ann, sollte diese in diesem Zusammenhang ebenfalls Beachtung finden.21 Die durch die Wissensstrategie festgelegten Ziele sollten durch Maßnahmen des Wissensmanagements erarbeitet werden und bestimmen auf welchen Ebenen wel- che Fähigkeiten gefördert werden sollen. Hierbei wird, wie Abbildung 2 nachfolgend zeigt, zwischen drei Zielarten unterschieden: den strategischen, den operativen und den normativen Zielen.22

[...]


1 Vgl. North, K. (2005), S. 12 f.; Oelsnitz, D.; Hahmann, M. (2003), S. 15 f.; Willke, H. (2001), S. 295.

2 Vgl. Pieler, D. (2003), S. 109.

3 Vgl. Probst, G., et al. (1999), S. 46; Oelsnitz, D.; Hahmann, M. (2003), S. 40.

4 Vgl. Probst, G., et al. (1999), S. 46; Oelsnitz, D.; Hahmann, M. (2003), S. 40.; Willke, H. (2001), S. 13 f.; Picot, A., et al. (2001), S. 91.

5 Vgl. Willke, H. (2001), S. 13 f.; Picot, A., et al. (2001), S. 91. f.; Felbert, D. (1998), S. 122.

6 Vgl. Oelsnitz, D.; Hahmann, M. (2003), S. 39.

7 Vgl. Sveiby, K. E. (1998), S. 55.

8 Vgl. Prange C. (2002), S. 23; Sveiby, K. E. (1998), S. 55; Schreyögg, G.;Geiger, D. (2001), S. 5 f.; Braun, G. (2004), S. 23.

9 Vgl. Felbert, D. (1998), S. 123; Prange, C. (2002), S. 92.

10 Vgl. Frost, J. (o. J.).

11 Vgl. Prange, C. (2002), S. 92.

12 Vgl. Felbert, D. (1998), S. 122 f.

13 Vgl. Kurtzke, C.; Popp, P. (1998), S. 189.

14 Vgl. Gerhards, S.; Trauner, B. (2007), S. 12.

15 Vgl. Bick, M. (o. J.).

16 In Anlehnung an: Probst, et. al. (1999), S. 58.

17 Vgl. Bick, M. (o. J.).

18 Vgl. Oelsnitz, D.; Hahmann, M. (2003), S. 100.

19 Ebd.

20 Ebd.

21 Vgl. Prange, C. (2002), S. 74.

22 Vgl. Bullinger, H.-J.; Prieto, J. (1998), S. 96 ff.; Oelsnitz, D; Hahmann, M. (2003), S. 109.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement - theoretische Grundlagen und Ansätze
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Information & Knowledge Management
Note
1,0
Autoren
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V180680
ISBN (eBook)
9783656036609
ISBN (Buch)
9783656036852
Dateigröße
822 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationen, Informationsmanagement, Knowledge Management, Wissensspirale, Wissen, Management
Arbeit zitieren
Hendrik Schneider (Autor)Sascha Puhl (Autor), 2011, Wissensmanagement - theoretische Grundlagen und Ansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180680

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