Kulturelle Distanz als Erfolgsfaktor Internationaler Joint Venture auf Basis der Kulturdimensionen der GLOBE-Studie


Seminararbeit, 2011
25 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Internationale Joint Ventures und deren Erfolg
2.2 Kultur
2.2.1 Abgrenzung von Nationalkultur, Organisationskultur und Berufskultur
2.2.2 Kulturelle Distanz

3. Wirkung kultureller Distanz auf die Performance IJVs
3.1 Operationalisierung kultureller Distanz
3.1.1 Das Kulturmodell von Hofstede
3.1.2 Die GLOBE-Studie
3.2 Empirische Evidenz zum Einfluss kultureller Distanz auf den Erfolg IJV
3.2.1 Kulturdimensionsübergreifende Befunde zur Wirkung kultureller Distanz
3.2.2 Kulturdimensionsspezifische Befunde zur Wirkung kultureller Distanz

4. Hypothesenherleitung zur Wirkung ausgewählter Kulturdimensionen der GLOBE- Studie
4.1 Unsicherheitsvermeidung
4.1.1 Definition und Ausprägung
4.1.2 Auswirkungen auf die Performance
4.2 Leistungsorientierung
4.2.1 Definition und Ausprägung
4.2.2 Auswirkungen auf die Performance

5. Reduktion kultureller Distanz

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Modell der Kulturebenen

Abb. 2: Praktiken und Werte der Unsicherheitsvermeidung nach Kulturclustern

Abb. 3: Praktiken und Werte der Leistungsorientierung nach Kulturclustern

TABELLENVERZEICHNIS

Tab. 1: Kulturdimensionen der GLOBE-Studie

1. EINFÜHRUNG

„Understanding the core of the cultural onion is the key to successfully working with other cultures and achieving successful alliances and cross border collaboration.“

(Trompenaars/Wooliams 2003, S. 27)

Internationale Kooperationen haben im Zuge der Globalisierung der Märkte, verkürzter Produkt- und Technologielebenszyklen und steigender Wettbewerbsintensität in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen. Infolge der Internationalisierung der Wirtschaft und der damit verbundenen Verflechtung von Organisationen, Ländern und Kulturen sehen sich Unternehmen vermehrt mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Zwar treten ökonomische und rechtliche Barrieren grenzüberschreitender Zusammenarbeit zunehmend in den Hintergrund, jedoch spielen Divergenzen der Kulturen verstärkt eine Rolle (vgl. House et al. 2004, S. 5). Besonders im Kontext internationaler Joint Ventures (IJVs) werden die Probleme, die durch kulturelle Differenzen entstehen können, sichtbar, da die Mutterunternehmen aus unterschiedlichen Ländern stammen und somit meist durch verschiedene kulturelle Umgebungen geprägt sind (vgl. Lu 2006, S. 192; Shenkar/Zeira 1992, S. 56). Kulturelle Distanz zwischen den Partnern eines IJV impliziert unterschied- liche Wertvorstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen der Mitarbeiter, wodurch sich ein erhöhtes Konfliktpotential ergibt (vgl. Reus/Rottig 2009, S. 631). Insbesondere wenn die Differenzen direkt mit den Hauptwertschöpfungsaktivitäten des Unternehmens in Beziehung stehen, ist kulturelle Distanz eine relevante Determinante der Performance IJVs (vgl. Sirmon/Lane 2004, S. 307). Ein sensibler Umgang mit dem jeweiligen kulturellen Hintergrund der Partner ist daher essentiell. Insofern sind die Partnerwahl und der Grad des ‚cultural fit‘ entscheidende Elemente der Unternehmensstrategie und nehmen eine Schlüsselrolle für die Performance des IJV ein (vgl. Buckley/Glaister 2002, S. 52; Cartwright/Cooper 1993, S. 60).

Welchen Einfluss können kulturelle Unterschiede der Partner auf die Performance IJVs haben und unter welchen Bedingungen kann kulturelle Distanz als Erfolgsfaktor IJVs verstanden werden?

Die Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung führt zu dem Ergebnis, dass kulturelle Distanz die Performance IJV indirekt beeinflusst. Kulturelle Vielfalt kann zu Synergien führen, wenn das Ausmaß der kulturellen Distanz moderat ist. Im Fall IJVs müssen sowohl Unterschiede in der Nationalkultur als auch in der Organisationskultur und der Berufskultur bewältigt werden. Entscheidend für das Management des Gemeinschaftsunternehmens ist die Fähigkeit, kulturelle Differenzen zu erkennen, zu überwinden, und idealerweise schließlich in einen Erfolgsfaktor umzuwandeln.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Beziehung zwischen kultureller Distanz und dem Erfolg internationaler Joint Venture zu untersuchen und dabei die Bedeutung einzelner Kulturdimensionen herauszustellen. Zunächst wird ein Überblick über grundlegende Begriffe und Kulturkonzepte gegeben, die zum Verständnis der Zusammenhänge dienen. Anschließend wird der Stand der Forschung zur Wirkung kultureller Distanz beleuchtet, wobei auch darauf eingegangen wird, welche Kulturdimensionen in diesem Kontext eine Rolle spielen. Im Rahmen der Operationalisierung von Kultur wird neben dem Modell von Hofstede speziell der Ansatz der GLOBE-Studie vorgestellt. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Diskussion des Einflusses zweier ausgewählter Dimensionen der GLOBE- Studie, wobei der Fokus insbesondere darauf liegt, die Auswirkungen von Unterschieden für das Management und die Performance des IJV zu erfassen. Vor dem Hintergrund der Annahme, Akkulturation sei der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, werden sodann mögliche Handlungsimplikationen betrachtet, die zur Überbrückung kultureller Distanz dienen können. Im Fazit werden die Ergebnisse schließlich zusammengefasst.

2. BEGRIFFLICHE UND THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2.1 Internationale Joint Ventures und deren Erfolg

Joint Ventures sind rechtlich und organisatorisch selbstständige Gemeinschafts- unternehmen von mindestens zwei Partnerunternehmen, wobei im Falle eines IJV mindestens einer der Partner seinen Sitz in einem anderen Land hat (vgl. Shenkar/Zeira 1987, S. 547). Die Gründung eines Joint Ventures stellt eine bedeutende Form der Internationalisierung und in vielen Ländern sogar die einzige Möglichkeit eines Markteintritts dar. Eines der Hauptmotive für einen Markteintritt durch ein IJV ist der Zugang zu komplementären Ressourcen, um Wettbewerbsvorteile sowie ‚economies of scope‘ zu erlangen. Vorteilhaft erscheint das Eingehen eines IJV daneben auch hinsichtlich der Ausnutzung von Skalenerträgen, der damit verbundenen Kostenreduzierung, der Verminderung des Wettbewerbsdrucks, der Teilung des unternehmerischen Risikos und des möglichen Wissensaustauschs (vgl. Buckley/Glaister 2002, S. 59 f.). Trotz der sich eröffnenden Wachstumschancen birgt ein IJV jedoch auch Risiken, wie bspw. unerwünschter Abfluss von Know-How oder opportunistisches Verhalten (vgl. Wang/ Schaan 2008, S. 265). Zudem ist diese Form der Internationalisierung durch eine hohe Komplexität gekennzeichnet, welche durch kulturelle Distanz zusätzlich verstärkt wird und die Führung eines IJV als besonders anspruchsvoll gestaltet (vgl. Avny/Anderson 2007, S. 136; Reus/Rottig, S. 610). So können kulturelle Differenzen Probleme induzieren, welche bei nationalen Allianzen nicht auftreten.

Obwohl die Gründung eines IJV zu der am häufigsten gewählten Internationalisierungs- strategie gehört, kann ein Großteil aller IJVs den Erwartungen an ihre Performance nicht gerecht werden, oft scheitern sie sogar gänzlich (vgl. Nippa et al. 2007, S. 278). Zahlreiche Studien beschäftigen sich daher mit der Analyse der Erfolgsdeterminanten IJVs (vgl. Robson et al. 2002; Nippa et al. 2007; Reus/Rottig 2009). Zu den untersuchten Einflussgrößen gehören neben kultureller Distanz u.a. Konflikt und Vertrauen zwischen den Partnern, Eigenkapitalbeteiligung, Engagement, die Größe und die internationale Erfahrung beider Unternehmen, die Nähe der Geschäftsbereiche und der Grad der Konkurrenzbeziehung sowie die Kompatibilität der Strategien und Ziele beider Partner.

In der Forschungsliteratur wird häufig die Problematik der Operationalisierung von Erfolg angesprochen (vgl. Geringer/Hebert 1989, S. 245; Park/Ungson 1997, S. 281; Ren et al. 2009, S. 808). Sowohl objektive Kenngrößen, wie Überleben und finanzieller Output als auch subjektive Maße, wie etwa Einschätzungen der Partner zur Zufriedenheit bezüglich der Zielerreichung werden der Erfolgsmessung zugrunde gelegt. Jedoch weisen die einzelnen Parameter verschiedene Schwächen auf.

2.2 Kultur

Der renommierte Kulturforscher Geert Hofstede bezeichnet Kultur als ein „fuzzy concept“ (1998, S. 5) und deutet damit auf die Vielzahl von Definitionen hin, die für diesen Begriff existieren. Ein Aspekt, welcher sich jedoch in den meisten Definitionen wiederfindet, ist, dass Kultur etwas beschreibt, das von den Mitgliedern einer Gruppe gemeinsam geteilt wird (vgl. Schein 1992, S. 8). Es handelt sich also um ein kollektivistisches Phänomen, welches Hofstede als „mentale Software“ definiert, die über das soziale Umfeld erlernt wird (vgl. 2001, S. 2 ff.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Kulturelle Distanz als Erfolgsfaktor Internationaler Joint Venture auf Basis der Kulturdimensionen der GLOBE-Studie
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Seminar 'Erfolgsfaktoren Internationaler Joint Venture'
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V181124
ISBN (eBook)
9783656039020
ISBN (Buch)
9783656038856
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturelle, distanz, erfolgsfaktor, internationaler, joint, venture, basis, kulturdimensionen, globe-studie
Arbeit zitieren
Julia Pudell (Autor), 2011, Kulturelle Distanz als Erfolgsfaktor Internationaler Joint Venture auf Basis der Kulturdimensionen der GLOBE-Studie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181124

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