1 Einleitung
Unser Ökosystem, die Erde, gelangt immer stärker an den Rand seiner Belastungsgrenze: Ein bisweilen ungebrochenes Bevölkerungswachstum (zumindest auf der südlichen Hemisphäre), unvorstellbare Massen an menschlich verursachten Müll, ein übermäßiger Energie- und Rohstoffverbrauch sowie die damit einhergehende ansteigende Verschmutzung von Luft, Böden und Gewässern und das zunehmende Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten etc.
Erschreckend ist, dass auch im 21. Jahrhundert noch eine große Divergenz dahingehend zu herrschen scheint, Probleme hinsichtlich der Umwelt bzw. dem Umgang mit dieser einerseits zu erkennen und andererseits aber auch konkrete Lösungsmöglichkeiten und Projekte zu entwerfen. Spätestens seit Beginn der 1990 Jahre hat sich sowohl im öffentlichen Bewusstsein als auch in der Politik die Einsicht durchgesetzt, dass eine dringende Notwendigkeit dahingehend besteht, ökologisch nachhaltige Produktions- und Konsummuster zu entwickeln, um auch in Zukunft das Ökosystem Erde mit all seinen Lebewesen zu erhalten. Jedoch hinkt die tatsächliche Umsetzung solcher Kenntnisse dieser Einsicht um einiges hinter her.
Im Verlauf dieser Arbeit soll daher analysiert werden, welche Rolle das Konzept des Global Governance in der Umweltpolitik bzw. generell in Umweltfragen einnehmen kann und welche Chancen sich daraus für den Fortbestand unseres Ökosystems ergeben könnten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Global Governance
2.1 Begriffsdefinition: Bedeutung und Funktionen von Global Governance
2.2 Akteure von Global Governance
3 Global Governance in der Umweltpolitik
3.1 Der Wandel in der internationalen Klimapolitik
3.2 Das Kyoto- Protokoll
3.3 Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
4 Ursachen und Folgen des Klimawandels
4.1 Ursachen bzw. Verursacher der Klimawandels
4.2 Folgen des Klimawandels
4.3 Maßnahmen zum „Stoppen“ des Klimawandels – potentielle Lösungsansätze
4.3.1 Der Emissionshandel als potentieller Lösungsansatz
5 Aktueller Stand in der internationalen Umweltpolitik
6 Ausblick- Die Zukunft der internationalen Klimapolitik
7 Bibliographie
Zielsetzung und Forschungsfrage
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Global-Governance-Konzepts im Kontext der globalen Umweltpolitik und analysiert, welche Chancen dieses Modell für den langfristigen Erhalt des Ökosystems Erde bietet.
- Grundlagen und Definitionen des Global-Governance-Konzepts
- Akteure und Netzwerke in der internationalen Umweltpolitik
- Die Entwicklung klimapolitischer Abkommen (Rio, Kyoto)
- Ursachen und Folgen des anthropogenen Klimawandels
- Flexible Instrumente wie der Emissionshandel als Lösungsansätze
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinition: Bedeutung und Funktionen von Global Governance
Nohlen definiert Global Governance als ein „Konzept, mit dem auf die Frage der polit. Beherrschbarkeit von Weltproblemen und der Globalisierungstendenzen zu antworten versucht wird, mit der sich die Weltpolitik konfrontiert sieht.“ Er betont, dass die Politik regelrecht zu einer Globalisierung gezwungen sei, da sich die Weltprobleme in der „globalen Risikogesellschaft“ (Ulrich Beck) immer mehr verschärfen, während die Nationalstaaten zunehmend kaum noch in der Lage dazu seien, diese globalen Probleme mit traditioneller Macht- und Interessenpolitik auf nationalstaatlicher Ebene zu bewältigen.
Global Governance stelle daher neue „Ordnungsstrukturen“ bereit, welche die bislang nur „punktuellen und reaktiven Krisenmanagements“ ablösen sollen, da diese bei den globalen Problemen des 21. Jahrhunderts schlichtweg überfordert seien und nicht mehr greifen würden.
Die Commission on Global Governance, welche auf Initiative von Willy Brandt gegründet worden war, ist wesentlich für die Etablierung dieses Konzepts in der internationalen Diskussion verantwortlich, da sie diesen Begriff in ihrem 1995 vorgelegten Bericht „Nachbarn in Einer Welt“ einführte. (Nohlen 2005: 315f.) Die dort vorgelegte Definition lautet wie folgt:
„Governance ist die Gesamtheit der zahlreichen Wege, auf denen Individuen sowie öffentliche und private Institutionen ihre gemeinsamen Angelegenheiten regeln. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, durch den kontroverse oder unterschiedliche Interessen ausgeglichen werden und kooperatives Handeln initiiert werden kann. Der Begriff umfasst sowohl formelle Institutionen und mit Durchsetzungsmacht versehene Herrschaftssysteme als auch informelle Regelungen, die von Menschen und Institutionen vereinbart oder als im eigenen Interesse angesehen werden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Belastung des Ökosystems Erde und formuliert das Ziel, die Relevanz von Global Governance für umweltpolitische Herausforderungen zu untersuchen.
2 Global Governance: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Global Governance als Ordnungsstruktur jenseits des Nationalstaates und stellt die beteiligten Akteursgruppen vor.
3 Global Governance in der Umweltpolitik: Hier werden die historischen Klimakonferenzen, das Kyoto-Protokoll und die Rolle des Weltklimarats (IPCC) als wesentliche klimapolitische Steuerungsinstrumente beleuchtet.
4 Ursachen und Folgen des Klimawandels: Dieses Kapitel analysiert die anthropogenen Ursachen der Erderwärmung, ihre globalen Folgen sowie mögliche politische Lösungsansätze wie den Emissionshandel.
5 Aktueller Stand in der internationalen Umweltpolitik: Hier wird der Status quo der Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen nach 2012 sowie die veränderte Rolle der USA unter Barack Obama betrachtet.
6 Ausblick- Die Zukunft der internationalen Klimapolitik: Der Ausblick diskutiert die Notwendigkeit schneller politischer Entscheidungen und identifiziert Global Governance als eine entscheidende Chance für den Umweltschutz.
7 Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Fachbücher und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Global Governance, Umweltschutz, Klimapolitik, Kyoto-Protokoll, IPCC, Treibhausgase, Nachhaltigkeit, Emissionshandel, Weltklimarat, Internationale Kooperation, Anthropogener Klimawandel, Globalisierung, Klimakonferenz, Transformationsprozess, Risikogesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der Global Governance genutzt werden kann, um globale umweltpolitische Probleme, insbesondere den Klimawandel, effektiv anzugehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Global Governance, die Analyse der Akteure, die Geschichte klimapolitischer Vereinbarungen und die Erörterung flexibler Klimaschutzinstrumente.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu analysieren, welche Rolle Global Governance in der Umweltpolitik spielt und welche Chancen sich daraus für den Fortbestand des Ökosystems Erde ergeben könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische und literaturanalytische Untersuchung, die auf politikwissenschaftlichen Konzepten sowie aktuellen Berichten von Organisationen wie dem IPCC und der UN basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Global Governance, die Akteure des Prozesses, die klimapolitische Historie vom Rio-Gipfel bis zu aktuellen Verhandlungen sowie die Ursachen und Lösungsstrategien für den Klimawandel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Global Governance, Klimapolitik, Treibhausgasemissionen und internationale Kooperation geprägt.
Welche Rolle spielt der IPCC in der Umweltpolitik?
Der IPCC fungiert als wissenschaftliches Beratungsgremium, das objektive Informationen über den Klimawandel bereitstellt und somit als fundierte Entscheidungsgrundlage für politische Akteure dient.
Was ist der Emissionshandel?
Der Emissionshandel ist ein im Kyoto-Protokoll verankertes, flexibles Instrument, das es Staaten ermöglicht, ihre Emissionsminderungsverpflichtungen dort zu erfüllen, wo dies am kosteneffizientesten ist.
- Citation du texte
- Bachelor of Arts Valerie Grimm (Auteur), 2009, Global Governance in der Umweltpolitik - Neue Chancen für den Umweltschutz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181458