„Mit einer hochmotivierten Mannschaft, die auf alten Maschinen in einer Bruchbude arbeitet, erreicht man mehr als mit einer unmotivierten Gruppe, die über modernste Maschinen und Gebäude verfügt.“ Rheinhold Würth
Jede mittelgroße GmbH rühmt sich heute mit ihrer „besonderen“ Unternehmenskultur. Doch was ist überhaupt Unternehmenskultur und was macht sie aus? Ist sie förderlich oder doch eher hinderlich? Durch die wachsende Bedeutung der Unternehmenskultur in den letzten Jahren und Jahrzehnten, wurde der Begriff häufig in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet, oftmals auch in einem falschen und stiftete so mehr Verwirrung als Klarheit. Immer häufiger taucht der Begriff „Unternehmenskultur“ in negativen Kontexten auf, beispielsweise bei problematischen Veränderungsprozessen oder schwierigen Integrationsprozessen nach Fusionen. Beispielsweise haben Mitarbeiter des Automobilherstellers Daimler nach der Fusion mit Chrysler kein einheitliches Bild nach außen getragen, standen nicht hinter der neuen Marke und konnten sich nicht mit dieser identifizieren.
Die Hauptfrage ist nun, ob Unternehmenskultur einen nachhaltigen Einfluss auf ein Unternehmen nimmt oder ob sie nur ein Trend ist, der bei der Suche nach etwas Halt-barem wie Werten und Identifikation entstanden ist?
Mit dieser Hausarbeit soll ein kurzer Überblick über die Grundlagen, die Entstehung und Bedeutung von Unternehmenskultur gegeben sowie auf verschiedene Konzepte eingegangen werden, um dann die Vor- und Nachteile sowie Chancen, aber auch die Hindernisse einer Unternehmenskultur näher zu beleuchten. Dabei wird auf Fragen eingegangen wie „Was ist eine Unternehmenskultur und ist sie für ein Unternehmen notwendig?“ „Ist Unternehmenskultur langfristig sinnvoll und hat sie Einfluss auf den Unternehmenserfolg?“ und „Kann Unternehmenskultur auch eine Barriere darstellen?“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Definition Kultur
2.1.2 Definition Unternehmenskultur
2.2 Entstehung und Bedeutung von Unternehmenskultur
2.2.1 Entstehung
2.2.2 Bedeutung
2.2.3 Das Drei-Ebenen-Modell von Edgar Schein
2.3 Arten von Unternehmenskultur
2.3.1 Die klassischen Kulturkonzepte
2.3.1.1 Die Hard-Approach-Kultur
2.3.1.2 Die Soft-Approach-Kultur
2.3.2 Kulturtypen eines Unternehmens nach Goffee/Jones
3 Wirkungen von Unternehmenskultur in der Praxis
3.1 Unternehmenskultur als Managementelement
3.1.1 Chancen
3.1.2 Risiken
3.2 Unternehmenskultur als Wettbewerbsfaktor
3.2.1 Vorteile
3.2.2 Nachteile
3.3 Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor
3.3.1 Möglichkeiten
3.3.2 Barrieren
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob Unternehmenskultur ein nachhaltiger Erfolgsfaktor für Unternehmen ist oder lediglich einen kurzfristigen Managementtrend darstellt, und beleuchtet dabei die Chancen, Risiken sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für eine positive kulturelle Ausgestaltung.
- Grundlagen und Definitionen des Kulturbegriffs im unternehmerischen Kontext
- Analyse klassischer Kulturkonzepte und moderner Klassifizierungsmodelle
- Unternehmenskultur als strategisches Managementelement
- Unternehmenskultur als Differenzierungs- und Wettbewerbsfaktor
- Praktische Untersuchung von Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Kulturtypen eines Unternehmens nach Goffee/Jones
Goffee und Jones haben ein weiteres Modell entwickelt, mit dessen Hilfe Unternehmenskulturen klassifiziert werden können. Dabei spielt deren Kulturverständnis eine wichtige Rolle: Sie verstehen Kultur als spezifisches Muster gegenseitiger sozialer Beziehungen und wechselseitiger Verpflichtungen. Kultur ist somit eine besondere Form der Gemeinschaft, die sich daraus ergibt, wie Menschen zueinander stehen.
Nach Goffee und Jones‘ Meinung hat ein Unternehmen zwei Kulturdimensionen: Soziabilität und Solidarität. Mit Soziabilität ist die persönliche Nähe zwischen den Mitgliedern eines Unternehmens gemeint, wohingegen Solidarität das gemeinsame rasche und erfolgreiche Erreichung von Zielen, unabhängig von der persönlichen Bindung, ist. Durch die Gegenüberstellung der beiden Dimensionen ergeben sich vier unterschiedliche Kulturtypen, die sich durch folgende Merkmale unterscheiden:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, ob Unternehmenskultur einen echten Wert schafft oder nur ein modischer Trend ist, und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff, erläutert die Entstehung von Unternehmenskulturen und stellt theoretische Modelle wie das Drei-Ebenen-Modell nach Schein sowie klassische und moderne Kulturkonzepte vor.
3 Wirkungen von Unternehmenskultur in der Praxis: Hier wird die praktische Relevanz analysiert, indem Unternehmenskultur als Managementelement, Wettbewerbsfaktor und kritischer Erfolgsfaktor in verschiedenen Szenarien untersucht wird.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Unternehmenskultur als nachhaltigen Erfolgsfaktor, warnt jedoch davor, fremde Identitäten unreflektiert auf Unternehmen zu übertragen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Organisationskultur, Management, Führung, Strategie, Wettbewerbsvorteil, Soziabilität, Solidarität, Unternehmenserfolg, Identifikation, Edgar Schein, Goffee und Jones, Mitarbeiterzufriedenheit, Human-Relation-Theorie, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Unternehmenskultur und untersucht, ob sie einen echten Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg hat oder nur als vorübergehender Trend zu betrachten ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Entstehung von Kultur, theoretische Klassifizierungsmodelle, die Auswirkungen auf Managemententscheidungen und die Rolle von Kultur als Wettbewerbsvorteil.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Vor- und Nachteile sowie Chancen und Barrieren von Unternehmenskultur zu beleuchten und zu klären, wie diese den Unternehmenserfolg beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener theoretischer Ansätze, wie etwa das Drei-Ebenen-Modell von Schein oder das Soziabilitäts-Solidaritäts-Modell von Goffee/Jones.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Unternehmenskultur als Managementinstrument, beleuchtet Risiken bei Fusionen und untersucht die positive Korrelation zwischen gelebter Unternehmenskultur und Mitarbeiter- sowie Kundenzufriedenheit.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Unternehmenskultur, Wettbewerbsvorteil, Führung, Strategie und Identifikation geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von Kultur bei Fusionen?
Die Autorin identifiziert unterschiedliche Unternehmenskulturen als einen Hauptgrund für das Scheitern von Fusionen, da die Zusammenführung inkompatibler Kulturen oft Synergieeffekte zerstört.
Welche Rolle spielt die Führung laut der Analyse?
Das Management trägt eine entscheidende Verantwortung, da Unternehmenskultur nicht nur dokumentiert, sondern aktiv vorgelebt werden muss, um das gewünschte Verhalten der Mitarbeiter zu prägen.
- Quote paper
- Ines-Dorothee Weisbach (Author), 2010, Unternehmenskultur - Trend oder mehr?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181442