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Entwicklung, Darstellung und Deutungen bundesdeutscher Jugendkulturen zu Beginn der 80er Jahre

Title: Entwicklung, Darstellung und Deutungen bundesdeutscher Jugendkulturen zu Beginn der 80er Jahre

Examination Thesis , 1983 , 95 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Dr. Volker Brand (Author)

Social Studies (General)
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Diese Examensarbeit im Fach Sozialwissenschaften thematisiert Genese und Habitus der bundesdeutschen Jugendkulturen in den 80er Jahren, wobei auch Deutungsmuster und Perspektiven dieser Jugendgeneration zwischen Apathie und Aufruhr diskutiert werden.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Kurze Einführung in die Jugendsoziologie

1. Begriffliche Vorabklärung - was ist Jugend?

2. Klassische sozialwissenschaftliche Jugendtheorien

2.1.Der generationstheoretische Ansatz Karl Mannheims

2.2.Schelskys phänomenologische Gegenwartsanalyse der Jugend

2.3.Der funktionalistische Ansatz von Eisenstadt

2.4.Tenbrucks handlungstheoretischer Ansatz

III. Zur sozialen Lage der heutigen Jugend

1. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt und ihre Auswirkungen

2. Die Lage der Jugendlichen im Bildungswesen

IV. Jugendkultur als jugendliche Subkultur

1. Struktur und Stil formen der neueren Jugendkulturen

2. Teilkultur, Subkultur, Gegenkultur?

3. Stilelemente der jugendlichen Alltagskultur

V. Die Entwicklung der Jugendkulturen von den 60er Jahren bis heute

1. Der Aufbruch der Jugend in den 60er Jahren

2. Die Entwicklung der Musikkultur nach Woodstock

3. Politische Kultur und Jugend in den 70er Jahren

VI. Jugend und Gesellschaft zu Beginn der 80er Jahre

1. Ausgrenzungserscheinungen

2. Konfliktfeld' Familie

3. Das Verhältnis der jungen Generation zu Schule, Hochschule, Ehe, Wehr- und Zivildienst

3.1. Ehe und Familie - (k)eine Perspektive für die Jugend?

3.2.Schule

3.3.Hochschule

3.4.Bundeswehr bzw. Zivildienst

4. Einstellung zu Politik und Parteien

5. Deviantes Verhalten

5.1.Jugendkriminalität

5.2.Drogen

5.3.Jugendreligionen

6. Alternativkultur als Gegenkultur

VII. Das Wertverständnis der heutigen Jugend

1. Wertewandel und Alternativkultur

2. Die These vom Wertwandel in der Jugend

VIII. Deutungsversuche der neueren Jugendforschung

1. Der Neue Sozialisationstyp Narziss

1.1.Theorie

1.2. Kritik

2. Dieter Baackes Erklärungsansätze

2.1.Die Theorie der Wertkrise

2.2.Der sozialökologische Ansatz

3. Exkurs: Der kulturanthropologische Ansatz von Margaret Mead

IX. Schlussbemerkung - Perspektiven für die kommenden 80er Jahre

X. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologische Entwicklung und kulturelle Situation der Jugend in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der 1980er Jahre. Dabei wird analysiert, wie sich Jugendliche durch verschiedene Lebensstile von der Erwachsenengesellschaft abgrenzen und welche Auswirkungen aktuelle gesellschaftliche Krisen (wie Jugendarbeitslosigkeit und Zukunftsängste) auf ihr Wertverständnis und politisches Handeln haben.

  • Soziologische Theorien zur Jugend und Sozialisation.
  • Die Auswirkungen von Arbeitsmarkt- und Bildungssituation auf Jugendliche.
  • Strukturen und Stilformen jugendlicher Subkulturen.
  • Der Einfluss von Werten und Politik auf das Verhalten junger Generationen.
  • Methoden der neueren Jugendforschung und deren Deutungsversuche.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

Nach Hartmut von Hentig sind Jugendliche „Kinder dieser Zeit und entlarvendster Spiegel ihrer Umwelt" (Hentig, 1976, S. 37). Schon eine flüchtige Beobachtung dieses 'Spiegels' legt die Vermutung nahe, dass eine weitverbreitete Zukunftsangst unter den Jugendlichen kursiert. Folgt man der Shell-Studie 'Jugend 81', so sind es 58%, die ihre Zukunftserwartungen als eher düster einstufen (vgl. Shell-Studie 'Jugend 81; 1982, S. 15).

Überhaupt ist es ein besonderes Charakteristikum der heutigen Jugend, dass wohl keine Jugendgeneration zuvor einer solch massiven existentiellen Bedrohung ihrer Zukunft ausgesetzt war. Dabei wuchs die heutige Jugend zum größten Teil in einer Umwelt auf, in der nahezu grenzenloses, materielles Wohlergehen zur Selbstverständlichkeit zu werden schien. Diese Wirtschaftswundergesellschaft ließ Füllhornillusionen entstehen. Hoffnungen wurden gerade in der jungen Generation erzeugt, die heute nicht mehr einzulösen sind - eine „betrogene Generation“, so Hendrik Bussiek (1978, S.13).

Aber die vorherrschende Rezession ist nur ein Schatten, der auf die Zukunft der Jugend fällt. Vor drei Jahren erregte die Studie Global 2000 großes Aufsehen. Hier wird dokumentiert, welch gewaltiger weltweiter Anstrengungen es bedarf, um die ökologischen Folgekosten des sozio- ökonomischen Fetischs Wachstum in den Griff "Zu bekommen (vgl. Global 2000, 1980, S.29f). Vielleicht ist jedoch die Hoffnung, dass sich die ökologische Katastrophe trotz des jahrzehntelang betriebenen Raubbaus an der Natur noch vermeiden ließe, schon zu optimistisch. - Welch eine Perspektive für die Jugend!

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beschreibt die existenzielle Verunsicherung der jungen Generation Anfang der 80er Jahre angesichts von Zukunftsängsten und gesellschaftlicher Rezession.

II. Kurze Einführung in die Jugendsoziologie: Bietet einen Überblick über klassische soziologische Erklärungsmodelle zur Jugendphase und deren Entwicklung.

III. Zur sozialen Lage der heutigen Jugend: Analysiert die prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt und die zunehmenden Herausforderungen im Bildungswesen.

IV. Jugendkultur als jugendliche Subkultur: Differenziert zwischen verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen und der Bedeutung von Gruppenstilen.

V. Die Entwicklung der Jugendkulturen von den 60er Jahren bis heute: Zeichnet den Wandel der Jugendbewegung und der Musikgeschichte von der 68er-Revolte bis in die 70er Jahre nach.

VI. Jugend und Gesellschaft zu Beginn der 80er Jahre: Untersucht die Spannungsfelder zwischen Jugend und Institutionen wie Familie, Staat und Politik sowie abweichendes Verhalten.

VII. Das Wertverständnis der heutigen Jugend: Diskutiert den Wertewandel hin zu postmateriellen Einstellungen und die alternative Gegenkultur.

VIII. Deutungsversuche der neueren Jugendforschung: Beleuchtet Ansätze wie den „Neuen Sozialisationstyp“ (Narziss) und sozialökologische Analysen zur modernen Jugend.

IX. Schlussbemerkung - Perspektiven für die kommenden 80er Jahre: Reflektiert die methodische Forschung und wagt einen Ausblick auf die soziokulturelle Zukunft der 80er Jahre.

Schlüsselwörter

Jugendforschung, Jugendkultur, Subkultur, Wertwandel, Sozialisation, Postadoleszenz, Arbeitslosigkeit, politische Partizipation, Identitätskrisen, Neue Deutsche Welle, Alternativszene, Gegenkultur, Generationenkonflikt, Narzissmus, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Examensarbeit analysiert die Lebensbedingungen, die kulturelle Entwicklung und das gesellschaftliche Selbstverständnis der Jugend in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der 80er Jahre.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die soziale Lage, der Einfluss von Politik und Wirtschaft auf junge Menschen, die Rolle von Jugendkulturen sowie der Wandel der Werte innerhalb der jungen Generation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das gegenwärtige kulturelle Erscheinungsbild der jungen Generation zu spiegeln und mittels wissenschaftlicher Ansätze ein tieferes Verständnis für ihre Verhaltensweisen und Wandlungsprozesse zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien (wie der Shell-Studie) basiert und diese in soziologische Konzepte einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die historische Entwicklung von den 60er Jahren bis 1983 ab, analysiert Konfliktfelder wie Familie und Bildung und diskutiert Theorien zum Wertewandel und zur modernen Sozialisation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Postadoleszenz, Jugendkultur, Wertewandel, Subkultur, politisches Desinteresse, Alternativbewegung und der „Neue Sozialisationstyp“ nach Thomas Ziehe.

Wie unterscheidet sich die Jugend der 80er von der 68er-Generation?

Der Autor arbeitet heraus, dass die heutige Jugend eher durch individuelle Betroffenheit und den Rückzug in private oder subkulturelle Bereiche geprägt ist, im Gegensatz zum stärker politisch-theoretischen Aufbruch der 68er.

Welche Bedeutung wird dem Begriff der „Postadoleszenz“ zugeschrieben?

Postadoleszenz bezeichnet eine Lebensphase, in der junge Menschen zwar rechtlich mündig sind, aber wirtschaftlich und sozial länger von der Familie abhängig bleiben, was oft als Wunsch zur Verlängerung der Jugend interpretiert wird.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien?

Der Autor betont, dass Medien wie der Spiegel oder das Fernsehen eine erhebliche Leitbildfunktion haben und durch ihre Berichterstattung über Jugendstile aktiv an der Konstruktion und Wahrnehmung der „Jugend“ mitwirken.

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Details

Title
Entwicklung, Darstellung und Deutungen bundesdeutscher Jugendkulturen zu Beginn der 80er Jahre
College
Bielefeld University
Grade
1,6
Author
Dr. Volker Brand (Author)
Publication Year
1983
Pages
95
Catalog Number
V180954
ISBN (eBook)
9783656039631
ISBN (Book)
9783656040194
Language
German
Tags
Jugendsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Volker Brand (Author), 1983, Entwicklung, Darstellung und Deutungen bundesdeutscher Jugendkulturen zu Beginn der 80er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180954
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