Ernährung und Änderung des Ernährungsverhaltens in der Bundesrepublik Deutschland


Essay, 2011
7 Seiten

Leseprobe

Die große Herausforderung: Gesund durch LEBENSmittel

Energie- und Heilkungsfaktor Nr. 1: Ernährung als Medizin von Sven-David Müller, M.Sc.

Hippokrates als Mitbegründer der modernen Diätetik

Lasst Eure Nahrungsmittel Eure Medizin und Eure Medizin Eure Nah- rungsmittel sein – mit diesem Ausspruch zeigte schon Hippokrates, dass Ernährungsweise sowie Krankheit und Gesundheit in engem Zusammen- hang stehen. Alle Mediziner schwören mit dem Hippokratischen Eid: „Die diätetischen Maßnahmen werde ich nach Kräften und gemäß meinem Ur- teil zum Nutzen der Kranken einsetzen, Schädigung und Unrecht aber ausschließen!“. Im humanistischen Sinne ist unter Diätetik (griechisch di- aita) die Lehre von der gesunden Lebensführung, die moderate Ernäh- rung, Bewegung und Wohlbefinden einschließt zu verstehen. Die Indust- rieweise in den westlichen Industrienationen ist weit davon entfernt, die Gesundheit zu fördern, gleichwohl führt sie bei mehr als drei Drittel der Bevölkerung zu ernährungsbedingten und ernährungsmitbedingten Krank- heiten. Da in vielen Fällen eine Ernährungsumstellung nicht ein- oder durchgehalten wird und höhere Mengen bestimmter Substanzen mit der Ernährung kaum zu erreichen sind, kann die Substitution von Mikronähr- stoffen, Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen, L-Carnitin oder be- stimmten Fettsäuren prophylaktisch und/oder therapeutisch sinnvoll sein.

Nach einer aktuellen Studie des Bundesgesundheitsministeriums sind in Deutschland 64,4 Prozent der Todesfälle indirekt oder direkt auf Fehler- nährung und daraus entstehenden ernährungsbedingten Erkrankungen zurückzuführen. Im Sinne einer modernen Diätetik sollte die Ernährungs- weise möglichst vielseitig sein und dabei pflanzliche und tierische Lebens- mittel einschließen. Die Lebensmittel sollten reich an ungesättigten Fett- säuren (insbesondere Monoensäuren, die reichlich in Rapsöl oder Olivenöl vorkommen) und arm an gesättigten Fettsäuren (die reichlich in fettrei- chen tierischen Nahrungsmitteln vorkommen) sein, einen niedrigen gly- kämischen Index aufweisen, reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzen- stoffen (beispielsweise Phytosterinen/Pflanzensterine) sowie im Bereich Vitamine und Mineralstoffe bedarfsdeckend sein. Nahrungsergänzungsmit- tel sind nicht prinzipiell abzulehnen und insbesondere für die Vitamine Fol- säure und Vitamin D (in Kombination mit Kalzium) sowie die Mineralstoffe Jod, Fluorid, Kalzium sowie Zink (also organisches Zinkhistidin) sinnvoll. Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Gemüse- und Obstkonzent- rate (beispielsweise Tomatenmark, Hagebuttenmark, Sanddornmark oder Bierhefe) erscheinen aus ernährungsmedizinischer Sicht besonders effek- tiv, da sie gleichzeitig sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Dicke sterben früher als Dünne! Diese Aussage, die im 4. Jahrhundert v. u. Z. im Corpus Hippocraticum niedergeschrieben wurde, trifft ca. 2500 Jahre später unverändert zu. Die Zahl der Übergewichtigen nimmt nicht nur in den Industrienationen, sondern auch den Schwellenländern zu. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Adipositas zur globalen Epidemie erklärt. Ein Drittel der Gesamtkosten im Gesundheitswesen in Deutschland gehen auf Kosten Fehlernährungsbedingter Krankheiten. Allein Im Zeit- raum von 1985 bis 1990 war ein Anstieg der Übergewichtigen mit einem BMI > 30 von 16,5% auf 19,3% bei den Frauen und von 15,1% auf 17,2 % bei den Männern zu beobachten. Auch bei Kindern ist die Tendenz stei- gend. Bereits bis zu 23% der deutschen Kinder und Jugendlichen weisen Übergewicht und Adipositas auf. Dass der Prävention eine große Bedeu- tung zukommt, wird noch dadurch verdeutlicht, dass 85% der überge- wichtigen Kinder auch als Erwachsene übergewichtig sind.

In Deutschland gibt es Schätzungen für das Jahr 1995, dass Adipositas und ihre Folgekrankheiten Kosten in Höhe von rund 21 Milliarden DM. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik schätzt, dass die Über- gewichtsbedingten Kosten bei mindestens 15 Mrd. Euro im Jahr 2003 lie- gen werden. Im Jahr 2000 beschrieb die WHO die Adipositas erstmalig als chronische Krankheit, in Deutschland ist sie jedoch als solche vom Ge- sundheitssystem noch nicht anerkannt. Als auslösende Faktoren müssen Fehlernährung, genetische Prädisposition und Bewegungsmangel angese- hen werden. Die diätetische Therapie sollte insbesondere auf niedrige In- sulinspiegel und die Verminderung der Insulinresistenz abzielen. Die Kost muß sättigend sein („Abnehmen kann nur wer satt is(s)t!“). Bei Adipositas ist der Einsatz von Formuladiäten zum proteinmodifizierten Fasten sinn- voll. Viele Übergewichtige profitieren von ärztlich gestützten Programmen, die auch die bioelektischen Impedanzanalyse in der Verlaufskontrolle ein- setzen.

Aktuelle internationale Veröffentlichungen zeigen, dass der Einsatz von mittelkettigen Triglyzeriden in den Prophylaxe und Therapie von Überge- wicht sinnvoll sein kann. MCT erhöhen die Thermogenese, beugen der Re- duktion des Ruhe-Nüchtern-Umsatzes vor, enthalten 10 Prozent weniger Energie als LCT und werden praktisch nicht in die Adipozyten eingelagert. Im Vergleich zu LCT haben MCT sozusagen Vorfahrt im Stoffwechsel und werden sofort „verbrannt“. Aktuelle Studienergebnisse stützen die Emp- fehlung, dass Übergewichtige täglich 1,5 bis 3,0 Gramm L-Carnitin substi- tuieren. In den kommenden Zehn Jahren verdoppelt sich nach Einschät- zung der Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der Diabetiker. Dem- nach leben in Deutschland im Jahr 2012 rund 12 Millionen Diabetiker. Be- troffen sind insbesondere Übergewichtige, denn sie entwickeln einen Typ 2 Diabetes mellitus aufgrund ihres Übergewichts. Diabetiker leiden in der Regel aufgrund ihrer erhöhten Körperfettmasse unter einem zusätzlichen Bedarf an Antioxidantien und durch die erhöhte Diurese an einem erhöh- ten Bedarf an wasserlöslichen Mikronährstoffen (insbesondere Chrom und Zink).

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Details

Titel
Ernährung und Änderung des Ernährungsverhaltens in der Bundesrepublik Deutschland
Autor
Jahr
2011
Seiten
7
Katalognummer
V180907
ISBN (eBook)
9783656045731
ISBN (Buch)
9783656045083
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ernährung, Essverhalten, BMI, Sven-David Müller, Diät, Diätetik, Diätberatung, Ernährungsberatung, Ernährungstherapie, Abnehmen, Schlank, Ernährungsverhalten
Arbeit zitieren
M.Sc. Sven-David Müller (Autor), 2011, Ernährung und Änderung des Ernährungsverhaltens in der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180907

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