Pränatale Diagnostik ist zu einem festen Bestandteil der Schwangerenvorsorge in Deutschland und in vielen anderen westlichen Ländern geworden. Schwangere Frauen werden nicht nur dahingehend untersucht, dass Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt frühzeitig erkannt werden, sondern auch auf genetische Defekte oder Fehlbildungen, die das Ungeborene aufweisen kann. Gerade weil pränataldiagnostische Verfahren heute zur Alltagspraxis von Gynäkologen und Geburtshelfern gehören und zu Routineuntersuchungen für schwangere Frauen geworden sind, ist es wichtig, sie auf ihre moralische Vertretbarkeit hin zu untersuchen. Ein zentraler Bezugspunkt in der folgenden Betrachtung soll dabei die Verbindung sein, die sich zwischen Befunden der Pränatalen Diagnostik und selektiven Schwangerschaftsabbrüchen feststellen lässt.
Zunächst sollen fundamentale Aspekte der Phänomene „Pränatale Diagnostik“ und „Schwangerschaftsabbruch“ dargelegt werden. Das Kapitel zur pränatalen Diagnostik geht auf einige häufig praktizierte Methoden vorgeburtlicher Diagnostik und die mit ihnen verbundenen Möglichkeiten und Risiken ein. Anschließend werden die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, die die Praxis der pränatalen Diagnostik bestimmen. Zum Phänomen Schwangerschaftsabbruch werden ebenfalls Möglichkeiten und Methoden sowie potentielle Risiken desselben thematisiert. Auch hier findet eine Darstellung der rechtlichen Hintergründe statt, wobei unter anderem auf die Gesetzesänderung zur Abtreibungsregelung von 1995 eingegangen wird.
Im zweiten Teil dieser Arbeit wird untersucht, inwiefern pränatale Diagnostik für sich allein einen ethischen Problembereich darstellt oder ob vorgeburtliche Diagnosemethoden erst durch eine Koppelung an die Möglichkeit zu einem Schwangerschaftsabbruch zum moralischen Problemfall werden. Hierzu wird zunächst der Zusammenhang zwischen Befunden der pränatalen Diagnostik und Schwangerschaftsabbrüchen mit Hilfe statistischer Daten geklärt. Daraufhin wird untersucht, inwiefern pränataldiagnostische Methoden das Schwangerschaftserleben von Frauen beeinflussen oder verändern können. Abschließend wird dargestellt, welche Bedeutung Menschen mit Behinderung pränataler Diagnostik und selektiven Schwangerschaftsabbrüchen beimessen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Pränatalen Diagnostik
- Möglichkeiten und Methoden
- Risiken
- Rechtliche Hintergründe
- Zum Schwangerschaftsabbruch
- Möglichkeiten und Methoden
- Risiken
- Rechtliche Hintergründe
- Pränatale Diagnostik als ethischer Problembereich
- Der Zusammenhang zwischen Pränataler Diagnostik und selektiven Schwangerschaftsabbrüchen
- Auswirkungen der Pränatalen Diagnostik auf das Schwangerschaftserleben der Frau
- Die Bedeutung der pränatalen Diagnostik für Menschen mit Behinderung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die pränatale Diagnostik in Deutschland und untersucht deren medizinische, rechtliche und ethische Aspekte. Sie zielt darauf ab, die Verbindung zwischen pränatalen Befunden und selektiven Schwangerschaftsabbrüchen aufzudecken und die Auswirkungen dieser Praxis auf das Schwangerschaftserleben der Frau und die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung zu beleuchten.
- Medizinische und rechtliche Hintergründe der pränatalen Diagnostik
- Ethische Herausforderungen der pränatalen Diagnostik
- Zusammenhang zwischen pränataler Diagnostik und Schwangerschaftsabbrüchen
- Auswirkungen der pränatalen Diagnostik auf das Schwangerschaftserleben
- Die Rolle der pränatalen Diagnostik in Bezug auf Menschen mit Behinderung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der pränatalen Diagnostik ein und skizziert den Kontext der Arbeit. Das Kapitel „Zur Pränatalen Diagnostik“ stellt verschiedene Methoden der pränatalen Diagnostik vor, beleuchtet deren Möglichkeiten und Risiken und erläutert die relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Kapitel „Zum Schwangerschaftsabbruch“ befasst sich mit den Möglichkeiten, Methoden und Risiken von Schwangerschaftsabbrüchen sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Kapitel „Pränatale Diagnostik als ethischer Problembereich“ untersucht die ethischen Herausforderungen der pränatalen Diagnostik, insbesondere den Zusammenhang mit selektiven Schwangerschaftsabbrüchen, die Auswirkungen auf das Schwangerschaftserleben der Frau und die Bedeutung für Menschen mit Behinderung.
Schlüsselwörter
Pränatale Diagnostik, Schwangerschaftsabbruch, ethische Bewertung, Selektion, Menschen mit Behinderung, Rechtliche Rahmenbedingungen, Schwangerschaftserleben, Gynäkologie, Geburtshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Was umfasst die pränatale Diagnostik (PND)?
PND umfasst Untersuchungen während der Schwangerschaft, die über normale Vorsorge hinausgehen, um genetische Defekte, Fehlbildungen oder Krankheiten des Ungeborenen frühzeitig zu erkennen.
Welche ethischen Probleme wirft die pränatale Diagnostik auf?
Das Hauptproblem ist die Koppelung von Diagnose und selektivem Schwangerschaftsabbruch. Es stellt sich die Frage nach der moralischen Vertretbarkeit von Selektion und dem gesellschaftlichen Bild von Menschen mit Behinderung.
Wie ist die rechtliche Lage zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland?
Die Regelung basiert auf der Gesetzesänderung von 1995. Ein Abbruch ist grundsätzlich rechtswidrig, bleibt aber unter bestimmten Bedingungen (Beratungsregelung, medizinische oder kriminologische Indikation) straffrei.
Wie beeinflusst PND das Schwangerschaftserleben von Frauen?
Die Diagnostik kann zu einer „Schwangerschaft auf Probe“ führen, die von Angst vor negativen Befunden und dem Druck zur Entscheidung über einen Abbruch geprägt ist, statt von unbeschwerter Vorfreude.
Welche Risiken sind mit PND-Methoden verbunden?
Invasive Methoden wie die Fruchtwasseruntersuchung bergen ein gewisses Risiko für eine Fehlgeburt. Zudem können Befunde oft keine Heilung, sondern nur die Entscheidung für oder gegen das Kind ermöglichen.
- Citation du texte
- Katarina Stripling (Auteur), 2011, Pränatale Diagnostik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180801