Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría

Der Nürnberger Prozess – Siegerjustiz oder objektive Urteilsfindung? Das Fallbeispiel Karl Dönitz

Título: Der Nürnberger Prozess – Siegerjustiz oder objektive Urteilsfindung? Das Fallbeispiel Karl Dönitz

Trabajo de Seminario , 2011 , 25 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Stefan Rudolf (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

„Die Wehrmacht eines Staates wird nicht gefragt, wann und gegen wen sie zu kämpfen hat. Das ist Sache der politischen Führung, die das Primat gegenüber dem Soldaten hat. Ebenso ist die Beendigung des Krieges Sache des Politikers.“ Mit diesen Worten rechtfertigte Karl Dönitz in seinen Memoiren sein auf bedingungsloser Treue beruhendes Verhältnis zu Adolf Hitler bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Dabei stand für ihn fest, dass der Sol-dat grundsätzlich unpolitisch zu handeln hätte, gleichgültig, welche Position er im Militärap-parat einnahm und ob die politische Führung Verbrechen beging.
Wie Dönitz vertraten auch andere hohe deutsche Militärs, die auf der Anklagebank in Nürn-berg saßen, diese Einstellung. Für die Richter des Internationalen Militärtribunals (IMT) lag die Schwierigkeit in der Beurteilung der Rolle jedes einzelnen Angeklagten. Die Berufung auf Befehlsnotstand und unpolitische Pflichterfüllung war kennzeichnend für die deutschen Mili-tärrepräsentanten vor dem Gerichtshof in Nürnberg. Schon allein darin wird die Problematik in Bezug auf die Frage nach objektiver Rechtsprechung der Alliierten über das besiegte Hitler-Deutschland deutlich.
Welche Relevanz das Thema in der modernen Historiographie genießt, zeigen die Vielzahl von Veröffentlichungen in den 1990er Jahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts sowie diverse Verfilmungen und Dokumentationen. Allerdings existieren verschiedene Tendenzen in der Beurteilung des Prozesses, die im weiteren Verlauf dargelegt werden.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei große Themenkomplexe. Im ersten Teil wird der Prozess im Allgemeinen behandelt. Hierbei liegt der Fokus auf der Benennung der Urteile, deren Bedeutung für das allgemeine Völkerrecht und auf der Debatte um die Legitimität des Gerichtshofs. Der aktuelle Forschungsstand zum Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, zur Person Dönitz und die verschiedenen Ansichten seitens der Historiographie werden am Ende des ersten Hauptteils dargelegt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1945/46

2.1 Die Ergebnisse und die Bedeutung

2.2 Der Forschungsstand und die Kritik am Prozess

3. Das Verhandlungsbeispiel Karl Dönitz

3.1 Die Anklage und die Verteidigung von Dönitz

3.2 Das Urteil

3.3 Die Bewertung des Nürnberger Prozesses

4. Zusammenfassung

5. Verzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht kritisch, inwieweit der Nürnberger Prozess als Ausdruck willkürlicher Siegerjustiz der Alliierten zu werten ist oder ob eine objektive Urteilsfindung stattfand. Anhand des Fallbeispiels Karl Dönitz wird die Problematik individueller Schuld sowie die Rolle der militärischen Führungselite im Nationalsozialismus analysiert.

  • Legitimität und rechtsstaatliche Prinzipien des Internationalen Militärtribunals (IMT)
  • Die Entwicklung des Völkerrechts durch die Nürnberger Urteile
  • Rezeption des Prozesses in der deutschen Nachkriegsgesellschaft
  • Strafrechtliche Verantwortung von Karl Dönitz und dessen Verteidigungsstrategie

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Anklage und die Verteidigung von Dönitz

Im weiteren Verlauf der Arbeit erfolgt nun eine überblickmäßige Darstellung von Dönitz‘ Prozess, um die Schwierigkeiten bei der Urteilsfindung und der Bewertung der Angeklagten Person zu beleuchten.

Dem Großadmiral wurden im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher folgende Straftatbestände durch die Anklage zur Last gelegt: „Verschwörung“, „Verbrechen gegen den Frieden“ und „Kriegsverbrechen“. Besonders seine Zeit als Admiral (ab 1942), Oberbefehlshaber der Deutschen Kriegsmarine (1943-1945) und Reichspräsident (1.-23. Mai 1945) rückte in das Blickfeld des Gerichts. Der Anklagepunkt „Verschwörung“ wurde bereits zu Beginn der Verhandlungen fallen gelassen, da die Beweisaufnahme nicht ergeben konnte, dass Dönitz in die Vorbereitung des Angriffskrieges eingeweiht wurde oder diese begann. Er war bei den wichtigsten Besprechungen anwesend nicht und wurde über die dort gefällten Entscheidungen nicht unterrichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Objektivität des Nürnberger Prozesses vor und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Relevanz des Themas in der modernen Historiographie.

2. Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1945/46: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des IMT als Präzedenzfall für das Völkerrecht und diskutiert den aktuellen Forschungsstand sowie die Kritik am Prozess hinsichtlich des Vorwurfs der Siegerjustiz.

3. Das Verhandlungsbeispiel Karl Dönitz: Hier werden die Anklagepunkte gegen Dönitz, seine Verteidigung vor Gericht, das gegen ihn gefällte Urteil sowie eine abschließende Bewertung seiner Rolle als Staatsoberhaupt und Marineführer detailliert untersucht.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit über den historischen Wert des Prozesses und die Balance zwischen der Abrechnung mit dem Nationalsozialismus und der Wahrung rechtsstaatlicher Normen.

5. Verzeichnis: Das Verzeichnis listet die verwendete Fachliteratur und die Primärquellen der Untersuchung auf.

Schlüsselwörter

Nürnberger Prozess, Karl Dönitz, Siegerjustiz, Völkerrecht, Kriegsverbrechen, Internationales Militärtribunal, NS-Staat, Befehlsnotstand, Seekrieg, Entnazifizierung, Individuelle Verantwortung, Reichspräsident, Holocaust, Alliierte, Rechtsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher unter besonderer Berücksichtigung des Verfahrens gegen Karl Dönitz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Legitimität des Gerichtshofs, das Spannungsfeld zwischen Siegerjustiz und rechtsstaatlicher Aufarbeitung sowie die juristische Aufarbeitung der Schuld von militärischen Führungskräften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der Nürnberger Prozess als willkürliche Rachejustiz zu bewerten ist oder ob er trotz der Umstände ein Mindestmaß an juristischer Objektivität wahrt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärquellen wie Prozessakten sowie aktueller geschichtswissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse des IMT und eine spezifische Fallstudie zum Prozess gegen den Großadmiral und letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nürnberger Prozess, Siegerjustiz, Völkerrecht, Befehlsnotstand, Karl Dönitz und individuelle Schuld.

Warum war der Laconia-Befehl ein entscheidender Punkt im Prozess gegen Dönitz?

Der Laconia-Befehl wurde als Beweis für die Härte der Seekriegsführung und als mögliches Indiz für einen Aufruf zur Ermordung alliierter Schiffbrüchiger angeführt, was Dönitz vor Gericht verteidigen musste.

Welche Rolle spielte der tu-quoque-Einwand in der Verteidigung?

Dieser Einwand diente Dönitz dazu, die eigene Schuld zu relativieren, indem er auf vergleichbare Vorgehensweisen der Alliierten im Seekrieg verwies, was vom Gericht teilweise bei der Urteilsfindung berücksichtigt wurde.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Nürnberger Prozess – Siegerjustiz oder objektive Urteilsfindung? Das Fallbeispiel Karl Dönitz
Universidad
University of Potsdam
Calificación
1,7
Autor
Stefan Rudolf (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
25
No. de catálogo
V180834
ISBN (Ebook)
9783656039891
ISBN (Libro)
9783656040491
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nürnberger Prozess Nürnberg Karl Dönitz Kriegsverbrechen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Rudolf (Autor), 2011, Der Nürnberger Prozess – Siegerjustiz oder objektive Urteilsfindung? Das Fallbeispiel Karl Dönitz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180834
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  25  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint