Suchtprävention bekommt in der Schule einen immer höher werdenden Stellenwert. Aufgrund der sich wandelnden Gesellschaft muss die Schule vermehrt auf die Aufgaben eingehen, die vor einigen Jahren oder Jahrzehnten nicht zu ihrem Aufgabenfeld gehörte. Laut der Autorin Waibel genügt die bloße Weitergabe von Informationen im Zuge der Suchtprävention nicht mehr aus. Deswegen sei es die Hauptaufgabe der Schule in diesem Zusammenhang ursachenorientierte Suchtprävention zu gewährleisten.
„Jeder einzelne Lehrer/ jede einzelne Lehrerin ist angesprochen, an dieser Aufgabe, die sich uns in den nächsten Jahren stellt, durch vielfältige Maßnahmen mitzuwirken.“
Aus dem Forschungsbericht des Ministeriums für Gesundheit und Sozialen aus dem Jahr 2004 geht hervor, dass Schülerinnen und Schüler schon im Alter von 12 Jahren erste Erfahrungen mit Alkohol gemacht haben. Außerdem gaben 12,3 % der Befragten an, dass sie schon mal soziale Probleme mit Familie, Freunden oder der Polizei aufgrund des Alkoholkonsums hatten. 2,0% der Befragten führten sogar Probleme in der Schule auf den Alkoholkonsum zurück.
Aus diesen Gründen habe ich mich mit der Thematik Suchtprävention in der Schule genauer auseinandergesetzt. Dazu habe ich zunächst den Begriff „Sucht“ detaillierter definiert und mich dann der Prävention zugewandt, und dabei besonders das Augenmerk auf die primäre und sekundäre Prävention gelegt, da diese beiden Formen in der Institution Schule zum Tragen kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung „Sucht“
3. Begriffsbestimmung Prävention
3.1. Primäre Prävention
3.2. Die sekundäre Prävention
3.3. Die tertiäre Prävention
4. Suchtprävention in der Institution Schule?
5. Das Bundesmodellprojekt „HaLT“
5.1 Der Einsatz und die Umsetzbarkeit von „HaLT“ im Unterricht
5.1.1 Methode 1
5.1.2 Auswertung der ersten Methode
5.1.3 Methode 2
5.1.4 Auswertung der zweiten Methode
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Suchtprävention in der Institution Schule und evaluiert dabei die praktische Anwendbarkeit von Materialien des Bundesmodellprojekts „HaLT“ im Unterricht.
- Grundlagen der Sucht- und Präventionsbegriffe
- Rolle der Schule als präventive Institution
- Einflussfaktoren auf das Alkoholkonsumverhalten Jugendlicher
- Analyse und Evaluation von Unterrichtsmethoden zur Suchtprävention
- Integration von Suchtprävention in den Schulalltag
Auszug aus dem Buch
5.1 Der Einsatz und die Umsetzbarkeit von „HaLT“ im Unterricht
Zunächst möchte ich einen Überblick über den Unterrichtsverlauf geben. Die Einheit fand in einer 8. Klasse in einer Gesamtschule statt und betrug 90 Minuten. Um einen Überblick über das Konsumverhalten der Jugendlichen zu bekommen, bat ich die Schülerinnen und Schüler zunächst einen von mir erstellten Fragebogen über ihr Alkoholkonsumverhalten auszufüllen. Daraufhin habe ich die Methode „Lust & und Frust am Alkohol“ sowie „Klausi der Partylöwe“ mit der Klasse durchgeführt und die Ergebnisse besprochen. Zum Schluss erhielt jeder Schüler einen Evaluationsbogen, mit dem sie die zwei verschiedenen Methoden bewerten sollten.
Die Klasse bestand aus 23 Schülern zwischen 14 und 15 Jahren, davon waren 14 männlich und 9 weiblich.
Von den 23 Schülerinnen und Schülern gab es insgesamt 3 die nach Angaben noch nie alkoholische Getränke konsumiert haben. Überraschend für mich persönlich war, dass alle 3 Schüler männlich waren. Die Hälfte der Schüler, die schon einmal Alkohol zu sich genommen haben, tat dies im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, die andere Hälfte zwischen 12 und 14 Jahren. Lediglich eine Schülerin gab an, im Alter zwischen 8 und 10 das erste Mal Alkohol getrunken zu haben, jedoch mit dem Zusatz, dass es bei ihrer Kommunion gewesen war. (Hierbei wird wieder die gesellschaftliche Akzeptanz von Alkohol, die ich bereits schon angesprochen habe, deutlich).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Stellenwert der Suchtprävention an Schulen und führt in die Zielsetzung ein, das Projekt „HaLT“ hinsichtlich seiner Brauchbarkeit zu evaluieren.
2. Begriffsbestimmung „Sucht“: Dieses Kapitel definiert Sucht als Abhängigkeit und erläutert psychologische sowie physische Aspekte des Konsums im professionellen Kontext.
3. Begriffsbestimmung Prävention: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung der primären, sekundären und tertiären Prävention sowie deren jeweilige Bedeutung für schulische Kontexte.
3.1. Primäre Prävention: Dieses Unterkapitel beschreibt die personenzentrierte Arbeit, die vor dem Konsum ansetzt, um die Persönlichkeit zu stärken.
3.2. Die sekundäre Prävention: Erläutert den Ansatz, bei bereits vorhandenem riskantem Verhalten einzugreifen und Ausweitungen zu verhindern.
3.3. Die tertiäre Prävention: Beschreibt die Begleitung von Abhängigen zur Linderung psychischer und physischer Leiden.
4. Suchtprävention in der Institution Schule?: Analysiert die Schule als wichtigen Sozialisationsort und diskutiert ihre Rolle bei der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
5. Das Bundesmodellprojekt „HaLT“: Stellt das Projekt „Hart am Limit“ vor, welches mit seinen reaktiven und proaktiven Bausteinen Suchtprävention fördert.
5.1 Der Einsatz und die Umsetzbarkeit von „HaLT“ im Unterricht: Beschreibt das konkrete methodische Vorgehen einer Unterrichtseinheit in einer 8. Klasse.
5.1.1 Methode 1: Stellt die Gruppenarbeit „Lust & Frust am Alkohol“ vor.
5.1.2 Auswertung der ersten Methode: Reflektiert die Durchführung und Ergebnisse der ersten Methode inklusive der Schülermotivation.
5.1.3 Methode 2: Stellt das Rollenspiel und die Arbeit mit dem Comic „Klausi der Partylöwe“ vor.
5.1.4 Auswertung der zweiten Methode: Präsentiert die positive Resonanz der Schüler auf das Rollenspiel anhand einer tabellarischen Notenübersicht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Wirksamkeit von „HaLT“-Materialien als Einstieg in die schulische Präventionsarbeit.
Schlüsselwörter
Suchtprävention, Schule, Alkohol, HaLT-Projekt, Primäre Prävention, Sekundäre Prävention, Jugendliche, Unterrichtseinheit, Sozialisation, Gesundheitsförderung, Substanzkunde, Persönlichkeitsstärkung, Abhängigkeit, Rollenspiel, Konsumverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit von Suchtprävention im schulischen Alltag und der praxisnahen Erprobung spezifischer Präventionsmaterialien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Sucht und Prävention, die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz sowie die Implementierung des „HaLT“-Projekts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Einsetzbarkeit und den Nutzen von Materialien des Bundesmodellprojekts „HaLT“ in einer 8. Klasse zu untersuchen und zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praktischen Erprobung und Evaluation (Unterrichtseinheit) in einer schulischen Lerngruppe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Vorstellung des Projekts „HaLT“ sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der zwei durchgeführten Unterrichtsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Suchtprävention, Schule, Alkohol, HaLT-Projekt und Gesundheitsförderung geprägt.
Welche Bedeutung hat das Elternhaus für die Prävention?
Laut der Arbeit ist das Elternhaus die primäre Sozialisationsinstanz, deren Einfluss suchtpräventive Maßnahmen in der Schule sowohl unterstützen als auch entgegenstehen kann.
Warum wurde die Methode „Klausi der Partylöwe“ positiver bewertet?
Die Schüler empfanden das Rollenspiel als abwechslungsreich und lebensnah, was zu einer höheren Motivation und spielerischem Lernen führte.
Wie unterscheidet sich der proaktive Baustein von „HaLT“?
Der proaktive Baustein zielt darauf ab, Alkoholexzesse präventiv im Vorfeld zu verhindern, indem er unter anderem Schule und lokale Einrichtungen in ein Netzwerk einbindet.
Ist Suchtprävention nur an Hauptschulen notwendig?
Nein, der Autor betont, dass Suchtprävention aufgrund des Konsumverhaltens in allen Schulformen, inklusive Gymnasien, fester Bestandteil des Unterrichts sein sollte.
- Citation du texte
- Sabrina Neuhof (Auteur), 2011, Wie bedeutend und umsetzbar ist Suchtprävention an Schulen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181085