Der präpositionale Akkusativ im Spanischen und dessen Definition als ein Schnittstellenphänomen


Hausarbeit, 2010

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

0. Vorgehensweise

1. Präpositionaler Akkusativ
1.1 Einleitendes zum Phänomen
1.2 Grammatikalische Regeln
1.3 Ausnahmen im Gebrauch und Parameter, die ihn beeinflussen
1.3.1 Personifikation, Autothematisierung, Kínesis verbal, Topicidad u.a.
1.3.2 Individualisierung und Jerarquía de tematicidad
1.3.3 Zur Entstehung des Phänomens

2. Schnittstellenphänomene
2.1 Definition
2.2 Präpositionaler Akkusativ als Schnittstellenphänomen

3. Schlusswort

4. Literaturverzeichnis

0. Vorgehensweise

Diese Hausarbeit befasst sich mit einem der meist analysierten Phänomene der spanischen Sprache: dem präpositionalen Akkusativ. Als erstes werde ich im ersten Kapitel ein paar einleitende Worte zu diesem Thema äußern. Es sollen zunächst die grammatikalischen Regeln aufgezeigt werden. Später werden anhand von vielen Beispielen Ausnahmefälle im Sprachgebrauch und Gründe dafür behandelt. Außerdem ist es wichtig zu erfahren, wie der präpositionale Akkusativ entstanden ist, was im letzten Punkt des ersten Kapitels thematisiert wird. Und inwiefern es ein Schnittstellenphänomen ist, d.h. welche der grammatikalischen Ebenen im präpositionalen Akkusativ miteinander korrelieren, wird im zweiten Teil der Arbeit angesprochen.

Abschließend soll erwähnt werden, dass aufgrund des eingeschränkten Umfangs dieser Arbeit und der großen Reichweite des Themas manche Aspekte nur gestreift und andere ganz außer Acht gelassen werden.

1. Präpositionaler Akkusativ

1.1 Einleitendes zum Phänomen

Es ist allgemein bekannt, dass der Dativ (Dat.) im Spanischen immer von einer Präposition a begleitet wird (vgl. RAE 1973, 375). Aber auch bei manchen Akkusativen (Akk.) taucht unter bestimmten Bedingungen diese Präposition auf. In beiden der folgenden Bespiele kommt ein Akk. bzw. direktes Objekt (DO) nach dem Verb:

(1) Veo el boli en la mesa.
(2) Veo al padre de Barbara.

Im zweiten Satz jedoch wird das Substantiv mit einem a eingeleitet. Wenn man diese Sätze in Sprachen wie zum Bespiel Deutsch, Englisch und Italienisch übersetzen würde, könnte keine ähnliche Unterscheidung beobachtet werden. Dieses Phänomen nennt sich Präpositionaler Akkusativ und wird unter anderem auch als „Personal Accusative“ (Hatcher 1942), „objeto directo de persona con a“ (Lapesa 1964), „complemento directo preposicional“ (Pensado 1995) oder „morphemmarkiertes Satzobjekt“ (Müller 1971) bezeichnet. Allerdings existiert eine solche Spracherscheinung nicht nur im Spanischen, sondern auch in Dialekten Süditaliens, im Rumänischen, Sardischen, Portugiesischen und in einigen anderen (vgl. Donato 1975, Delille 1970).

Dieses Problem ist eines der interessantesten und komplexesten in der spanischen Grammatik und insbesondere in der Syntax, deshalb ist die Bibliografie, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt, beachtlich. Bei den meisten Untersuchungen legt man Wert darauf zu zeigen, wie sich der Akkusativ verhält, d.h. man achtet auf die semantischen Merkmale der Nominalphrase. Die Setzung der Präposition ist allerdings nicht nur semantisch motiviert, sie hängt also nicht nur von der Bedeutung des darauf folgenden Nomens ab. Welche Faktoren für das Benutzen bzw. das Auslassen von a eine Rolle spielen, wird im weiteren Verlauf der Arbeit erläutert.

1.2. Grammatikalische Regeln

Es ist sehr schwer, Regeln für das Benutzen der Präposition a vor dem DO aufzustellen, da es im Sprachgebrauch sowohl in gesprochener Sprache als auch in der Literatur viele Abweichungen gibt. Hier werden aber nun die vier Regeln erfasst, die in der Grammatik von der RAE (1973,372-373) für den obligatorischen Gebrauch des a vorgeschlagen werden:

a) Die Präposition a markiert das DO, wenn es sich dabei um Eigennamen von Menschen oder Tieren handelt:

(3) He visto a Juana.

b) Ebenfalls ist es obligatorisch die Präposition vor Eigennamen zu verwenden, die zwar keine Personen oder Tiere bezeichnen, jedoch keinen Artikel besitzen, z.B. ist es bei Toponymen der Fall:

(4) Deseo ver a Roma.

c) Bei Pronomina él, ella, ellos, ellas, este, ese, aquel, alguien, nadie und quien wird a verwendet. Wenn man sich auf Menschen bezieht auch bei uno, otro, todo, ninguno und cualquiera:

(5) No conozco a nadie.

d) Bei Eigennamen und Gattungsnamen für Menschen und Tiere, die einen Determinativ besitzen wie z.B. einen bestimmten Artikel:

(6) Llamaron al mejor médico de la ciudad.

Aber vor einem Akkusativ-Objekt, dem ein indirektes Objekt (IO) folgt, das ebenfalls mit a eingeleitet wird, und nach der unpersönlichen Form vom Verb haber darf keine Präposition stehen (vgl. Berschin et al. 1987/³2005, 262-263).

1.3. Ausnahmen im Gebrauch und Parameter, die ihn beeinflussen

“[...] en la lengua [...] todo es fundamentalmente oposición” (García 1990, 211). Wie ich finde, ist es ein treffendes Zitat von Erica García um dieses Kapitel einzuleiten, denn vor allem zwischen einem Sprachsystem und dessen Gebrauch wie im Alltag so auch in der Literatur gibt es oft Differenzen, die in manchen Fällen nicht leicht zu erklären sind. Nun werden einige Faktoren geschildert, mit denen sich die Ausnahmefälle besser begründen lassen. Allerdings sind es nur Erklärungsversuche, die in den Jahren entstanden sind, in denen man sich mit diesem Phänomen beschäftigte. Deshalb könnten die folgenden Parameter, auf die man beim Einsetzen bzw. Auslassen der Präposition a achtet, nicht alle Sachverhalte rund um das Verwenden des avor dem DO begreiflich machen.

1.3.1 Personifikation, Autothematisierung, Kínesis verbal, Topicidad u.a.

Wie schon erwähnt, muss nach der spanischen Grammatik die Akkusativ-Nominalphrase mit a markiert werden, wenn es sich bei diesem DO um personifizierte Einheiten, d.h. Personen oder Tiere handelt. Bereits hier gibt es Abweichungen von der Regel. Auf den ersten Blick kann man sich grammatikalisch nicht erklären, warum man in diesem Satz auf die Präposition trifft:

(7) Temo al agua (Pensado 1995, 31).

Betrachtet man den Sinn des Satzes näher, so merkt man, dass sich der Sprecher vor dem Wasser fast wie vor einem Menschen, wie vor etwas Lebendigem fürchtet. Dem Wasser werden indirekt menschliche Züge verliehen. Wenn nun also der Fall einer Personifikation auftritt, die vor allem oft in der Literatur ihren Platz findet, so wird der präpositionale Akk. verwendet. Im umgekehrten Fall, d.h. wenn man personifizierte Einheiten vergegenständlicht, lässt man die Präposition normalerweise aus (vgl. Laca 1987, 66-67, Pensado 1995, 31-32, Fernández 1986, 177).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der präpositionale Akkusativ im Spanischen und dessen Definition als ein Schnittstellenphänomen
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Romanisches Institut)
Veranstaltung
Seminar zur Sprachwissenschaft (Proseminar II)
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V181020
ISBN (eBook)
9783656041634
ISBN (Buch)
9783656042877
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanisch, Schnittstellenphänomen, Sprachwissenschaft, Pronomen, Präpositionaler Akkusativ
Arbeit zitieren
Oxana G. (Autor), 2010, Der präpositionale Akkusativ im Spanischen und dessen Definition als ein Schnittstellenphänomen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181020

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