Investitionsentscheidungen zählen im Unternehmen zu den wichtigsten und zugleich schwierigsten zu treffenden strategischen Entscheidungen. Bei den letztendlich durchzuführenden Investitionen ist es notwendig ex-ante die opti-male Unternehmensfinanzierung zu ermitteln. Dabei gewinnt die Beschaffung von Eigenkapital über die Ausgabe von Aktien an Bedeutung. Die Eigenkapi-talgeber sind nur dann bereit dem Unternehmen finanzielle Mittel zu überlas-sen, wenn sie entsprechend ihrer Zielvorstellungen in Form einer Mindestren-dite entschädigt werden. Bei der Bestimmung dieser Mindestrendite orientieren sich die Kapitalgeber an den Erträgen, die sie bei alternativer Anlagemöglichkeit mit gleichem Risiko außerhalb des Unternehmens am Markt erzielt hätten. Aus der Sicht des Unternehmensmanagements muss eine wertorientierte Unternehmensführung erfolgen, um das Unternehmen für Kapitalanleger attraktiv zu machen und damit den finanziellen Spielraum, zukünftige Projekte über den Kapitalmarkt zu finanzieren, zu sichern.
Zu Beginn werden in Kapital 2 grundlegende Begriffe definiert. Neben dem Investitionsbegriff ist dies vor allem der Begriff der Kapitalkosten: deren eige-ne Bedeutung für Investitionsentscheidungen und die Auswirkungen der Kapi-talstruktur auf diese werden herausgearbeitet. In Kapitel 3 werden drei Model-le zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten unter Risiko vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf den zwei kapitalmarkttheoretischen Modellen des Capital Asset Pricing Model (CAPM) und der Arbitrage Pricing Theorie (APT) liegt. Die Anwendung bzw. Übertragbarkeit der Modelle auf die Bestimmung der Eigenkapitalkosten bei bzw. auf Investitionsentscheidungen wird in Kapital 4 diskutiert. Die Arbeit schließt mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kapitalkosten und Investitionsentscheidungen
2.1 Klassifizierung von Investitionsentscheidungen
2.2 Definition und Bedeutung der Kapitalkosten
2.3 Bedeutung der Kapitalstruktur und ihre Auswirkungen auf die Kapitalkosten
3 Modelle zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten
3.1 Bestimmung der Eigenkapitalkosten auf Basis des Dividendenwachstumsmodells (Gordon-Modell)
3.2 Capital Asset Pricing Modell (CAPM)
3.2.1 Annahmen des Modells
3.2.2 Bestimmung der Eigenkapitalkosten auf Basis des CAPM
3.3 Arbitrage Pricing Theorie (APT)
3.3.1 Annahmen des Modells
3.3.2 Bestimmung der Eigenkapitalkosten auf Basis der APT
4 Anwendung der Modelle auf Investitionsentscheidungen
4.1 Anwendung des Dividendenwachstumsmodells
4.1.1 Bestimmung der notwendigen Daten
4.1.2 Kritik
4.2 Anwendung des CAPM auf Investitionsentscheidungen
4.2.1 Übertragbarkeit auf Investitionsentscheidungen
4.2.2 Bestimmung der notwendigen Daten
4.2.3 Kritik
4.3 Anwendung der APT auf Investitionsentscheidungen
4.3.1 Übertragbarkeit auf Investitionsentscheidungen
4.3.2 Bestimmung der notwendigen Daten
4.3.3 Kritik
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Bestimmung von Eigenkapitalkosten für Investitionsentscheidungen. Das primäre Ziel besteht darin, verschiedene kapitalmarkttheoretische Modelle auf ihre Eignung und praktische Anwendbarkeit in der Unternehmensbewertung sowie bei Sachinvestitionen zu prüfen und kritisch zu hinterfragen.
- Methoden zur Ermittlung von Eigenkapitalkosten unter Unsicherheit.
- Theoretische Grundlagen und Annahmen des CAPM und der APT.
- Analyse der Übertragbarkeit kapitalmarktorientierter Modelle auf Investitionsvorhaben.
- Kritische Auseinandersetzung mit Datenbeschaffung und Modellprämissen.
- Vergleich der Praktikabilität unterschiedlicher Bewertungsansätze.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Annahmen des Modells
Dem Modell liegen folgende Annahmen zugrunde:
Der Planungszeitraum erstreckt sich über eine Periode.
Alle Investoren sind risikoavers und versuchen den erwarteten Nutzenwert zu maximieren.
Alle Investoren haben homogene Erwartungen bzgl. der Erwartungswerte, Varianzen und Kovarianzen der Wertpapierrenditen – die Wertpapierrenditen sind normalverteilt.
Es besteht die Möglichkeit, zum risikolosen Zinssatz r_f unbeschränkt Kapital aufzunehmen und anzulegen (vollkommener Kapitalmarkt).
Alle riskanten Wertpapiere werden auf dem Kapitalmarkt gehandelt und sind beliebig teilbar. Der Kapitalmarkt ist frei von Friktionen, Transaktionskosten und Steuern.
Alle Informationen stehen den Investoren kostenlos zur Verfügung – der Kapitalmarkt ist informationseffizient.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Bedeutung wertorientierter Unternehmensführung und definiert den Rahmen der Arbeit hinsichtlich der Modellanalyse zur Eigenkapitalkostenbestimmung.
2 Kapitalkosten und Investitionsentscheidungen: Dieses Kapitel klassifiziert Investitionen und erläutert die theoretischen Grundlagen der Kapitalkosten sowie deren Abhängigkeit von der Kapitalstruktur.
3 Modelle zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten: Es werden drei zentrale Modelle (Dividendenwachstumsmodell, CAPM, APT) vorgestellt, die darauf abzielen, Eigenkapitalkosten unter Risiko zu quantifizieren.
4 Anwendung der Modelle auf Investitionsentscheidungen: Hier wird diskutiert, wie die vorgestellten Modelle praktisch für Investitionsprojekte genutzt werden können und welche Herausforderungen bei der Datenbeschaffung und Validität auftreten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Praktikabilität der betrachteten Modelle trotz der identifizierten konzeptionellen Mängel.
Schlüsselwörter
Eigenkapitalkosten, Investitionsentscheidungen, Kapitalkosten, CAPM, APT, Risikoprämie, Beta-Faktor, Marktrendite, Kapitalstruktur, Unternehmensbewertung, Investitionsrechnung, Gesamtkapitalkosten, WACC, Diversifikation, Systematisches Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der fundierten Ermittlung der Eigenkapitalkosten als Kalkulationsbasis für strategische Investitionsentscheidungen in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Investitionsrechnung, die Finanzierungstheorie sowie die Anwendung kapitalmarktorientierter Bewertungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie moderne kapitalmarkttheoretische Ansätze die Bestimmung der Eigenkapitalkosten bei Investitionsprojekten unterstützen und wo die Grenzen dieser Modelle liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Basis bestehender Literatur die Modelle (CAPM, APT) herleitet, diskutiert und kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Modelle theoretisch beschrieben und anschließend ihre konkrete Anwendung auf Sachinvestitionen und Unternehmensbewertungen unter Berücksichtigung von Datenproblemen und Kritikpunkten erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Eigenkapitalkosten, CAPM, Arbitrage Pricing Theorie, Risikoprämie und Beta-Faktor.
Warum ist die Bestimmung der Eigenkapitalkosten bei Sachinvestitionen oft problematisch?
Problematisch ist dies, da viele Unternehmen nicht börsennotiert sind und die für die Modelle notwendigen Daten (wie Beta-Faktoren) nicht direkt vorliegen, sondern oft aus ähnlichen Investitionen oder Branchen abgeleitet werden müssen.
Welche Kritik übt der Autor an der Anwendung des CAPM?
Der Autor weist auf die restriktiven Prämissen des Modells, die empirische Überprüfbarkeit sowie auf praktische Schwierigkeiten bei der Datenbeschaffung und der notwendigen Berücksichtigung mehrperiodiger Zahlungsströme hin.
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- Martin Menzel (Author), 2003, Die Bestimmung der Eigenkapitalkosten bei Investitionsentscheidungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18111