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Moderne und Fundamentalismus bei Sayyid Qutb

Titre: Moderne und Fundamentalismus bei Sayyid Qutb

Mémoire de Maîtrise , 2011 , 124 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Simon Schumann (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Diese Arbeit behandelt das Verhältnis von Moderne und Fundamentalismus auf einer allgemeinen Basis und im Speziellen bei Sayyid Qutb. Qutb war der wohl wichtigste und bekannteste ideologische Vordenker der ägyptischen Muslimbruderschaft und beeinflusste Generationen von Islamisten bis hin zu Osama bin Laden. Der allgemeine Teil zeigt Kontinuitäten und Gemeinsamkeiten im Verhältnis von Moderne und Antimodernismus (Werte, geschichtliche Erfahrungen und Überzeugungen). Moderne und Fundamtalismus teilen Werte wie Individualismus, Aktivismus und Rationalität, gleichzeitig bekämpfen fundamentalistische Bewegungen diese Werte in der modernen Gesellschaft vehement. Besonders deutlich wird diese Ambivalenz im islamisch-fundamentalistischen Denken Sayyid Qutbs. Das spanungsreiche Verhältnis aus Ablehnung, Übernahme und teilweiser Bejahung von modernen Werten führt bei fundamentalistischen Bewegungen zu einem inneren Zerbrechen der Ideologie, beispielsweise spaltete sich die Muslimbruderschaft, die von Qutb maßgeblich geprägt wurde, auf und wurde einerseits modern und demokratiebejahend, auf der anderen Seite gründeten sich terroristische Fraktionen, die gewalttätig gegen die Moderne und ihre Befürworter vorgingen. Dieses Schicksal der Spaltung und schlussendlichen Übernahme moderner Werte ist bei allen Antimodernismen zu beobachten und in der Ideologie angelegt. Das Beispiel Sayyid Qutb zeigt diese Spaltungen schon im Denken und lässt sich in der Geschichte der Muslimbruderschaft weiterverfolgen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1. These und Aufbau

I.2. Überblick über die Forschung

II. Historische Hintergründe

II.1. Moderne und Antimodernismus

II.1.1. Moderne und ihre Gegner bis 1945

II.1.2. Fundamentalismus und neuerer Antimodernismus seit 1945

II.2. Der Kampf um die Moderne in Ägypten

II.2.1. Beginn der Modernisierung Ägyptens unter Mehmet Ali

II.2.2. Schuldenkrise und ausländischer Einfluss

II.2.3. Kriege und Befreiung

II.3. Sayyid Qutb

II.3.1. Kindheit und beginnendes politisches Engagement

II.3.2. Abwendung vom Westen

III. Fundamentalismus – Konzeptionen und Merkmale

III.1. Definitionen

III.2. Herkunft des Begriffs

III.3. Merkmale

III.3.1. Reaktion auf Moderne

III.3.2. Selektivität

III.3.3. Moralischer Manichäismus

III.3.4. Millenarismus und Messianismus

III.3.5. Selektivität und Unfehlbarkeit der Quellen

III.3.6. Organisatorische Merkmale

III.4. Kritik und innertheoretische Kontroversen

III.5. Andere Begriffe

IV. Die Moderne und ihre Werte

IV.1. Rationalität als bestimmende Kraft

IV.2. Individualismus – die Person im Mittelpunkt

IV.3. Aktivismus – Aufbruch und Wandel

IV.4. Universalismus – Gleichheit und Freiheit

IV.5. Säkularisierung – Entzauberung der Welt

IV.6. Liberale Demokratie als Ausformung der Moderne und ihrer Werte

V. Fundamentalismus und Moderne bei Qutb

V.1. Fundamentalismus und Moderne im Widerstreit

V.1.1. Nutzung und Konflikte: Rationalität und Fundamentalismus

V.1.2. Zwischen Verachtung und Notwendigkeit: Individualismus und Fundamentalismus

V.1.3. Gemeinsamkeiten: Aktivismus und Fundamentalismus

V.1.4. Gleichheit versus Einzigartigkeit: Universalismus und Fundamentalismus

V.1.5. Auslöser und Feind: Säkularisierung und Fundamentalismus

V.1.6. Arena oder Bezwinger des Fundamentalismus? Liberale Demokratie und Fundamentalismus

V.2. Moderne und Fundamentalismus in Qutbs Ideologie

V.2.1. Die zentralen Begriffe Jahiliya und Hakimiya

V.2.1.1. Jahiliya

V.2.1.2. Hakimiya

V.2.2. Gesellschaft, Individuum und Jahiliya

V.2.2.1. Die Stellung des Individuums und der Gesellschaft bei Qutb

V.2.2.2. Erneuerung der religiösen Eliten und wahre Theologie

V.2.3. Staat und Gesellschaft bei Qutb

V.2.3.1. Grundlangen und Funktionen des Staates

V.2.3.2. Rechtsstaat und Widerstandsrecht

V.2.4. Wissenschaft zwischen Glaube und Moderne

VI. Das ambivalente Verhältnis des Fundamentalismus zur Moderne

VI.1. Fundamentalismus als antimoderne Bewegung

VI.2. Fundamentalismus als moderne Bewegung

VI.3. Die Möglichkeiten moderner Demokratien hinsichtlich fundamentalistischer Bewegungen

VII. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis des islamischen Fundamentalismus zur Moderne am Beispiel des Denkers Sayyid Qutb. Dabei wird der These nachgegangen, dass der Fundamentalismus aufgrund eines unklaren und widersprüchlichen Verhältnisses zu den Werten der Moderne interne Spannungen und Brüche produziert, die letztlich zur Auflösung solcher Bewegungen führen können.

  • Historische Genese von Fundamentalismus und Antimodernismus.
  • Analyse der zentralen Werte der Moderne (Rationalität, Individualismus, Aktivismus, Universalismus).
  • Untersuchung der Ideologie Sayyid Qutbs hinsichtlich ihrer Berührungspunkte mit der Moderne.
  • Diskussion des Potenzials moderner Demokratien im Umgang mit fundamentalistischen Bewegungen.
  • Vergleich zwischen westlicher Moderne und fundamentalistischen Gegenentwürfen.

Auszug aus dem Buch

II.3.1. Kindheit und beginnendes politisches Engagement

Sayyid Qutb Ibrahim Husayn Shadhili wurde am 9. Oktober 1906, sechs Tage vor seinem späteren Mitstreiter und Begründer der Muslimbruderschaft Hassan al-Banna, in Musa, einem Dorf in der Provinz Assiut rund 375 km südlich von Kairo, geboren. Sein Vater war ein angesehener Landbesitzer und Mitglied der Wafd-Partei. Die Wafd-Partei führt sich auf die Delegation (arabisch wafd) zurück, die bei den Pariser Friedensverhandlungen 1919 ihre Forderungen nach einer Unabhängigkeit Ägyptens von der Kolonialmacht vorbringen wollte. Die Wafd-Partei wurde nach der Revolution der Freien Offiziere die bestimmende politische Partei Ägyptens.

In der (literarischen) Beschreibung seiner Kindheit berichtet Qutb von einem Dorf, das vom religiösen Jahreslauf und dessen Festen geprägt war, von einem Glauben, der islamische Riten mit traditionellen Bräuchen und Dämonen- und Geisterglauben mischte. Die bäuerliche Gemeinschaft im Dorf konnte nur bei Festen, so Qutb, Freude empfinden und litt während der restlichen Zeit unter harten Bedingungen.

„Die Landbewohner mußten Steuern auf ihre wenigen Felder zahlen, der Dorfbürgermeister zwang sie, Karten für den Wohltätigkeitsverein zu kaufen, obwohl sie hätten eigentlich durch die Vereinigung unterstützt werden müssen; dazu kamen noch Karten für den Roten Halbmond und für den Sanitätsdienst. Außerdem mußten sie Frondienst leisten: Beim Brückenbau, beim Unkrautrupfen auf den großen Gütern und Bewässerungsbezirken außerhalb des Dorfes sowie bei der Heuschreckenbekämpfung. Diese und unzählige andere Hand- und Spanndienste gaben den Dörflern das Gefühl, als ohne Pause arbeitender Lastesel behandelt zu werden.“

Qutb besuchte in Musa die (weltliche) Elementarschule, was seiner nationalistischen und vermutlich auch antibritischen Prägung durch das Elternhaus entsprach. Jedoch legten seine Eltern daneben Wert auf eine islamische Bildung ihrer Kinder, was im Falle Sayyids bedeutete, dass er in einer Koranschule den Koran auswendig lernen musste, nachdem dies vom Lehrplan der staatlichen Schule gestrichen worden war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Thematik und die These, dass der Fundamentalismus durch sein ambivalentes Verhältnis zur Moderne Brüche in seiner Ideologie aufweist.

II. Historische Hintergründe: Darstellung der Entwicklung von Moderne, Antimodernismus und der spezifischen Situation in Ägypten, eingebettet in die Biografie von Sayyid Qutb.

III. Fundamentalismus – Konzeptionen und Merkmale: Definition des Fundamentalismusbegriffs, seiner Kennzeichen wie Selektivität und Manichäismus sowie Kritik an der Terminologie.

IV. Die Moderne und ihre Werte: Analyse der wesentlichen Kennzeichen der Moderne nach wissenschaftlichen Standards, darunter Rationalität, Individualismus, Aktivismus und Universalismus.

V. Fundamentalismus und Moderne bei Qutb: Vergleich der modernen Werte mit Qutbs Ideologie, inklusive der Interpretation seiner Schlüsselbegriffe Jahiliya und Hakimiya.

VI. Das ambivalente Verhältnis des Fundamentalismus zur Moderne: Synthese der vorangegangenen Analysen und Diskussion der Möglichkeiten für Demokratien, auf fundamentalistische Herausforderungen zu reagieren.

VII. Ausblick: Zusammenfassende Reflexion über die modernen Wurzeln innerhalb fundamentalistischer Ideologien und mögliche Strategien moderner Gesellschaften.

Schlüsselwörter

Sayyid Qutb, Islamischer Fundamentalismus, Moderne, Antimodernismus, Rationalität, Säkularisierung, Individuum, Jahiliya, Hakimiya, Liberale Demokratie, Identität, Soziale Gerechtigkeit, Muslimbruderschaft, Ideologiekritik, Religionssoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie fundamentalistische Ideologien – konkret die von Sayyid Qutb – mit den Werten der Moderne umgehen und inwieweit hierbei interne Widersprüche und Brüche entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Fundamentalismus, der soziologischen Bestimmung moderner Werte und der ideologischen Auseinandersetzung von Sayyid Qutb mit westlichen Konzepten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu belegen, dass Fundamentalismus durch sein unklares Verhältnis zur Moderne strukturelle Brüche erzeugt, die diese Bewegungen theoretisch und praktisch destabilisieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche und vergleichende Analyse, die auf der Rezeption soziologischer Standardtheorien zur Moderne und zum Fundamentalismus basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Fundamentalismus und der Moderne sowie eine detaillierte Analyse der Schriften von Qutb, unter besonderer Berücksichtigung seiner Begriffe Jahiliya und Hakimiya.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sayyid Qutb, Fundamentalismus, Moderne, Säkularisierung, Jahiliya und Liberale Demokratie charakterisieren.

Inwiefern spielt der Begriff „Jahiliya“ eine Rolle für Qutbs Denken?

Für Qutb beschreibt Jahiliya keinen rein historischen Zustand, sondern eine andauernde, gottlose Verfassung moderner Gesellschaften, die sich vom wahren Islam abgewandt haben.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis zwischen Demokratie und fundamentalistischen Bewegungen?

Der Autor argumentiert, dass liberale Demokratien durch ihre Offenheit und die Möglichkeit der Einbindung fundamentalistische Bewegungen zähmen oder spalten können, anstatt sie durch Konfrontation zu radikalisieren.

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Résumé des informations

Titre
Moderne und Fundamentalismus bei Sayyid Qutb
Université
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut)
Note
1,7
Auteur
Simon Schumann (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
124
N° de catalogue
V180982
ISBN (ebook)
9783656041139
ISBN (Livre)
9783656040187
Langue
allemand
mots-clé
Moderne; Fundamentalismus; Qutb; Sayyid Qutb; Islamismus; Antimodernismus; Muslimbruderschaft; Ägypten; Islam; Politische Theorie; LMU München; Magisterarbeit;
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Simon Schumann (Auteur), 2011, Moderne und Fundamentalismus bei Sayyid Qutb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180982
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