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Elf Tage im Leben des Schriftstellers H.

Späte Rezension zu einem überbewerteten "Roman"

Titre: Elf Tage im Leben des Schriftstellers H.

Recension Littéraire , 2011 , 9 Pages

Autor:in: Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Auteur)

Lettres - Littérature moderne
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Die Rezension enthält eine kritische Auseinandersetzung mit dem von Walter Kappacher 2009 veröffentlichten Roman "Der Fliegenpalast". In diesem Roman geht es um einen Großschriftsteller, dessen literarische Kreativität versiegt. Modell hierfür ist Hugo von Hofmannsthal. Der Verfasser kommt zu dem Urteil, dass die in den Feuilletons namhafter Zeitungen hochgelobte und enthusiastisch gefeierte Erzählung maßlos überbewertet wurde und einige gravierende Schwachstellen aufweist. Die Erzählung ist zwar sprachlich-stilistisch gut, weist aber im gestalterischen Bereich Mängel auf und erzeugt Ermüdungseffekte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Anlass der Rezension

2. Der Protagonist und die Schaffenskrise

3. Typisierungsabsicht und Kontextualisierung

4. Die Konstruktion des Schriftstellers H.

5. Die erzählerische Gestaltung der Schreibblockade

6. Politisch-kulturelle Einordnung

7. Struktur und Roman-Status

8. Erzählsprache und Fazit

Zielsetzung & Themen der Publikation

Diese Rezension analysiert kritisch den Roman „Der Fliegenpalast“ von Walter Kappacher und hinterfragt die Diskrepanz zwischen den euphorischen Presse-Elogen und der tatsächlichen literarischen Substanz des Werkes.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der literarischen Qualität des Romans.
  • Untersuchung der Typisierung des Schriftstellers H. (basierend auf Hugo von Hofmannsthal).
  • Analyse der Darstellung von Schaffenskrisen und Schreibblockaden.
  • Bewertung der erzähltechnischen Umsetzung und des historischen Kontextes der 1920er Jahre.
  • Einordnung des Werkes im Kontext der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur.

Auszug aus dem Buch

Der Protagonist und die Schaffenskrise

„Anders als er sich in Lenzerheide vorgestellt hatte, konnte er jedoch in der Fusch ebenso wenig arbeiten, wie in der Schweiz. Es war ihm hier bis jetzt nicht möglich gewesen, aus der Ungestörtheit für seine Arbeit Nutzen zu ziehen“, beschreibt Kappacher seinen Protagonisten bereits auf der ersten Seite seines Romans „Der Fliegenpalast“.

Der Fluß der literarischen Produktivität und Kreativität, ist scheinbar vor allem für Schriftsteller, generell natürlich für Künstler, essentiell, ja existentiell, weil sich daran Selbstverständnis, Identität oder überhaupt der Sinn ihrer eigenen Existenz bemisst. Das Nachlassen der Schaffenskraft stellt demnach eine besondere Existenzkrise und persönliche Herausforderung dar, besonders wenn bereits bestimmte Erwartungen, Aspirationen und Bestätigungen hinsichtlich eines prospektiven oder bereits vorhandenen künstlerischen Erfolgs bzw. Ruhms aufgebaut sind, wie im Falle der von Kappacher beschriebenen Schreibblockade des Großschriftstellers H., hinter dem sich kein Geringerer als der berühmte und erfolgreiche fin-de-siecle Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal nicht gerade verbirgt. Diese Schreibblockade-Erfahrung wird von Kappacher am Beispiel dieses H. im kulturell-historischen Kontext seines berühmten Kollegen ausbuchstabiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Anlass der Rezension: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation, das Werk zwei Jahre nach Erscheinen im Rahmen eines privaten Lesekreises kritisch zu beleuchten.

2. Der Protagonist und die Schaffenskrise: Es wird die zentrale Figur des Schriftstellers H. eingeführt, dessen Schreibblockade als existenzielle Krise im Kontext von Hofmannsthals Biografie analysiert wird.

3. Typisierungsabsicht und Kontextualisierung: Hier wird Kappachers Absicht hinterfragt, einen historischen Typus zu schaffen, statt einer bloßen Biografie zu folgen.

4. Die Konstruktion des Schriftstellers H.: Die Untersuchung der Einbettung der Figur in ein elitäres kulturelles Milieu und die Verflechtung mit historischen Persönlichkeiten wie Rilke oder Schnitzler.

5. Die erzählerische Gestaltung der Schreibblockade: Analyse der repetitiven Darstellung des Künstleralltags und der damit verbundenen Ironisierung durch den Autor.

6. Politisch-kulturelle Einordnung: Untersuchung der Versuche, das Werk durch Rückblenden und Zeitungszitate in den Kontext der 1920er Jahre und den Zerfall der Donaumonarchie zu stellen.

7. Struktur und Roman-Status: Kritische Prüfung, ob das Werk aufgrund des Fehlens eines Spannungsbogens und der blassen Nebenfiguren tatsächlich als vollwertiger Roman zu bezeichnen ist.

8. Erzählsprache und Fazit: Abschließende Bewertung der Prosa als stilistisch sauber, aber inhaltlich zu oberflächlich im Vergleich zu anderen bedeutenden zeitgenössischen Werken.

Schlüsselwörter

Walter Kappacher, Der Fliegenpalast, Hugo von Hofmannsthal, Schreibblockade, Schaffenskrise, Literaturkritik, Fin-de-siècle, Erzählstil, Roman-Analyse, Literarische Typisierung, 1920er Jahre, Donaumonarchie, Zeitgenössische Literatur, Rezension, Kulturverfall.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Rezension grundlegend?

Die Arbeit bietet eine kritische literaturwissenschaftliche Analyse des Romans „Der Fliegenpalast“ von Walter Kappacher und setzt sich kritisch mit dessen öffentlicher Wahrnehmung auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Darstellung der künstlerischen Schaffenskrise, die Typisierung historischer Schriftsteller und die Frage nach der literarischen Qualität des Werkes im Vergleich zur medialen Eloge.

Was ist das primäre Ziel der Rezension?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der extrem positiven medialen Aufnahme und der tatsächlichen literarischen Substanz des Textes aufzuzeigen und zu begründen.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Der Rezensent nutzt eine textimmanente Analyse in Verbindung mit kulturhistorischer Kontextualisierung und vergleicht das Werk mit literaturtheoretischen Kriterien eines Romans.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Charakterisierung des Protagonisten, der Ironisierung des Künstleralltags, der historischen Einbettung sowie strukturellen Schwächen des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Rezension?

Die wichtigsten Schlagworte sind Schreibblockade, Schaffenskrise, Literaturkritik, Fin-de-siècle und literarische Typisierung.

Warum wird der Roman als überbewertet bezeichnet?

Der Rezensent argumentiert, dass das Werk lediglich „solides erzählerisches Handwerk“ darstelle und durch das Fehlen eines Spannungsbogens sowie eine zu oberflächliche Themenbehandlung enttäusche.

Inwieweit spielt Hugo von Hofmannsthal eine Rolle für das Buch?

Kappacher nutzt Hofmannsthals Biografie als „Steinbruch“ und Ausgangsmaterial, um einen literarischen Typus zu kreieren, ohne jedoch eine tiefgreifende Biografie zu schreiben.

Wie bewertet der Rezensent die Erzählprosa Kappachers?

Die Prosa wird als stilistisch sicher, gepflegt und elegant gelobt, jedoch wird kritisiert, dass sie im Verlauf der Lektüre durch Wiederholungen an Wirkung verliert.

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Résumé des informations

Titre
Elf Tage im Leben des Schriftstellers H.
Sous-titre
Späte Rezension zu einem überbewerteten "Roman"
Auteur
Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
9
N° de catalogue
V181987
ISBN (ebook)
9783656056560
ISBN (Livre)
9783656057260
Langue
allemand
mots-clé
Literaturkritik Walter Kappacher Der Fliegenpalast Roman Büchnerpreis 2009 Rezension Hofmannsthal Künstlerroman historischer
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Citation du texte
Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Auteur), 2011, Elf Tage im Leben des Schriftstellers H., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181987
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