In dieser Arbeit wird ausgehend von der Entstehung der ersten Schriftform für die slawischen Sprachen durch den Gelehrten und Slawenapostel Konstantin von Thessaloniki (Kyrill) im 9. Jahrhundert chronologisch die Entwicklung der Schriftformen im Slowenischen vom 16. bis ins 19. Jahrhundert verfolgt.
Weiters wird neben der glagolitischen Schrift auch das kyrillische Alphabet und ihre Ausbreitung im Laufe der Jahrhunderte näher erläutert, wobei auch dem Schrifttum politischer und kirchlicher Einfluss nicht fern stand.
Außerdem ist dem Brüderpaar Kyrill und Method ein eigenes Unterkapitel gewidmet, da diese beiden Personen als die Wegbegründer des slawischen Schrifttums und der slawischen Literatur schlechthin gelten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Entwicklung der slawischen Schriftsprache
1.1 Glagolica
1.1.1 Kyrill und Method
1.2 Cirilica
2. Entwicklung der slowenischen Schriftsprache im 16. Jahrhundert
2.1 Bohoričica
3. Der ABC-Krieg in der Mitte des 19. Jahrhunderts
3.1 Metelčica
3.2 Dajnčica
3.3 Gajica
3.3.1 Die kroatische Gajica
3.3.2 Die slowenische Gajica
3.4 Ogrica
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des slawischen Schrifttums, wobei ein besonderer Fokus auf die Evolution der slowenischen Schriftsprache vom 16. bis zum 19. Jahrhundert gelegt wird. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich verschiedene Schriftsysteme und Reformversuche auf die Formierung einer einheitlichen slowenischen Schriftsprache ausgewirkt haben.
- Entstehung und Verbreitung der slawischen Grundalphabete (Glagolica und Cirilica)
- Etablierung der ersten slowenischen Schriftform durch Adam Bohorič
- Analyse des sogenannten ABC-Krieges in der Mitte des 19. Jahrhunderts
- Vergleich der verschiedenen orthographischen Reformansätze wie Metelčica, Dajnčica und Gajica
- Besonderheiten der regionalen Schriftsprache im Übermurgebiet (Ogrica)
Auszug aus dem Buch
1.1 Glagolica
Die älteste slawische Schrift, die Glagolica, wurde ca. um 860 von dem Gelehrten Konstantin von Thessaloniki, der später als Mönch den Namen Kyrill annahm, für Zwecke der ersten slawischen Kirchengründung und für seine Großmährische Mission entwickelt. Aufgrund der eingeschränkten Eignung des griechischen Alphabet für die slawischen Sprachen und der Betonung der kulturellen Eigenständigkeit der Slawen durch ihn, konzipierte er die glagolitische Schrift als sog. „Abstandschrift“.
Konstantin legte ihr zwar das griechische System (Buchstaben mit Laut- und numerischer Funktion) zugrunde, schuf jedoch ein von anderen Schriften formal unabhängiges, neues Alphabet, wobei er sich dem Einfluss anderer Schriften nicht ganz entziehen konnte.
Als Quellen dienten ihm neben den griechischen Minuskeln auch insbesondere das georgische und semitische Schriftsystem. Ebenfalls spielten christliche Symbole wie Kreuz, Kreis oder Dreieck bei der Formgebung eine wichtige Rolle. Aus der sog. Urform der Glagolica entwickelte sich zunächst eine runde, dann auch eine eckige Variante, die vor allem in Kroatien und ab dem 16. Jahrhundert auch für den Buchdruck verwendet wurde. Die runde Variante dominierte hingegen im bulgarisch-makedonisch-serbischen Raum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entwicklung der slawischen Schriftsprache: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der slawischen Schriftdenkmäler durch die Missionstätigkeit von Kyrill und Method sowie die anschließende Entwicklung der glagolitischen und kyrillischen Alphabete.
2. Entwicklung der slowenischen Schriftsprache im 16. Jahrhundert: Hier wird die Einführung der ersten einheitlichen slowenischen Schriftform durch Adam Bohorič (Bohoričica) behandelt, welche über Jahrhunderte maßgeblich war.
3. Der ABC-Krieg in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt analysiert die Reformbestrebungen und den methodischen Streit um verschiedene orthographische Systeme wie Metelčica, Dajnčica, Gajica und Ogrica.
4. Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung fasst die historischen Etappen der Schriftentwicklung zusammen und ordnet die Bedeutung der verschiedenen Alphabete für die nationale Identität ein.
Schlüsselwörter
Glagolica, Cirilica, Slowenisch, Bohoričica, Metelčica, Dajnčica, Gajica, Ogrica, ABC-Krieg, Konstantin von Thessaloniki, Kyrill, Method, Schriftsprache, Orthographie, Alphabet
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die geschichtliche Evolution der slawischen Schriften mit einer detaillierten Untersuchung des slowenischen Schriftsystems von der Reformation bis ins 19. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der frühen slawischen Alphabete, der Rolle der Missionare Kyrill und Method sowie den orthographischen Reformkämpfen im slowenischen Raum.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die chronologische Nachzeichnung der Schriftentwicklung und die Analyse, warum sich bestimmte Schriftsysteme durchsetzen konnten, während andere scheiterten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine historisch-chronologische Untersuchung, die auf der Analyse von Schriftentwicklungen, Grammatiken und historischen Dokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der frühen slawischen Alphabete, die Einführung der Bohoričica und die detaillierte Analyse der Reformversuche während des ABC-Krieges.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind glagolitische und kyrillische Schrift, Bohoričica, Gajica und die historische Entwicklung der slowenischen Rechtschreibung.
Warum konnte sich die Gajica im Vergleich zur Bohoričica durchsetzen?
Die Gajica war systematischer und bot eine präzisere Zuordnung von Lauten zu Buchstaben, was sie für die modernen Anforderungen des 19. Jahrhunderts praktikabler machte.
Was ist das Besondere an der „Ogrica“?
Die Ogrica ist eine spezifische regionale Schriftform aus dem Übermurgebiet, die unter ungarischem Einfluss stand und sich stark an der lokalen Aussprache orientierte.
Welche Rolle spielten die Sonderzeichen in den Entwürfen von Metelko und Dajnko?
Diese Zeichen sollten das phonetische Prinzip des "ein Laut – ein Buchstabe" umsetzen, wurden jedoch aufgrund ihrer ungewohnten und komplexen grafischen Form als unpraktisch empfunden und schließlich abgelehnt.
- Citation du texte
- DI MMag Fabian Prilasnig (Auteur), 2007, Die Entwicklung des slawischen Schrifttums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181206