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Pilgerreisen von Venedig nach Jerusalem im späten Mittelalter - Die Verträge mit dem Schiffspatron

Titel: Pilgerreisen von Venedig nach Jerusalem im späten Mittelalter - Die Verträge mit dem Schiffspatron

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 29 Seiten , Note: 1-

Autor:in: Fabian H. Flöper (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit versucht anhand von verschiedenen Verträgen der Pilger mit dem Schiffspatron deren Inhalt darzustellen und näher zu analysieren. Die Fragen, die sich dabei stellen, beziehen sich auf die Unterschiede und Übereinstimmungen in den verschiedenen Quellen. Gibt es z.B. bei dem Vertrag mit dem Schiffspatron Übereinstimmungen, die sich bis zu einer Vorlage für Reisende nach Jerusalem zurückführen lassen? Oder weichen bestimmte Verträge in ihrer Ausführlichkeit und in den benutzten Klauseln voneinander ab?
Die Hausarbeit versucht den Ablauf in Venedig zu rekonstruieren und unter besonderer Berücksichtigung der Quellen zu Verträgen die Unterschiede und Übereinstimmungen herauszuarbeiten. Bei den Verträgen mit dem Schiffspatron fließen zudem Überlieferungen mit ein, ob der Patron sich an die im Vertrag festgesetzten Klauseln auch gehalten hat. Dafür werden Quellenteile der Hin- und Rückfahrt von Jerusalem nach Venedig analysiert und in die Beurteilung der Verträge mit einbezogen. Dies dient der spezifischen Beurteilung der Verträge und ihrer problematischen Tragweite, gerade für die Schiffspatrone. Nicht ohne Grund wird in der Wissenschaft von sogenannten „’Knebelverträgen’“ gesprochen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Venedig als Ausgangsstation für die Suche nach einem Schiff

3. Der Vertrag mit dem Patron

4. Verpflichtungen des Patrons

5. Pflichten der Pilger

6. Unterschiede in ausgewählten Verträgen und verschiedene Berichte der Pilger von Hin- und Rückfahrten

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die vertraglichen Vereinbarungen zwischen Pilgern und Schiffspatronen auf Reisen von Venedig nach Jerusalem im späten Mittelalter, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Quellendokumente aufzudecken und deren rechtliche sowie praktische Tragweite zu analysieren.

  • Struktur und Inhalt der vertraglichen Abmachungen (sogenannte „Knebelverträge“)
  • Die Rolle Venedigs als zentraler Knotenpunkt für den Pilgertourismus
  • Rechte und Pflichten von Patrons und Pilgern an Bord und an Land
  • Der Umgang mit Vertragsverletzungen und unkalkulierbaren Risiken
  • Vergleichende Analyse verschiedener Pilgerberichte und deren vertraglicher Details

Auszug aus dem Buch

3. Der Vertrag mit dem Patron

Bevor ein Pilger seine Reise ins Heilige Land antreten konnte, brauchte er eine Erlaubnis vom Papst oder von einem beauftragten Legaten (gegen Gebühr). Im Notfall konnte die Erlaubnis auch noch vom Abt der Franziskaner in Jerusalem eingeholt werden. Die Erlaubnis hatte anscheinend den Sinn, dass Pilger nicht vor Pflichten und Strafen, die ihnen in ihrer Heimat auferlegt waren, fliehen konnten.

Der Papst konnte die Pilger, die ohne Erlaubnis zur Pilgerfahrt aufbrachen, sogar exkommunizieren. Auch die Schiffe in Venedig könnten ähnliche Vorschriften wie die Schiffe in Pisa und Genua gehabt haben. Der Patron durfte keine Personen aufnehmen, die keine geistliche Erlaubnis hatten bzw. irgendwo in Streitigkeiten standen.

Auf dem Markusplatz konnte zu Fabris Zeiten lediglich zwischen zwei Schiffspatronen gewählt werden: Petrus Landauer und Augustino Contarini. Aufgrund der damaligen Monopolstellung, was die Pilgerfahrten nach Jerusalem anbelangte, mussten sich die Pilger mit einem geringen Angebot zufrieden geben. Um dem fehlenden Wettbewerb und der damit verbundenen Machtstellung der Patrone entgegen zu wirken, wurden die Verträge mit den Patronen besonders akribisch, ausführlich und detailliert ausgearbeitet. Eventuelle Nachteile sollten von vornherein ausgeschlossen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Analyse von Pilgerverträgen vor und geht der Frage nach, ob es standardisierte Vorlagen oder signifikante Unterschiede in den rechtlichen Vereinbarungen gab.

2. Venedig als Ausgangsstation für die Suche nach einem Schiff: Das Kapitel beschreibt Venedig als den dominierenden Ausgangspunkt für Pilgerreisen und beleuchtet die Rolle der Patrone sowie die Entstehung eines „Pilgertourismus“.

3. Der Vertrag mit dem Patron: Es werden die Voraussetzungen für den Abschluss eines Pilgervertrags, die Rolle der Behörden und die Schutzfunktion der Verträge gegenüber der Machtstellung der Patrone erläutert.

4. Verpflichtungen des Patrons: Dieses Kapitel detailliert die Pflichten des Patrons bezüglich Seetüchtigkeit, Sicherheit, Verpflegung und Unterstützung der Pilger im Heiligen Land.

5. Pflichten der Pilger: Fokus auf die finanziellen Verpflichtungen, die Notwendigkeit der Disziplin an Bord und die Rolle der Pilger bei der Schiffsverteidigung oder in Krankheitsfällen.

6. Unterschiede in ausgewählten Verträgen und verschiedene Berichte der Pilger von Hin- und Rückfahrten: Eine vergleichende Analyse von sieben Pilgerberichten und deren Verträgen, die zeigt, wie Verträge über die Zeit umfangreicher und detaillierter wurden.

7. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach sich trotz individueller Ausprägungen eine einheitliche Vertragsvorlage etablierte, die für Patrone oft als „Knebelvertrag“ wahrgenommen wurde.

Schlüsselwörter

Pilgerreisen, Jerusalem, Venedig, Schiffspatron, Reisevertrag, Mittelalter, Pilgerbericht, Seereise, Knebelvertrag, Proviant, Sicherheit, Schifffahrt, Pilgertourismus, Rechtsgeschichte, Handelsbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die vertraglichen Abmachungen zwischen Pilgern und den Inhabern (Patronen) von Schiffen, die im späten Mittelalter Pilger von Venedig nach Jerusalem transportierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Standardverträgen, die Machtverhältnisse zwischen Pilgern und Patronen, die logistischen Bedingungen der Reise sowie der Umgang mit Krisen wie Krankheit, Tod oder Vertragsbruch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Pilgerverträgen zu identifizieren und zu belegen, wie die Pilger versuchten, sich gegen die wirtschaftliche Ausbeutung durch die Patrone rechtlich abzusichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, bei der Reiseberichte und überlieferte Vertragstexte verschiedener Pilger aus dem Zeitraum zwischen 1440 und 1517 vergleichend ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorbereitung, Vertragsabschluss, den spezifischen Pflichten beider Seiten (Versorgung, Sicherheit, Zahlungen) und den Unterschieden in der Ausführlichkeit der Verträge über die Zeit hinweg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Pilgerreisen, Venedig, Schiffspatron, Vertragswesen, Mittelalter und Pilgerberichte zusammenfassen.

Warum wurde in der Wissenschaft von „Knebelverträgen“ gesprochen?

Der Begriff rührt daher, dass die Verträge den Patron durch eine Vielzahl detaillierter Klauseln und Haftungsregeln stark einschränkten und ihm kaum wirtschaftlichen Spielraum ließen, da die Pilger auf jede erdenkliche Unvorhersehbarkeit vertraglich vorbereitet sein wollten.

Welche Rolle spielten die sogenannten „tolomazi“?

Tolomazi waren Dolmetscher und Vermittler in Venedig, die mit behördlicher Erlaubnis den Pilgern bei der Suche nach einem Schiff und bei den Vertragsverhandlungen mit dem Patron zur Seite standen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pilgerreisen von Venedig nach Jerusalem im späten Mittelalter - Die Verträge mit dem Schiffspatron
Hochschule
Universität Kassel
Note
1-
Autor
Fabian H. Flöper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V181698
ISBN (eBook)
9783656048169
ISBN (Buch)
9783656047834
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pilgerreisen Venedig Jerusalem späten Mittelalter Verträge Schiffspatron Breydenbach Breidenbach Fabri Rot Tucher Tschudi
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian H. Flöper (Autor:in), 2011, Pilgerreisen von Venedig nach Jerusalem im späten Mittelalter - Die Verträge mit dem Schiffspatron, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181698
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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