Konstruktionen von „Triuwe“ im Nibelungenlied - „Rüdeger von Bechelaren“ als Opfer der mittelalterlichen Staatsorganisation


Seminararbeit, 2009
19 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Abgrenzung des modernen Staatsverständnisses von der Vorstellung des Staates im Mittelalter
2.1. Modernes Staatsverständnis nach Max Weber
2.2. Staatsverständnis im Mittelalter

3. Formen und Ausprägungen von „Triuwe“ im Nibelungenlied
3.1. Die formalen „Triuwe“ – Beziehungen
3.2. Die persönlichen „Triuwe“ – Beziehungen
2.2.1. Blutsverwandtschaft
2.2.2. Heirat
2.2.3. Freundschaft

4. Rüdegers "Triuwe" - Beziehungen und das für ihn daraus resultierende Dilemma
4.1. Rüdeger als Brautwerber König Etzels
4.2. Rüdegers Gastfreundlichkeit und Geleit der Burgunden zu Etzels Hof
4.3. Rüdegers Dilemma bei den Kampfhandlungen an Etzels Hof

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Si sprach: „gedenke, Rüedegêr, der grôzen triuwe dîn, [...]“ 1

Dieser Vers ist aus der 37. Aventüre des Nibelungenliedes. In der Handlung befinden sich die Burgunden zu diesem Zeitpunkt am Hofe Etzels. Kriemhild, die Schwester des Burgundenkönigs Gunther, richtet in dieser Szene die Forderung an den Charakter Rüdeger für sein „Triuwe“- Verhältnis einzustehen. Sie möchte damit erreichen, dass er den Kampf gegen ihre eigene Verwandtschaft aufnimmt. Was aber genau bedeutet diese Einforderung der „Triuwe“? Was zeichnet diesen Terminus genau aus? Nimmt man ein mittelhochdeutsches Wörterbuch zur Hand, so kann man zu dem Begriff „Triuwe“ folgenden Eintrag finden:

„triuwe, triwe, triu stf. Wohlmeinenheit, Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Treue (überhaupt das sittliche Pflichtverhältnis zwischen allerhand einander Zugehörigen); Ministerium; gegebenes Wort, Gelübde, Versprechen; Waffenstillstand; an guoten triuwen in vollem Frieden; Beteurung: bî mînen triuwen, in triuwen, entriuwen, triuwen in Wahrheit, traun!“2

Die Anmerkung „sittliches Pflichtverhältnis“ lässt schon vermuten, dass sich der Begriff „Triuwe“ nicht einfach in das neuhochdeutsche Wort „Treue“ übertragen lässt, sondern dass sich hinter diesem Terminus ein weitaus komplexeres Gebilde, welches für den einfachen Leser nicht direkt ersichtlich erscheinen kann, verbirgt.

„Triuwe“ – Bindungen sind in mittelalterlichen Epen eine vielschichtige Konstruktion. Sie durchziehen in Werken wie dem Nibelungenlied den gesamten Handlungsnexus und stehen oftmals in kettenartigen Verbindungen3. Sie verknüpfen Handlungsstränge, schaffen Abhängigkeiten und Bindungen zwischen Charakteren, die auch Katastrophen, wie am Ende des Nibelungen-Epos, elementar mitgestalten. Diese Zusammenhänge sollen in dieser Arbeit dargelegt werden.

Um aber überhaupt ein grundsätzliches Verständnis für die „Triuwe“ – Bindungen und ihre Auswirkungen zu erlangen, wird in dieser Arbeit zunächst eine kontrastive Darstellung des Staatsverständnisses im heutigen modernen Sinne gegenüber der Vorstellung von Staat und Gesellschaft im Mittelalter skizziert.

Im Anschluss werden dann die „Triuwe“ – Konstruktionen, die im Nibelungenlied auftreten, vorgestellt.

Um jedoch die Tragweite von solchen „Triuwe“ – Bindungen deutlich zu machen, wird der Charakter „Rüdeger von Bechelaren“, der im oben genannten Vers schon erwähnt wurde, im weiteren Verlauf näher untersucht. Er ist einer der Nebencharaktere des zweiten Teils des Nibelungenliedes, stellt aber ein zentrales Thema der Nibelungen-Forschung dar. Anhand seiner Auftritte bei der Brautwerbung Etzels, dem Geleit der Burgunden zum hunnischen Hof und den dortigen Kampfhandlungen soll aufgezeigt werden, wie „Triuwe“ – Bindungen entstehen können und welche Implikationen sie praktisch mitliefern.

Am Ende wird dann eine Schlussbetrachtung die Erkenntnisse dieser Ausarbeitung zusammenfassen.

2. Abgrenzung des modernen Staatsverständnisses von der Vorstellung des Staates im Mittelalter

1919 wurde von Max Weber die Vortragsreihe „Politik als Beruf“ veröffentlicht, in welcher er das moderne Staatsverständnis grundlegend definierte. Diese Definitionen, die auch heute noch in der Politikwissenschaft und der Soziologie Standards des wissenschaftlichen Diskurses bilden, werden im Folgenden als Grundlage für das weitere Verständnis dieser Ausarbeitung knapp dargelegt. Dieser Darstellung wird dann das Staatsverständnis des Mittelalters gegenübergestellt, um die Divergenz der Auffassung von Staat und Gesellschaft im Mittelalter zum modernen Verständnis zu verdeutlichen.

2.1. Modernes Staatsverständnis nach Max Weber

Max Weber definierte in seinem Werk „Politik als Beruf“ grundlegende Begriffe des politischen Lebens. Zentral erscheint hier einmal seine Definition des Staates:

„Staat ist diejenige menschliche Gemeinschaft, welche innerhalb eines bestimmten Gebietes [...] das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit für sich (mit Erfolg) beansprucht.“ 4

Besonderes Augenmerk muss in Bezug auf diese Ausarbeitung auf das Merkmal der territorialen Begrenzung in dieser Definition gelegt werden. Dies verdeutlicht, dass sich der moderne Staat insbesondere über seine räumlichen Grenzen definiert. Des Weiteren stellt sich die Frage, was „legitime physische Gewaltsamkeit“ aus der Sicht Max Webers bedeutet. Hier nennt er drei idealisierte Herrschaftsformen, welche die physische Gewaltsamkeit eines Staates legitimieren.

Die erste Form bezeichnet er als „,traditionale’ Herrschaft“. Diese legitimiere sich durch den fortwährenden Glauben an eine von jeher geltende Ordnung oder Gewohnheit5.

Als nächstes nennt er die „,charismatische’ Herrschaft“. Sie gründe sich auf dem Glauben und der Hingabe an die „außeralltäglichen“ Fähigkeiten einer Art führender Persönlichkeit. Diese können zum Beispiel Propheten, Kriegsführer oder Demagogen sein6.

Die dritte Form ist die „,legale’ Herrschaft“, welche die Grundlage unserer heutigen rechtsstaatlichen Demokratie bildet. Ihre Legitimität erreiche diese Herrschaftsform „kraft des Glaubens an die Geltung legaler Satzung“, wie wir sie uns durch Gesetze und bürokratische Aushandlungsprozesse selbst als rationale Regelungsinstanz geschaffen haben7.

Somit zeichnet sich der moderne Staat im Sinne Max Webers als Territorialstaat aus, in dem auf Basis von „legaler Herrschaft“ ein Verband von Menschen herrscht, der über das Monopol der legitimen physischen Gewaltsamkeit verfügt8.

2.2. Staatsverständnis im Mittelalter

Die Struktur der Gesellschaft und des Staates im Mittelalter weicht von unserer heutigen deutlich ab. In Westeuropa hatte sich im 10., 11. und 12. Jahrhundert eine Gesellschaftsform etabliert, die heute auch als „Feudalismus“ bezeichnet wird9. Sie zeichnete sich nach Francois Louis Ganshof durch die Existenz starker persönlicher Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den einzelnen Mitgliedern der Gesellschaft aus, die zurückzuführen waren auf eine „äußerste Zerstückelung der Eigentumsrechte“10. Daraus resultierte eine Hierarchie von Grundbesitzrechten zwischen einzelnen Gesellschaftsmitgliedern, was gleichzeitig die öffentliche Gewalt aufspaltete11. Die Staatsgewalt lag somit nicht, wie im heutigen modernen Verständnis „legal“ einem Verband von Menschen vor, sondern fiel aufgrund der starken Zerstückelung einer Vielzahl von Mitgliedern der Gesellschaft zu, was persönliche Verbindlichkeiten zwischen diesen schuf.

Dies beschreibt kurzum den eigentlichen Kern des „Feudalismus“, das „Lehnswesen“. Eine präzise Definition des Terminus „Lehnswesen“ gibt Ganshof in der Einleitung seines Werkes „Was ist das Lehnswesen?“:

„[...] eine Gesamtheit von Institutionen [...], die zwischen einem Freien, genannt ,Vasall’ (vassal), und einem anderen Freien, genannt ,Herr’ (seigneur), Verbindlichkeiten zweifacher Art schaffen und regeln: der ,Vasall’ ist dem ,Herrn’ gegenüber zu Gehorsam und Dienst – vor allem zum Waffendienst – verpflichtet und der ,Herr’ dem ,Vasallen’ gegenüber zur Gewährung von Schutz und Unterhalt.“ 12

Damit definierte sich der Staat im Mittelalter also nicht über seine Grenzen, was dem heutigen modernen Staatsverständnis entsprechen würde, sondern über das Gefüge verschiedener Bindungen und Abhängigkeiten seiner Mitglieder untereinander13. Diese Bindungen durchdrangen das Leben der Menschen im feudalen Staat in jeder Hinsicht, sodass Lehnverhältnisse nicht nur rechtlich wahrgenommen wurden, sondern das gesamte Lebensbewusstsein bestimmten14. In der Wissenschaft wird diese Organisationsform des Staates auch als „Personenverbandsstaat“ bezeichnet15. Der Verband von Personen im Mittelalter bildet die Grundlage für die im nächsten Abschnitt vorgestellten „Triuwe“ – Formen des Nibelungenliedes.

3. Formen und Ausprägungen von „Triuwe“ im Nibelungenlied

Folgen des Feudalismus waren, wie im Voraus erläutert, eine Vielzahl persönlicher Abhängigkeiten, was natürlich auch Thema der Epik dieser Zeit war. Das Nibelungenlied erzählt auch von diesen Abhängigkeiten, die hier auch als „Triuwe“ – Beziehungen bezeichnet werden. Um ein grundlegendes Verständnis für den Begriff zu entwickeln folgt hier eine allgemeine Definition von „Triuwe“ nach Francis G. Gentry:

„It is the most enduring and noble trait that one can have. It is the essential quality of character that nourishes all other virtues, such as steadfastness, honor, good breeding, and noble attitude, without which they would wither. In short triuwe/getriuwe informs and defines every human association in the Nibelungenlied, wether within the feudal social structure or that of personal relationships.” 16

Gentry beschreibt somit „Triuwe“ als das Merkmal, welches einen Charakter in seiner Handlungsweise am deutlichsten mit der Eigenschaft „adelig“ behaftet. Er charakterisiert den Begriff als eine Symbiose der ritterlichen Tugenden wie Standhaftigkeit, Ehre, Zucht und edler Gesinnung. „Triuwe“, wie auch die adjektivische Form „getriuwe“, bestimme, definiere und zeichne jede menschliche Beziehung im Nibelungenlied aus. Grundlegend unterscheidet er außerdem einmal Beziehungen feudaler oder auch formaler Struktur von Beziehungen personaler Art. Gentry spricht sogar davon, dass im Nibelungenlied zwei Gesellschaften nebeneinander existieren, deren Beziehungen von formaler und persönlicher Form sind17. Somit liegt insgesamt ein Personenverband vor, in dem alle Charaktere in „ein komplexes Geflecht horizontaler und vertikaler Abhängigkeiten“ eingebunden sind18.

Im Folgenden werden zunächst die formalen „Triuwe“ – Beziehungen dargelegt, die auf dem zuvor vorgestellten mittelalterlichen Staatsverständnis aufbauen, bevor im nächsten Schritt dann die persönlichen „Triuwe“ – Beziehungen abgehandelt werden.

3.1. Die formalen „Triuwe“ – Beziehungen

Formale Bindungen von „Triuwe“ sind im Nibelungenlied ein wesentlicher Bestandteil und beinhalten in reiner Form das Verhältnis zwischen einem Vasall und seinem Herrn. Somit lässt sich dieses Verhältnis am einfachsten kennzeichnen als „the mutual obligation between a lord and his vassal“19. Vasall und König stehen in beiderseitiger Verpflichtung, wobei sich beide in einem „Verhältnis von nahezu Gleichen“ befinden20. Somit ist der Vasall keineswegs als einfacher Diener zu betrachten. Der Bund zwischen einem König und seinen Vasallen zeichnet sich durch eine natürliche Reziprozität aus21 und des Königs Pflicht ist es somit auch, wie schon im Voraus dieser Arbeit Ganshof zitiert wurde, dem Vasallen Schutz und Unterhalt zu bieten22. Dennoch muss der Vasall sein eigenes Wohlergehen immer dem des Königs unterordnen und bis auf den Tod für ihn kämpfen, selbst wenn ein Kampf aussichtslos erscheint23. In der Praxis ist die höchste Pflicht des Vasallen also die Verteidigung seines Königs24. Das Verhältnis kann aus diesem Grund heraus nicht als völlig gleich gewertet werden. Vasallen nehmen dem König gegenüber außerdem eine beratende Position ein, weshalb dieser dazu angehalten ist, im Falle einer sich anbahnenden kriegerischen Auseinandersetzung Ratschläge bei ihnen einzuholen25.

Im Nibelungenlied nimmt Hagen die typische Rolle eines Vasallen ein. Er ist der burgundischen Königsfamilie unterstellt und berät sie so beispielsweise in Fragen der Kriegsführung gegen die Sachsen26. An anderen Stellen warnt er vor Gefahren für die burgundische Herrschaft, er ist aber auch beteiligt an der Brautwerbung Gunthers auf Island27. Die Reziprozität des Verhältnisses zwischen Hagen und der burgundischen Königsfamilie lässt sich auch an der Zurückweisung von Kriemhilds Forderung gegenüber ihren Brüdern an Etzels Hof feststellen:

Sie fordert die Auslieferung Hagens, um sich an ihm für den Mord an Siegfried zu rächen, ihre Brüder weisen aber ihre Forderung aufgrund ihrer lehnsrechtlichen „Triuwe“ – Pflicht gegenüber dem Vasallen zurück28.

3.2. Die persönlichen „Triuwe“ – Beziehungen

Die persönlichen „Triuwe“ – Beziehungen stellen nach Francis G. Gentry die zweite Form von Abhängigkeiten im Nibelungenlied dar. Er unterteilt insgesamt in drei verschiedene Arten persönlicher Bindungen: Blutsverwandtschaft, Heirat und Freundschaft29. Daneben nennt er noch die generelle Verwendung von „Triuwe“, auf die in die hier aber nicht eingegangen wird, da sie für die späteren Ausführungen dieser Ausarbeitung nicht weiter bedeutend ist oder unter den anderen „Triuwe“ – Beziehungen subsumiert werden kann.

3.2.1. Blutsverwandtschaft

„Triuwe“ – Bindungen in der Form von Blutsverwandtschaften durchziehen wie auch schon die formalen Bindungen den kompletten Handlungsnexus des Nibelungenliedes. Sehr viele der Charaktere stehen in einem blutsverwandtschaftlichen Verhältnis zueinander. Die Konsequenzen aus dieser Bindung sind eigentlich ähnlich der Verpflichtungen, die sich aus den formalen „Triuwe“ – Beziehungen ergeben30.

So lässt sich exemplarisch der Einsatz Hagens für seinen Bruder Dankwart aufführen:

Des huop sich vor den türen vil stárkér gedranc

unde ouch von den swerten grôzer helmklanc

des kom der küene Dancwart in eine grôze nôt:

daz besórgete sîn bruoder, als im sîn triuwe daz gebôt.31

Kriemhild hat zuvor Bloedel, den Bruder des Hunnenkönigs Etzel, für ihren Racheplan gewinnen können32. Infolge davon überfällt dieser mit hunnischen Kriegern die wehrlosen burgundischen Knappen und Dankwart. Die Knappen finden alle den Tod in dieser Szene, Dankwart schafft es jedoch, Bloedel zu töten33 und erreicht den Festsaal, in dem Hagen und die restlichen Burgunden tafeln34. Hagens Reaktion auf den Angriff gegen seinen Bruder ist die Tötung des Hunnenprinzen Ortlieb35.

An diesen Szenen lässt sich nachvollziehen, dass ein Angriff gegen einen Blutsverwandten in logischer Konsequenz auch als Feldzug gegen die eigene Familie gesehen wird und fordert damit automatisch Vergeltungsmaßnahmen oder auch die Hilfe bei der Verteidigung. Die „Triuwe“ – Bindung in Form der Blutsverwandtschaft impliziert somit gleichzeitig ein nicht hinterfragtes Abhängigkeitsverhältnis, welches unbeteiligte Charaktere im Falle eines Angriffs auf einen Verwandten in die Pflicht nimmt, selbst gegen den Gegner des Familienmitglieds zu kämpfen. Dieser Verpflichtung kommt Hagen mit der Ermordung Ortliebs nach. Die Konstruktion der blutsverwandtschaftlichen „Triuwe“ – Pflicht führt im Anschluss an diese Szene auch logischerweise dazu, dass nun auch Etzel den Tod seines Sohnes vergelten muss, was in Verbindung mit den formalen „Triuwe – Bindungen Schritt für Schritt seine Gefolgsleute in den Kampf verwickelt36.

Es gilt jedoch zu beachten, dass Blutsverwandtschaft im Falle von gleichzeitigen „Triuwe“ – Bindungen der anderen hier vorgestellten Formen zurücktreten kann, weshalb „kein absoluter Verlaß“ [sic!] auf das Treueverhältnis ist37. Die Folgen können verheerend sein, wie die Ermordung Siegfrieds zeigt:

Kriemhild geht davon aus, dass Hagen, der auch in einem blutsverwandtschaftlichem Verhältnis zu den Burgunden steht38, in jedem Falle das Geheimnis um die verwundbare Stelle Siegfrieds erfahren möchte, um diesen für sie zu beschützen. Hagen handelt in dieser Szene aber nicht aus dem Verwandtschaftsverhältnis zu Kriemhild heraus, sondern im Sinne des Vasallen, der die burgundische Macht durch Siegfried in Gefahr sieht39. Somit lässt sich erkennen, dass „vasallitische Bindungen“ sehr stark sind40 und verbindlicher sind, als die Pflichten, die aus der Blutsverwandtschaft resultieren41.

[...]


1 Das Nibelungenlied, nach der Ausgabe von Karl Bartsch herausgegeben von Helmut de Boor. 22. revidierte und von Roswitha Wisniewski ergänzte Auflage. Wiesbaden 1996, Str. 2151,1. Anmerkung: Alle weiteren Angaben zu Aventüren, Strophen und Versen aus dem Nibelungenlied beziehen sich auf diese Textfassung.

2 Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit den Nachträgen von Ulrich Pretzel. 38., unveränderte Auflage. Stuttgart 1992, S. 231.

3 Vgl. Müller, Jan-Dirk: Das Nibelungenlied. 2. überarbeitete und ergänzte Ausgabe. Berlin 2005, S. 99.

4 Max Weber: Politik als Beruf, in: Politik als Beruf. Tübingen 1971, S. 506.

5 Ebd., S. 507.

6 Ebd., S. 507.

7 Ebd., S. 507.

8 Vgl ebd., S. 511.

9 Vgl. Ganshof, François Louis: Was ist das Lehnswesen? 5., unveränderte deutsche Auflage. Darmstadt 1977, S. XIII; Vgl. Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Stuttgart 2003, S. 17.

10 Ganshof (1977), S. XIII.

11 Vgl. ebd., S. XIII.

12 Ebd., S. XV.

13 Vgl. Althoff, Gerd: Verwandte, Freunde und Getreue. Zum politischen Stellenwert der Gruppenbindungen im früheren Mittelalter. Darmstadt 1990, S. 5.

14 Vgl. Wapnewski, Peter: Rüdigers Schild. Zur 37. Aventiure des ´Nibelungenliedes`, in: Wagner, Fritz / Maaz, Wolfgang: Peter Wapnewski. Zuschreibungen. Gesammelte Schriften. Hildesheim und Zürich 1994, S. 46.

15 Vgl. Althoff (1990), S. 9.

16 Gentry, Francis G.: Triuwe, in: Francis G. Gentry u.A.: The Nibelungen Tradition. An Encyclopedia. New York 2002, S. 174.

17 Vgl. Gentry, Francis G.: Triuwe and Vriunt in the Nibelungenlied. Amsterdam 1975, S.22.

18 Müller (2005), S. 97.

19 Gentry (1975), S. 19.

20 Müller, (2005), S. 98.

21 Vgl. Gentry (2002), S. 175.

22 Vgl. Ganshof (1977), S. XV.

23 Vgl. Gentry (1975), S. 19.

24 Vgl. ebd., S. 21.

25 Vgl. ebd., S. 19.

26 Vgl. Das Nibelungenlied (1996), Str. 151.

27 Vgl. Müller (2005), S. 98.

28 Vgl. Schulze (2003), S. 87.

29 Vgl. Gentry (1975), S. 23.

30 Vgl. ebd., S. 23.

31 Das Nibelungenlied (1996), Str. 1974.

32 Vgl. ebd., Str. 1908.

33 Vgl. ebd., Str. 1927.

34 Vgl. ebd., Str. 1951.

35 Vgl. ebd., Str. 1961.

36 Vgl. Müller (2005), S. 99.

37 Ebd., S. 99.

38 Vgl. Das Nibelungenlied (1996), Str. 898; Vgl. Müller (2005), S. 99; Vgl. Gentry (1975), S. 24.

39 Vgl. Stech, Julian: Das Nibelungenlied. Appellstrukturen und Mythosemantik in der mittelhochdeutschen Dichtung. Frankfurt am Main 1993, S. 179.; vgl. Gentry (1975), S. 25.

40 Müller (2005), S. 98.

41 Vgl. ebd., S. 99;

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Konstruktionen von „Triuwe“ im Nibelungenlied - „Rüdeger von Bechelaren“ als Opfer der mittelalterlichen Staatsorganisation
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Mediävistische Literaturwissenschaft: Heldenepik
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V181753
ISBN (eBook)
9783656049593
ISBN (Buch)
9783656049432
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konstruktionen, triuwe, nibelungenlied, rüdeger, bechelaren, opfer, staatsorganisation
Arbeit zitieren
Florian Meier (Autor), 2009, Konstruktionen von „Triuwe“ im Nibelungenlied - „Rüdeger von Bechelaren“ als Opfer der mittelalterlichen Staatsorganisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181753

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