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Rationalität ist auch nicht alles

Das Prisoner's Dilemma

Title: Rationalität ist auch nicht alles

Term Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicole Hein (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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„Zwei Kriminelle werden von der Polizei verhört...“ Was klingt, wie der Beginn eines schlechten Witzes, beschreibt in Wirklichkeit die Ausgangssituation eines der bekanntesten und wichtigsten theoretischen Modelle der Game Theory (Spieltheorie) – dem Gefangenendilemma.

In den 1950er Jahren entwickelt, ist das Dilemma die spielerische Veranschaulichung unendlich vieler ökonomischer und gesellschaftlicher Situationen, in denen Entscheidungen, die als individuell rational empfunden werden, zu einem kollektiv schlechteren Ergebnis führen – was durch Kooperation der beteiligten Parteien hätte verhindert werden können.

Die folgende Arbeit stellt zunächst in wenigen Sätzen das Arbeitsfeld der Spieltheorie vor und legt anschließend ausführlich die Ausgangssituation des Prisoner’s Dilemma dar sowie die spieltheoretischen Überlegungen, die ihm zugrunde liegen. Sie beschreibt Besonderheiten des Dilemmas, Unterschiede beim einfachen und mehrfachen Spiel, sowie den Strategieansatz, der sich beim mehrstufigen Spiel als am erfolgreichsten erwies. Zuletzt wird die Praxisrelevanz des Dilemmas an Beispielen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verdeutlicht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Einführung in die Spieltheorie

3. Das Prisoner’s Dilemma

3.1 Ausgangssituation

3.2 Spieltheoretische Überlegungen

3.3 Besonderheiten des Gefangenendilemmas

4. Das wiederholte Prisoner’s Dilemma

4.1 Das endlich wiederholte Prisoner’s Dilemma

4.2 Das unendlich wiederholte Prisoner’s Dilemma

5. Das Prisoner’s Dilemma im Alltag

5.1 Medien

5.2 Werbung

5.3 Wirtschaft

5.4 Internet

5.5 Politik

6. Fazit

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Prisoner’s Dilemma als zentrales Modell der Spieltheorie, um zu analysieren, warum individuell rationale Entscheidungen häufig zu kollektiv suboptimalen Ergebnissen führen. Dabei liegt der Fokus auf der Übertragbarkeit dieser theoretischen Erkenntnisse auf reale ökonomische und gesellschaftliche Entscheidungssituationen.

  • Grundlagen der Spieltheorie und des Gefangenendilemmas
  • Differenzierung zwischen einmaligen und mehrfach wiederholten Dilemma-Situationen
  • Strategieansätze wie "tit-for-tat" zur Förderung von Kooperation
  • Praxisnahe Analyse des Dilemmas in den Bereichen Medien, Werbung, Wirtschaft und Politik

Auszug aus dem Buch

3.1 Ausgangssituation

Wie bereits erwähnt ist das Gefangenendilemma eines der wichtigsten Modelle der Spieltheorie. Ursprünglich beschreibt es die folgende Situation: Zwei Verdächtige werden von der Polizei in Gewahrsam genommen, die annimmt, dass beide zusammen ein Verbrechen begangen haben. Sie werden in getrennten Zellen festgehalten und haben weder vor ihrer Verhaftung noch während der Verhöre die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren. Die Polizei geht davon aus, dass jedem Verdächtigen sein eigenes Wohlergehen wichtiger ist als das seines Partners. Da die Beweislage auf Indizien beruht und eine adäquate Verurteilung ohne Geständnis beinahe unmöglich ist, stellt sie daher jeden Gefangenen getrennt vor die Wahl: Gesteht er das Verbrechen, während sein Partner den Vorfall leugnet, sichern ihm die Gesetzeshüter Straffreiheit zu, während sein Partner für 20 Jahre hinter Gitter wandert (Kronzeugenregelung). Schweigt er jedoch, während sein Partner gesteht, dreht sich die Situation um und er verbüßt eine 20jährige Haftstrafe, während sein Partner freikommt. Gestehen beide, erhalten sie aufgrund ihrer Kooperation mit der Polizei eine verminderte Strafe von jeweils 5 Jahren pro Person. Leugnen jedoch beide ihre Beteiligung an dem Verbrechen, das ihnen vorgeworfen wird, haben die Gesetzeshüter aufgrund der schlechten Beweislage lediglich die Möglichkeit, die Gefangenen zu jeweils einem Jahr Gefängnis aufgrund eines kleineren Vergehens zu verurteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Gefangenendilemmas ein, das ökonomische und gesellschaftliche Situationen beschreibt, in denen individueller Rationalismus zu kollektiv schlechteren Ergebnissen führt.

2. Kurze Einführung in die Spieltheorie: Das Kapitel erläutert, dass die Spieltheorie strategische Entscheidungssituationen analysiert, bei denen das eigene Verhalten durch die Erwartungen an den Gegner beeinflusst wird.

3. Das Prisoner’s Dilemma: Hier wird die klassische Ausgangssituation zweier getrennt verhörter Krimineller sowie das Konzept der dominanten Strategie und des Nash-Gleichgewichts mathematisch und spieltheoretisch erklärt.

4. Das wiederholte Prisoner’s Dilemma: Dieses Kapitel vergleicht endlich und unendlich wiederholte Spiele und stellt erfolgreiche Strategien wie "tit-for-tat" zur Etablierung von Kooperation vor.

5. Das Prisoner’s Dilemma im Alltag: Der Abschnitt verdeutlicht die Omnipräsenz des Modells anhand konkreter Beispiele aus den Bereichen öffentliche Medien, Werbewirtschaft, Oligopole und internationale Klimapolitik.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass menschliches Verhalten in der Realität oft von Faktoren wie Moral oder "Superrationalität" beeinflusst wird und somit von der rein spieltheoretisch postulierten rationalen Vorgehensweise abweichen kann.

7. Bibliographie: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen für die spieltheoretischen Modelle und deren Anwendungsbeispiele auf.

Schlüsselwörter

Spieltheorie, Prisoner’s Dilemma, Gefangenendilemma, dominante Strategie, Nash-Gleichgewicht, Kooperation, Verrat, tit-for-tat, öffentliche Güter, Rüstungswettlauf, Superrationalität, rationale Entscheidung, Strafmechanismen, Spielstrategien, ökonomische Modelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Prisoner’s Dilemma als spieltheoretisches Modell, das illustriert, wie individuelles rationales Handeln zu kollektiven Nachteilen führen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die mathematischen Grundlagen der Spieltheorie, das wiederholte Prisoner’s Dilemma sowie dessen praktische Anwendung in Politik, Wirtschaft und Medien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der spieltheoretisch "rationalen" Wahl und der tatsächlich beobachtbaren menschlichen Kooperation in verschiedenen Lebensbereichen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und vergleichende Darstellung spieltheoretischer Konzepte, wie sie von Autoren wie Robert Axelrod oder Douglas Hofstadter entwickelt wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Dilemmas, die Untersuchung wiederholter Spielvarianten und eine empirische Betrachtung des Modells anhand realer Fallbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Spieltheorie, Nash-Gleichgewicht, Kooperation, Strategieentwicklung und Alltagssituationen charakterisiert.

Was unterscheidet das endlich vom unendlich wiederholten Spiel?

Beim endlich wiederholten Spiel ist das Ende bekannt, was zur "Rückwärtsinduktion" und damit zum Verrat führt, während beim unendlich wiederholten Spiel langfristige Kooperationsgewinne durch Strategien wie "tit-for-tat" möglich werden.

Warum ist das Nash-Gleichgewicht oft nicht pareto-effizient?

Das Nash-Gleichgewicht ist ein Zustand, in dem keine Partei ihre Situation ohne den anderen verbessern kann; im Gefangenendilemma ist jedoch ein gemeinsamer kooperativer Zustand für alle Beteiligten vorteilhafter, obwohl er spieltheoretisch instabil bleibt.

Welche Rolle spielt die "Superrationalität" nach Hofstadter im Fazit?

Das Konzept erklärt, dass Akteure sich für Kooperation entscheiden, weil sie davon ausgehen, dass ihr Gegenüber nach denselben moralischen oder rationalen Prinzipien wie sie selbst handelt.

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Details

Title
Rationalität ist auch nicht alles
Subtitle
Das Prisoner's Dilemma
College
Stuttgart Media University
Grade
1,0
Author
Nicole Hein (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V181653
ISBN (eBook)
9783656048336
ISBN (Book)
9783656047988
Language
German
Tags
prisoner dilemma prisoner's dilemma
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Hein (Author), 2009, Rationalität ist auch nicht alles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181653
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