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Androhung und Anwendung von militärischem Zwang auf multilateraler Ebene als Mittel eigener Interessenpolitik

Zwei internationalisierte Konflikte im Vergleich

Titel: Androhung und Anwendung von militärischem Zwang auf multilateraler Ebene als Mittel eigener Interessenpolitik

Bachelorarbeit , 2009 , 30 Seiten , Note: 3,0 (CH: 4,0)

Autor:in: M.A. Manuel Irman (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Androhung von militärischem Zwang zur Durchsetzung eigener Interessen fand nach dem Ende des Kalten Krieges als eine moderne Art von Kanonenbootpolitik vermehrt Anwendung. Der Zusammenschluss gleichgesinnter Staaten und die für ein erfolgreiches Vorgehen nötige Eskalationsdominanz sind dabei zentrale Merkmale. Militärische Zwangsandrohung ist aber nur dann ein erfolgreiches politisches Instrument, wenn der Konflikt gelöst werden kann, ohne dass die angedrohten Massnahmen je angewandt werden mussten. Zwei prominente Konflikte, in welchen die USA nach dem Ende des Kalten Krieges eigene aussenpolitische Interessen auf an-deren Kontinenten mittels Zwangsandrohung durchzusetzen versuchte, waren der Zweite Golfkrieg und der Kosovo-Konflikt. Die Resultate dieser hier untersuchten Konflikte legen jedoch den Schluss nahe, dass die Androhung von militärischem Zwang eine weitere Eskalation nicht verhindern kann und es schliesslich doch zum bewaffneten Konflikt zwischen den widerstreitenden Parteien kommt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie

2.1 Zwei Analysemodelle

2.1.1 Eine Theorie der Zwangsandrohung

2.1.2 Zwang durch Internationale Organisationen

2.2 Forschungsstand

2.3 Hypothesen und Variablen

2.3.1 Eskalationsdominanz

2.3.2 Organisationsformen

3 Fallanalysen

3.1 Der Zweite Golfkrieg

3.1.1 Irakische Interessen in Kuwait

3.1.2 Interessen der USA im Nahen Osten

3.1.3 Eskalationskapazität der Konfliktparteien

3.1.4 Gewünschter Policy-Outcome der USA und der Koalition

3.1.5 Zentrale Merkmale der Konfliktlösung

3.1.6 Die Rolle der UNO

3.2 Der Kosovo-Konflikt

3.2.1 Jugoslawisch-serbische Interessen im Kosovo

3.2.2 Interessen der USA auf dem Westbalkan

3.2.3 Eskalationskapazität der Konfliktparteien

3.2.4 Gewünschter Policy-Outcome der internationalen Staatengemeinschaft

3.2.5 Zentrale Merkmale der Konfliktlösung

3.2.6 Die Rollen der UNO, der OSCE und der NATO

4 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von militärischem Zwang als Instrument der internationalen Interessenpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie wirkungsvoll die Androhung von militärischen Zwangsmaßnahmen gegenüber einer gegnerischen Partei ist, um eigene Interessen durchzusetzen, und unter welchen Organisationsformen Staaten zu diesem Zweck kooperieren.

  • Analyse der Theorie der Zwangsandrohung (Theory of Coercion).
  • Untersuchung der Rolle von Internationalen Organisationen bei der Legitimation und Umsetzung von Zwangsmaßnahmen.
  • Vergleichende Fallstudie des Zweiten Golfkrieges (1990/91) und des Kosovo-Konflikts (1999).
  • Bewertung der Konzepte Eskalationsdominanz und Organisationsformen für den Erfolg von Zwangsmitteln.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Zweite Golfkrieg

Am 2. August 1990 marschierte die irakische Armee mit rund 100'000 Soldaten und 300 Panzern in Kuwait ein und besetzte die Hauptstadt Kuwait City innert wenigen Stunden widerstandslos (Stoessinger 1993: 188f.). Die irakische Invasion ereignete sich just zu jenem Zeitpunkt als der Kalte Krieg nach gut vierzig Jahren zu einem Ende kam und von einer neuen Weltordnung die Rede war. In dieser Weltordnung wurde die Krise am Persischen Golf schnell zu ihrem Testfall gemacht (Sid-Ahmed 1991: 16): US-Präsident George Bush verurteilte die irakische Militäraktion noch gleichen Tags als "naked aggression" (Stoessinger 1993: 193) was sowohl seiner Empörung als auch seiner Überraschung Ausdruck verlieh, denn auch seine Generale schienen nicht mit dieser Aktion gerechnet zu haben (Stoessinger 1993: 192f.). Ebenfalls am selben Tag erliess der UNSC die Resolution 660 (UN 1990: 190), in der er sich ohne Gegenstimme für eine Verurteilung der irakischen Invasion und einen sofortigen Rückzug der Streitkräfte aussprach.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den Wandel der Konfliktführung nach dem Kalten Krieg und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen vor.

2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Arbeit, insbesondere die Konzepte der Zwangsandrohung (Theory of Coercion), Eskalationsdominanz sowie die Bedeutung von Internationalen Organisationen als Akteure.

3 Fallanalysen: In diesem Hauptteil wird die Forschungsfrage anhand der beiden empirischen Fallbeispiele Zweiter Golfkrieg und Kosovo-Konflikt systematisch und vergleichend untersucht.

4 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse der Fallstudien, bewertet die Validität der Hypothesen und diskutiert die Wirksamkeit militärischer Zwangsmaßnahmen im internationalen Kontext.

Schlüsselwörter

Global Governance, Zwang, Multilateralismus, Eskalationsdominanz, Außenpolitik, USA, UNO, NATO, Zweiter Golfkrieg, Kosovo-Konflikt, Internationale Organisationen, Militärischer Zwang, Intervention, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Anwendung und Androhung von militärischem Zwang durch Staaten, um nationale Interessen auf internationaler Ebene durchzusetzen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Zwangsandrohung, der Rolle Internationaler Organisationen bei der Konfliktregulierung und der Analyse von Machtverhältnissen zwischen Konfliktparteien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie wirkungsvoll militärische Zwangsmaßnahmen sind, um gegnerische Parteien zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen, und welche Rolle Koalitionen dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine qualitativ-vergleichende Methode, die den Zweiten Golfkrieg und den Kosovo-Konflikt als Fallstudien heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der beiden Fallbeispiele, wobei Faktoren wie militärische Kapazitäten, politische Interessen und die Rolle supranationaler Institutionen geprüft werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Global Governance, Eskalationsdominanz, Multilateralismus sowie die spezifischen Konfliktkontexte des Zweiten Golfkriegs und des Kosovo-Konflikts.

Warum wurde gerade der Zweite Golfkrieg als Fallbeispiel gewählt?

Er gilt als Testfall für die internationale Ordnung nach dem Kalten Krieg und als erstes Beispiel für militärische Zwangsmaßnahmen mit einer breiten multilateralen Legitimation.

Welche Rolle spielt die NATO im Kosovo-Konflikt laut dieser Untersuchung?

Die NATO agierte als Akteur, der aufgrund der Blockade im Sicherheitsrat eigenständig militärischen Zwang ausübte, was die Frage nach der Legitimität und Effektivität regionaler Organisationen aufwirft.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bezüglich der Wirksamkeit von Zwang?

Die Untersuchung zeigt, dass militärische Drohungen oft nicht ausreichen, um die gegnerische Seite zum Einlenken zu bewegen, ohne dass die angedrohten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Beeinflussen Internationale Organisationen den Erfolg von Zwang?

Ja, sie dienen als Legitimation und beeinflussen die Kosten für die agierenden Staaten, können aber auch die Entscheidungsfindung komplexer gestalten.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Androhung und Anwendung von militärischem Zwang auf multilateraler Ebene als Mittel eigener Interessenpolitik
Untertitel
Zwei internationalisierte Konflikte im Vergleich
Hochschule
Universität Zürich  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Forschungsseminar IB "Global Governance: Erwartungen und Ziele"
Note
3,0 (CH: 4,0)
Autor
M.A. Manuel Irman (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
30
Katalognummer
V180917
ISBN (eBook)
9783656038429
ISBN (Buch)
9783656038375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Global Governance Zwang Multilateralismus Eskalationsdominanz Aussenpolitik USA UNO NATO Golfkrieg 1990/91 Kosovo-Konflikt 1998/99 Politischer Realismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Manuel Irman (Autor:in), 2009, Androhung und Anwendung von militärischem Zwang auf multilateraler Ebene als Mittel eigener Interessenpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180917
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Leseprobe aus  30  Seiten
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