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Gibt es eine historische Globalisierung?

Titre: Gibt es eine historische Globalisierung?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 27 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Michael Sypien (Auteur)

Sciences de la Terre / Géographie - Géographie Economique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Begriffsgeschichte des Wortes Globalisierung reicht weniger als 30 Jahre zurück, das „Modewort der Marketing-Literatur“ (Zschaller & Kiesewetter 2000: 161) wurde zuerst dazu verwandt, den Erfolg von internationalen Herstellern wie BMW oder Coca Cola herauszustellen. Deshalb wird die Globalisierung auch oft als ein Phänomen der Gegenwart betrachtet. Howard Perlmutter führt nach dem Fall des Eisernen Vorhanges das Argument ins Feld, dass die Menschheit nicht am „Ende der Geschichte“, sondern am Beginn des Zeitalters der „globalen Zivilisation“ stünde (Perlmutter 1991: 902). Das zeigen die Konnotationen des Wortes Globalisierung mit der jüngsten Vergangenheit. Es gibt jedoch auch andere Sichtweisen. Eine radikalere Auffassung von Globalisierung geht davon aus, dass es diese schon immer gab, wenn man die ersten Wanderungsbewegungen der Menschen vor über 100.000 Jahren berücksichtigt (Schwentker 2005: 40).

Ist die Globalisierung also ein modernes Thema, oder gibt es eine historische Globalisierung? Rechtfertigt die Zunahme der internationalen Verflechtungen wirklich die Verwendung des neuen Begriffes, oder haben auch in der Vergangenheit Verflechtungen eine sehr wichtige Rolle gespielt?

Um diese Frage beantworten zu können, muss der Begriff Globalisierung zunächst definiert und charakterisiert werden, um nachfolgend feststellen zu können, ob (und in welcher Form) es in früheren Epochen bereits derartige Ansätze gab. In Kapitel 2 werden zunächst relevante Begriffe erklärt und speziell das Begriffs-verständnis des Wortes Globalisierung für die Verwendung in dieser Arbeit festgelegt. Kapitel 3 untersucht dann Globalisierungstendenzen in der Vergangenheit ausgehend vom Imperium Romanum, und versucht, diese „Globalisierungen im Spiegel der Geschichte“ (Schreiber 2000) in zuvor festgelegte Globalisierungsdimensionen einzuordnen. Kapitel 4 trägt den Titel „Globalisierungsvorlauf“, weil viele Autoren die Internationalisierungsaktivitäten dieser Zeit als wegbereitend für die heutige Globalisierung ansehen. Dieses Kapitel untersucht die Vernetzung von der Neuzeit bis zur Weltwirtschaftskrise. In Kapitel 5 geht es um die Entwicklung der Globalisierung seit dem zweiten Weltkrieg und stellt neue Entwicklungen im Vergleich zu früheren Globalisierungsanläufen heraus, bevor in Kapitel 6 schlussendlich die Frage geklärt wird, ob man von historischen Globalisierungen sprechen kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Globalisierung – ein modernes Thema?

2 Was ist Globalisierung?

3 Globalisierungsanläufe

3.1 Altertum

3.2 Mittelalter

4 Globalisierungsvorlauf

4.1 Neuzeit

4.2 Das 19. Jh.: Industrielle Revolution

4.3 Erster Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise

5 Heutige Globalisierung

5.1 Globalisierung ab 1945

5.2 Das Neue an der aktuellen Globalisierung

6 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Frage zu klären, ob Globalisierung ein rein modernes Phänomen darstellt oder ob es berechtigt ist, von einer historischen Globalisierung zu sprechen. Dabei wird untersucht, inwieweit frühere Epochen bereits durch internationale Verflechtungen und globale Netzwerke geprägt waren.

  • Definition und theoretische Einordnung des Globalisierungsbegriffs
  • Analyse historischer Globalisierungsanläufe von der Antike bis zum Mittelalter
  • Untersuchung des Globalisierungsvorlaufs in der Neuzeit und während der Industriellen Revolution
  • Vergleich der heutigen Globalisierung mit historischen Entwicklungsphasen

Auszug aus dem Buch

3.1 Altertum

Die Globalisierungsanläufe der vorneuzeitlichen Epochen haben eine großräumige Integrationswirkung gemein. Osterhammel und Petersson (2007: 27ff.) zeigen verschiedene Formen der Integration auf. Eine Form ist das Großreich, welches kein Netzwerk im Sinne dieser Arbeit darstellt (siehe Abschnitt „Römische Antike“). Eine weitere integrative Form stellt die religiöse Ökumene dar, welche im Normalfall über die Grenzen des Großreiches hinausging und deshalb aus mehreren politischen Einheiten bestand. Diese Gebilde tragen zur Integration und Vernetzung bei, sobald es eine Mobilität zu heiligen Zentren gibt und ein „Pflichtenkatalog“ besteht, an den sich alle verbindlich halten – auch über nationale und sprachliche Grenzen hinweg. Drittens nennen die Autoren Fernhandelsverbindungen integrativ wirksam: „Einzelne Handelslinien, wie die Seidenstraßen zwischen China und dem Mittelmeerraum, die Schifffahrt zwischen der arabischen Halbinsel und Indien oder die stärker frequentierten unter den Karawanenwegen des Nahen Ostens und Nordafrikas schufen nicht selten dauerhafte Verbindungen zwischen weit voneinander entfernten zivilisatorischen Zentren“ (ebd.: 29). Gleichwohl zögern die Autoren, von „Netzen“ zu sprechen.

Trotzdem lassen sich weit vor unserer Zeit Netzwerkstrukturen feststellen. Beispielsweise verfolgen Kirchen bzw. Glaubensgemeinschaften seit Jahrhunderten globale Strategien und etablieren Strukturen, denen sich lokale Organisationen anpassen müssen (Ostertag 2000: 37). Der Begriff Globalisierung darf für die Geschichte des Altertums nur sehr begrenzt verwendet werden, dennoch gibt es auch in dieser Zeit „Epochen, in denen gezielte politische Expansion und der Export von wirtschaftlichen und kulturellen Standards einen vorsichtigen Vergleich erlauben“ (Malitz 2000: 37). Beispiele hierfür waren z.B. die außereuropäischen Weltreligionen, die auch einen regen wirtschaftlichen Austausch pflegten oder das Handelsvolk der Phönizier (Zschaller & Kiesewetter 2000: 166). Aus europäischer Sicht bietet sich das Imperium Romanum als Wurzel der Globalisierung an.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Globalisierung – ein modernes Thema?: Einführung in die Begriffsgeschichte und die Relevanz der Frage nach einer historischen Dimension der Globalisierung.

2 Was ist Globalisierung?: Theoretische Definition und Charakterisierung des Globalisierungsbegriffs mit Fokus auf ökonomische Vernetzung und kulturelle Auswirkungen.

3 Globalisierungsanläufe: Untersuchung der Netzwerke und Integrationsschübe im Altertum und Mittelalter, inklusive der Rolle von Großreichen und Handelswegen.

4 Globalisierungsvorlauf: Darstellung der Internationalisierungsaktivitäten ab der Neuzeit, über die industrielle Revolution bis hin zu den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise.

5 Heutige Globalisierung: Analyse der Entwicklungen nach 1945 und Identifizierung der spezifischen Merkmale, die die aktuelle Globalisierung auszeichnen.

6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Einordnung der Globalisierung als prozesshafte Zuspitzung historischer Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Globalisierungsanläufe, Weltwirtschaft, Handelsnetzwerke, Imperium Romanum, Industrielle Revolution, Transnationale Unternehmen, Direktinvestitionen, Vernetzung, Integrationsschub, Historische Globalisierung, Wirtschaftswachstum, Interaktionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Einordnung des Begriffs Globalisierung und untersucht, ob dieser nur ein modernes Phänomen beschreibt oder tiefere historische Wurzeln besitzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Definition von Globalisierung, der Wandel von Handelsnetzwerken über verschiedene Epochen und die Abgrenzung von Globalisierungsanläufen zu modernen Ausprägungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass Globalisierung kein rein zeitgenössisches Konzept ist, sondern als ein langfristiger, prozesshafter Zuspitzungsprozess verstanden werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode gewählt, die Fachliteratur sowie historische Daten und Definitionen auswertet, um globale Netzwerke über Epochen hinweg zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Phasen: vom Altertum über das Mittelalter und die Neuzeit bis hin zur aktuellen Phase nach 1945.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vernetzung, Handelsimperien, Welthandel, Direktinvestitionen und historische Kontinuität geprägt.

Welche Rolle spielen die Fugger für die Argumentation des Autors?

Die Fugger dienen als prominentes Beispiel für den grenzüberschreitenden Handel und erste Formen internationaler Verflechtung im späten Mittelalter, noch vor der eigentlichen Neuzeit.

Warum wird das Imperium Romanum im Text diskutiert?

Es wird als Beispiel für ein frühes, aber durch seine Struktur als "zentralisierter Zwangsverband" begrenztes Integrationsmodell angeführt, um die Schwierigkeit der Einordnung in moderne Globalisierungsbegriffe zu verdeutlichen.

Wie bewertet der Autor die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise?

Die Krise wird als Beleg für die bereits hohe Intensität der Weltvernetzung gewertet, da nur ein solch enges Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten einen derartigen globalen Einbruch auslösen konnte.

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Résumé des informations

Titre
Gibt es eine historische Globalisierung?
Université
University of Bamberg
Note
1,3
Auteur
Michael Sypien (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
27
N° de catalogue
V180823
ISBN (ebook)
9783656039952
ISBN (Livre)
9783656040552
Langue
allemand
mots-clé
Globalisierung time-space-compression Vernetzung Glokalisierung Referat
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michael Sypien (Auteur), 2010, Gibt es eine historische Globalisierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180823
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Extrait de  27  pages
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