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Der politische Dokumentarfilm als postmodernes Guerilla-Marketing: Michael Moores "Roger & Me"

Title: Der politische Dokumentarfilm als postmodernes Guerilla-Marketing:  Michael Moores "Roger & Me"

Term Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Clemens Grün (Author)

Film Science
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Die Hauptfunktion des Dokumentarfilms, so lautet Nichols vielzitierter Ausspruch, sei die Ausübung von Macht, um die Welt zu verändern. Wodurch zeichnen sich der Humor und politische Aktionismus eines Michael Moore aus? Worin liegt seine Sonderstellung in der amerikanischen Medienöffentlichkeit begründet, in einem Land, von dem der Politaktivist und Satiriker selbst sagt, die politische Satire sei dort „praktisch tot“? Diesen Fragen soll im folgenden anhand einer Analyse von Moores „Roger & Me“ (USA 1989) nachgegangen werden.

Das Phänomen Michael Moore ist ein vielschichtiges: Es führt von der urzeitlichen Figur des Tricksters, des Grenzgängers und gesellschaftlichen Außenseiters, über literarische Verkörperungen des Scheiterns wie Don Quijote zur Pionierzeit des Dokumentarfilms, deren schillerndster und einflussreichster Vertreter John Grierson einst subversives politisches Potential in der Regenbogenpresse wähnte. Vom Freiheitskämpfer Che Guevara gelangen wir zu einer Anthropologie der politischen Bewegungen im Zeitalter der Massenmedien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Theoretischer Teil

1.1. Modi des Dokumentarfilms

1.2. Thesen zum Dokumentarfilm Michael Moores

1.3. Politische Bewegungen im Medienzeitalter

1.4. Von Che Guevara zum Guerilla-Marketing

2. Empirischer Teil

2.1. Story, Plot, Dramaturgie

2.1.1. Erzählweise

2.1.2. Exposition

2.1.3. Erster Paradigmenwechsel

2.1.4. Konfrontation

2.1.5. Zweiter Paradigmenwechsel

2.1.6. Auflösung

3. Analytischer Teil

3.1. Figuren, Rollen, Funktionen

3.1.1. Konstruktion des Helden

3.1.2. Humor

3.1.3. Parodie und Selbstironie

3.1.4. Moores Antipoden

3.2. Filmische Mittel

3.2.1. Kamera

3.2.2. fiktionale Elemente

3.2.3. Tiermetapher

3.2.4. Filmmusik

3.2.5. Parallelmontagen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen Dokumentarfilm als Form des postmodernen Guerilla-Marketings am Beispiel von Michael Moores „Roger & Me“. Ziel ist es, die spezifische Sonderstellung von Moores Humor und politischem Aktionismus innerhalb der US-Medienöffentlichkeit zu analysieren und zu ergründen, wie er subversive Potenziale in einer von Konsum und Unterhaltung geprägten Kultur realisiert.

  • Analyse der narrativen und dramaturgischen Strukturen in „Roger & Me“.
  • Vergleich der Methoden von Michael Moore mit politischen Aktionsformen (z.B. Greenpeace).
  • Untersuchung der filmischen Gestaltungsmittel wie Kameraeinsatz und Parallelmontagen.
  • Dekonstruktion des amerikanischen Traums durch ironische Inszenierung und Mediensatire.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Humor

Humor ist Michael Moore ein zentrales Moment in seinem Anliegen, auf soziale und gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen und diese zu bekämpfen. Die Wirklichkeit, die er in seinen Filmen zeige, sei deprimierend. Depression aber bedeute Lähmung. Humor hingegen verwandle Depressionen in Wut und mache die Menschen wieder handlungsfähig. (vgl. M Moore im SPIEGEL-Interview, 15.11.2002)

Moores Humor ist einerseits durch eine scharfe Beobachtungsgabe und einen Sinn für das Skurrile und Groteske gekennzeichnet (z.B. der Erläuterungen einer Kaninchenzüchterin in Verknüpfung mit dem Schicksal entlassener Fabrikarbeiter), zum anderen durch seine Respektlosigkeit, die in Regelbrüchen und kalkulierten Affronts gegenüber seinen Widersachern zum Ausdruck kommt. Mit List und Tücke schleicht er sich in die Vorzimmer der Macht und bedient sich dabei Methoden, die seriöse Journalisten üblicherweise mit dem Verweis auf ihren Berufsethos vermeiden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den kulturellen Kontext der USA und die mediale Ausgangslage für Michael Moores Wirken als politischer Filmemacher.

1. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel verortet Moores Schaffen im Rahmen der Dokumentarfilmtheorie und verknüpft seine Strategien mit dem Konzept des politischen Guerilla-Marketings.

2. Empirischer Teil: Hier wird die dramaturgische Struktur des Films „Roger & Me“ detailliert analysiert und in seine narrativen Phasen zerlegt.

3. Analytischer Teil: Der Hauptteil untersucht die filmischen Mittel, die Konstruktion der Figuren sowie die spezifische Nutzung von Humor und Parodie im Film.

Schlüsselwörter

Michael Moore, Roger & Me, Dokumentarfilm, Guerilla-Marketing, politische Satire, Postmoderne, mediale Inszenierung, amerikanischer Traum, dramaturgische Struktur, filmische Rhetorik, sozialer Aktionismus, Medienkritik, Ironie, politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Dokumentarfilm „Roger & Me“ von Michael Moore unter dem Aspekt, wie er politische Botschaften durch subversive, an Guerilla-Taktiken angelehnte Methoden in der amerikanischen Medienöffentlichkeit platziert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Theorie des Dokumentarfilms, die Analyse dramatischer Strukturen, politischer Aktionismus und die mediale Dekonstruktion gesellschaftlicher Mythen, insbesondere des amerikanischen Traums.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Ergründung der Frage, wodurch sich Moores politischer Humor auszeichnet und wie er seine Sonderstellung als Satiriker in einem politisch-kulturellen Umfeld begründet, das kritische Stimmen oft marginalisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die sowohl dramaturgische Modelle (Plot-Strukturen) als auch eine inhaltliche und visuelle Semantik-Analyse kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der konkreten filmischen Umsetzung: von der Heldenkonstruktion über den Einsatz von Humor und Ironie bis hin zu spezifischen Gestaltungsmitteln wie Kameraführung und Parallelmontagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dokumentarfilm, Guerilla-Marketing, Ironie, politische Satire, mediale Inszenierung, sozialer Aktionismus und amerikanischer Traum.

Welche Rolle spielt das „Guerilla-Marketing“ für Moore?

Moore nutzt Taktiken wie Schnelligkeit, Überraschung und das gezielte Unterlaufen von Machtstrukturen, um mit geringem Aufwand maximale mediale Aufmerksamkeit für seine politischen Anliegen zu erzeugen.

Wie setzt Moore „fiktionale Elemente“ in seinem Dokumentarfilm ein?

Moore verwendet sie, um die Wirklichkeit satirisch zuzuspitzen; dabei spielt die Authentizität des Gezeigten eine untergeordnete Rolle gegenüber der beabsichtigten politischen Wirkung und der emotionalen Mobilisierung des Zuschauers.

Was ist die Funktion von Moores Selbstironie?

Die Selbstironie dient dazu, Moores eigene Position als Filmemacher zu hinterfragen und zu relativieren, was ihn als Sympathieträger stärkt und seine Glaubwürdigkeit gegenüber dem Zuschauer erhöht.

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Details

Title
Der politische Dokumentarfilm als postmodernes Guerilla-Marketing: Michael Moores "Roger & Me"
College
Humboldt-University of Berlin  (Theaterwissenschaft und Kulturelle Kommunikation)
Grade
1,3
Author
Clemens Grün (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V18127
ISBN (eBook)
9783638225359
ISBN (Book)
9783638681766
Language
German
Tags
Dokumentarfilm Guerilla-Marketing Michael Moores Roger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Clemens Grün (Author), 2003, Der politische Dokumentarfilm als postmodernes Guerilla-Marketing: Michael Moores "Roger & Me", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18127
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