Das Buch. Online ein Bestseller trotz geringem Marktanteil


Hausarbeit, 2009

46 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Online-Buchhandel
2.1 Wie definiert sich der Online-Buchhandel?
2.2 Kurze Geschichte des Online-Buchhandels

3. Das Buch
3.1 Die AGOF Studie und die Relevanz der Bücher
3.2. Warum sich das Buch zum Online-Verkauf eignet

4. Der Online-Handel und dessen Verbreitung

5. Die wichtigsten Gründe für den Online-Kauf

6. Die Buchpreisbindung
6.1 Historischer Abriss
6.2 Marktanteile und die Auswirkung der Buchpreisbindung
6.3 Eigene Erhebung - Preise der Bestseller in Online-Shops
6.3.1 Erhebung - Erklärung
6.3.1.1 Teil 1 Großbritannien
6.3.1.2 Teil 1 USA
6.3.1.3 Teil 1 Auswertung
6.3.2.1 Teil 2 - Visuelle Gewichtung des Preises
6.3.2.2 Teil 2 - Auswertung
6.3.3 Ergebnisse der Untersuchung

7. Fazit und eigene Stellungnahme

Anlageverzeichnis:

Literatur und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Hausarbeit mit dem Titel: „Das Buch: Online ein Bestseller trotz geringem Marktanteil; Was hindert den Online Buchhandel am Wachstum?“ beschäftigt sich mit der Frage, warum der Online-Buchhandel nach wie vor so einen geringen Marktanteil gegenüber den anderen Vertriebskanälen aufweist. Zunächst wird erläutert, was allgemein unter dem Begriff Online-Buchhandel verstanden wird. Danach geht der Autor kurz auf die Anfänge und die Geschichte des Online-Buchhandel ein. Nachfolgend werden die wichtigsten Funktionen des Buches erläutert und es wird untersucht, warum sich das Buch als Produkt für den Online-Handel eignet. In Abschnitt vier wird auf die Verbreitung von Breitbrandanschlüssen und deren Effekt auf den Online- Handel eingegangen. Danach werden die Vorteile des Online-Kaufs herausgearbeitet. Schließlich folgt das Kernthema dieser Hausarbeit. Hierbei wird vor allem untersucht, ob die Buchpreisbindung einen Einfluss auf den Marktanteil der Online-Buchhändler hat. Zunächst wird die Buchpreisbindung im historischen Sinn betrachtet. Danach werden die Marktanteile der Online- Buchhändler in Deutschland, mit denen der Händler in Großbritannien und den USA verglichen und analysiert. Um zu untersuchen inwieweit der Online- Buchhandel in nicht preisgebunden Ländern von der Möglichkeit Gebrauch macht, von den Listenpreisen abzuweichen und Rabatte zu gewähren, folgt an dieser Stelle eine eigene empirische Untersuchung. Hierbei werden die Bestsellerpreise verschiedener Online-Buchhändler mit den Listenpreisen und falls möglich auch mit den am Markt üblichen Preisen verglichen. Hierbei wird auch auf die Darstellung der Angebote auf der Webseite geachtet. Auf Basis der Analyse der Marktanteile des Online-Buchhandels, der empirischen Untersuchung, sowie der durchgeführten Argumentationskette, folgt abschließend ein Fazit der Situation und eine eigene Stellungnahme.

2. Online-Buchhandel

2.1 Wie definiert sich der Online-Buchhandel?

Unter einem Online-Buchhändler versteht man ein Unternehmen, das „gedruckte oder elektronische Bücher von verschiedenen Verlagen im Internet zum Kauf anbietet.“1 Die bestellten Bücher werden in der Regel zur Abholung in einer stationärer Buchhandlung bereit gelegt oder sie werden postalisch per Frachtunternehmen direkt an die Adresse des Kunden geliefert.2 Bei elektronischen Büchern erfolgt die Auslieferung bzw. Übermittlung überwiegend „über elektronische Netzwerke.“3 Der Online- Buchhandel ist als eine Form des Versandbuchhandels zu betrachten. Das Internet als Vertriebskanal „führt dabei in eine neue Dimension des Versandhandels.“ Hinsichtlich dem Aufbau von Online Buchhandlungen sind zwei wesentliche Ausprägungen zu differenzieren: Zum Einen gibt es die reinen Internetbuchhandlungen die über keinerlei reale Verkaufsräume verfügen. Als Paradebeispiel für die Form des reinen Online-Händlers ist „Amazon“ als „der weltweit größte Händler überhaupt“4 zu nennen. Zum Anderen gibt es stationäre Buchhandlungen die zusätzlich zu ihrem Ladenangebot über eine Website verfügen, über welche man Bücher suchen und oftmals auch bestellen kann.

2.2 Kurze Geschichte des Online-Buchhandels

Amazon gilt oft als der Gründer des Online-Buchhandel. Entgegen der gängigen Meinung war es jedoch nicht Amazon, sondern der Pariser Buchhändler Francois de Poncheville der bereits 1988 die erste Online-Filiale betrieb. Hierbei nutzte der Inhaber einer kleinen Stadtteilbuchhandlung das französische Minitel-System. Dabei handelte es sich um „einen Bildschirmtextdienst via Telefon. [...] 1989 [waren] bereits über fünf Millionen französische Haushalte5 an das System angeschlossen. Poncheville bot damals „unter dem Namen 'Alir' (à lire - zum Lesen!) 40.000 Buchtitel zum Verkauf.“6 Das waren deutlich mehr Titel als er in den Verkaufsflächen seiner Buchhandlung anbieten konnte.7 Mithilfe des Minitel Systems „wurden (...) ca. 50 Bestellungen täglich abgewickelt.“8 Bereits damals wurden Funktionen wie „Suche im Katalog nach Autoren und Titel, Auszüge aus den aktuellen Literaturkritiken der Presse der letzten 14 Tage, Beschreibungen der wichtigsten Neuerscheinungen, persönliche Empfehlungen des Buchhändlers und preisreduzierte Sonderangebote“9 angeboten. Zusätzlich zu „Alir“, kamen im Laufe der Zeit noch einige andere französische Buchhändler hinzu, welche ebenfalls über Minitel Bücher verkauften.10

Etwa drei Jahre nach Freigabe des World Wide Web Dienstes eröffnete „Jeff Bezos, ein 32 jähriger Fonds-Manager an der Wall Street“ die Online Buchhandlung Amazon in den USA. Er analysierte zunächst ausgiebig die Verkaufschancen von 20 verschiedenen Produkten. Dabei entschied er sich zunächst für die Produkte Bücher und CDs, da diese den größten Absatz versprachen. Amazon entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zum führenden Online-Buchhändler der Welt.11

Aufgeschreckt durch den immensen Erfolg und das schnelle Wachstum von Amazon hin zu einem weltumspannenden Konzern „installierten Medienkonzerne, Großverlage und Barsortimente“12 eilig eigene Online- Shops.

Parallel hierzu begannen auch Warenhäuser, Versandbuchhändler, Buchhandelsketten und kleinere Sortimentsbuchhandlungen mit der Gründung von Online Shops.13 Diese frühe Phase des Online-Buchhandels „ging einher mit Umsatz-Verdopplungen oder Verdreifachungen. So stieg der Umsatz der Branche von 1999 im Vergleich zum Jahr 1998 um 280 % von 30 Millionen € auf etwa 84 Millionen €.“14

Es stellte sich jedoch heraus, dass der Internet-Buchhandel deutlich komplexer war als noch Ende der 90er Jahre erwartet wurde. Gerade „die hohen Kosten für eine logistische Infrastruktur wurden von vielen Händlern unterschätzt.“15 Viele der Händler, darunter auch Amazon, erwirtschaften erst seit 2002 Gewinne.16

3. Das Buch

3.1 Die AGOF Studie und die Relevanz der Bücher

Die neueste Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung namens „Internet Facts 2008-IV“ zeigt, dass das Buch, nach Produkten zur Körperpflege, das Produkt ist, an dem Internetnutzer das meiste Interesse haben. Als Antwort auf die Frage: „An welchen der folgenden Produkte sind sie (sehr) interessiert?“17 gaben 56,4% der Internetnutzer ab 14 Jahren gaben ihr Interesse für Bücher an.

Weiterhin untersuchte die AGOF die Frage: „Zu welchen nachfolgenden Produkten haben sie schon mal Informationen im Internet gesucht?“18 Befragt wurden hierzu ausschließlich Personen die in den letzten 3 Monaten das Internet genutzt hatten. Am häufigsten genannt wurde, zusammen mit Urlaubs- und Lastminute Reisen, das Buch. 55,2% der Befragten hatten in den letzten 3 Monaten nach Informationen über Bücher im Internet gesucht. Wird das Ergebnis nun noch nach Altersklassen kategorisiert, ergibt sich folgendes Bild: Die 14-19 Jährigen suchten nicht bzw. kaum nach Informationen über Bücher im Internet. In der Altersgruppe der 20-29 jährigen rangierte das Buch auf Rang 4 bei der Informationssuche. Bei den 30-39 Jährigen und den 39-49 Jährigen waren dagegen Produktinformation zu Büchern die am häufigsten gesuchten Informationen. In der Altersklasse der 49-59 jährigen, sowie bei den über 60-Jährigen, belegte das Buch jeweils Platz Nummer drei. Daraus lässt sich ableiten, dass bei Internetnutzern ab 20 Jahren ein großes Informationsinteresse an Büchern besteht.

Die wohl wichtigste Frage der AGOF Studie - wenn man vom kommerziellen Interesse des Buchhandels ausgeht - aber lautete: „Haben sie in den letzten 12 Monaten folgendes Produkt über das Internet gekauft?19 Insgesamt standen 59 Produkte zur Auswahl. 37,5% der Probanden gaben als Antwort das Produkt Buch an. Das Buch wurde demnach durchschnittlich am häufigsten gekauft. Mit 31,8% folgten Eintrittskarten sowie Musik-CDs mit 24%. Interessant ist an dieser Stelle die Klassifizierung der gekauften Produkte nach Altersklassen. In allen Altersgruppen war das Buch das am häufigsten im Internet erworbene Produkt. Einzig und allein in der Gruppe der 14-19 Jährigen war es das am dritt häufigsten gekaufte Produkt im Internet.20 21

Abschließend lässt sich festhalten, dass das das Buch ein Produkt ist, an dem eine große Zahl an Internetnutzern interessiert ist. Dies äußert sich vor allem in den Verkaufszahlen. Das Buch ist das meist gekaufte Produkt im Internet.

3.2. Warum sich das Buch zum Online-Verkauf eignet

Die Ergebnisse der AGOF Studie belegen die enorme Relevanz und Dominanz des Buches im Internet. Wie im Abschnitt: „Die kurze Geschichte des Online Handels“ erwähnt, erforschte bereits Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, die Verkaufschancen von Produkten im Internet und legte sich schließlich auf Bücher fest. Doch warum ist es gerade das Buch und nicht irgendein anderes Produkt welches sich solcher Beliebtheit im Netz erfreut?

Das Buch ist weder ein besonders neues, noch innovatives Produkt - im Gegenteil. Handschriftliche Bücher gibt es bereits seit etwa 6000 Jahren.22 Die Gutenberg Bibel, als erstes gedrucktes Buch in Europa entstand Ende des 15. Jahrhunderts. Wiese verkauft sich also gerade das Buch so gut via Internet?

Zunächst einmal sollten dafür die Eigenschaften des Buches des Buches betrachtet werden. Das Buch als solches ist sowohl Kommunikationsmittel, Träger geistigen Inhalts, als auch Ware. Das heißt es erfüllt sowohl eine Funktion als „Massenkommunikationsmittel für die Gesellschaft“23, als auch eine Funktion als kulturelles Gut und als Speichermedium. Hinzu kommt eine ökonomische Funktion als handelbare Ware.24 „Es lässt sich jedoch sagen, dass die Primärfunktionen des Mediums Buch vorrangig auf den kulturellen Sektor abzielen, sowie auf Unterhaltung im weitesten Sinn.“25

Welche Eigenschafte aber machen das Buch so besonders geeignet für den Online Verkauf? „Um für die Online Vermarktung geeignet zu sein - [ist einerseits] eine mäßig hohe Emotionalität während des Kaufvorgangs [nötig], da Güter mit großer emotionaler Wirkung (Schmuck etc.) meist beim stationären Handel begutachtet und gekauft [werden]. (…) [Andererseits können] , einfache Produkte (…) ebenfalls schwerlich online verkauft (…) werden, da es problematisch [ist], dem Nutzer einen Mehrwert zum herkömmlichen Vertrieb zu bieten.“26 Bücher sind als „wenig beratungs- intensive, 'low cost-low risk' Produkte einzustufen.“27 Für ein Buch ist kein besonderes Wissen über Bedienung oder Kompatibilität nötig, wie zum Beispiel bei Elektrogeräten und IT-Produkten. Es lässt sich, aufgrund der meist eher geringen Größe, leicht lagern und verschicken. Es kann nicht schlecht werden und es ist relativ widerstandsfähig. Das Risiko eines Fehlkaufs ist aufgrund des oft eher geringen Warenwerts gering.28 Außerdem „existieren so gut wie keine Qualitätsunterschiede“.29

Ein noch wichtiger Faktor scheint jedoch: „Das Buch ist vor allem informationsnah - (...) das haptische Erlebnis beim Kauf steht ( vor allem im Fachbuchbereich) meist nicht im Vordergrund.“30

„ Sie [gemeint Bücher] bieten eine eigene Erlebniswelt, die sich nicht im Tasten oder Schnuppern entfaltet, sondern im Lesen ( … ). Wenn ich mir [im Internet] Infos oder Einblicke verschaffe, entfaltet sich bereits diese Erlebniswelt. Bücher ( … ) brauchen auch keine personale Unterstützung durch einen Verkäufer oder Händler. Die werden sogar häufig als störende Dritte erlebt. “ 31

Die Einfachheit der Darstellung von Inhalten im Internet, ermöglicht es Online-Händlern viele Information über das Produkt zu geben und so mehr Vertrauen in das Produkt herzustellen. Man kann hier genauso wie in der realen Buchhandlung, dass Cover betrachten oder den Klappentext lesen. Zusätzliche Information, wie Buchkritiken oder Rezessionen von anderen Lesern lassen sich sehr einfach und übersichtlich hinzufügen und sind Online nicht auf ein Beratungsgespräch mit dem Buchhändler beschränkt. Beim Kauf eines Buches geht es, wie oben bereits erwähnt, nicht um das Buch als solches, sondern vorwiegend um die Information, den Inhalt. Für die allermeisten Leser spielt es eine untergeordnete Rolle, ob es sich um ein Taschenbuch oder ein Hardcover Exemplar handelt. Hinzu kommt die Möglichkeit Buchtitel bequem über Datenbanken zu recherchieren und so sehr leicht Bücher gemäß den eigenen Vorlieben zu finden32. „Das Online- Angebot ist frei von Regalflächen und Katalogseiten-Beschränkungen, strebt vielmehr sogar nach jeder Nische (…).“33

Das Buch ist also perfekt für den Online-Handel geeignet, da die Qualität kaum Schwankungen unterworfen ist, der Preis für ein Buch verhältnismäßig niedrig ist und somit das Risiko eines Fehlkaufs für den Verbraucher überschaubar ist. Des weiteren benötigt man kein Fachwissen zur Nutzung, genauso wenig wie technische Hilfsmittel. Außerdem ist es wie alle Medienprodukte vollkommen digitalisierbar und kann somit, sofern die Inhalte digitalisiert vorliegen, im Internet problemlos vor dem Kauf ausprobiert bzw. gelesen werden.

4. Der Online-Handel und dessen Verbreitung

Das wahrscheinlich bislang größte Problem des Online-Handels liegt in der Einstiegsbarriere Internet. Vor dieser Einstiegsbarriere schrecken nach wie vor viele Endverbraucher zurück. Um das Internet nutzen zu können, müssen zuerst die technischen Voraussetzungen erfüllt werden. Es bedarf eines Internetanschlusses, sowie eines netzwerkfähigen Computers. Hinzu kommt, das potenzielle Internetnutzer gewisse Computerkenntnisse benötigen, um das Internet bedienen zu können. Ohne die nötigen Kenntnisse ist es schlichtweg nicht möglich Online einzukaufen. Der Online Handel profitiert in entscheidendem Maße von der wachsenden Verbreitung von Internetanschlüssen, sowie von den wachsenden Computerkenntnissen in der Bevölkerung. Nur Haushalte die über einen eigenen Internetanschluss verfügen, werden Online einkaufen, da der entscheidende Vorteil des Online Kaufs darin besteht, den Einkauf von zu Hause aus zu tätigen. Hierzu später mehr unter dem Kapitel 5 „Die wichtigsten Gründe für den Online-Einkauf“. Daraus lässt sich schließen, je höher die Zahl der Internetanschlüsse, desto höher auch die potenzielle Anzahl der Menschen, die am Online Handel teilnehmen können. Laut Statistischem Bundesamt stieg alleine im Zeitraum von 2002 bis 2005 die Zahl der Haushalte die einen Internetzugang haben um 15%. 2005 verfügten 58% aller Haushalte in Deutschland über einen Internetanschluss.34

Das bedeutet bei einer Wohnbevölkerung von etwa 82 Mio. Einwohnern, dass ca. 47,6 Mio. Menschen innerhalb des eigenen Haushaltes Zugang zum Internet hatten.35

Laut Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz BITKOM) besteht bei Privatpersonen „ein klarer Zusammenhang (...) zwischen der Art des Internet-Anschlusses und der Bereitschaft, im Internet einzukaufen.“36 Auch die Unternehmensberatung „Price Waterhouse Coopers“ sieht in der „steigenden Breitbandabdeckung der Haushalte“37 einen wichtigen Grund für das „starke Wachstum des Online Handels“38. Die Zahl der Breitbandanschlüsse wuchs indes von 1,9 Mio. im Jahr 2001 auf über 22,6 Mio. Anschlüsse im Jahr 2008.39 Im selben Zeitraum stieg auch der Umsatz des E-Commerce deutlich an, was für den Zusammenhang zwischen Breitbandanschlüssen und Online-Handel spricht.

Im Jahr 2004 lag der Umsatz bei nur 22 Mrd. Euro im Business to Consumer Bereich. Im Jahr 2006 lag er bereits bei 46 Mrd. Euro.40 Das entspricht einem Wachstum von 109%41.

Laut ARD/ ZDF-Online Studie 2008 nutzen ca. 63% der Deutschen ab 14 Jahren das Internet zumindest gelegentlich.42 Im Jahr 2005 hatten bereits 46% der Deutschen ab 10 Jahren innerhalb der letzten 3 Monate etwas im Internet gekauft oder bestellt. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 lag dieser Wert noch bei 33%.43

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Zahl der Internetanschlüsse ist seit Jahren stark gestiegen, genauso wie der Umsatz des E-Commerce. Immer mehr Menschen gewöhnen sich an die Internetnutzung und die Bereitschaft online einzukaufen nimmt stetig zu. Das verspricht auch in Zukunft starkes Wachstum für den Online-Handel.44

5. Die wichtigsten Gründe für den Online-Kauf

Der Online Buchhandel bietet gegenüber dem stationären Handel viele Vorteile, welche der Online-Buchhandel besonders effektiv nutzt. Ein entscheidendes Charakteristikum des Online-Buchhandels ist die Möglichkeit mithilfe elektronischer Datenbanken Bücher zu recherchieren. Hierbei können Bücher bequem mittels verschiedener Suchkriterien ermittelt werden. Der Umfang der Bücher unterliegt hierbei praktisch keiner Limitierung da „der Kunde aus einem virtuell unbegrenzten Lager“45 selektiert.46 Alleine Amazon „hat mehr als 4,7 Millionen Bücher im Angebot“47. Während der klassische Handel immer nur eine begrenzte Anzahl von Waren anbieten kann und auch immer „nur von einer begrenzten Anzahl von Kunden aufgesucht werden kann“48 ist ein Geschäft im Internet weder zeitlich noch räumlich beschränkt.49 Daraus erschließt sich ein weiterer Vorteil des Online-Handels. „An sieben Tagen in der Woche kann 24 Stunden lang eingekauft werden.“50 Dies wird auch in der Allensbacher Computer und Technik Analyse (kurz: ACTA) aus dem Jahr 200051 von 56% der Online Nutzer als Vorteil des E- Commerce angeben. Eine Befragung die auf Statista.de veröffentlicht wurde, kam zu ähnlichen Ergebnissen. Hier nannte 64% der Befragten, die unbegrenzten Öffnungszeiten als Vorteil des E-Commerce, nur die Punkte „gezielter nach Schnäppchen suchen“ und „in Ruhe stöbern“ mit jeweils 65 % wurden öfter genannt,52 Bequemlichkeit ist ein weiterer Faktor der für Online-Shopping spricht. Es ist nicht mehr erforderlich sich in überfüllte Nahverkehrsmittel und Innenstädte zu begeben. Ganz zu schweigen von der Parkplatzsuche. Auch das Wetter spielt keinerlei Rolle mehr bei der Entscheidung ob man einkaufen geht oder nicht. „Man kann vieles ganz einfach von zu Hause aus erledigen“53 diese Aussage würden 76% der Online Käufer unterschreiben.54 „Neben die zeitlichen Vorteile tritt die Ersparnis der Mobilitätskosten, da das Geschäft von zu Hause aus aufgesucht werden kann (...).“55 Allerdings ist beim Einkauf im Internet meist ein Porto fällig. Dennoch, gerade bei der älteren Generation, die die eigene Wohnung vielleicht nicht mehr so gerne verlassen will oder kann, ist die Bequemlichkeit ein entscheidender Vorteil. Des weiteren entfällt die soziale Beobachtung durch die Mitbürger beim Einkaufen im Internet. Gerade in kleinere Städten und Gemeinden kann die Furcht vor sozialer Ächtung dazu führen, dass bestimmte Produkte nicht gekauft werden.

Der wohl entscheidendste Vorteil des E-Commerce ist die fast vollkommene Vergleichbarkeit von Produkten und Preisen. Das Internet als Handelsplatz entspricht daher am ehesten der Definition eines vollkommenen Marktes. Das „Polypol auf dem vollkommenen Markt“ [hat zwei charakteristische Eigenschaften] (...): „1. Die angebotenen Güter sind gleich, 2. die Anbieter und Nachfrager sind zahlreich und deshalb als Einzelne strategieunfähig“56. Durch das Internet tritt jeder Händler ortsungebunden mit unzähligen anderen Händlern in Konkurrenz. Dadurch beschränkt sich das Angebot nicht mehr auf einzelne Läden in der Nähe des Wohnorts, welche in etwa die gleichen Produkte führen. Der urbane Handel ist in der Regel oligopolistisch strukturiert. Die Ermittlung des besten Angebots ist schwer möglich, da man dazu jedes Geschäft im Umkreis besuchen und die Preise vergleichen müsste. Im Internet gelingt dies mithilfe diverser Suchmaschinen dagegen verhältnismäßig unkompliziert. Wie wichtig die Vergleichbarkeit von Preisen für die zahlreichen Online Shopper ist, zeigen auch mehrere Studien. Laut der ACTA 2000 sehen 57 % der Online-Shopper die Vergleichbarkeit von Preisen als Vorteil von E-Commerce.57 Laut einer Studie welche auf Statista.de veröffentlicht worden ist, ist die mit 65 % am häufigsten genannte Antwort auf die Frage nach den Gründen im Internet einzukaufen „Die gezielte Suche nach Schnäppchen“ sowie mit 57 % das Argument, dass es preisgünstiger ist im Internet einzukaufen.58 Bei einer mit 1500 englischen Konsumenten durchgeführte Befragung der Unternehmensberatung „Price Waterhouse Coopers“ „gaben 70 Prozent der Probanden an, dass die Suche nach Rabatten und Preisnachlässen für den Onlineeinkauf besonders wichtig sei.“59

Die größten Vorteile des Online-Handels liegen also in der fast unbegrenzten Auswahl und Verfügbarkeit von Produkten, in den zeitlich nicht beschränkten Öffnungszeiten, im höheren Komfort, da die Wohnung zum Einkauf nicht verlassen werden muss und vor allem in der einfachen Vergleichbarkeit der Preise.

[...]


1 Kruse, Astrid (2004), S.64

2 Vgl. ebd.

3 Riehm, Ullrich; Orwat Carsten; Wingert, Bernd (2001), S. 69

4 Schiller, Heike (2005), S.41

5 Schiller, Heike (2005), S. 42

6 Riehm, Ullrich; Orwat Carsten; Wingert, Bernd (2001), S. 70

7 Vgl. ebd.

8 Schiller, Heike (2005), S. 42

9 Riehm, Ullrich; Orwat Carsten; Wingert, Bernd (2001), S. 70

10 Vgl. ebd

11 Breyer-Mayländer, Thomas (2005), S. 343

12 Schiller, Heike (2005), S. 42

13 Vgl.ebd

14 Vgl. Focus Magazin Verlag (2006) S.12

15 Schiller, Heike (2005), S. 43

16 Vgl. ebd.

17 AGOF e.V. - internet facts 2008-IV, S.20

18 AGOF e.V. - internet facts 2008-IV, S.28

19 AGOF e.V. - Internet Facts 2008-IV, S.31

20 Vgl. AGOF e.V. - Internet facts 2008-IV, S.33

21 Siehe auch: Statistische Bundesamt: Informationstechnologie in Haushalten 2005 - Tabellenanhang zur Broschüre S. 21, Internet: 29.04.09

22 Meyer, Isaac (1995) S.4

23 Dörrich, Sabine (1992) S. 22

24 Vgl. Dörrich, Sabine (1992) S. 22

25 Dörrich, Sabine (1992) S. 22

26 Breyer-Mayländer, Thomas (2005) S.342

27 Schiller, Heike (2005), S. 41

28 Vgl. Yom, Miriam; Pothe, Nick (2001) S.1,

29 Yom, Miriam; Pothe, Nick (2001) S.1

30 Breyer-Mayländer, Thomas (2005) S.342

31 Grünewald, Stephan (2000) zitiert in Kruse, Astrid (2004) S. 61

32 Breyer-Mayländer, Thomas (2005) S.342

33 Kruse, Astrid (2004), S. 61

34 Statistisches Bundesamt (2005) Informationstechnologie in Haushalten 2005, Internet: 06.05.2009

35 Eigene Berechnung

36 Bitkom (2008) Deutsche kaufen gern im Internet ein, Internet: 06.05.2009

37 PricewaterHouseCoopers (2007) Internet: 07.05.09

38 ebd.

39 Bundesnetzagentur (2008) Internet: 07.05.09 siehe auch Anlage 13

40 Bitkom (2007) Der elektronische Handel boomt, Internet: Anlage 14

41 Eigene Berechnung

42 Van Eimeren, Birgit; Frees,Beate (2008) S. 332

43 Statistisches Bundesamt (2005) Informationstechnologie in Haushalten 2005 S. 21, Internet: 06.05.2009

44 Zusatzinformation: Die wichtigsten Vorteile des Offline Kauf - siehe Anlage 16

45 Kruse, Astrid (2004), S.60

46 Vgl. ebd.

47 Amor, Daniel (2000), S.68

48 Ebd.

49 Vgl. Amor, Daniel (2000), S.68

50 Kruse, Astrid (2004), S.60

51 ACTA 2000, Berichtsband Basisinformation, Codeplan nach Fragebogen S. 132. Basis: 14-64 jährige Online Nutzer und-Käufer zitiert in siehe Fußnote 45

52 Vgl. Dialego (2009); Befragte: Internetnutzer ab 14 Jahren, die schon einmal im Internet eingekauft haben; 914 Befragte in Deutschland; Internet 09.05.09

53 ACTA 2000, Berichtsband Basisinformation, Codeplan nach Fragebogen S. 132. Basis: 14-64 jährige Online Nutzer und-Käufer zitiert in siehe Fußnote 45

54 Vgl. ebd.

55 Kruse, Astrid (2004), S.60

56 Mankiw, N. Gregory (2004) S.68

57 Vgl. ACTA 2000, Berichtsband Basisinformation, Codeplan nach Fragebogen S. 132. Basis: 14-64 jährige Online Nutzer und-Käufer zitiert in siehe Fußnote 45

58 Vgl. Dialego (2009) Befragte: Internetnutzer ab 14 Jahren, die schon einmal im Internet eingekauft haben; 914 Befragte in Deutschland; Internet 09.05.09

59 PricewaterHouseCoopers (2007) Internet: 07.05.09

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Das Buch. Online ein Bestseller trotz geringem Marktanteil
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Autor
Jahr
2009
Seiten
46
Katalognummer
V181714
ISBN (eBook)
9783656050957
ISBN (Buch)
9783656870388
Dateigröße
3489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Online Buchhandel, Printmanagement, Buchmarkt, Buchpreisbindung, Wachstum, Geschichte Online-Buchhandel, Funktionen des Buches, Vorteile Online-Handel, Empirische Untersuchung, Internationaler Vergleich
Arbeit zitieren
Niklas Dorn (Autor), 2009, Das Buch. Online ein Bestseller trotz geringem Marktanteil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181714

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