Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Investment and Finance

Der Transmissionsmechanismus in Krisenzeiten

Title: Der Transmissionsmechanismus in Krisenzeiten

Master's Thesis , 2009 , 89 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jürgen Gmeiner (Author)

Business economics - Investment and Finance
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es begann mit der Immobilien- und Hypothekenblase in den USA, wo es durch eine
extreme Überbewertung der Häuserpreise und einer inadäquaten Regulierung der
Hypothekenfinanzierung zu einem massiven Marktversagen kam. Kredite wurden
ohne großartige Überprüfung der Bonität oder der Rückzahlungsfähigkeit des
Kreditnehmers vergeben, weil davon ausgegangen worden ist, dass sich die
Immobilienpreise weiterhin so positiv entwickeln würden wie bisher. Im Falle, dass
ein Kreditnehmer seinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachgekommen wäre, hätte
die Bank die belastete Immobilie einfach weiterverkauft, was dazu führte, dass sehr
viele Kreditnehmer mit schlechter Bonität, die so genannten Subprimes, zu einer
Immobilienfinanzierung Zugang hatten. Die anfänglich niedrigen Zinsen konnten sie
sich noch leisten, aber nach und nach wurden die Zinsen angehoben, was wiederum
zur Folge hatte, dass sich viele der Betroffenen ihre monatlichen Raten nicht mehr
leisten konnten und die Immobilie der Bank quasi zurückgaben. Gleichzeitig begann
auch der Immobilienpreis zu sinken und nicht, wie angenommen, weiter zu steigen.
Im Jahr 2008 sanken die Häuserpreise in den USA um fast 20% und die
Subprimekrise war geboren. Auf Grund der Tatsache, dass viele Immobilienkredite
in komplexen Anleihenprodukten verbrieft wurden, kam es auch zu einem bösen
Erwachen der Investoren und auch der Banken. Der enorme Wertverlust der
Hypotheken führte dazu, dass auch diese Papiere massiv an Wert verloren. Dies
verursachte hohe Verluste bei Banken und stellte sie vor das Problem, dass mehr
Schulden als Kapital in den Büchern standen. Die Banken hatten nun keine
Möglichkeit mehr, die Wirtschaft mit den dringend benötigten Krediten zu versorgen.
Sie versuchten, durch Verkäufe von Vermögenswerten wieder Liquidität zu schaffen,
was aber zur Folge hatte, dass der Aktienkurs abstürzte und die Situation zusätzlich
verschärfte.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

2 Die europäische Zentralbank

2.1 Ziele der EZB

2.2 Zwischenziele der EZB

3 Geldpolitik

3.1 Vor- und Nachteile einer auf Preisniveaustabilität ausgerichteten Geldpolitik

3.2 Vier Ebenen der Geldpolitik

3.2.1 Instrumentenebene

3.2.2 Operative Ebene

3.2.3 Indikatoren- Zwischenzielebene

3.2.4 Endzielebene

3.3 Wirtschaftskreislauf, warum ist Geld Wichtig

3.4 Prozess der Geldschöpfung

4 Der Transmissionsmechanismus

4.1 Was ist der Transmissionsmechanismus

4.2 Monetäre Wirkungskanäle

4.2.1 IS-LM Modell

4.2.2 Zinskanal

4.2.3 Kreditkanal

4.2.4 Bankenkanal

4.3 Instrumente der EZB

4.3.1 Offenmarktgeschäfte

4.4 Ständige Fazilitäten

4.4.1 Spitzenrefinanzierungsfazilität

4.4.2 Einlagenfazilität

4.5 Mindestreserve

4.6 Tenderverfahren

4.6.1 Standardtender

4.6.2 Schnelltender

4.6.3 Zinstender

4.6.4 Mengentender

4.7 Notenbankfähige Sicherheiten

4.8 Transmission in Krisenzeiten

4.8.1 Geldpolitische Maßnahmen zur Stärkung des Finanzmarktes

4.8.2 Quantitative Lockerung

5 Warum eine Zentralbank

5.1 Lender of last Resort

5.2 Clearing durch die Zentralbanken

6 Vergleich EZB vs. Federal Reserve Bank (USA)

6.1 Instrumente des Federal Reserve Systeme im Vergleich zur EZB

6.2 Maßnahmen des FED in der Krise

7 Conclusio

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die geldpolitischen Instrumente des Eurosystems sowie deren Wirksamkeit und Grenzen in wirtschaftlich normalen Zeiten und während der Finanzkrise. Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, inwieweit die Geldpolitik durch ihre Maßnahmen private Haushalte erreichen und in Krisenzeiten unterstützen kann, sowie auf einem Vergleich mit den Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve.

  • Funktionsweise des Transmissionsmechanismus der Geldpolitik
  • Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Zins- und Liquiditätssteuerung
  • Vergleich geldpolitischer Ansätze zwischen EZB und Federal Reserve (FED)
  • Auswirkungen unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen in Krisenzeiten

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Zinskanal

Mit diesem Wirkungskanal überträgt die Zentralbank ihre geldpolitischen Entscheidungen auf direktem Wege über die Steuerung der Geldmarktzinsen, auf die Realwirtschaft.63

Diesem monetären Wirkungskanal kommt in der Übertragung geldpolitischer Impulse auf die Realwirtschaft eine sehr bedeutende Rolle zu. Wird zum Beispiel der kurzfristige Zinssatz herangezogen, so kann dieser sehr gut als Referenzgröße für den Refinanzierungssatz der Notenbank herangezogen werden. „Der langfristige Zinssatz hingegen spiegelt sehr unterschiedliche Faktoren wieder, man kann ihn aber zumindest als Näherungsgröße für die um die Inflationserwartung ergänzte Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals heranziehen.“ 64

Liegt eine Gefährdung des Zieles der Preisstabilität vor, könnte die Zentralbank mit einer angemessenen Reduktion der Geldbasis die realwirtschaftliche Nachfrage senken. Der Transmissionsmechanismus würde dann dadurch ausgelöst, dass auslaufende Repo- Geschäfte der Zentralbank nicht im vollen Umfang neu aufgelegt werden und es käme es zu einer Verknappung der Liquidität am Bankensektor, was bei einer unveränderter Nachfrage nach kurzfristigen Interbankkrediten zu einem Anstieg der Geldmarktzinsen führen würde.

Durch die engen Substitutionsbeziehungen zwischen den Finanzmärkten und einzelnen Fristigkeiten käme es zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen. Dadurch würden auch die Investitionsdarlehen teurer, was wiederum dazu führen würde, dass nur noch Projekte mit entsprechend höheren Erträgen realisiert werden. Bei einem höheren Zinsniveau nähme somit die gesamtwirtschaftliche Investitionsnachfrage ab, womit, bei gleichbleibender Güternachfrage, Druck auf das Preisniveau ausgeübt würde und das monetäre Ziel erreicht wäre.

Gestiegene Zinsen bei Konsumkrediten stellten eine höhere periodische Belastung der privaten Haushalte dar, was bei gegebenen Einkommen die Verschuldung unattraktiver machen würde. Dadurch könnte die gesamtwirtschaftliche Konsumnachfrage reduziert und somit auch der drohende Preisanstieg behindert werden. 65

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der Finanzkrise durch die US-Immobilien- und Hypothekenblase und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die geldpolitischen Möglichkeiten und Grenzen der Zentralbank zu analysieren.

2 Die europäische Zentralbank: Dieses Kapitel erläutert die Gründung, Aufgaben, Unabhängigkeit und die Ziele der EZB, mit besonderem Fokus auf die Preisstabilität.

3 Geldpolitik: Hier werden die Grundlagen der Geldpolitik, die Bedeutung der Preisniveaustabilität, der Wirtschaftskreislauf sowie der Prozess der Geldschöpfung detailliert beschrieben.

4 Der Transmissionsmechanismus: Das Hauptkapitel analysiert die Kanäle, über die geldpolitische Impulse die Wirtschaft beeinflussen, einschließlich des IS-LM-Modells, des Zins- und Kreditkanals sowie der konkreten Instrumente und Krisenmaßnahmen der EZB.

5 Warum eine Zentralbank: Es werden theoretische Begründungen für die Existenz staatlicher Zentralbanken diskutiert und die Rollen als "Lender of last Resort" sowie als Clearingstelle für Banken erörtert.

6 Vergleich EZB vs. Federal Reserve Bank (USA): Dieses Kapitel stellt die geldpolitischen Systeme der EZB und des US-amerikanischen FED gegenüber und analysiert deren unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen während der Krise.

7 Conclusio: Die Conclusio fasst die aktuellen Einschätzungen der EZB zur Preisentwicklung sowie zur wirtschaftlichen Situation der Haushalte und Unternehmen im Jahr 2009 zusammen.

Schlüsselwörter

Geldpolitik, Europäische Zentralbank, Finanzkrise, Transmissionsmechanismus, Preisstabilität, Geldschöpfung, Leitzinsen, Refinanzierung, Liquidität, Kreditkanal, Zinskanal, IS-LM-Modell, Federal Reserve, Konjunktur, Wirtschaftswachstum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die geldpolitischen Möglichkeiten des Eurosystems und deren Wirksamkeit, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab 2007/2008.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der EZB, die Funktionsweise des geldpolitischen Transmissionsmechanismus, die Geldschöpfung sowie einen Vergleich der Strategien von EZB und Federal Reserve.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Zentralbank mit ihren Instrumenten geld- und wirtschaftspolitisch agieren kann, wo ihre Grenzen liegen und ob sie mit ihren Maßnahmen private Haushalte effektiv unterstützen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch makroökonomische Modelle (wie das IS-LM-Modell) und eine empirische Analyse anhand aktueller Daten, Berichte und Projektionen der EZB sowie anderer Finanzinstitute.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen monetären Wirkungskanälen (Zins-, Kredit- und Bankenkanal), den Instrumenten der EZB und deren Anpassungen während der Krisenzeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Transmissionsmechanismus, Preisstabilität, Geldmengensteuerung, Finanzmarktkrise, Quantitative Lockerung und Unabhängigkeit der Zentralbank.

Warum wird im Vergleich der US-Notenbank besonders auf die Mindestreserve eingegangen?

Die Arbeit beleuchtet Unterschiede in der Ausgestaltung und Verzinsung der Mindestreserve, da diese in den USA zu massiven Ausweichreaktionen führte, was die Stabilisierungsfunktion der Notenbank beeinflusste.

Wie unterscheidet sich die "Quantitative Lockerung" in der Wahrnehmung der Notenbanken?

Während einige Marktbeobachter die Maßnahmen des FED als "Quantitative Lockerung" bezeichneten, betonte die US-Notenbank, es handele sich um eine Art Krediterleichterung, eine Sichtweise, die auch von der EZB in Bezug auf eigene Maßnahmen geteilt wurde.

Excerpt out of 89 pages  - scroll top

Details

Title
Der Transmissionsmechanismus in Krisenzeiten
College
Klagenfurt University  (WIFI)
Course
Finance Management
Grade
2,0
Author
Jürgen Gmeiner (Author)
Publication Year
2009
Pages
89
Catalog Number
V181770
ISBN (eBook)
9783656050414
ISBN (Book)
9783656050636
Language
German
Tags
transmissionsmechanismus krisenzeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürgen Gmeiner (Author), 2009, Der Transmissionsmechanismus in Krisenzeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181770
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  89  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint