Web 2.0 - Einsatzmöglichkeiten in Beratungsunternehmen


Hausarbeit, 2010

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Internets
2.1. Web 0.5
2.2. Web 1.0
2.3. Web 2.0

3. Was ist Social Software?

4. Die bedeutesten Web 2.0 Anwendungen/Plattformen
4.1. Wiki
4.2. Blogs (Weblogs)
4.3. Podcasts
4.4. Social Bookmarking
4.5. Instant Communication
4.6. Social Networks

5. Enterprise 2.0: Einsatz in Beratungsunternehmen
5.1. Personal-/Kontaktmanagement
5.2. Produktmanagement/Marketing
5.3. Wissensmanagement
5.4. Kunden-/Identitätsmanagement

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis
7.1. Literaturverzeichnis
7.2. Abbildungsverzeichnis
7.3. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit einer immer wichtiger werdenden Thematik der IT und der gesamten Welt: Web 2.0. Innerhalb der letzten Jahrzehnte wandelte sich das Internet erheblich - weg von der „einfachen“, einseitigen und rationalen Informationsbeschaffung/-verarbeitung hin zu einer interaktiven, virtuellen und vor allem mächtigen Mitmachplattform für „Jedermann“.

Aufgrund des breitgefächerten Begriffs Web 2.0 ist eine umfassende Erklärung des Verständnisses zu Beginn der Studienarbeit unbedingt nötig, da durch die fehlende DIN-ISO- Definition keine klare, einheitlich fundierte Grundlage herrscht und zudem die Bezeichnung implizit auf eine vorherige Entwicklung schließen lässt, die nicht unberücksichtigt bleiben sollte.

Das Potential von Web 2.0 und dessen neuen Anwendungen führen zu einem weiteren, spannenden wie großen Thema, nämlich dem Umgang und Einsatz von Web 2.0 in Unternehmen, das sogenannte Enterprise 2.0. Hier liegt das Augenmerk hauptsächlich auf den Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0 Anwendungen/Plattformen in Beratungsunternehmen, da besonders für Dienstleistungsunternehmen die neue Web-Ära eine große Rolle spielt. Der Rahmen dieser Studienarbeit wird daher auf die Fragen eingegrenzt, welche derzeitigen Anwendungsmöglichkeiten das Web 2.0 für Beratungsunternehmen birgt und ob ein Beratungsunternehmen durch Enterprise 2.0 konkurrenzfähiger und effizienter als seine Marktbegleiter sein kann.

Die dahinterstehende Zielsetzung des Autors ist einen möglichst genauen, jedoch verständlichen Überblick über den komplexen und weitreichenden Sachverhalt zu vermitteln, um anschließend fundierte Aussagen zu den erwähnten Fragen zu treffen. Hierzu werden jetzt die Grundlagen von Web 2.0 ergänzend erläutert.

2. Entwicklung des Internets

Die Entwicklung des Internets verlief alles andere als gradlinig und aufgrund der erschwerten Fassbarkeit dieses Phänomens in den letzten Jahrzehnten existieren keine einheitlichen und somit keine offiziellen Entwicklungsstadien des Internets.

Jedoch werden heutzutage in der Fachliteratur insgesamt drei verschiedene Stadien der Internetentwicklung anerkannt, da sie sich über ihre eindeutigen Merkmale wesentlich voneinander unterscheiden lassen.

2.1. Web 0.5

Die ursprüngliche Entwicklung des Internets begann bereits im Jahr 1969. In diesem Jahr veröffentlichte die „Advanced Research Project Agency“ (ARPA), die Forschungsbehörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika, das sogenannte ARPANet. Dieses hatte die anfängliche Aufgabe, verschiedene Universitäten und Forschungseinrichtungen innerhalb Amerikas für zivile Projekte miteinander zu verbinden, um so ein stabiles, sicheres und breites Datennetzwerk aufzubauen. Parallel dazu sollte es als sicheres Kommunikationsmittel zwischen den einzelnen Regierungsbehörden fungieren.

Da der Fokus auf dem Austausch theoretischer Daten/Dokumente zwischen den Wissenschaftlern lag, ist es nicht verwunderlich, dass E-Mails und Dateiübertragungen per FTP die führenden Kommunikationsmittel im ARPANet waren.

Der nächste Schritt der Weiterentwicklung des ARPANets war die Erfindung des World Wide Webs (kurz: WWW) im Jahr 1989 durch den britischen Wissenschaftler Tim Berners-Lee, der zu diesem Zeitpunkt am Forschungszentrum CERN in der Schweiz arbeitete. Aufbauend auf dem ARPANet führte er das Hyper Text Transfer Protocol (HTTP) ein, um den Datenaustausch zu vereinheitlichen und weiter zu vereinfachen.

Somit zielte das so entstandene Web 0.5 auf die Anwendung „von Experten für Experten“1 und auf die textliche Verbreitung deren Know-hows ab, sodass die Nutzerzahlen und dementsprechend das breite, öffentliche Interesse weiterhin gering blieben. Aus diesem Grund ist zu betonen, dass die Nutzung des Webs 0.5 ausschließlich auf Business-to-Business (B2B) Beziehungen beschränkt war.

2.2. Web 1.0

Da Berners-Lee auf jegliche Form von Schutz (z.B.: Patente, Lizenzen) seiner Erfindung verzichtete, um jedem Menschen den Zugang zum Internet ermöglichen zu wollen, konnte die Technologie fortwährend weiterentwickelt werden, sodass bereits vier Jahre später der erste grafikfähige Internetbrowser („Mosaic“) vom zukünftigen Netscape Gründer Marc Andreessen kostenlos angeboten werden konnte. Dies war der Start des rasanten und weltweiten Durchbruchs des Web 1.0. Trotz der hohen Kosten für einen Personal Computer sowie für die entgeltliche Verbindung ins Internet stiegen die Nutzerzahlen weltweit stetig und schnell an. Immer mehr Unternehmen erkannten das Potential, das im Internet lag, und versuchten es gewinnbringend zu benutzen, meist als neuer Absatzmarkt oder für Marketingzwecke. Hieraus ergibt sich, dass der Handel auf der Basis von Business-to- Consumer (B2C) Beziehungen ein maßgebliches Merkmal des Internetentwicklungsstadiums Web 1.0 darstellt. Die vorhandenen Internetseiten der Unternehmen waren aufgrund der fehlenden, technischen Möglichkeiten und der langsamen Datenverbindungen der Besucher (Kunden) sehr statisch und spartanisch aufgebaut, sodass meistens nur reine Informationsangebote über die eigenen Produkte, Services oder Unternehmensdaten abrufbereit waren („Infotainment“).

Die wachsenden Teilnehmerzahlen und die immer anspruchsvolleren Internetseiten sorgten für fokussierte Technologieentwicklungen, um das Internet flexibler zu gestalten und höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten zu ermöglichen. Da immer mehr Telekommunikationsunternehmen auf den Markt drängten, fielen die Internetpreise drastisch ab, sodass das Internet kurz vor der Jahrtausendwende für die breite Öffentlichkeit bezahlbar wurde. Das Massenprodukt „Internet“ bildet seit dem Jahr 2000 die Basis aller weiteren Verbesserungen und Innovationen in diesem Bereich: ebenso für das Web 2.0.

2.3. Web 2.0

Wie eingangs erwähnt ist Web 2.0 ein sehr vielseitiges Schlagwort, was vor allem daran liegt, dass sein Namensgeber, der amerikanische Computerbuch-Verleger Tim O’Reilly, dieses Phänomen selbst „nur“ umschrieb. Dies geschah auf der gleichnamigen Konferenz im Jahr 2004, wo er im Rahmen seiner Entwicklungskonferenz auf neue Trends im Internet hinwies. So betitelte O’Reilly die angebrochene, neue Ära des Internets als „Web 2.0“, da sich das Internet durch technologische Innovationen im Prozess der Veränderung befand und extreme Verhaltensänderungen der Internetnutzer zu verzeichnen waren.2

Aus technologischer Sichtweise bedeutet dies, dass die Internetseiten/Plattformen durch neue Protokolle und Programmiersprachen viel flexibler und benutzerfreundlicher gestaltet werden. Sie stellen, anders als die Web 1.0 Internetseiten, (fast) keine eigenen Inhalte ein, übernehmen keine sonstigen redaktionellen Funktionen, sondern ermöglichen lediglich den Internetnutzern unter der Einhaltung gewisser Grundregeln die Nutzung der bereitgestellten Services. Durch die entstehenden Standards wurde die Zusammenarbeit räumlich und zeitlich getrennter Internetnutzer möglich, die das Internet immer weniger als Informationsplattform, sondern eher als „Mitmach-Plattform“ für ihre eigenen Inhalte, den sogenannten User Generated Content, ansahen.

Dies bedeutet aus der „Anwendersicht“ ein gravierendes Umdenken in der Benutzung des Internets und der gegenseitigen Kommunikation, da statt der Unternehmen die Internetbenutzer und ihre frei kreierbaren Beiträge im Mittelpunkt stehen („Sozialisation“). So wird der passive Informationsleser (Konsument) zum aktiven Mitgestalter (Produzent), sodass individuelle Meinungen zu einflussreichen Gesellschaftsstandpunkten werden können, was den Einfluss der Internetbenutzer enorm steigert und eine von Grund auf neue Form des Internets darstellt.

Zusammenfassend lassen sich die drei Entwicklungsstadien des Internets mit ihren markanten Merkmalen auf einen Blick in folgender Tabelle gegenüberstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Webgenerationen

(Quelle: Tabellenverzeichnis)

3. Was ist Social Software?

Wie zum Begriff „Web 2.0“ existiert keine einheitliche Definition zu „Social Software“. Mittlerweile setzt sich eine etwas ungenaue, dafür aber allgemeingültige Meinung in der Wissenschaft fest: Social Software umfasst alle Internetplattformen wie -anwendungen, die die [oben genannten] Web 2.0 Merkmale erfüllen, indem sie die zwischenmenschliche Interaktion bestmöglich unterstützen oder sogar erweitern.3

Um den Begriff besser fassen und die gesamte Vielfalt der verschiedenen Ausprägungen der Social Software einfacher kategorisieren zu können, wird in der Fachliteratur weiterhin in drei Unterrubriken unterteilt, die sich über ihre Hauptfunktionen unterscheiden (Tabelle 2, siehe nächste Seite):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Social Software Kategorien

(Quelle: Tabellenverzeichnis)

In diese Kategorien der Social Software werden die derzeit sechs bedeutsamsten Anwendungen/Plattformen klassifiziert und einsortiert, die im nächsten Kapitel einzeln ausführlich vorgestellt werden. Dabei etablierte sich die Darstellung durch das sogenannte „Social Software Dreieck“, um gleichzeitig die Gewichtung zu den angesprochenen Social Software Rubriken zu charakterisieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Social Software Dreieck

(Quelle: Abbildungsverzeichnis)

4. Die bedeutesten Web 2.0 Anwendungen/Plattformen

4.1. Wiki

Die erste Web 2.0 Plattform, die Wikis (hawaiisch: schnell)4, gehört eindeutig in die Kategorie des Informationsmanagements, da Wikis offene Content-Management-Systeme repräsentieren. Während normalerweise Content-Management-Systeme abgeschlossen sind und nur für einen begrenzten Nutzerkreis zur Verfügung stehen sollen, verfolgen Wikis ein anderes Ziel: Sie wollen das „Expertenwissen“ einer größtmöglichen Benutzeranzahl zu unterschiedlichen Themenfeldern aggregieren und für jeden öffentlich zugänglich bereitstellen.

Dies geschieht durch die leichte Bedienbarkeit der Funktionen durch die Internetbenutzer, die neben der Veröffentlichung eigener Wissensartikel vorhandene „nach bestem Wissen und Gewissen“ editieren können, sodass sich der Inhalt einer Wiki-Plattform ständig im Wandel befindet („kollektive Intelligenz“). Aus diesem Grund ist eine Versionierungsfunktion der Wiki-Software für die Artikel und ihre Veränderungen unerlässlich, um die Korrektheit und Qualität der Artikel bestmöglich zu sichern.

[...]


1 Pasini, Wolters, Germer, Gell (2007): Projektarbeit: Geschäftsmodelle und crossmediale Strategien von Web 2.0 Plattformen

2 vgl. O’Reilly, Tim (2005): What is Web 2.0? http://www.oreilly.de/artikel/web20.html, 06.03.2010

3 vgl. Koch, Michael & Richter, Alexander (2009): Enterprise 2.0, 2. Auflage. Seite 11. München: Oldenbourg Verlag

4 vgl. http://tig.lsc.gov/techglossary.php, Legal Services Corporation, 7.3.2010

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Web 2.0 - Einsatzmöglichkeiten in Beratungsunternehmen
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V181495
ISBN (eBook)
9783656044062
ISBN (Buch)
9783656044291
Dateigröße
7292 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Web 2.0, Beratungsunternehmen, Enterprise 2.0, Social Software, Wiki, Blogs, Social Networks, Kontaktmanagement, Wissensmanagement, Produktmanagement, Identitätsmanagement
Arbeit zitieren
B.Sc. Christopher Krause (Autor), 2010, Web 2.0 - Einsatzmöglichkeiten in Beratungsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181495

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