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Die Hofmeister – sozialhistorische Hintergründe und ihre Darstellung in Lenz’ Drama "Der Hofmeister"

Título: Die Hofmeister – sozialhistorische Hintergründe und ihre Darstellung in Lenz’ Drama "Der Hofmeister"

Trabajo de Seminario , 2007 , 17 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: Stefanie Reichhart (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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1 Einleitung
Lenz’ Drama Der Hofmeister machte ihn benahe über Nacht berühmt und es blieb – neben den Soldaten – auch sein bekanntestes Werk. Kein anderes seiner Stücke wurde noch zu seinen Lebzeiten in eine andere Sprache übersetzt.
Für den Haupttitel seines Stücks wählte Lenz einen Berufsstand, nicht den Namen eines dramatischen Helden. Diese Tatsache sowie der Untertitel Vorteile der Privaterziehung machen bereits deutlich, worum es in dem Werk gehen soll: Lenz möchte die vorhandenen Erziehungsmöglichkeiten, nämlich einerseits durch Hofmeister und andererseits durch Lehrer an öffentlichen Schulen, thematisieren. Das Stück stellt die leidvolle Hofmeisterexistenz aufgrund der Be- oder vielmehr Misshandlung durch seine adligen Vorgesetzten dar, beschreibt den Hofmeister andererseits aber auch als pädagogisch nutzlos und moralisch verwerflich, vor allem wenn ihm weibliche Schülerinnen anvertraut werden.
Aber auch die Alternative zur Privaterziehung, das öffentliche Schulwesen, wird keineswegs positiv dargestellt.
Mit seinem Drama widmet sich Lenz einem aktuellen gesellschaftlichen Problem des ausgehenden 18. Jahrhunderts.
Im ersten Teil dieser Arbeit soll das Hofmeisterwesen zunächst aus sozialhistorischer Sicht kritisch beleuchtet werden, anschließend wird dessen Darstellung in Lenz’ Drama untersucht. Die hierfür interessierenden Erziehungsdebatten finden in Gesprächen zwischen Geheimrat und Major, Major bzw. Majorin und Läuffer, Geheimrat und Pastor Läuffer sowie Wenzeslaus und Läuffer statt. Aus diesem Grund möchte ich mich auch in meinen Ausführungen im zweiten Teil auf die genannten Personen beschränken.


2 Der Hofmeister aus sozialhistorischer Sicht
Bevor im ausgehenden 18. und dann im 19. Jahrhundert die Verantwortung für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen den öffentlichen Schulen übertragen wird, liegt diese weitgehend in der Hand der Familie, genauer gesagt in der der Privaterzieher, wie den Hofmeistern. Auch der bürgerliche Mittelstand vertraut seinen Nachwuchs häufig einem solchen an. Daraus erklärt sich der enorme Bedarf an Privaterziehern zu dieser Zeit.
.......

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Hofmeister aus sozialhistorischer Sicht

3 Darstellung der Hofmeister in Lenz’ gleichnamigem Drama

3.1 Position und Situation ausgewählter Figuren

3.1.1 Läuffer

3.1.2 Pastor Läuffer

3.1.3 Geheimrat von Berg

3.1.4 Major und Majorin von Berg

3.1.5 Wenzeslaus

4 Schlussbetrachtung

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale Misere und die prekäre Lebenssituation von Hofmeistern im 18. Jahrhundert, sowohl aus einer sozialhistorischen Perspektive als auch anhand ihrer literarischen Darstellung in Jakob Michael Reinhold Lenz’ Drama "Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung". Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der pädagogischen Verantwortung der Erzieher und ihrer tatsächlichen gesellschaftlichen Geringschätzung sowie ökonomischen Abhängigkeit aufzuzeigen.

  • Sozialhistorische Einordnung des Hofmeisterwesens im 18. Jahrhundert.
  • Analyse der Erziehungsdebatten zwischen den verschiedenen sozialen Schichten.
  • Darstellung der Hofmeister-Existenz als Notsituation für junge Intellektuelle.
  • Charakterisierung ausgewählter Figuren und ihrer Haltung zur Privaterziehung.
  • Kritische Reflexion der gesellschaftlichen Machtverhältnisse und des Adels.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Läuffer

Im Eingangsmonolog zu Beginn des Dramas schildert der Theologieabsolvent seine berufliche Misere: Sein Vater, ein Pastor, kann ihn aus Geldgründen nicht als Amtsgehilfen anstellen, für eine Anstellung als Pfarrer ist er noch zu jung und auf seine Bewerbung beim Geheimen Rat für eine Stelle an der Stadtschule hat er eine Absage erhalten.

Aus diesen Gründen sieht er sich gezwungen, sich als Hofmeister in den Dienst des Majoren und der Majorin von Berg zu stellen, welchen ersteren er von Beginn an „ärger als den Teufel“17 scheut. Diese Abneigung darf er sich allerdings nicht anmerken lassen, weshalb er sich untertänig vor ihm verneigt, ungeachtet seiner Vermutung, dass der Major ihn nicht für voll nimmt. Bereits in dieser Szene wird deutlich, wie beschränkt Läuffers Möglichkeiten zum freien Handeln sind. Seine soziale Zukunft ist aufgrund seiner schlechten finanziellen Situation bereits weitgehend festgelegt. Nicht zufällig findet diese Szene auf der Straße statt, was darauf hindeutet, dass Läuffer kein Zuhause hat und auch im weiteren Verlauf des Dramas keines finden wird. Dies liegt mitunter daran, dass er von seinen Mitmenschen gar nicht erst als eigenständiges Individuum betrachtet wird.18

Deutlich macht das schon der Titel des Dramas, der die Hauptfigur nicht beim Namen, sondern bei seiner sozialen Stellung nennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Lenz ein und erläutert die zentrale Problemstellung der Erziehungswahl zwischen dem Hofmeisterwesen und öffentlichen Schulen.

2 Der Hofmeister aus sozialhistorischer Sicht: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Rolle des Hofmeisters als prekäre Berufswahl für junge Theologie- und Philosophieabsolventen im 18. Jahrhundert.

3 Darstellung der Hofmeister in Lenz’ gleichnamigem Drama: Dieser Abschnitt analysiert spezifische Figuren wie Läuffer, Pastor Läuffer, den Geheimrat von Berg, das Ehepaar von Berg sowie Wenzeslaus und ihre Rollen im Diskurs über Privaterziehung.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Lenz die soziale Misere der Intellektuellen literarisch verarbeitete und reflektiert die eigene Distanz des Autors zum Hofmeisterstand.

5 Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Primär- und Sekundärquellen gelistet, die der Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Lenz, Der Hofmeister, Privaterziehung, Sozialgeschichte, 18. Jahrhundert, Hofmeister, Pädagogik, soziale Abhängigkeit, Bildungskrise, Aufklärung, Bürgertum, Adel, Erziehungsdebatte, soziale Misere, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziale und ökonomische Situation von Hofmeistern im 18. Jahrhundert und wie diese prekäre Lage in Jakob Michael Reinhold Lenz’ Drama "Der Hofmeister" thematisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Erziehungswesen des 18. Jahrhunderts, die Standesunterschiede zwischen Adel und Bürgertum sowie die gesellschaftliche Krise des Hofmeisterberufs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Hofmeister einerseits als notwendige Erzieher fungierten, andererseits aber unter massiver sozialer und finanzieller Unterdrückung litten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext (das Drama) in den sozialhistorischen Kontext der Zeit einbettet und durch Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Darstellung der Hofmeister-Existenz durch die Analyse verschiedener Schlüsselfiguren des Dramas, etwa den Protagonisten Läuffer oder den Dorfschulmeister Wenzeslaus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Hofmeister, Privaterziehung, Soziale Misere, Lenz, Bildungskritik und Standesgesellschaft.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Läuffer im Vergleich zu Wenzeslaus?

Während Läuffer als Hofmeister in einem adligen Haushalt lebt und unter ständiger Demütigung leidet, repräsentiert Wenzeslaus als Dorfschulmeister zwar ein armseligeres, aber in seinen vier Wänden freieres und von adeliger Bevormundung unabhängiges Dasein.

Wie bewertet der Geheimrat von Berg die Erziehungssituation?

Der Geheimrat kritisiert das Hofmeisterwesen scharf als "Sklaverei" und "Müßiggang", erkennt jedoch die tieferen gesellschaftlichen Ursachen der sozialen Abhängigkeit junger Bürgerlicher kaum an und bleibt in seinem eigenen Handeln inkonsequent.

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Detalles

Título
Die Hofmeister – sozialhistorische Hintergründe und ihre Darstellung in Lenz’ Drama "Der Hofmeister"
Universidad
LMU Munich
Calificación
1,5
Autor
Stefanie Reichhart (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
17
No. de catálogo
V180718
ISBN (Ebook)
9783656035367
ISBN (Libro)
9783656035138
Idioma
Alemán
Etiqueta
hofmeister hintergründe darstellung lenz’ drama
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefanie Reichhart (Autor), 2007, Die Hofmeister – sozialhistorische Hintergründe und ihre Darstellung in Lenz’ Drama "Der Hofmeister", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180718
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