In den vergangenen Jahren ist die Beziehung zwischen Migration und Entwicklung immer wichtiger geworden und ist heute Teil einer aktuellen Diskussion, in der oftmals davon ausgegangen wird, dass internationale Migration zu nationaler Entwicklung im Sende- Und Aufnahmeland beitragen kann (Zoomers et al. 2007:1, Adepoju 2007). Ein Grossteil der Literatur beschäftigt sich in diesem Zusammenhang vor allem mit der Süd-Nord Migration, obwohl Migranten in Afrika überwiegend nicht nach Europa oder Nordamerika migrieren, sondern innerhalb Afrikas (Hujo & Piper 2007: 19, ECA 2006:2). Am Beispiel von Südafrika soll die vorliegende Seminararbeit einen Beitrag zu der aktuellen Diskussion leisten und aus ethnologischer Perspektive die Auswirkungen und Möglichkeiten von Arbeitsmigration im südlichen Afrika untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MIGRATION UND ENTWICKLUNG IM SÜDLICHEN AFRIKA
2.1 DAS KONZEPT DER SÜD-SÜD MIGRATION
2.1.1 DEFINITION DES SÜDENS
2.1.2 SCHWIERIGKEITEN EINER KLAREN ABGRENZUNG
2.1.3 UNTERSCHIEDE ZWISCHEN SÜD-NORD UND SÜD-SÜD MIGRATION
2.2 MIGRATION UND ENTWICKLUNG
2.2.1 WIN-WIN-WIN SITUATION
2.2.2 MIGRATION UND ENTWICKLUNG ALS KOMPLEXER PROZESS
3. HISTORISCHER ÜBERBLICK: MIGRATION IN SÜDAFRIKA
3.1 MIGRATION SEIT DEN 1840ER JAHREN
3.2 AKTUELLE SITUATION IN SÜDAFRIKA
4. MIGRATION NACH SÜDAFRIKA
4.1 ERFAHRUNGEN VON MIGRANTEN
4.2 PERSPEKTIVEN DER ARBEITSGEBER
4.3 AUSWIRKUNGEN VON MIGRATION IM HEIMATLAND
5. KONKLUSION
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht aus ethnologischer Perspektive die Auswirkungen und Möglichkeiten der Arbeitsmigration im südlichen Afrika. Ziel ist es, die Hypothese einer „win-win-win“-Situation kritisch zu hinterfragen und zu analysieren, ob Migration tatsächlich zu einer nachhaltigen nationalen Entwicklung in den Sende- und Empfängerländern beitragen kann.
- Analyse des Konzepts der Süd-Süd-Migration im Vergleich zur Süd-Nord-Migration.
- Untersuchung der Migrationsgeschichte Südafrikas und deren Einfluss auf aktuelle Migrationsmuster.
- Ethnographische Fallbeispiele zu den Erfahrungen von Migranten und den Interessen von Arbeitgebern.
- Kritische Beleuchtung der Rolle von Remittances und deren Auswirkungen auf die Entwicklung in den Heimatländern.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Schwierigkeiten einer klaren Abgrenzung
Nicht nur die Definition, was unter einem Land des Südens verstanden wird, sondern auch die Abgrenzung von Süd-Süd Bewegungen zu anderen Bewegungen sind nicht unproblematisch. Migrationsbewegungen sind oftmals verkettet und es ist meist nicht möglich Süd-Süd Migration klar von Süd-Nord Migration abzugrenzen. Eine Reise, welche beispielsweise von Mozambique nach Südafrika und danach nach Europa führen soll, kann durch fehlende finanzielle Mittel in Südafrika enden oder der Migrant hält sich über Monate oder Jahre in diesem Land auf und reist erst danach weiter. Migrationsbewegungen müssen immer in einem breiten Kontext verstanden werden und dürfen nicht nur in ihrem engen Zusammenhang untersucht werden, sonst gehen wichtige Aspekte verloren. Somit lässt sich Transitmigration nicht klar in eines der beiden Bewegungen eingliedern und eine klare Abgrenzung zwischen Süd-Süd Migration und Süd-Nord Migration ist nicht immer möglich (Bakewell 2009:7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema Migration und Entwicklung im südlichen Afrika sowie Darstellung der Forschungsfokus auf ungebildete Arbeitsmigranten.
2. MIGRATION UND ENTWICKLUNG IM SÜDLICHEN AFRIKA: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Süd-Süd-Migration, der Definition von Entwicklung sowie der Debatte um mögliche „win-win-win“-Situationen.
3. HISTORISCHER ÜBERBLICK: MIGRATION IN SÜDAFRIKA: Historischer Rückblick auf die Migrationsbewegungen seit den 1840er Jahren und die aktuelle soziopolitische Situation in Südafrika.
4. MIGRATION NACH SÜDAFRIKA: Ethnographische Untersuchung von drei Fallbeispielen, die Migrationserfahrungen, Arbeitgeberperspektiven und Rücküberweisungsabhängigkeiten beleuchten.
5. KONKLUSION: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Komplexität des Zusammenhangs von Migration und Entwicklung.
Schlüsselwörter
Süd-Süd-Migration, Migration, Entwicklung, Südafrika, Arbeitsmigration, Remittances, Brain-drain, Armutsbekämpfung, Migrationspolitik, Diaspora, Ethnologie, Wanderarbeiter, Abhängigkeit, Humankapital, Soziale Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die vielschichtige Beziehung zwischen Migration und Entwicklung im südlichen Afrika unter ethnologischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Süd-Süd-Migration, die Rolle von Remittances, die historische Migrationsgeschichte Südafrikas sowie die Bedingungen für Arbeitsmigranten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Hypothese zu hinterfragen, ob Arbeitsmigration im südlichen Afrika eine „win-win-win“-Situation für alle Beteiligten schafft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische und ethnographische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Konzept der Süd-Süd-Migration, die historische Entwicklung in Südafrika und drei konkrete Fallbeispiele zur Arbeitsmigration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Süd-Süd-Migration, Remittances, Migrationspolitik und sozioökonomische Entwicklung charakterisieren.
Wie beeinflussen Remittances die Haushalte im Heimatland?
Remittances dienen als wichtige Einkommensquelle, können aber auch zu einer einseitigen Abhängigkeit führen, die lokale produktive Tätigkeiten wie die Landwirtschaft schwächen kann.
Warum wird Migration in Südafrika oft als „illegal“ bezeichnet?
Aufgrund strenger Migrationsregeln und fehlender legaler Arbeitsbewilligungen findet ein Großteil der Migration informell statt, was die Migranten in eine verletzliche Position bringt.
- Arbeit zitieren
- Nadja Schloss (Autor:in), 2010, Süd-Süd-Migration und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181090