Die vorliegende Hausarbeit stellt in Ihrem Verlauf die Entwicklung von der Ist- zur
Normalkostenrechnung dar. Die Ist- und Normalkostenrechnung bilden die Grundlage für
die Entwicklung und Einführung moderner Kostenrechnungskonzeptionen. (O. Wahle)
Zunächst wird die Istkostenrechnung in Ihrer Grundform sowie Erweiterungen vorgestellt
und diskutiert (Kapitel 1). Anschließend wird die Normalkostenrechnung eingeführt und in
Ihrem Entwicklungsformen, der starren sowie der flexiblen Normalkostenrechnung,
anhand eines durchgängigen Praxisbeispiels erläutert (Kapitel 3). Abschließend wird in
Kapitel 4 die zuvor behandelten Themen zusammengefasst und beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Istkostenrechnung und Ihre Entwicklungsformen
2.1 Die Grundform der Istkostenrechnung
2.2 Weiterentwicklung durch Verwendung fester Verrechnungspreise
2.3 Weiterentwicklung durch Verwendung von Planvorgaben für die Einzelkosten
2.4 Fazit zur Istkostenrechnung
3 Die Normalkostenrechnung
3.1 Normalisierte Kostenstellenverrechnungssätze
3.2 Die starre Normalkostenrechnung
3.3 Die flexible Normalkostenrechnung
3.4 Fazit zur Normalkostenrechnung
4 Zusammenfassung - Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die historische und methodische Entwicklung von der reinen Istkostenrechnung hin zur Normalkostenrechnung, um die Grundlagen für moderne Kostenrechnungskonzeptionen aufzuzeigen. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit die verschiedenen Ausprägungen – von der starren bis zur flexiblen Normalkostenrechnung – eine effektive Kostenkontrolle und Wirtschaftlichkeitsprüfung ermöglichen.
- Grundlagen der Istkostenrechnung und deren praktische Herausforderungen
- Methoden zur Vereinfachung der Material- und Lohnkostenabrechnung
- Mechanismen der starren Normalkostenrechnung und deren Grenzen
- Ansätze der flexiblen Normalkostenrechnung zur Beschäftigungsabweichungsanalyse
- Kritische Beurteilung der Eignung vergangenheitsbezogener Daten für Kontrollzwecke
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Grundform der Istkostenrechnung
In der Literatur herrscht Einigkeit darüber, dass eine Kostenrechnung, die allein auf Istkosten beruht, nicht existieren kann. Dies soll anhand der folgenden Beispiele verdeutlicht werden:
• Antizipative Abgrenzung zukünftiger Zahlungen
Kosten, deren Höhe sich erst nach dem Jahresabschluss ermitteln lassen, werden bzw. müssen zwangsläufig geplant und auf die vorherigen Perioden verteilt werden. (Prüfgebühren, Beiträge, Steuern)
• Kalkulatorische Abgrenzungen
Die Abgrenzung der Kosten von den Aufwendungen erfordert häufig normalisierte oder geplante Größen in der Kostenrechnung. Bei Abschreibungen wird zum Beispiel die Nutzungsdauer geplant, für die Berechnung der kalkulatorischen Zinsen wird das durchschnittliche betriebsnotwendige Kapital genutzt, da sich das betriebsnotwendige Kapital laufend verändert.
• Zeitliche Abgrenzungen
Es gibt Kosten, die nur einmal im Jahr anfallen, aber mehrere Perioden vor oder nach der Zahlung betreffen. (Kalk. Wagnisse, Reparaturen, Weihnachtsgeld)
Die grundlegende Form der Istkostenrechnung soll hier als eine Kostenrechnung dargestellt sein, die auf sämtliche normalisierte oder geplante Kosten verzichtet, bis auf diese, die zur richtigen Erfassung und Abrechnung der Kosten verwendet werden.
Durch die nahezu ausschließliche Verwendung von Istkosten, entsteht allerdings eine rechentechnische Schwerfälligkeit. Diese äußert sich u.a. darin, dass nach jeder Periode (i.d.R. also nach jedem Monat) neue Verrechnungssätze für die innerbetrieblichen Leistungen, als auch neue Kalkulationssätze für die Hauptkostenstellen errechnet werden müssen, damit die Istkosten auf die Kostenträger übergewälzt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Ziel der Arbeit, die Entwicklung von der Ist- zur Normalkostenrechnung darzustellen und die Grundlage für moderne Kostenrechnungssysteme zu bilden.
2 Die Istkostenrechnung und Ihre Entwicklungsformen: Das Kapitel erläutert die Grundform der Istkostenrechnung, diskutiert deren Nachteile hinsichtlich der Wirtschaftlichkeitskontrolle und beschreibt Ansätze zur Vereinfachung durch feste Verrechnungspreise und Planvorgaben für Einzelkosten.
3 Die Normalkostenrechnung: Hier werden die Mechanismen der Normalisierung von Kostensätzen, die starre sowie die flexible Normalkostenrechnung mittels Praxisbeispielen detailliert eingeführt und analysiert.
4 Zusammenfassung - Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die methodischen Fortschritte zusammen und beurteilt diese kritisch, wobei betont wird, dass trotz der Weiterentwicklungen die starke Vergangenheitsorientierung die Erfüllung heutiger Anforderungen einschränkt.
Schlüsselwörter
Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung, Kostenkontrolle, Istkosten, Normalkosten, Beschäftigungsabweichung, Vollkostenrechnung, Verrechnungspreise, Wirtschaftlichkeitskontrolle, Plankostenrechnung, Istbeschäftigung, Materialeinzelkosten, Kostenüberwälzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die methodische Entwicklung betrieblicher Kostenrechnungssysteme, insbesondere den Übergang von der rein vergangenheitsorientierten Istkostenrechnung zur Normalkostenrechnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kostenstellenrechnung, den Verfahren zur Vereinfachung der Abrechnung, der Handhabung von Über- und Unterdeckungen sowie der Analyse von Abweichungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklungslinien der Kostenrechnung aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit die verschiedenen Instrumente der Normal- und Istkostenrechnung zur Unterstützung einer effektiven Kostenkontrolle geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur kombiniert mit durchgängigen Praxisbeispielen, um die mathematischen und methodischen Konzepte der jeweiligen Kostenrechnungsformen zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Istkostenrechnung mit ihren Erweiterungen sowie die Normalkostenrechnung, wobei insbesondere zwischen der starren und der flexiblen Variante differenziert wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kostenüberwälzung, Beschäftigungsabweichung, Normalisierung, Kalkulationssätze und die Differenzierung zwischen fixen und variablen Kosten.
Worin besteht der Hauptunterschied zwischen der starren und der flexiblen Normalkostenrechnung?
Die starre Normalkostenrechnung nutzt Durchschnittswerte und lässt eine detaillierte kostenstellenweise Kontrolle aufgrund fehlender Maßgrößen-Charaktereigenschaften kaum zu, während die flexible Normalkostenrechnung versucht, Abweichungen gezielt in beschäftigungsbedingte und sonstige Anteile aufzuspalten.
Warum hat sich die flexible Normalkostenrechnung in der Praxis trotz ihres höheren Detaillierungsgrades nicht durchgesetzt?
Der Autor führt an, dass die Berechnungen als relativ kompliziert empfunden werden und die ermittelten Beschäftigungsabweichungen eher den Charakter von Schätzungsfehlern tragen, da weiterhin keine echten Planwerte als Basis dienen.
Welche Bedeutung haben die "Über- und Unterdeckungen" in diesem Kontext?
Über- und Unterdeckungen entstehen durch die Differenz zwischen verrechneten Normalkosten und tatsächlich angefallenen Istkosten; sie dienen als erste Anhaltspunkte für die Kostenkontrolle, werden aber im Text kritisch als Schätzfehler gewertet.
- Quote paper
- Dennis Hinzmann (Author), 2011, Von der Ist- zur Normalkostenrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182006