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Jacques Dupuis‘ religionstheologischer Entwurf in "Unterwegs zu einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus"

Title: Jacques Dupuis‘ religionstheologischer Entwurf in "Unterwegs zu einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus"

Seminar Paper , 2011 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Erhard Graßmann (Author)

Theology - Systematic Theology
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Die „Theologie der Religionen“ ist eines der gegenwärtig wichtigsten und brisantesten Themengebiete der Theologie. Infolge eines positiv gewendeten Verhältnisses zu den anderen religiösen Traditionen, muss die christliche Theologie und die Identität von Christentum und Kirche neu dargestellt und im interreligiösen Dialog vertreten werden.

Das Zweite Vatikanum hat in den Konzilsdokumenten – vor allem in Nostra Aetate – in dieser Verhältnisbestimmung eine grundlegende Neuorientierung vorgenommen und die Verwerfung anderer Religionen aufgegeben. Mit dem Schritt hin zur Anerkennung von Elementen des Wahren und Guten ist der Kirche und erst recht der Theologie eine neue Aufgabe zugewachsen, die seit etwas mehr als zwanzig Jahren immer mehr zu einem der am lebendigsten diskutierten Fragenkomplexe der Theologie avanciert.

Errichtungen von Universitätsschwerpunkten, wie dem Salzburger „Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen“, zollen dieser Notwendigkeit des Dialogs mit anderen religiösen Traditionen Tribut und setzen in der theologischen Hochschulwelt ein Zeichen für die Brisanz und Aktualität der Fragestellungen.

Die Arbeiten des 2004 verstorbenen Jesuiten JACQUES DUPUIS werden bis auf wenige Ausnahmen in der deutschsprachigen Religionstheologie praktisch ignoriert. Er zählt zu den weltweit bedeutendsten katholischen Religionstheologen. Seine Hauptwerke wurden in die wichtigsten Sprachen übersetzt. Deutsche Übersetzungen suchte man aber lange Zeit vergeblich.

In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, die zentrale Fragestellung zu formulieren, auf die Dupuis mit seinem Werk versucht eine Antwort zu finden. So wird in einem Streifzug Dupuis‘ Suche nach einer Antwort auf eben diese Frage nachgegangen und der „rote Faden“ seiner Argumentation freigelegt.

Vor diesem eher systematisch arbeitenden Teil sollen zuerst einige einleitende biographische Bemerkungen zu Jacques Dupuis und eine kurze Beleuchtung der Auseinandersetzung mit der römischen Glaubenskongregation nach der Veröffentlichung seines Buches stehen. Hiermit soll ein Hintergrund geschaffen werden, vor welchem die Intention und die Genese des religionstheologischen Entwurfs Dupuis‘ klar hervortreten soll und dadurch gleichzeitig besser in einen größeren Kontext eingeordnet werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Biographie

2. Untersuchung durch die Glaubenskongregation

3. Analyse des Buches in Auszügen

3.1. Einleitung

3.2. Methodenfrage

3.3. historisches Fundament

3.4. systematischer Entwurf

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den religionstheologischen Ansatz von Jacques Dupuis, wie er in seinem Hauptwerk „Unterwegs zu einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus“ dargelegt wird. Ziel ist es, die zentrale Fragestellung des Werkes zu identifizieren, den „roten Faden“ der Argumentation freizulegen und Dupuis' trinitarisches Modell einer christlichen Theologie vor dem Hintergrund der römischen Kritik und des interreligiösen Dialogs einzuordnen.

  • Biographische Einordnung von Jacques Dupuis als Theologe.
  • Die Auseinandersetzung mit der römischen Glaubenskongregation.
  • Methodik und historisches Fundament der Theologie der Religionen.
  • Systematische Überlegungen zum religiösen Pluralismus.
  • Verständnis der Heilsökonomie und der Rolle von Jesus Christus im interreligiösen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.2. Methodenfrage

Im Zusammenhang mit der Frage nach der Methodik schreibt Dupuis, „die dogmatische Methode [wurde] von einer neueren, der sogenannten genetischen Methode, abgelöst“. Dieser Methode folgt Dupuis. Das soll bedeuten, er setzt nicht bei den Endaussagen der Dogmatik an, sondern bei den biblischen und patristischen Ansätzen, um von dort aus – sozusagen von den Wurzeln des Christentums aus – seine Lehre zu entwickeln.

Die Konstitution Gaudium et Spes (GS) des Zweiten Vatikanums, so wurde oft bemerkt, führte eine neue Methode ein, was sie gegenüber anderen Konzilsdokumenten auszeichnet. Das Neue bestand in dem Übergang von einer deduktiven zu einer induktiven Methode: Die Konstitution hört auf die Welt von heute und ihre Probleme, sie lernt die „Zeichen der Zeit“ in den Sehnsüchten der heutigen Menschheit zu lesen; sie sucht sodann diese Probleme zu erhellen und im Licht der Botschaft des Evangeliums Antworten auf die Sehnsüchte zu finden.

Diesen Schritt des Konzilsdokuments vollzieht Dupuis mit und somit ebenso eine Kehre zu einer kontextuellen und hermeneutischen Theologie.

Dupuis‘ theologische Methode ist somit geprägt von einem hermeneutischen Dreiecksverhältnis, das bestimmt ist vom „Text“ bzw. den Grunddaten des Glaubens, dem historischen „Kontext“ und dem „Interpreten“. Zu Letzterem bemerkt er, dass „genau genommen nicht der einzelne Theologe gemeint [ist], sondern die kirchliche Gemeinschaft, der er angehört und in deren Dienst er oder sie gestellt ist. Das ist die Ortskirche, ein glaubendes Volk, [...] eine Gemeinschaft, der der Bischof von Rom in geschwisterlicher Liebe vorsteht.

Dass das Faktische des gegebenen Kontextes in seinem kontextuell hermeneutischen Ansatz nicht zur Norm der Theologie werden kann, ist Dupuis bewusst. Die Norm ist und bleibt das "Licht des Evangeliums" – freilich immer wieder neu in den sich ändernden Kontexten gelesen und interpretiert.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Brisanz der „Theologie der Religionen“ und führt in das Werk von Jacques Dupuis ein, welches im deutschsprachigen Raum lange Zeit weitgehend ignoriert wurde.

1. Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg von Jacques Dupuis nach, von seiner Ausbildung in Belgien über seine langjährige Lehrtätigkeit in Indien bis zu seinem Wirken an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

2. Untersuchung durch die Glaubenskongregation: Es wird die kritische Auseinandersetzung der römischen Glaubenskongregation mit Dupuis' Werk beschrieben, die in einer Notifikation mündete und die akademische Laufbahn des Autors überschattete.

3. Analyse des Buches in Auszügen: Dieser Abschnitt unterteilt sich in die Analyse der Methodenfrage, das historische Fundament von Dupuis' Theologie und seinen systematischen Entwurf, wobei die trinitarische Geistchristologie als Kernstück hervorgehoben wird.

4. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen würdigen das Werk als theologisch fundiert und betonen die Bedeutung von Mut und Pioniergeist im interreligiösen Dialog, während sie gleichzeitig die Kritik an der harten Haltung des Lehramts gegenüber Dupuis festhalten.

Schlüsselwörter

Jacques Dupuis, Theologie der Religionen, religiöser Pluralismus, Glaubenskongregation, interreligiöser Dialog, trinitarische Christologie, Heilsökonomie, Nostra Aetate, Geistchristologie, kontextuelle Theologie, Dogmatik, Christentum, Weltreligionen, Heilsmöglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem religionstheologischen Hauptwerk von Jacques Dupuis und dessen Bedeutung für eine christliche Theologie im Kontext eines religiösen Pluralismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die biblisch-systematische Fundierung der Theologie der Religionen, die Rolle Jesu Christi im Kontext anderer Traditionen sowie die kirchengeschichtliche Entwicklung und Bewertung durch das Lehramt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, Dupuis' Ansatz zu erfassen, wie die christliche Identität und Einzigartigkeit Jesu mit der positiven Würdigung anderer Religionen in einem trinitarischen Modell theologisch vereint werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt dem von Dupuis angewandten „genetischen“ und hermeneutischen Methodenansatz, der von biblischen und patristischen Wurzeln ausgehend kontextuelle Analysen vornimmt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das historische Fundament von Dupuis' Theologie, die Auseinandersetzung mit der Glaubenskongregation und entfaltet systematisch sein Modell einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere religiöser Pluralismus, Heilsökonomie, trinitarische Geistchristologie und der interreligiöse Dialog.

Wie bewertet der Autor die Haltung der Glaubenskongregation zu Dupuis?

Der Autor kritisiert die Vorgehensweise der Glaubenskongregation als überhastet und hält fest, dass der Pioniergeist von Dupuis eher hätte honoriert werden sollen, statt ihn durch lehramtliche Eingriffe zu ersticken.

Warum ist das "Unterwegs-Sein" für Dupuis so wichtig?

Für Dupuis ist der Titelzusatz „unterwegs“ entscheidend, da er sein Werk als eine Momentaufnahme und Zwischenbilanz innerhalb einer dynamischen und sich verändernden religionstheologischen Debatte versteht.

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Details

Title
Jacques Dupuis‘ religionstheologischer Entwurf in "Unterwegs zu einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus"
College
University of Salzburg  (Fachbereich Systematik/Praktische Theologie )
Course
Interdisziplinäres Seminar Dogmatik/ Moraltheologie (Ende der Wahrheitsansprüche? Erkenntnistheoretische Grundfragen in Dogmatik und Ethik)
Grade
1,0
Author
Andreas Erhard Graßmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V181382
ISBN (eBook)
9783656050025
ISBN (Book)
9783656050292
Language
German
Tags
Dogmatik Theologie der Religionen Theologie Interkulturell Jaques Dupuis Pluralismus religiöser Pluralismus christliche Theologie Glaubenskongregation kath. Theologie Systematische Theologie Pneumatologie Christologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Erhard Graßmann (Author), 2011, Jacques Dupuis‘ religionstheologischer Entwurf in "Unterwegs zu einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181382
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