Die World Meteorological Organisation - eine Vorstellung


Studienarbeit, 2011

7 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

1. Ziele und Arbeitsfelder

Bei der World Meteorological Organization (WMO) handelt es sich um eine selbständige internationale (Sonder-) Organisation unter dem Dach der Vereinten Nationen mit rund 250 Mitarbeitern.1

Ihre Ziele drehen sich um die Bereitstellung von informationellen Ressourcen undDienstleistungen rund um meteorologische und geophysikalische Phänomene. Dies betrifftdie Kooperation mit entsprechenden Beobachtungs- und Forschungszentren, die Beratungvon Regierungen, die Erarbeitung von Standards für Schiffsverkehr und Luftfahrt, sowie dieBeschäftigung mit landwirtschaftlichen Fragen. Eng verwandt mit diesen Zielen undebenfalls im Geschäftsbereich der Organisation ist der Katastrophenschutz im Kontext vonWetterereignissen. Ihrem Selbstverständnis nach ist die Organisation “ the UN system's authoritative voice ” über Zustand und Veränderungen der Erdatmosphäre.2

Das Tätigkeitsfeld der Organisation ist vorwiegend im Bereich der Umweltpolitik angesiedelt. Dieses junge Politikfeld ist dadurch gekennzeichnet, dass

Handlungskompetenzen - oder eher: faktische Gestaltungsmöglichkeiten - zunehmend von Einzelstaaten auf eine internationale Ebene verlagert werden. Als Teil dieses internationalen Umweltregimes ist die WMO zu verstehen: Sie stellt Fachwissen zur Verfügung, um umweltpolitische Entscheidungen treffen zu können und stellt mittels ihrer Gremien ein Verhandlungssystem zur Verfügung.3

2. Mitgliedschaft und Struktur

Satzungsgemäß wird zwischen zwei Mitgliedsarten unterschieden. Einerseitssouveränen Staaten mit eigenem Wetterdienst und andererseits nicht- oder teilsouveränenMitgliedern, die ebenfalls einen entsprechenden Dienst unterhalten. Derzeit hat die WMO189 Mitglieder, inklusive sechs nichtsouveräner Mitglieder wie bspw. Hong-Kong oderfranzösisch Polynesien. Diese Mitgliedschaft nichtsouveräner Territorien erschwert dieZuordnung der WMO zu einem bestimmten Typus internationaler Organisationen.4 Alleinauf die Mitgliedschaft bezogen, fallen zwei Merkmale auf, die eine Verortung erlauben.5 Einerseits ist die Mitgliedschaft universalistisch6 und nicht beschränkt; weder regional noch kulturell.7 Andererseits ist eine Mitgliedschaft von Nichtregierungsorganisationen nicht vorgesehen. Somit handelt es sich bei der WMO um eine klassische internationale Organisation; eine „ interstate organization “ entsprechend dem realistischen Paradigma der internationalen Beziehungen.

Die WMO umfasst gemäß Artikel 4 ihrer Satzung fünf Organe.8

Diese sind erstens der vierjährig tagende Weltmeteorologentag. Dieser Kongress fungiert als oberstes Gremium und Wahlkörper für die weiteren Organe.9 Es handelt sich in der Diktion Rittbergers um einen Hybriden aus „ parlamentarischer Versammlung “ und „ Plenarorgan “.10 Er wird mit Vertretern der Mitgliedsstaaten besetzt. Für Deutschland bspw. werden diese vom Deutschen Wetterdienst bestimmt.

Zweitens ist das„ Executive Comitee “ zu nennen. Diesem obliegt es, dieKongressbeschlüsse umzusetzen, regionale Arbeitsprogramme zu dirigieren, Finanzmitteleinzusetzen und auf Empfehlungen der Kommissionen zu reagieren. Dieser „ Exekutivrat “ besteht aus 37 Vertretern, darunter das Präsidium des Kongresses sowie die sechsPräsidenten der Regionalverbände.11 Die weiteren Mitglieder werden vom Kongressgewählt.

Das dritte Organ sind die sechs Regionalverbände. Diesen obliegt die Koordinationregionaler Aktivitäten; Versammlungen finden alle vier Jahre statt.Viertens sind die acht fachlich differenzierten technischen Kommissionen zu nennen Hier findet ein Großteil der Arbeit statt. Am ehesten lassen sich die Kommissionen - und in begrenztem Umfang auch die Regionalverbände -als Verwaltungsstäbe im Sinne Rittbergers verstehen.

Fünftens ist schließlich das Sekretariat zu nennen, welches ebenfalls dem Feld derVerwaltungsstäbe zuzuordnen ist, respektive diesen übergeordnet ist. Die gesamteVerwaltungsarbeit und Koordination untersteht dem vom Kongress gewähltenGeneralsekretär.12

Wie kann die Kompetenzverteilung innerhalb dieser Organisationsstruktur bewertetwerden? Zwar obliegt das Treffen von Grundsatzentscheidungen dem Kongress, da dieseraber nur alle vier Jahre tagt, dürfte es sich bei Beschlüssen um Bestätigungen von verwaltungsintern bereits getroffenen Entscheidungen handeln.

[...]


1 Vgl. WMO (o.J.): WMO in Brief, Genf.

2 Ebenda (o.J.).

3 Vgl. Rittberger, Volker/ Zangl, Bernhard (2003): Internationale Organisationen. Politik und Geschichte, Opladen 2003, S. 82.

4 Vgl. Archer, Clive (2001): International Organizations, London und New York 2001, S. 36.

5 Vgl. Convention of the World Meteorlogical Organization vom 11. Oktober 1947, Art. 3.

6 Vgl. Archer, Clive (2001): International Organizations, London und New York 2001, S. 46-46.

7 Tatsächlich werden auch Vertreter aus Krisenregionen unabhängig von der ‚politischen Wetterlage’ von Sitzungen nicht ausgeschlossen [Anm. d. A.].

8 Convention of the World Meteorlogical Organization, vom 11. Oktober 1947, Art. 4.

9 Des Weiteren handelt es sich um der bedeutendsten wissenschaftlichen Fachkongresse für Meteorologie [Anm. d. A.].

10 Rittberger, Volker/ Zangl, Bernhard (2003): Internationale Organisationen. Politik und Geschichte, Opladen 2003, S. 110-112.

11 Ebenda, S. 104-106.

12 Vgl. WMO (o.J): The Secretariat, Genf o.J.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Die World Meteorological Organisation - eine Vorstellung
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
7
Katalognummer
V181918
ISBN (eBook)
9783656054627
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
world, meteorological, organisation
Arbeit zitieren
Badir Bayramov (Autor), 2011, Die World Meteorological Organisation - eine Vorstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181918

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